{"id":21713,"date":"2023-07-13T15:20:23","date_gmt":"2023-07-13T13:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17395-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:25","slug":"17395-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17395-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer modellhaften Technologie zur Erhaltung von Anhydritputzen des 20. Jahrhunderts am Beispiel der umweltgesch\u00e4digten Au\u00dfenfassade des Nationaltheaters Weimar"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfung und Entscheidung zur Erhaltungsw\u00fcrdigkeit und zu M\u00f6glichkeiten der Wiederverwendung von Bauwerken und Bauteilen ist aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden eine gesellschaftliche Aufgabe. Vorwiegend gips- und anhydritgebundene Verputze sind nach den heute geltenden Normen f\u00fcr Au\u00dfenbereiche nicht geeignet. Bei Instandsetzungen wurden und werden derartige Verputze in der Regel entfernt.<br \/>\nAm Deutschen Nationaltheater Weimar ist geplant, im Rahmen der Instandsetzung der Fassaden gro\u00dfe Fl\u00e4chen des Anhydritputzes zu erhalten und mit einem geeigneten Material zu \u00fcberputzen. Dies betrifft die Fl\u00e4chen, die bei der Wiederherstellung der Putzfassaden in Anlehnung an die Fassaden von 1907 nicht so stark strukturiert wurden. Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung einer L\u00f6sung zum fl\u00e4chigen Erhalt umweltbelasteter Anhydritputze an Fassaden durch Beschichtung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie einzelnen Arbeitsschritte und angewandten Methoden wurden in vier Teilberichten Erfassung der Bauzust\u00e4nde, Bemusterungsphase, Planungs- und Ausf\u00fchrungsphase und Qualit\u00e4tssicherung  ausf\u00fchrlich dargestellt und bewertet. Erfassung der Bauzust\u00e4nde: Zun\u00e4chst wurde ein Untersuchungskonzept erstellt, welches sich in Untersuchungen vor Ort und Laboruntersuchungen gliedert. Die Untersuchungen dienten als Grundlage zur Festlegung von Putzbereichen, die erhalten bzw. erg\u00e4nzt werden k\u00f6nnen. Bemusterung: Nach Untersuchungen zum Bauzustand und Optimierungsversuchen zu speziell entwickelten M\u00f6rtelrezepturen wurden im Februar 2001 Werkstattmuster gefertigt. Nach Auswertung der Untersuchungen im Labor wurde eine gro\u00dfe Musterfl\u00e4che an der Ostfassade des Deutschen Nationaltheaters Weimar angelegt.<br \/>\nBemustert wurden die Arbeitsschritte Reinigung der Anhydritputzfl\u00e4chen, fl\u00e4chige M\u00f6rtelbeschichtung  und Putzaufbau entsprechend den gestalterischen Vorgaben sowie ein Anstrichsystem mit Bautenschutzwirkung. Planung und Ausf\u00fchrung: Die Leistungsschritte zum Erhalt des bestehenden Putzes und zur Instandsetzung der Fassaden wurden durch detaillierte Leistungsbeschreibungen in die Ausf\u00fchrungsunterlagen eingearbeitet.<br \/>\nDie Leistungen wurden im Juni 2001 \u00f6ffentlich ausgeschrieben und an den geeignetsten Bieter vergeben. Durch regelm\u00e4\u00dfige Bauablaufbesprechungen mit allen am Bau Beteiligten und Kontrolle der Ausf\u00fchrung der einzelnen Arbeitsschritte wurde die Einhaltung der vorgegebenen Technologie und eingesetzten Materialien sichergestellt.<br \/>\nQualit\u00e4tssicherung: Die in Werkstatt und Labor gefertigten Musterplatten wurden unter Bedingungen starker Bewitterungslasten ausgelagert und Zustandsver\u00e4nderungen erfasst. Entsprechend den Anregungen durch den Fachbeirat wurden au\u00dferdem weitere zerst\u00f6rungsfreie Untersuchungen am Bauwerk mittels Ultraschall in Betracht gezogen. Ein Jahr nach Fertigstellung der Fassaden wurde der Bauzustand erneut dokumentiert und kommentiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Erfassung der Bauzust\u00e4nde: In Auswertung der Bauzustandsuntersuchungen kann der vorhandene, relativ feste Anhydritputz aus baustofflicher Sicht prinzipiell in gro\u00dfen Teilen gehalten werden. Neben baustofflichen Gesichtspunkten spielen konstruktive Details, wie Trauf- und Sockelausbildung, Putzst\u00e4rken und Fassadengliederung eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung \u00fcber Putzerhalt oder Neuverputz. Ein Putzerhalt wurde f\u00fcr die wenig gegliederten und wenig gesch\u00e4digten Fassadenabschnitte empfohlen. Bemusterung: Die Bemusterung in der Werkstatt zeigte, dass die entwickelten Rezepturen gut verarbeitbar sind und eine ausreichende Haftung zum Untergrund aufweisen. Durch die Bemusterung der einzelnen Arbeitsschritte am Bauwerk konnte eine optimale Technologie entwickelt werden. Planung und Ausf\u00fchrung: Auf Grund der detaillierten Vorbereitung der Instandsetzung der verputzten Fassaden-fl\u00e4chen konnten die Arbeiten qualit\u00e4tsgerecht, im vorgegebenen Zeitraum und im Rahmen der geplanten Kosten fertig gestellt werden. W\u00e4hrend der Ausf\u00fchrung kam es zu keinen nennenswerten Problemen im Zusammenhang mit der Verarbeitung der eingesetzten Materialien und den angewandten Technologien. Nachtr\u00e4ge wurden nicht gestellt. Im Rahmen des Projektes ist es gelungen, eine Technologie zum Erhalt von Anhydritputzen des 20. Jahrhunderts zu entwickeln und erfolgreich zu erproben. Qualit\u00e4tssicherung: Die Untersuchungen an den stark bewitterten Musterplatten haben gezeigt, dass eine Grundierung der Anhydritfl\u00e4chen vor Auftrag einer Beschichtung sinnvoll ist. Musterplatten mit der am Bauwerk zum Einsatz gekommenen Technologie weisen auch nach Bewitterung und Hinterfeuchtung einen ausreichenden Haftverbund zwischen Anhydritputz und fl\u00e4chiger Beschichtung auf. Die Erfassung des Zustandes der Fassaden ein Jahr nach Fertigstellung zeigte keine technischen M\u00e4ngel.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Modellprojektes wurden der \u00d6ffentlichkeit auf verschiedenen Veranstaltungen pr\u00e4sentiert und durch Beitr\u00e4ge in Arbeitsheften des Th\u00fcringischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege zug\u00e4nglich gemacht. Dem voraus gingen Beratungen mit dem einberufenen Fachbeirat.<br \/>\nJanuar 2002: Beitrag zum Kolloquium des Th\u00fcringischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege zur kostenbewussten Denkmalpflege, Ver\u00f6ffentlichung eines kurzen Beitrages im Arbeitsheft des Th\u00fcringischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege. Das Arbeitsheft ist Anfang Dezember 2002 erschienen. Mai 2002: Veranstaltung der Stadt Weimar, des Deutschen Nationaltheaters und des F\u00f6rderkreises f\u00fcr Bauwerkserhaltung Weimar. Er\u00f6ffnung mit einem Gru\u00dfwort des Projektleiters. Diese Veranstaltung wurde insbesondere durch Planer, Bauherrn und Vertreter der Denkmalbeh\u00f6rden besucht. September 2002: Jugend recherchiert Umwelt &#8211; 100 Schulen im Dialog &#8211; die Erkenntnisse des Modellprojektes wurden interessierten Sch\u00fclern aus anderen Teilen Deutschlands erl\u00e4utert. Die Erfahrungen wurden durch die Sch\u00fcler in der \u00f6rtlichen Tagespresse (Husum extra, vom 01.11.02) ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Auswertung des Projektes hat gezeigt, dass der Erhalt von Anhydritfassaden durch eine Beschichtung mit geeigneten Materialien eine wirtschaftliche Alternative zum Neuverputz ist. Das Projekt ist ein geeignetes Beispiel f\u00fcr kostenbewusste Erhaltung und Denkmalpflege. Wesentliche verallgemeinerbare Voraussetzungen f\u00fcr den Projekterfolg sind: eindeutige Zielstellung &#8211; Bauzustandsanalyse als Bestandteil der Planung &#8211; bauwerkskonkrete Eignungspr\u00fcfung &#8211; Ausf\u00fchrung und Auswertung von Probe- und Musterfl\u00e4chen &#8211; konsequenter Einsatz von Fachkenntnis.<br \/>\nIn der breiten Akzeptanz dieser Voraussetzungen liegen wichtige Reserven f\u00fcr kostenbewusstes Handeln bei der Planung und Ausf\u00fchrung bauwerkserhaltender Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Pr\u00fcfung und Entscheidung zur Erhaltungsw\u00fcrdigkeit und zu M\u00f6glichkeiten der Wiederverwendung von Bauwerken und Bauteilen ist aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden eine gesellschaftliche Aufgabe. Vorwiegend gips- und anhydritgebundene Verputze sind nach den heute geltenden Normen f\u00fcr Au\u00dfenbereiche nicht geeignet. 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