{"id":21745,"date":"2024-11-27T10:36:18","date_gmt":"2024-11-27T09:36:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17487-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:19","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:19","slug":"17487-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17487-01\/","title":{"rendered":"Machbarkeitsstudie f\u00fcr ein Visualisierungstool &#8211; Analyse des Bedarfs und der Machbarkeit eines computergrafischen Visualisierungssystems f\u00fcr interaktive Planungs- und Umsetzungsprozesse auf Landschaftsebene"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Gutachter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die DBU haben dem ZALF empfohlen, den Projektantrag aus dem Jahr 1999: Sehen, Verstehen, Umsetzen &#8211; computergrafisch unterst\u00fctzte Akteursbeteiligung in der umweltorientierten Planung von Landschaften zun\u00e4chst zur\u00fcckzustellen und eine Machbarkeitskeitsstudie zu beantragen.<br \/>\nDie Studie soll Zielgruppen und das Anforderungsprofils an die zu entwickelnde Software zur 3D-Landschaftsvisualisierung spezifizieren, eine Marktanalyse umfassen, insgesamt eine st\u00e4rkere Einbindung von Planern gew\u00e4hrleisten und die Abstimmung mit der Vorstudie des Bundesamts f\u00fcr Naturschutz (BfN), Au\u00dfenstelle Leipzig Interaktiver Landschaftsplan einschlie\u00dfen. Zus\u00e4tzlich wird auch die technische Realisierbarkeit untersucht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Kl\u00e4rung des Bedarfs und die Produktspezifikation erfolgt Iterativ und partizipativ mit Vertretern der Zielgruppe und IT-Experten. Im Auftrag des ZALF wird vom ATELIER BERNBURG und der Hochschule Anhalt, Forschungsbereich Landschaftsinformatik eine unabh\u00e4ngige Umfrage bei potenziellen Anwendern eines Visualisierungstools und ihrer potenziellen Auftraggeber durchgef\u00fchrt. Es werden \u00fcber Tausend Planungsbeh\u00f6rden, -b\u00fcros und Visualisierungsdienstleister auf der Grundlage einer einwohnerbezogenen Stichprobe mit einem schriftlichen bzw. \u00fcber einen Online-Fragebogen befragt. In einem Demonstrationsvorhaben werden f\u00fcr einen kleinen Landschaftsausschnitt Szenarien der Landschaftsentwicklung mit verf\u00fcgbarer Technologie 3D-visualisiert und mit lokalen Akteuren diskutiert. Existierende Software zur 3D-Landschaftsvisualisierung wird recherchiert und hinsichtlich ihres Leistungsverm\u00f6gens bewertet. Eine computergrafische Expertise der Firma Indeed GmbH dient zur Absch\u00e4tzung der techni-schen Machbarkeit und zur Ermittlung des Aufwands.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Kostenrahmen eingehalten wurde, gab es aufgrund eines verz\u00f6gerten Fragenbogenentwurfs einen versp\u00e4teten R\u00fccklauf; damit wurde insgesamt eine (kostenneutrale) Verl\u00e4ngerung des Projektes notwendig.Bei der anvisierten Zielgruppe besteht ein deutlicher Bedarf nach einem Einsatz von modernen computergrafischen Verfahren zur 3D-Landschaftsvisualisierung. Die Zielgruppe des zu entwickelnden Werkzeugs teilt sich in Nutzer &#8211; das sind Akteure, Entscheidungstr\u00e4ger, Auftraggeber sowie die allgemeine \u00d6ffentlichkeit (End-User), und Anwender &#8211; das sind in erster Linie beauftragte Landschaftsplaner bzw. spezielle Visualisierungsdienstleister (Content-Provider). Die Umfrageergebnisse und die Beispiels-Visualisierungen haben deutlich gemacht, dass das Erstellen von 3D-Landschaftsszenen mit verf\u00fcgbarer Software noch erhebliche manuelle, zeitaufwendige Bearbeitung erfordert. Obwohl Anwender i.d.R. mit 3D-Visualisierungen auf gro\u00dfes Interesse bei Auftraggebern sto\u00dfen, ist bisher kaum eine angemessene Verg\u00fctung des Aufwandes zu erwarten. Es wurden Schwierigkeiten beim Datenaustausch mit anderen Programmen und das Fehlen von Schnittstellen f\u00fcr eine GIS- und Datenbankgest\u00fctzte Visualisierung bem\u00e4ngelt. In den Antworten werden die Erwartungen an ein Visualisierungstool deutlich: die realit\u00e4tsnahe Abbildung von Pflanzen und Biotopen und schnellere Bildgenerierung. Im partizipativen Iterationspro-zess konnten die Leistungsmerkmale eingegrenzt und zahlreiche innovative Funktionen wie Echtzeit-Darstellung, Spazierg\u00e4ngerperspektive f\u00fcr ein neues Werkzeug zur computergrafisch unterst\u00fctzten Ak-teursbeteiligung identifiziert werden. Bspw. haben Planer und Visualisierer noch keine digitalen Tools und Technologien, die den richtigen Einsatz von Abstraktionsgraden in der Darstellung von Landschaftsbild und Naturhaushalt erm\u00f6glichen (skizzenhafte 3D-Repr\u00e4sentation, Visualisierung nicht-sichtbarer \u00f6kologischer Prozesse und Zust\u00e4nde des Naturhaushalts).<br \/>\nAusgehend von Darstellungen die mit heutigen 3D-Graphikkarten bereits m\u00f6glich sind und dem Performance-Zuwachs durch Hardware-Fortschritte sowie daran orientierten algorithmischen Neuentwicklungen innerhalb der n\u00e4chsten drei Jahre, erscheint das Ziel, n\u00e4mlich die flexible Erzeugung von realit\u00e4tsnahen Landschaftsszenen sowie deren interaktive Darstellung erreichbar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tWebsite mit deutscher und englischer Online-Version des Fragebogens.<br \/>\n&#8211;\tZALF-Presseerkl\u00e4rung.<br \/>\n&#8211;\tVerteilung von 2000 Flyern zur Machbarkeitsstudie.<br \/>\n&#8211;\tLinks und Notizen auf nationalen und internationalen Websites und Online-Foren.<br \/>\n&#8211;\tVortrag im Rahmen eines ZALF-Institutskolloquiums und Publikation im ZALF-Bericht 44.<br \/>\n&#8211;\tBericht \u00fcber das Projekt und den Spezifikationsworkshop in der Garten+Landschaft.<br \/>\n&#8211;\tVortrag, Posterbeitrag und Publikation GeoVisC2000 (M\u00fcnster).<br \/>\n&#8211;\tComputerpr\u00e4sentation und Posterbeitrag am GRANO-\/ ZALF-Stand auf der Gr\u00fcnen Woche 2001.<br \/>\n&#8211;\tFachgespr\u00e4che mit Vertretern der Firmen ESRI und AutoDesk\/Discreet (z.B. auf der CeBit 2001).<br \/>\n&#8211;\tVortrag und Computerpr\u00e4sentation auf der Konferenz Virtuality in Landscape Architecture.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine \u00fcberw\u00e4ltigende Zahl potenzieller Anwender als auch die Akteure des Demonstrationsvorhabens betrachten 3D-Landschaftsvisualisierung als conditio sine qua non einer k\u00fcnftigen Umweltplanung. Geier, Egger &#038; Muhar betonen auf der CORP 2001, dass sich f\u00fcr Anwender die Frage nach der Integration von Landschaftsvisualisierungssystemen in den Arbeitsablauf eines Planungsprozesses stellt. W\u00e4hrend einige Teilaspekte der Bedeutung photorealistischer Visualisierungen schon gut untersucht seien, fehle derzeit noch ein umfassendes Modell f\u00fcr die Rolle der neuen Medien f\u00fcr die Kommunikation im Planungsprozess. Dar\u00fcber hinaus wird in Zusammenarbeit mit der geplanten BfN-Hauptstudie zu untersuchen sein, ob eine computergrafisch unterst\u00fctzte Akteursbeteiligung zu einer Verbesserung der Kommunikation, der Akzeptanz, und damit letztendlich auch der Umweltsituation f\u00fchren kann.<br \/>\nEs gibt derzeit keine vergleichbare Software, die den im Rahmen der Studie festgestellten Anforderungen der Praxis und den computergrafischen M\u00f6glichkeiten gerecht wird. Eine Aufwandsanalyse hat gezeigt, dass ein Tool im Sinne einer kompletten Arbeitsumgebung unter den gegebenen Beschr\u00e4nkungen nicht realisierbar ist. Anwender wollen zudem kein neues Komplettsystem, in das sie sich neu einarbeiten m\u00fcssen, das hohe Investitionskosten erfordert, das mit vorhandener Software wohl m\u00f6glich nicht Datenkompatibel ist und das teilweise redundante oder nicht ben\u00f6tigte Funktionen anbietet. Mit den geplanten 3D-Modellierungs- und Autorentools wird statt dessen ein Set von mehreren, aufeinander abgestimmten Tools, unter Einbeziehung von kommerziell oder frei verf\u00fcgbaren Werkzeugen und einer Skriptingsprache, vorgeschlagen. Das Anwendersystem hat ein Marktpotential von 5.000-10.000 im deutschsprachigen Raum und weltweit von 50.000-100.000 Lizenzen. F\u00fcr Nutzer sollen einfach zu bedienende 3D-Player (Renderer), ggf. unter Verwendung einer Game-Engine, entwickelt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Gutachter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die DBU haben dem ZALF empfohlen, den Projektantrag aus dem Jahr 1999: Sehen, Verstehen, Umsetzen &#8211; computergrafisch unterst\u00fctzte Akteursbeteiligung in der umweltorientierten Planung von Landschaften zun\u00e4chst zur\u00fcckzustellen und eine Machbarkeitskeitsstudie zu beantragen. 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