{"id":21696,"date":"2023-07-13T15:20:23","date_gmt":"2023-07-13T13:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17356-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:24","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:24","slug":"17356-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17356-01\/","title":{"rendered":"Beispielhafte Optimierung und Pr\u00e4sentation einer lokalen, Ressourcen schonenden Energieversorgung aus Biomasse einschlie\u00dflich der Weiterentwicklung flankierender Ma\u00dfnahmen im Zuge des Agenda-21-Prozesses"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zwei Betreibergesellschaften haben in Greu\u00dfenheim je eine Heizanlage mit einem Nahw\u00e4rmenetz erstellt (Bioenergie mit einer Holzhackschnitzelanlage und die Blockheizkraftwerksbetreibergesellschaft mit einem Pflanzen\u00f6l betriebenen BHKW). Die Wirtschaftlichkeit beider Systeme soll analysiert und ergr\u00fcndet werden, inwieweit ein Zusammenschluss \u00f6konomisch und \u00f6kologisch zweckm\u00e4\u00dfig ist. Die Aus- und Bewertung der erhobenen energietechnischen Daten soll m\u00f6gliche weitere Schritte zur zukunftsorientierten und ressourcenschonenden Energieversorgung aufzeigen. Eine Unterst\u00fctzung der im Expo-Jahr ablau-fenden Aktionen (Mediendarstellung, Pr\u00e4sentationen Ausstellungen) sollen finanziell gef\u00f6rdert werden.<br \/>\nDabei ist es f\u00fcr eine Gemeinde wie Greu\u00dfenheim charakteristisch, dass Visionen zu einer zukunftsorientierten Entwicklung zun\u00e4chst von einzelnen Personen bzw. kleineren gesellschaftlichen Gruppen er-arbeitet werden und m\u00f6glichst von einer gro\u00dfen Zahl der B\u00fcrger aktiv mitgetragen werden. Die Konzepti-on eines kommunalen Aktionsprogramms soll daher einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Konsens \u00fcber die Richtig-keit der eingeschlagenen Zielrichtung anstreben. Ein solcher Konsens soll in Greu\u00dfenheim durch einen Dialog im Geist eines lokalen Agenda-Prozesses zwischen der Kommunalverwaltung, den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, \u00f6rtlichen Interessengruppen und der ortsans\u00e4ssigen Wirtschaft erreicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Bearbeitung der einzelnen Arbeitsschritte wird ein Projektbeauftragter eingestellt. Dabei sollen vorrangig den B\u00fcrgern die Energieeinsparpotenziale ihrer Geb\u00e4ude aufgezeigt und sie zum Energie sparenden Verhalten motiviert werden. Weitere Aktionen aus der Studie und dessen Analyseans\u00e4tze sollen erg\u00e4nzend erfolgen. Daneben soll der Projektleiter Aktivit\u00e4ten zu anderen umweltrelevanten Bereichen im Agenda-21-Prozess vorbereiten bzw. selbst ergreifen. Als wesentliches Arbeitsmittel muss dazu ein EDV-Arbeitsplatz eingerichtet und zugeh\u00f6rige Spezialsoftware beschafft werden. Die Pr\u00e4sentation der zukunftsorientierten Anlagentechniken und der Agenda-21-Aktivit\u00e4ten in der Gemeinde Greu\u00dfenheim sollen bereits im EXPO-Jahr stattfinden und danach kontinuierlich fortgef\u00fchrt werden. Eine Wissensvermittlung und fachliche Abstimmung mit anderen Agenda 21-Gemeinden wird angestrebt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit der Studie des FhG-Instituts konnte die Wirtschaftlichkeit der beiden Nahw\u00e4rmenetze analysiert werden. Die Ist-Analyse zeigte dabei die Leistung der beiden Nahw\u00e4rmenetze bez\u00fcglich der Energieerzeugung und Energieverteilung. Beim Blockheizkraftwerk (BHKW) ist das Betriebsregime so ausgelegt, dass die Grundlast durch das Betreiben mit Raps\u00f6l und die Spitzenlast zus\u00e4tzlich durch den \u00d6lkessel (Heiz\u00f6l) unterst\u00fctzt wird. Die produzierte W\u00e4rmeleistung wird in einem W\u00e4rmespeicher aufgefangen und kann so bis 2,5 h den Speicher laden, wenn keine W\u00e4rmeabnahme vorliegt. Die Heizzentrale des Holzhackschnitzelheizwerkes (HHHW) besteht hingegeben aus Hackschnitzelfeuerung und einem Heiz\u00f6lkessel (an einem anderen Standort). Auf Grund der preiswerteren Energieerzeugung wird die Grundlast mit Hackschnitzelfeuerung gedeckt. Der \u00d6lkessel setzt ein, um die Spitzenlast abzudecken. Hier besteht im Gegensatz zum BHKW kein W\u00e4rmespeicher. Die Auslegung des Raps\u00f6l-BHKW liegt bei 34 % des Ge-samtleistungsbedarfs. Das HHHW ist f\u00fcr einen deutlich gr\u00f6\u00dferen W\u00e4rmebedarf ausgelegt. Zur optimalen Auslegung w\u00e4re eine Steigerung von 100 &#8211; 200 % n\u00f6tig. Obwohl die beiden Nahw\u00e4rmenetze auch f\u00fcr sich alleine schon beispielhaft eine Ressourcen schonende Energieversorgung darstellen, zeigt die Studie jedoch deutlich, dass eine optimale Auslastung und eine noch gr\u00f6\u00dfere Schonung der Umwelt erst durch die Koppelung der beiden Nahw\u00e4rmenetze erzeugt wird. Dabei stellt der Zusammenschluss der Versorgungsleitungen mit einem zus\u00e4tzlichen W\u00e4rmespeicher f\u00fcr das HHHW ein Optimum dar. Der zus\u00e4tzliche Anschluss von weiteren Geb\u00e4uden w\u00fcrde auch die Wirtschaftlichkeit der beiden Anlagen verbessern und in der Gesamtheit k\u00f6nnte der Heiz\u00f6lverbrauch stark reduziert werden. Die Studie zeigt im Ergebnis, dass die Koppelung der beiden Nahw\u00e4rmenetze zu einem Gesamtnetz aus technischer Sicht m\u00f6glich und sinnvoll ist. Im Ergebnis konnte auch festgestellt werden, dass durchaus Ausbaupotenzial des Netzes vorhanden ist, das mit geringf\u00fcgigem wirtschaftlichem Aufwand durch die g\u00fcnstig gelegene Versorgungsleitung ausgebaut werden kann.<br \/>\nBei der Umsetzung der Sensibilisierung der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr regenerative Energien wurde eine Vielzahl an Aktionen gestartet. Hauptpunkt war die Aufnahme als Standort f\u00fcr die Expo 2000. Bedauernswert war lediglich die Tatsache, dass der Projektbearbeiter vorzeitig aus dem Projekt genommen werden musste, was wiederum dazu f\u00fchrte, dass ein gro\u00dfer ehrenamtlicher Flei\u00df aufgebracht wurde, allen voran durch den 1. B\u00fcrgermeister und dem Verantwortlichen des Agenda 21 Arbeitskreises und es der Mithilfe des Bauhofes und der Verwaltung bedurfte. Die Abwicklung des Projektes konnte so reibungslos erfolgen. So konnten im Rahmen der Expo zahlreiche F\u00fchrungen f\u00fcr G\u00e4ste aus nah und fern abgehalten werden. Die Expo hatte das Ziel, den B\u00fcrger von Greu\u00dfenheim wie auch von anderen Orten f\u00fcr die erneuerbaren Energien zu sensibilisieren und der Andrang verspricht f\u00fcr die Zukunft viel Erfolg. Der Agenda 21 Arbeitskreis wirkte in allen Bereichen mit darauf hin, dass in Greu\u00dfenheim ein energetisches \u00d6kodorf entstehen kann. So wurden auch bei der Dorferneuerung die \u00f6kologischen Aspekte ber\u00fccksichtigt. Die wachsende Zahl der Photovoltaikanlagen auf den D\u00e4chern best\u00e4tigt die zahlreichen Aktivit\u00e4ten. Auch ein Lehrpfad im Wasserschutzgebiet sei hier am Rande zu erw\u00e4hnen. Der in den Lauf gebrachte Aktionismus konnte ste-tig ausgebaut werden und so wirkt die Gemeinde Greu\u00dfenheim mit 5 weiteren Nachbargemeinden in einem selbst gebildeten interkommunalen Arbeitskreis mit, der sich zum Ziel gesetzt hat, die allgemeine kommunale Zusammenarbeit sowie auch die Arbeit auf \u00f6kologischem Gebiet fortzusetzen. Hier soll in naher Zukunft die Ausweisung von Fl\u00e4chen f\u00fcr die Windenergieanlagen entstehen sowie eine Waldbereinigung erfolgen. Durch den Aktionismus im Rahmen des gef\u00f6rderten Programms wurde eine Welle zum Laufen gebracht, die auch jetzt drei Jahre nach Beginn der Expo unaufhaltsam weiterrollt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es entstanden Prospekte \u00fcber das Biomasseheizwerk, Dorferneuerung, Infoschriften des Agenda 21 Ar-beitskreises, Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Pflanzen\u00f6le (Expo 2000) und viele mehr. Gleichzeitig gab es Ver\u00f6ffentlichungen in der \u00f6rtlichen Presse. \u00dcberregional konnten Beitr\u00e4ge in Zeitschriften zum Bekanntheitsgrad der \u00d6kogemeinde Greu\u00dfenheim beitragen (z. B. Umwelt &#038; Gemeinde Nr. 4a\/2002, 100 % Regene-rativ S. 116-119) und \u00fcber die Nahw\u00e4rmenetze berichteten. Selbst in einer englischen Zeitschrift (Rene-wable Energy World Nr. 3\/2003 S. 104 &#8211; 107) und einer polnischen Zeitschrift (Cieplownictwo S. 117) wurde \u00fcber die Gemeinde Greu\u00dfenheim berichtet. Das eingerichtete Expo-B\u00fcro informierte vor Ort in al-len Belangen.<br \/>\nDie Gemeinde Greu\u00dfenheim erhielt im Rahmen der Projektarbeit zahlreiche Preise, z. B.:<br \/>\n&#8211;\tBayerischer Energiepreis des Bay. Wirtschaftsministeriums<br \/>\n&#8211;\tUmweltpreis der Bay. Landesstiftung 2001<br \/>\n&#8211;\tEnergy Globe 2002 des Ober\u00f6sterreichischen Energiesparverbands (3. Platz d. Kategorie Verkehr und Gemeinden) 11\/2002<br \/>\n&#8211;\tClimate Star 2002 (Klimab\u00fcndnis Frankfurt) \u00fcberreicht in St. P\u00f6lten, Nieder\u00f6sterreich<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Studie des FhG-Instituts war zukunftsweisend, da sie zur Verbesserung und B\u00fcndelung der vorhandenen Ressourcen beitr\u00e4gt. Im Ergebnis sorgt die Koppelung der beiden Nahw\u00e4rmenetze f\u00fcr die bessere Nutzung von regenerativen Energietr\u00e4gern und ist unabh\u00e4ngig von der Entscheidung ob mit oder ohne W\u00e4rmespeicher baldm\u00f6glichst anzustreben. Die Aktivit\u00e4ten im Rahmen der Expo und dar\u00fcber hinaus haben gezeigt, dass eine Sensibilisierung der Bev\u00f6lkerung m\u00f6glich ist. Der Prozess war nicht nur f\u00fcr den Augenblick sondern hat sich auch f\u00fcr die Zukunft festgesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zwei Betreibergesellschaften haben in Greu\u00dfenheim je eine Heizanlage mit einem Nahw\u00e4rmenetz erstellt (Bioenergie mit einer Holzhackschnitzelanlage und die Blockheizkraftwerksbetreibergesellschaft mit einem Pflanzen\u00f6l betriebenen BHKW). 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