{"id":21771,"date":"2024-12-01T10:32:35","date_gmt":"2024-12-01T09:32:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17559-01\/"},"modified":"2024-12-01T10:32:35","modified_gmt":"2024-12-01T09:32:35","slug":"17559-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17559-01\/","title":{"rendered":"Workshop Neue Wege der Regenwasserbewirtschaftung im Einzugsgebiet der Saar"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Hochwasserschutz beginnt auf jedem einzelnen Grundst\u00fcck im Einzugsgebiet eines Bachs oder Flusses und nicht erst und nicht nur in den vom Hochwasser betroffenen Talauen! Diesem Grundsatz tr\u00e4gt die Erfahrung Rechnung, dass es sich sowohl f\u00fcr jeden einzelnen Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer als auch f\u00fcr jede einzelne Gemeinde sehr wohl rechnet, die Regenwasserabfl\u00fcsse nicht mehr strikt abzuleiten, sondern rational zu bewirtschaften. So wird ein m\u00f6glichst gro\u00dfer Anteil des Niederschlags an Ort und Stelle unsch\u00e4dlich versickert, w\u00e4hrend der \u00fcbrige Teil zumindest verz\u00f6gert und ged\u00e4mpft abgeleitet wird. Damit kann der einzelne Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer Regenwassergeb\u00fchren sparen; die Gemeinde spart beim Ausbau und der Sanierung des gesamten Entw\u00e4sserungsnetzes. Notwendige Aufwendungen beider Seiten k\u00f6nnen unter Inanspruchnahme staatlicher F\u00f6rderung mindestens gedeckt werden. Die positiven Auswirkungen auf den nat\u00fcrlichen Wasserhaushalt im allgemeinen und die Hochwasserreduzierung im besonderen ergeben sich damit quasi zum Nulltarif. Dar\u00fcber hinaus bestehen in der Landwirtschaft durch nachhaltige Erosionsschutzma\u00dfnahmen enorme Potentiale, vorbeugenden Hochwasserschutz zu realisieren. Im Rahmen eines umfassenden 2t\u00e4gigen Workshops wurden am 15. und 16. Juni 2000 neue Forschungsergebnisse innovativer Umweltforschung vorgestellt und diskutiert. In 19 unterschiedlichen Referaten wurden Themen zum vorbeugenden Hochwasserschutz, innovative L\u00f6sungen f\u00fcr die Siedlungsentw\u00e4sserung, Erosionsschutz, rechtliche Grundlagen der Niederschlagsentw\u00e4sserung und Bedingungen f\u00fcr das Modellieren hydrologischer Prozesse diskutiert. Begleitet wurde die Vortragsveranstaltung durch eine umfassende Posterausstellung und Softwarepr\u00e4sentationen. Hier sollte die M\u00f6glichkeit zu vertiefenden Einzelgespr\u00e4chen zwischen Teilnehmern und Referenten geschaffen werden. Auch die DBU konnte ihre Aktivit\u00e4ten an einem Stand den Teilnehmenden n\u00e4her bringen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZum Workshop wurden ca. 1300 Einladungen an Verwaltungen, Ingenieurb\u00fcros und Universit\u00e4ten verschickt. Als Teilnehmer konnten 117 Vertreter von Beh\u00f6rden, St\u00e4dten und Gemeinden sowie Ingenieurb\u00fcros gewonnen werden. Als Veranstaltungsort bot sich die Stadt Saarlouis im Saarland als Mittelpunkt verst\u00e4rkter Forschung zum Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Saar an. Die Vortragenden sprachen in 30 min. ausf\u00fchrlich zu ihrem Thema. Im Anschluss an die einzelnen Vortr\u00e4ge war ausreichend Zeit (15 min.) f\u00fcr Fragen und kontroverse Diskussionen. Als Vertreter der Politik hat der saarl\u00e4ndische Minister f\u00fcr Umwelt einen Vortrag gehalten, der die derzeitigen und k\u00fcnftigen politischen Vorgaben zur Regenwasserbewirtschaftung und Hochwasserproblematik enthielt. Seitens der Vertreter des saarl\u00e4ndischen Landesamts f\u00fcr Umwelt wurden die gesetzlichen und geowissenschaftlichen Grundlagen der Niederschlagswasserversickerung im Saarland vorgestellt. Ein Vertreter der franz\u00f6sischen Wasserwirtschaftsverwaltung in Metz hielt einen Vortrag zur Flussgebietsbewirtschaftung in Frankreich. Die Referenten aus dem Bereich des DBU-Forschungsprojekts berichteten u.a. \u00fcber eine Pilotanlage auf einem Schulgel\u00e4nde, eine \u00f6rtliche Musteruntersuchung zum Abkoppelungspotential einer Gemeinde, die Bewertung verschiedener Bewirtschaftungsma\u00dfnahmen im Hinblick auf Kosten und Wirkung, die Auswirkung siedlungswasserwirtschaftlicher Ma\u00dfnahmen auf au\u00dfer\u00f6rtliche Einzugsgebiete bis hin zur Simulation der Auswirkungen auf die gro\u00dfr\u00e4umigen Einzugsgebiete der Blies und der Saar als Ganzes. Die externen Vertreter aus Wissenschaft und Forschung stellten u.a. neue Erkenntnisse \u00fcber den Zusammenhang zwischen Bodenbearbeitung, Erosionsbek\u00e4mpfung und Wasserr\u00fcckhalt auf landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen vor und berichteten \u00fcber den Einfluss der Landnutzungs\u00e4nderung auf den Hochwasserabfluss. Weitere Vortr\u00e4ge befassten sich mit der Modellierung hydrologischer Prozesse bei unterschiedlichen Skalierungen sowie mit dem Thema Dezentraler Integrierter Hochwasserschutz.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Allgemein kann festgehalten werden, das Interesse an den Vortr\u00e4gen und laufenden Forschungsvorhaben ist sehr gro\u00df. Fl\u00e4chendeckend wird Handlungsbedarf gesehen, im Hochwasserschutz neue Wege zu gehen. Die Verkn\u00fcpfung der Landwirtschaft und Siedlungswasserwirtschaft mit der Hochwasserproblematik war f\u00fcr viele neu, aber die Notwendigkeit integrierter Betrachtungen wurde unterstrichen. Klar wurde aber auch, dass die Umsetzung sowohl von beh\u00f6rdlicher Seite, wie auch von Fachplanern oftmals als schwierig oder unm\u00f6glich eingestuft wird. Zur L\u00f6sung dieses Problems sollten mehr Informationsveranstaltungen bzw. breitere Fachdiskussionen angeregt werden.<br \/>\nDiskussionen, ohne abschlie\u00dfende L\u00f6sungen erarbeiten zu k\u00f6nnen, entstanden besonders zu folgenden Punkten:<br \/>\n\u00b7\tWie kann die Wasserbilanz von Standorten als Kriterium der Bewertung der Ma\u00dfnahmen zum Hochwasserschutz einbezogen werden?<br \/>\n\u00b7\tWie entsteht Hochwasser, wie setzt es sich zusammen? Kann man auf die Entstehungsarten abgezielte Schutzma\u00dfnahmen ergreifen?<br \/>\n\u00b7\tIst die Wirkung dezentraler Ma\u00dfnahmen mit der zentraler Speicherbecken zu vergleichen?<br \/>\n\u00b7\tWas kann politisch getan werden, um die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung gezielt zu f\u00f6rdern?<br \/>\n\u00b7\tWas sind Grenzen und M\u00f6glichkeiten der dezentrale Regenwasserbewirtschaftung sowohl in Siedlungsgebieten wie auch in der Landwirtschaft?<br \/>\n\u00b7\tK\u00f6nnen dezentrale Regenwasserbewirtschaftungsma\u00dfnahmen in den bisher \u00fcblichen Software-Modellen dargestellt werden und liefern sie befriedigende Ergebnisse?<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>F\u00fcr die Veranstaltung wurde umfangreich geworben, u.a. in der Saarbr\u00fccker Zeitung. Alle Referate und f\u00fcnf weitere Beitr\u00e4ge von renommierten Wissenschaftlern wurden in Zusammenarbeit mit dem Zentrum f\u00fcr Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gGmbH sowie der Gesch\u00e4ftsstelle der DBU in dem Buch Hochwasserschutz heute &#8211; Nachhaltiges Wassermanagement (ISBN: 3 503 06021 9, Erich Schmidt Verlag, Berlin) in umfangreicher Form ver\u00f6ffentlicht. Dieses Buch erhielten alle Tagungsteilnehmer nachtr\u00e4glich zugeschickt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Dezentraler Hochwasserschutz kann neben der Verringerung der abflie\u00dfenden Mengen Erosionsschutz in der Landwirtschaft und Gew\u00e4sserschutz durch die Verringerung von Mischwassereinleitungen in die Gew\u00e4sser sein. Kommunen k\u00f6nnen durch dezentrale Ma\u00dfnahmen der Regenwasserbewirtschaftung Geld bei der Sanierung hydraulisch \u00fcberlasteter Kanalstrecken einsparen. Ein Umdenken von der bisher praktizierten Philosophie der schnellen und direkten Ableitung zur Regenwasserbewirtschaftung ist von N\u00f6ten, will man den verst\u00e4rkten Hochwasser- und Gew\u00e4sserg\u00fcteproblemen begegnen.<br \/>\nNotwendig werden Flussgebietsbetrachtungen, die zu schl\u00fcssigen Konzepten des Hochwasserschutzes, der Siedlungswasserwirtschaft und des Erosionsschutzes f\u00fchren. Nur die integrierte Betrachtung aller Fl\u00e4chen und Landnutzungen mit ihrem spezifischen Beitrag zur Hochwassersituation, nicht die getrennte Analyse von Teilproblemen, f\u00fchrt zu einem nachhaltigem Wassermanagement.<br \/>\nDas Zusammenwirken der einzelnen Fl\u00e4chen und verschiedener Landnutzungen in einem Flusseinzugsgebiet ist nicht ausreichend bekannt. Planer und Beh\u00f6rden m\u00fcssen besser \u00fcber laufende Forschungen in diesem Bereich informiert werden, um diese in die Lage zu setzen, gewonnene Erkenntnisse umzusetzen. Forschung sollte gerade in einem solch sensiblen und praxisrelevanten Bereich wie der Hochwasserentstehung und -verringerung transparent und allen zug\u00e4nglich gemacht werden. Umgekehrt muss sich auch die Forschung verst\u00e4rkt mit praxisnahen L\u00f6sungen der Hochwasserproblematik besch\u00e4ftigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Hochwasserschutz beginnt auf jedem einzelnen Grundst\u00fcck im Einzugsgebiet eines Bachs oder Flusses und nicht erst und nicht nur in den vom Hochwasser betroffenen Talauen! 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