{"id":21662,"date":"2023-07-13T15:20:19","date_gmt":"2023-07-13T13:20:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17256-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:21","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:21","slug":"17256-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17256-01\/","title":{"rendered":"Trinationales Freilandlabor &#8211; Sch\u00fcler aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz planen, gestalten, pflegen und nutzen ihr eigenes Freilandlabor"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der dicht besiedelten trinationalen Agglomeration Basel sind Kontakte von Kindern mit der Natur nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. Pl\u00e4tze f\u00fcr Schulg\u00e4rten sind kaum vorhanden, Naturerlebnisorte oft weit entfernt. Dabei ist es bei Kindern besonders wichtig, sie fr\u00fchzeitig auf die Belange des Natur- und Umweltschutzes aufmerksam zu machen. Indem die Schulen ihr eigenes Freilandlabor mit beispielsweise Gem\u00fcse-, Getreide- und Kr\u00e4uterg\u00e4rten, Blumenwiesen, Hochstammobstb\u00e4umen, Hecken, Trockenmauern, einem Weiher und einer Kleintieranlage anlegen und auch pflegen, soll der Kontakt und die Besch\u00e4ftigung der Kinder mit der Natur gef\u00f6rdert und das Verantwortungsbewusstsein f\u00fcr diese gest\u00e4rkt werden. Die Beteiligung von Schulen aus drei L\u00e4ndern verbessert die Kontakte zu den Nachbarn jenseits der Grenze, f\u00f6rdert den Informationsaustausch und l\u00e4dt zum f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Naturkundeunterricht ein. Bi- und trinationale Schulpatenschaften f\u00fcr die Anlage sollen gef\u00f6rdert werden. Die Partnerschulen sollen auch au-\u00dferhalb des Freilandlabors gemeinsame Aktionen in der Natur unternehmen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGemeinsam mit Umweltbildungsinstitutionen und den Schulen aus dem Dreil\u00e4ndereck wird ein Grobkonzept f\u00fcr die Anlage und Pflege des Freilandlabors entwickelt. Anspruchsvolle Facharbeiten werden im Vorfeld durch das TRUZ bis Ende 2003 sichergestellt. Die Detailgestaltung der Anlage erfolgt durch Schulklassen, Kinderg\u00e4rten und anderen Kinder- und Jugendgruppen aus den 3 L\u00e4ndern. Sie werden auch an der Pflege und dem Unterhalt des Freilandlabors ma\u00dfgeblich beteiligt. Nach Fertigstellung der Daueranlagen Ende 2004 steht sie den Schulen auch weiterhin f\u00fcr ihren Unterricht zur Verf\u00fcgung. Zus\u00e4tzlich wird das Freilandlabor f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit des Dreil\u00e4nderecks als Schaugarten und neuer Naturerlebnisort im Dreil\u00e4ndergarten offen stehen.<br \/>\nS\u00e4mtliche Aktivit\u00e4ten erfolgen unter Anleitung des TRUZ und unter Einbezug der begleitenden Lehrkr\u00e4fte. Dabei soll vermittelt werden, dass alles Leben von einem funktionierenden Naturhaushalt abh\u00e4ngt. Durch ein f\u00e4cher\u00fcbergreifendes Arbeiten k\u00f6nnen Umweltbildungsbelange auch in nichtbiologische Schulunterrichte integriert und damit vielf\u00e4ltiger vermittelt werden. Das eigenst\u00e4ndige, praxisnahe und auch sinnliche Arbeiten der Sch\u00fcler in und mit der Natur steht im Vordergrund.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Grundstruktur des Trinationalen Freilandlabors wurde durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstverwalteter Gartenbaubetriebe geschaffen. Rund 80 Landschaftsg\u00e4rtner\/innen gestalteten in einer Woche die Anlage und stellten ihre Arbeitskraft dem Projekt als Eigenmittel zur Verf\u00fcgung. Die unentgeltliche Arbeit der zahlreichen G\u00e4rtner\/-innen und die attraktiv gestaltete Anlage erzielten eine sehr positive Wirkung in der \u00d6ffentlichkeit.<br \/>\nDie Detailgestaltung wurde von Schulklassen und Kinder- und Jugendgruppen aus dem Dreil\u00e4ndereck durchgef\u00fchrt. Sie bauten die Kleintieranlage mit St\u00e4llen und Z\u00e4unen, s\u00e4ten die Blumenwiese und die Zie-genweide ein und legten den Kr\u00e4utergarten, Schmetterlingsgarten und F\u00e4rbepflanzengarten an. Die meisten Kinder haben diese Arbeiten nie zuvor gemacht und werden sie wahrscheinlich nie wieder tun.<br \/>\nIn Aufbaukursen mit zwei bis vier Besuchen legten die Schulklassen eigene Felder an, pflegten sie und ernteten selbstgezogene Kr\u00e4uter und Gem\u00fcse. Dabei wurden die Grundlagen einer naturschonenden Bewirtschaftung vermittelt. Bei der Verarbeitung der Ernteerzeugnisse konnten traditionelle Arbeitsweisen wie Salbenherstellung oder Korndreschen durchgef\u00fchrt werden. Durch das wiederholte Besch\u00e4ftigen mit den eigenen Feldern wurden Teamf\u00e4higkeit und Verantwortungsbewusstsein ge\u00fcbt. Um einen Gemein-schaftssinn zu entwickeln und eine Beziehung zur gesamten Anlage aufzubauen beteiligten sich die Klassen auch an der Pflege der Felder anderer Schulklassen und des gesamten Gel\u00e4ndes. Unter dem Motto Was ich gebaut und gepflanzt habe, mache ich nicht mehr kaputt leistet die Arbeit im Freilandlabor damit einen Beitrag zur Eind\u00e4mmung von Vandalismus. Auch au\u00dferhalb des Freilandlabors wurden Schulklassen aktiv. Sie beteiligten sich an der Landschaftspflege und -gestaltung und pflanzten Str\u00e4ucher und B\u00e4ume.<br \/>\n282 Schulklassen und Kindergartengruppen sowie 27 au\u00dferschulische Gruppen (Konfirmanden, Kindergottesdienst, Jugendgruppen, Ferienfreizeiten) beteiligten sich an 187 Anl\u00e4ssen. 66 Anl\u00e4sse wurden mit mehreren Gruppen aus einem Land oder bi- bzw. trinational durchgef\u00fchrt. Bei den grenz\u00fcberschreitenden Projekten waren die deutsch-franz\u00f6sischen mit 49 Anl\u00e4ssen am h\u00e4ufigsten. 70 franz\u00f6sische, 75 schweizerische, 153 deutsche und 11 englischsprachige Klassen nahmen an den Projekten teil. Damit konnte das Trinationale Umweltzentrum die grenz\u00fcberschreitenden Besuche seiner bisherigen Umweltprojekte deutlich erh\u00f6hen: Zu den Kursen des Gr\u00fcnen Klassenzimmers kamen keine franz\u00f6sischen Klassen und schweizerische hatten nur einen Anteil von 10 %. Im Trinationalen Freilandlabor stellten franz\u00f6-sische und schweizerische Klassen jeweils 25% der Besucher.<br \/>\nMehrere Faktoren erschwerten die Durchf\u00fchrung der grenz\u00fcberschreitenden Gartenprojekte: Unterschiedliche Schulsysteme und Lehrpl\u00e4ne in den drei L\u00e4ndern, uneinheitliche Schul- und Ferienzeiten, Einholen von Bewilligungen f\u00fcr Ausfl\u00fcge und Grenz\u00fcbertritte, Abh\u00e4ngigkeit der Gartenarbeit von gutem Wetter sowie hohe Transport- und Kurskosten bei mehrmaligen Anl\u00e4ssen. Dar\u00fcber hinaus sind grenz-\u00fcberschreitende Schulpartnerschaften zeitintensiv und erfordern von Lehrkr\u00e4ften ein besonderes Engagement.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In 86 Vortr\u00e4gen und Gel\u00e4ndef\u00fchrungen wurde das Projekt Lehrkr\u00e4ften, Sponsoren, Organisationen und Politikern vorgestellt. Die \u00d6ffentlichkeit wurde mit 141 Pressemeldungen sowie mit 17 Auftritten an Messen und Ausstellungen informiert. Eine zweisprachige Website wurde aufgeschaltet und eine 15-min\u00fctige DVD produziert. An die Schulen wurden in zwei Sprachen Programmhefte und Programmflyer verschickt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Arbeit im Trinationalen Freilandlabor wird umweltgerechtes Handeln ge\u00fcbt, die Wertsch\u00e4tzung regionaler Nahrungsmittel erh\u00f6ht, Einblicke in traditionelle Verarbeitungstechniken gegeben, f\u00fcr den Tierschutz sensibilisiert, Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftssinn gef\u00f6rdert und ein Beitrag zur Verbesserung der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung geleistet. Die praktische Projektarbeit, die alle Sinne anspricht, l\u00e4sst sich damit interdisziplin\u00e4r in den Schulalltag integrieren. Durch die wiederholten Besuche wird eine nachhaltige Wirkung der Bildungsinhalte erzielt. Das Projekt tr\u00e4gt zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft bei: Es vermittelt umweltgerechtes Handeln und f\u00f6rdert soziale Kompetenzen. Die auch f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4ngliche attraktive Freianlage mit Weiher, Naturarenen, Kr\u00e4uter- und Gem\u00fcseg\u00e4rten und einer Kleintieranlage wertet das ehemalige Landesgartenschaugel\u00e4nde auf und verbessert die weichen Standortfaktoren der Stadt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der dicht besiedelten trinationalen Agglomeration Basel sind Kontakte von Kindern mit der Natur nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. Pl\u00e4tze f\u00fcr Schulg\u00e4rten sind kaum vorhanden, Naturerlebnisorte oft weit entfernt. Dabei ist es bei Kindern besonders wichtig, sie fr\u00fchzeitig auf die Belange des Natur- und Umweltschutzes aufmerksam zu machen. 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