{"id":21732,"date":"2023-07-13T15:20:33","date_gmt":"2023-07-13T13:20:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17453-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:36","slug":"17453-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17453-01\/","title":{"rendered":"Automatendreh\u00f6l &#8211; Oleocut AD"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Automatendreh\u00f6le werden in Automatendrehereien verwendet. Solche Firmen leiden unter der Belastung von \u00d6lnebel und \u00d6ldampf, was zu einer erheblichen \u00d6lverschmutzung der Halle und Umgebung f\u00fchrt. Diese starke \u00d6lbelastung ist auch nicht mit einer Absaugung mit \u00d6labscheidern zu verhindern. Au\u00dferdem, sind die meisten Automatendrehereien Kleinbetriebe, die diese Investitionen nicht ohne weiteres tragen k\u00f6nnten.<br \/>\nZiel dieses Vorhabens ist es, ein Automatendreh\u00f6l auf einer umwelt- und menschenfreundlicheren Basis zu entwickeln und mit markt\u00fcblichen Automatendreh\u00f6len zu vergleichen bez\u00fcglich Werkzeugstandzeit, Oberfl\u00e4cheng\u00fcte der Werkst\u00fccke, Rauchbildung bei der Zerspanung und Dichtungsvertr\u00e4glichkeit.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenWASCUT wird zuerst toxikologische Datenbankrecherchen durchf\u00fchren, um alle geeigneten Ausgangsstoffe f\u00fcr die Basis der Rezepturen zu erfassen. Es werden ca. 4 Produkte auf Raps\u00f6l-Derivat-Basis und Medizinischen Wei\u00df\u00f6len entwickelt. Die erfolgsversprechendsten Produkte werden in einer zweiten Versuchsreihe weiter entwickelt.  W\u00e4hrend der Entwicklung werden Dichtungsvertr\u00e4glichkeit und Korrosionsschutz (Flugrost nach Lagerung bei Raumtemperatur) getestet.<br \/>\nDie Zerspanungsversuche werden in enger Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Fertigungstechnik und Qualit\u00e4tssicherung der Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg durchgef\u00fchrt.  Zuerst kommt eine neu entwickelte Methode zur Kurzpr\u00fcfung von Schmierstoffen zur Anwendung, welche den Realbedingungen des Zerspanungsprozesses angepasst sind und eine qualitative Bewertung zul\u00e4sst. Dann folgen die Versuche unter Realbedingungen. Als Vergleichskriterien werden die Werkzeugstandzeiten, Oberfl\u00e4cheng\u00fcte der Werkst\u00fcck und Rauchbildung beim Drehen von Automatenstahl f\u00fcr die zu testenden \u00d6le ermittelt. F\u00fcr die Ergebnisauswertung werden statistische Methoden unter Beachtung zerspanungstypischer Restriktionen angewendet.<br \/>\nAls Basisversuche werden 3 markt\u00fcbliche Automatendreh\u00f6le mit der Kennzeichnung Hydraulik\u00f6l HLP 22, Hydraulik\u00f6l HLP 32 und Hydraulik\u00f6l HLP 46 getestet. Nach dem Einsatz dieser markt\u00fcblichen \u00d6le werden ca. 4 Neuentwicklungen und 2 Weiterentwicklungen dieser Neuentwicklungen von WASCUT einer Bewertung unterzogen.<br \/>\nDie Zerspanungsversuche werden ca. 1 Jahr andauern.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Schnittgeschwindigkeiten von 200 m\/min (bei Schnitttiefe von 3 mm und 0,25 mm\/Umdrehung Vorschub) haben sich als besonders Aussagef\u00e4hig f\u00fcr die Realversuche erwiesen.  Schnittgeschwindigkeiten von 100 m\/min ergeben keinen nennenswerten Wendeplattenverschleiss nach 20 Minuten.  300 m\/min hat zu einer schnellen Rauchbildung (Verbrennung des Automatendreh\u00f6ls wegen erh\u00f6hter Geschwindigkeit) gef\u00fchrt, und ergab nur geringe Unterschiede des Verschleissverlaufs zwischen den getesteten \u00d6len.<br \/>\nBei 200 m\/min war die Reihenfolge der Schmierleistung von besser zu schlechter (gesch\u00e4tzt nach den Ergebnissen vom IFQ-Bericht der Universit\u00e4t Magdeburg) wie folgt: Additiv1, Wascut-Versuchsprodukt 2 (VP2-2) dicht vor Wascut-Versuchsprodukt 1 (VP2-2), Additiv 2 und HLP 46 konventionelles Automatendreh\u00f6l, HLP 32 konventionelles Automatendreh\u00f6l, Additiv 3, 5% wassermischbarer K\u00fchlschmierstoff in Leitungswasser, nicht-additiviertes naphthenisches Mineral\u00f6l mit einer Viskosit\u00e4t von 22 mm\u00b2\/s bei 40\u00b0C, HLP 2 konventionelles Automatendreh\u00f6l.<br \/>\nEine st\u00e4rkere Rauchbildung war bei erh\u00f6hten Schnittgeschwindigkeiten (300 m\/min) bei allen \u00d6len zu bemerken. Die Oberfl\u00e4chenrauheit war \u00e4hnlich bei 100 und 200 m\/min bei allen \u00d6len. Bei 300 m\/min waren die Ergebnisse etwas unterschiedlicher, aber wahrscheinlich unter den Einfluss der unkontrollierten Verbrennungsprozesse.<br \/>\nAlle getesteten \u00d6le waren \u00e4hnlich gut dichtungsvertr\u00e4glich und sch\u00fctzten Automatenstahl Werkst\u00fccke f\u00fcr 6 Wochen gegen Flugrost bei der Lagerung im Raumtemperatur. Eine unangenehme Geruchsbildung war bei keinem \u00d6l von den Maschinenbedienern bemerkt worden. Alle Additive und Versuchsprodukte sind gut und spurlos biologisch abbaubar, und haben ein neutrales toxikologisches Verhalten Menschen gegen\u00fcber (beide Aussagen aus der medizinischen Literatur abgeleitet).<br \/>\nEine h\u00f6here Viskosit\u00e4t des konventionellen Automatendreh\u00f6ls hat zu besseren Schmierleistungen gef\u00fchrt. Ein HLP \u00d6l mit einer Viskosit\u00e4t von 46 mm\u00b2\/s bei 40\u00b0C war besser in der Schmierleistung als ein Automatendreh\u00f6l mit 32 mm\u00b2\/s, das wiederum besser als ein 22 mm\u00b2\/s bei 40\u00b0C war. Interessanterweise war ein nicht additiviertes Mineral\u00f6l mit einer Viskosit\u00e4t von 22 mm\u00b2\/s bei 40\u00b0C vergleichbar im Verschleissverhalten wie das Automatendreh\u00f6l mit der gleichen Viskosit\u00e4t. Die weiter entwickelten Automatendreh\u00f6le mit den Bezeichnungen VP2-1 und VP2-2 waren signifikant besser in der Schmierleistung in Vergleich zu dem konventionellen 46er Automatendreh\u00f6l, obwohl sie eine Viskosit\u00e4t um die 23 mm\u00b2\/s bei 40\u00b0C haben.<br \/>\nErfahrungen bei Automatendrehereien untermauern die Glaubhaftigkeit der Ergebnisse dieser Untersuchung. Unter den konventionellen Automatendreh\u00f6len ist zu erkennen, dass HLP46 und HLP32 beide eine gute Schmierleistung haben und f\u00fcr viele Betriebe brauchbare Ergebnisse liefern (deswegen werden diese \u00d6le in den meisten Automatendrehereien verwendet). Dabei schmiert HLP46 besser als HLP32, wobei die Nachf\u00fcllmengen deutlich h\u00f6her als bei HLP32 sind. HLP22 ist nur dann ausreichend f\u00fcr die Schmierleistung, wenn die Dreharbeiten leicht sind, aber ist noch sparsamer in der Nachf\u00fcllmengen als ein 32er.<br \/>\nWegen der niedrigeren Rohstoffkosten wird VP2-1 vor VP2-2 als neues Automatendreh\u00f6l vorgezogen und wird dem Markt durch Wascut unter der Bezeichnung Oleocut AD zur Verf\u00fcgung gestellt. In Vergleich zu den konventionellen Automatendreh\u00f6len mit einer 46er Viskosit\u00e4t ist ein deutlich geringerer Austrag \u00fcber Sp\u00e4ne und Werkst\u00fccke zu erwarten, weil die Viskosit\u00e4t um die H\u00e4lfte (bei 23 mm\u00b2\/s) liegt. In Vergleich zu den konventionellen 32 mm\u00b2\/s bei 40\u00b0C Automatendreh\u00f6l hat Oleocut AD eine deutlich bessere Schmierleistung bei einer signifikanten Reduzierung der Ausschleppverluste \u00fcber Sp\u00e4ne und Werkst\u00fccke.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Versuchsprodukt VP2-1 wird den Markt unter der Bezeichnung Oleocut AD zur Verf\u00fcgung gestellt.  Eine Zusammenfassung dieses Forschungsprojekts wird gedruckt und den zust\u00e4ndigen Personen bei ca. 5.000 metallverarbeitenden Firmen in Deutschland und \u00d6sterreich zugeschickt. Dabei werden so-wohl klein- und mittelst\u00e4ndische Unternehmen als auch Grossbetriebe informiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Konventionelle Automatendreh\u00f6le, Additive und Versuchsprodukte sind in einer Kurztestmethode und in Realversuchen auf Werkzeugstandzeit mit einander verglichen worden. Dabei ist ein neues Automatendreh\u00f6l entwickelt worden, das laut Literaturwerte spurlos biologisch abbaubar ist und eine geringere Belastung f\u00fcr Maschinenbediener darstellt. Die hohe Schmierleistung und niedrige Ausschleppung \u00fcber Werkst\u00fccke und Sp\u00e4ne machen es zu einer Alternative zu konventionellen Automatendreh\u00f6len.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Automatendreh\u00f6le werden in Automatendrehereien verwendet. Solche Firmen leiden unter der Belastung von \u00d6lnebel und \u00d6ldampf, was zu einer erheblichen \u00d6lverschmutzung der Halle und Umgebung f\u00fchrt. Diese starke \u00d6lbelastung ist auch nicht mit einer Absaugung mit \u00d6labscheidern zu verhindern. 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