{"id":21825,"date":"2024-11-27T10:36:13","date_gmt":"2024-11-27T09:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-05\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:17","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:17","slug":"17400-05","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-05\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel des Ingolst\u00e4dter Hauses im Karstgebiet Steinernes Meer, Bezirk Zell am See \/ \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Schutzh\u00fctte Ingolst\u00e4dter Haus der DAV &#8211; Sektion Ingolstadt liegt im Karstgebiet Steinernes Meer und in unmittelbarer Nachbarschaft des Nationalparks Berchtesgaden. Die elektrische Energie der Schutzh\u00fctte und Materialseilbahn wurde bis 2001 \u00fcber ein Diesel-Aggregat ohne Abw\u00e4rmenutzung bereitgestellt. Warmwasser wurde \u00fcber zwei elektrisch betriebene Boiler erzeugt. Ziel des Demonstrationsprojektes war es, den Betrieb von Motoren mit fossilem Dieselkraftstoff einzustellen, um die Gefahr von katastrophalen Umweltsch\u00e4den in diesem Wasserschonungsgebiet durch Auslaufen von Diesel\u00f6l zu vermeiden. Durch Einsatz eines mit nicht wassergef\u00e4hrdendem reinem Pflanzen\u00f6l betriebenen Blockheizkraftwerkes sollte diese Umweltgefahr vermieden und der Emissions-Aussto\u00df durch geringeren Kraftstoffverbrauch \u00fcber konsequente Nutzung der Abw\u00e4rme gesenkt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wurde eine umfangreiche Ist-Analyse zum Verbrauch von elektrischer Energie und Warmwasser im Jahre 1999 auf dem Ingolst\u00e4dter Haus durch die Firma Siemens erstellt. Diesem Ergebnis wurden die Verbrauchswerte der in Planung befindlichen Abwasser-Reinigungsanlage und der Frischwasser- Speicher- und Aufbereitungsanlage hinzugef\u00fcgt. Das Planungsb\u00fcro Elmar Wimmer konzipierte mit diesen Ergebnissen 2001 das eigentliche Energiekonzept unter Einbeziehung der im Rahmen der Abwasser- und Frischwasserma\u00dfnahmen zu installierenden 1.500 Ah Batteriespeicher und der 2.000 Watt PV-Anlage. Mit Einsatz eines auf nicht wassergef\u00e4hrdendes reines Pflanzen\u00f6l umgebauten Blockheizkraftwerkes sollte das Hauptziel &#8211; Verbannung des Diesel\u00f6ls vom Berg &#8211; erreicht werden. Das in einem 1.250 l Speicher gepufferte Warmwasser diente zum Erw\u00e4rmen des Brauchwassers und des Trockenraumes. Bei \u00dcberschuss von Warmwasser sollte die Beheizung der Gastr\u00e4ume m\u00f6glich sein. Aus dem Batterieblock wurde die elektrische Leistung f\u00fcr die Hausbeleuchtung, kleinere K\u00fcchenger\u00e4te, Staubsauger sowie die neu hinzugekommen Umw\u00e4lzpumpen gezapft. Die Einsparung an Prim\u00e4renergie wurde trotz zus\u00e4tzlicher Verbraucher in Abwasser- und Frischwasseranlage auf etwa 28 % gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Energiekonzept am Ingolst\u00e4dter Haus der DAV Sektion Ingolstadt war eingebunden in die Investitionen zur Erf\u00fcllung der Umweltauflagen zur Abwasserreinigung des Landes \u00d6sterreich. Um einerseits das Grundwasser in einem Wasserschutzgebiet nicht durch das Hantieren mit Heiz\u00f6l zu gef\u00e4hrden und andererseits die Abgasemissionen durch eine bessere Ausnutzung der Prim\u00e4renergie zu reduzieren, entschied sich die Sektion in Zusammenarbeit mit dem DAV M\u00fcnchen und der DBU f\u00fcr die Realisierung des beantragten Konzeptes. Das gleiche Projekt wurde auf der Nachbarh\u00fctte der Sektion im Steinernen Meer, dem Riemannhaus, mit gro\u00dfem Erfolg realisiert. Bei der Umsetzung trat ein nicht erwartetes Problem auf, die Beschaffung und materialgerechte Lagerung das Raps\u00f6les. Zun\u00e4chst war die Anmietung einer Zapfanlage im Tal angedacht, die aber durch Beh\u00f6rdenauflagen und Umbaukosten wirtschaftlich nicht vertretbar war. Es musste also eine neue Lagerm\u00f6glichkeit gefunden werden. In \u00d6sterreich gab es zu dieser Zeit so gut wie keine Angebote f\u00fcr Raps\u00f6l. Das Raps\u00f6l wurde aus \u00fcberwachten bayerischen Betrieben in Gebinden von 1.000 l in ein vorhandenes Depot in etwa 1.600 m Seeh\u00f6he per LKW angeliefert und fachgerecht zwischengelagert. Von dort wurde es in kleinen Gebinden per Seilbahn auf die H\u00fctte geliefert. Durch Einsatz des BHKW entfiel die Ger\u00e4usch- und Geruchsbel\u00e4stigung auf dem Berg.  Mit der Abw\u00e4rme wurde das Haus und ein Trockenraum geheizt, was vorher mit Holz geschah. Durch mehrere Planungsrunden konnte die Sektion dann schlie\u00dflich die zun\u00e4chst kalkulierte Projektsumme von 313.804,- \u0080 auf 193.624,- \u0080 prim\u00e4r durch eine preiswerte Kraftstofflagerung reduzieren. Ebenso konnte die Sektion die aus Erfahrungen von Nachbarsektionen abgeleiteten Aufwendungen f\u00fcr Kommunikation und Visualisierung von 19 T\u0080 durch mehrmonatige Ausarbeitung eigener druckreifer Entw\u00fcrfe auf 4.100 \u0080 begrenzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Sektion Ingolstadt erarbeitete \u00fcber die Umweltma\u00dfnahmen auf der H\u00fctte in Eigenregie einen Folder, der nach wie vor im Haus, in Hotels, Gasth\u00e4usern und im Touristenb\u00fcro der Region ausliegt und \u00fcber die Ma\u00dfnahmen ausf\u00fchrlich informiert. Zus\u00e4tzlich ist dieser im Internet unter www.ingolstaedter-haus.de zu lesen. Weiterhin wurde am Ingolst\u00e4dter Haus eine Schautafel mit dem Energiekonzept angebracht. Auf dem 7. internationalen Fachseminar in Benediktbeuern 2007 wurde das Energiekonzept auf den Ingolst\u00e4dter Haus von dem H\u00fcttenwart des Ingolst\u00e4dter Hauses, Herrn Herbert Thummerer ausf\u00fchrlich behandelt und vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Anfangs waren die H\u00fcttenwirte der Sektion Ingolstadt sehr skeptisch gegen\u00fcber dem Energiekonzept, da sie das preiswerte Heiz\u00f6l nicht in das teurere Raps\u00f6l eintauschen wollten. Nach Abschluss der Projekte wurde uns von beiden Seiten gr\u00f6\u00dfter Dank f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Arbeiten ausgesprochen, nicht nur deshalb, dass sie nun kostenloses Warmwasser und Raumw\u00e4rme bekamen. Mittlerweile ist auch die Differenz zwischen Heiz\u00f6l und Raps\u00f6l zur\u00fcckgegangen.Abzuwarten blieb aus Sicht der Sektion, wie sich die Versorgungslage von Raps\u00f6l angesichts einer Diskussion um den Missbrauch von Ackerfl\u00e4chen &#8211; diese f\u00fcr Treibstoffe anstatt f\u00fcr die Weltern\u00e4hrung zu nutzen &#8211;  entwickelte.  Die Erfahrung auf beiden H\u00e4usern zeigte, dass das Energiekonzept mit dem mit Raps\u00f6l betriebenen BHKW die richtige Entscheidung und f\u00fcr diese H\u00f6henlage von 2.200 m st\u00f6rungsfrei verwendbar war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Schutzh\u00fctte Ingolst\u00e4dter Haus der DAV &#8211; Sektion Ingolstadt liegt im Karstgebiet Steinernes Meer und in unmittelbarer Nachbarschaft des Nationalparks Berchtesgaden. Die elektrische Energie der Schutzh\u00fctte und Materialseilbahn wurde bis 2001 \u00fcber ein Diesel-Aggregat ohne Abw\u00e4rmenutzung bereitgestellt. 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