{"id":21786,"date":"2023-07-28T10:32:05","date_gmt":"2023-07-28T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17604-01\/"},"modified":"2023-07-28T10:32:05","modified_gmt":"2023-07-28T08:32:05","slug":"17604-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17604-01\/","title":{"rendered":"Einrichtung interaktiver Ausstellungselemente f\u00fcr Kinder und Jugendliche im Haus der Natur , Bad Harzburg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Nachhaltigkeitsprinzip und die Ziele der Agenda 21 sollen am Beispiel des Natur- und Kulturraumes Harz diskutiert und vermittelt werden. Ziel ist es, ein vertieftes Verst\u00e4ndnis \u00fcber \u00f6kologische Zusammenh\u00e4nge nicht mit dem erhobenen Zeigefinger sondern \u00fcber die eigene Erkenntnis zu erreichen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Haus der Natur in Bad Harzburg wird seit den 70er Jahren f\u00fcr eine Ausstellung zum Thema Forstwirtschaft und Waldbau in Niedersachsen genutzt. Nach Ausweisung des Nationalparks wurden einzelne Bereiche um das Thema Nationalpark erweitert. Die Ausstellung wurde aber in den vergangenen Jahrzehnten nie grundlegend aktualisiert.<br \/>\nMit der Einrichtung einer neuen Tr\u00e4gergemeinschaft aus Landesforstverwaltung, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Nationalpark Harz wurde vereinbart, die Ausstellung von Grund auf neu zu gestalten. Eine Arbeitsgruppe w\u00e4hlte im Rahmen eines internationalen Ausschreibungsverfahrens eine Ausstellungsagentur und erarbeitete gemeinsam mit dieser Agentur ein neues Ausstellungskonzept.<br \/>\nDie Konzeption verfolgt eine f\u00fcr Naturausstellungen v\u00f6llig neue Philosophie. Im Gegensatz zu den vormals schwerpunktm\u00e4\u00dfig gezeigten Dioramen soll nun u.a. mit k\u00fcnstlerischen Ausdrucksmitteln und unter Einsatz der neuen Medien ein Erlebnisraum geschaffen werden, der zum Ausprobieren, Fragen stellen, Beobachten, Spielen, Staunen und Nachdenken einl\u00e4dt. Dem Besucher werden \u00f6kologische Zusam-menh\u00e4nge vermittelt und er wird zum Mitdenken angeregt, ihm werden neue Perspektiven und Orientierungshilfen angeboten. Als ein neuer Weg in der Umweltbildung will die Ausstellung Mut machen und ein positives Lebensgef\u00fchl vermitteln. Die Ausstellung soll Lust auf Zukunft machen und den Besucher \u00fcber positive Erlebnisse zu einer \u00c4nderung des Lebensstils motivieren. Sehr bewusst wird auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>\u00b7\tDie durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Besucher war mit rd. 52 Minuten relativ hoch. Dies ist erstaunlich, da die Ausstellung mit ca. 300 qm relativ klein ist.<br \/>\n\u00b7\tBei der Beobachtung zeigte sich, dass die Besucher sehr unterschiedliche Weg durch die Ausstellung w\u00e4hlen, aber fast alle Exponate ber\u00fccksichtigten. Die Zuschauer bringen offensichtlich sehr unterschiedliches Ausgangsinteresse und sehr unterschiedliche Zeitbudgets mit.<br \/>\n\u00b7\tDie meisten Exponate wurden sehr lange genutzt. Die gr\u00f6\u00dfte Haltekraft hatte jedoch die Waldkartei mit durchschnittlich 8:55 Minuten. Auch dies ist erstaunlich, wird eine holding-power von 20 sek. im Museumsbereich doch schon als hoch bezeichnet.<br \/>\n\u00b7\tDie Bewertung der Ausstellung durch das Publikum ist au\u00dferordentlich positiv: Fast 60% der Befragten vergaben die Note sehr gut, die durchschnittliche Bewertung betrug 1,7.<br \/>\n\u00b7\tWie wurden die positiven Urteile begr\u00fcndet? An erster Stelle stand der Gesamteindruck. Dabei kam den Faktoren modernes Design, freundliche Atmosph\u00e4re und originelles Konzept eine gro\u00dfe Bedeutung zu. Die Kombination von alten und neuen Medien wird nach Besucheraussagen sehr positiv aufgenommen. Es l\u00e4sst sich weiter festhalten, dass der exemplarische Ansatz der Ausstellung von den Besuchern akzeptiert und nachvollzogen wird.<br \/>\n\u00b7\tEs gab nur wenig grunds\u00e4tzliche Kritik an der Ausstellung und ihrem Konzept. Einige Befragte kritisierten eine kalte Atmosph\u00e4re und zu modernes Design. An den Flippern wurde scheinbar von vielen der Sinn des Spiels nicht vollst\u00e4ndig verstanden.<br \/>\n\u00b7\tEin wichtiges Ergebnis der Evaluation ist, dass selten zus\u00e4tzliche Informationen \u00fcber Umweltgef\u00e4hr-dungen und Umweltsch\u00e4den reklamiert werden. Dies ist ein Beleg daf\u00fcr, wie gut das positive Konzept angstfreies Erkunden beim Publikum ankommt.<br \/>\n\u00b7\tInsgesamt zeichnet sich schon kurz nach der Er\u00f6ffnung ein relativ hoher Wartungsbedarf der hochtechnisierten Ausstellung ab.<br \/>\n\u00b7\tBei der Nutzung der Ausstellung durch Schulklassen zeigte sich, dass \u00e4ltere Sch\u00fcler mit dem Konzept der Selbsterkundung erheblich besser klar kommen als j\u00fcngere. F\u00fcr j\u00fcngere Besucher m\u00fcssen Handreichungen mit speziellen Arbeits- oder Erkundungsauftr\u00e4gen erarbeitet werden.<br \/>\n\u00b7\tDie befragten Lehrkr\u00e4fte k\u00f6nnen sich eine Nutzung der Ausstellung f\u00fcr den Biologie-Unterricht gut vorstellen. Allerdings gaben sie als hinderlich zu bedenken, dass das Konzept im Grunde auf Einzelbesucher ausgelegt ist.<br \/>\n\u00b7\tAuch die befragten F\u00f6rster und Ranger beurteilten die Ausstellung von ihrer Gestaltung her durchweg positiv. Die Rangergruppe h\u00e4tte sich noch etwas mehr verbindliche Handlungsanleitung f\u00fcr das Betreten des Nationalparks gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber die neue Ausstellung wurde schon im Vorfeld ausf\u00fchrlich in der Lokalpresse berichtet, im Anschluss an die Er\u00f6ffnung im Rahmen einer Mini-Serie die zentralen Inszenierungen vorgestellt. In den Tourismuszeitschriften der Region und in den Mitteilungsorganen der Projektpartner erschienen umfassende Berichte. Zur Koordination der \u00d6ffentlichkeitsarbeit und zur Integration der Ausstellung in das regionale Gef\u00fcge von Natur-, Kultur- und Bildungsangeboten wurde eine 3\/4 ABM-Stelle eingerichtet, die eng mit den entsprechenden Partnern vor Ort kooperiert, bestehende Angebote vernetzt und spezielle eigene Angebote erarbeitet. Im regionalen und \u00fcberregionalen Umfeld sollen ein beidseitig bedruckter farbiger Flyer sowie eine 36-seitige farbige Dokumentationsbrosch\u00fcre auf die Ausstellung hinweisen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Konzept, mit alten und neuen Darstellungsformen eine Ausstellung zu bauen, die Gelegenheit gibt, sich zum Thema Wald angstfrei mit Fragen einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung auseinanderzusetzen, scheint gr\u00f6\u00dftenteils gelungen. In wie weit es gelingt, damit jedoch tats\u00e4chlich eine \u00c4nderung des Lebensstils zu motivieren, bleibt noch abzuwarten.<br \/>\nFestzuhalten ist schlie\u00dflich, dass ein nicht zu untersch\u00e4tzender Aufwand sowohl f\u00fcr die inhaltliche Begleitung, als auch f\u00fcr den technischen Betrieb und die Wartung einer derartigen Ausstellung vonn\u00f6ten ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Nachhaltigkeitsprinzip und die Ziele der Agenda 21 sollen am Beispiel des Natur- und Kulturraumes Harz diskutiert und vermittelt werden. Ziel ist es, ein vertieftes Verst\u00e4ndnis \u00fcber \u00f6kologische Zusammenh\u00e4nge nicht mit dem erhobenen Zeigefinger sondern \u00fcber die eigene Erkenntnis zu erreichen. 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