{"id":21646,"date":"2026-02-05T10:32:02","date_gmt":"2026-02-05T09:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17228-01\/"},"modified":"2026-02-05T10:32:03","modified_gmt":"2026-02-05T09:32:03","slug":"17228-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17228-01\/","title":{"rendered":"Mehraufwendungen f\u00fcr die modellhafte umwelt- und ressourcenschonende Sanierung des Wohn- und Arbeitsgeb\u00e4udes W\u00f6nnichstrasse 103 in Berlin-Lichtenberg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Preiswerten, umwelt- und menschengerechten Lebenswohnraums zu schaffen, ist eine wichtige Aufgabe zeitgem\u00e4\u00dfer \u00f6kologischer Stadtentwicklung. Das Projekt W\u00f6nnichstra\u00dfe 103 in Berlin-Lichtenberg sollte zeigen: mit integralen Konzepten l\u00e4sst sich eine Reduzierung der Umweltbelastung um einen Faktor 4+ bei Sanierungsvorhaben im st\u00e4dtischen mehrgeschossigen Mietswohnungsbau erreichen und sozial wie wirtschaftlich umsetzen.<br \/>\nDen Verbrauch von Wasser, nichtregenerativen Energien und Material um mindestens 75 % zu senken, vier Mal weniger Abwasser und M\u00fcll zu produzieren, eine gesunde Wohnumgebung mit Entfaltungsm\u00f6glichkeiten zu geringen Kosten zu schaffen, waren wesentliche Ziele. Betriebssicherheit, Wirtschaftlichkeit und \u00dcbertragbarkeit f\u00fcr weitere ressourcensparende Sanierungen sollten in jedem Fall gew\u00e4hrleistet sein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach einer Analyse \u00fcblicher Verbrauchsdaten, der g\u00e4ngigen Versorgungssysteme und der zugeh\u00f6rigen Kosten im st\u00e4dtischen Mietswohnungsbau erfolgten Betrachtungen zu Einsparpotenzialen in den wesentlichen Bereichen Wasser, Abwasser, W\u00e4rme und elektrische Energie, Material und M\u00fcll. Der Abw\u00e4gung von Investitionsaufwand, zu erwartender Ressourceneinsparung, Auswirkungen auf die Betriebskosten und m\u00f6glicher Komforteinbu\u00dfen f\u00fcr die Nutzer folgten Entscheidungen f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen, die mit dem geringsten Kostenaufwand ohne Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Nutzer den gr\u00f6\u00dften Einspareffekt f\u00fcr Umwelt und laufende Kosten versprachen. Anschlie\u00dfend wurden nach der gleichen Methode Schritte zu Wiederverwendung oder Ersatz von Ressourcen erwogen und umgesetzt. Mehrere Pilotanlagen wie Betriebswasseraufbereitung und Wiederverwendung zum Duschen oder regenerativen Energienutzung mit Windkraft auf dem Dach erforderten intensive Recherchen, Untersuchungen an der TU Eindhoven und zahlreiche Fachgespr\u00e4che mit Experten in der Konzeption, in der Planungsphase und teilweise weiter im Betrieb.<br \/>\nNach Abschluss der Bauphase wurden die Betriebsergebnisse, Ressourcen- und Betriebskosteneinsparungen, Kosten und Wasserqualit\u00e4ten regelm\u00e4\u00dfig untersucht und analysiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Wasser und Abwasser<br \/>\n\u00dcber 75% Einsparung bei Trink- und Abwasser ist im Stadt-Mietshaus m\u00f6glich. Der Trinkwasserverbrauch liegt bei 21 l\/P t\u00e4glich, 84% unter dem Berliner Durchschnittsverbrauch von 127 l. Der Wasserverbrauch inklusive des gereinigten Grauwassers liegt bei 44,5 l\/P. u. Tag, erreicht durch eine Betriebswasseranlage mit Vertikal-, Flie\u00dfbeet- und Membranfilter sowie Spararmaturen, Kompost- und 1-Liter-Spartoiletten.<br \/>\nDas auch f\u00fcr die Duschen verwendete Betriebswasser liegt hygienisch in der Trinkwasser-Norm. E.coli, Coliforme Bakterien und Enterokokken als wichtigste Parameter liegen bei 0 pro 300 ml. Das Wasser ist farb- und geruchlos und gut haltbar (BOD kleiner als drei mg pro Liter).<br \/>\nEnergie<br \/>\nDer realisierte Prim\u00e4renergiebedarf liegt mehr als 20 % unter dem zur Bauzeit noch nicht geltenden EnEV-Wert f\u00fcr Sanierungsobjekte. Im Vergleich mit dem Bestandsobjekt wird 75 % Kohlendioxid eingespart, CO2-Reduzierungen aus der Photovoltaik- und der Windkraft-Anlage noch nicht eingerechnet. Der tats\u00e4chliche Verbrauch im Geb\u00e4ude liegt nochmals 20 % unter den nach EnEV berechneten Werten. Mit 520 kWh (inkl. \u00f6kotechnische Anlagen) wird weniger als die H\u00e4lfte der \u00fcblichen Strommenge von 1.000-1.200 kWh\/P im Jahr verbraucht. 60 % davon stammen aus Photovoltaik und Windkraft vom Dach.<br \/>\nFl\u00e4chenreichtum, Freifl\u00e4chengebrauch und Kreisl\u00e4ufe<br \/>\nFaktor 4+ bzgl. Fl\u00e4chenverbrauch ist durch Neunutzung und Aufwertung vorhandener Fl\u00e4chen gegeben. Das Nutzungskonzept mit Gemeinschaftsfl\u00e4chen und Garten erm\u00f6glicht \u00fcber die Wohnung hinaus Reichtum an nutzbarer Fl\u00e4che f\u00fcr die Mieter. Die Wohnfl\u00e4che liegt im Mittel dennoch unter dem Bundesdurchschnitt.<br \/>\nZwischen einem Mietshaus und dem zugeh\u00f6rigen Grundst\u00fcck kann mitten in der Stadt ein intensiver Austausch mit N\u00e4hrstoff- und Wasserkreisl\u00e4ufen stattfinden. Die \u00f6kotechnischen Anlagen zur Wasseraufbreitung und Energieerzeugung auf dem Grundst\u00fcck ben\u00f6tigen wenig, zum Teil mehrfach nutzbare Fl\u00e4che. 75 % M\u00fcllreduzierung ist mit eigener Kompostierung ohne Investitionen zu erreichen.<br \/>\nInnenraumgestaltung<br \/>\nDie \u00f6kologische und gesunde Innenraumgestaltung ist gelungen. Schadstofffreie und diffusionsf\u00e4hige, mit nat\u00fcrlichen Farben behandelte Raumoberfl\u00e4chen werden als sehr angenehm empfunden. Positiv auff\u00e4llig ist das ausgeglichene, staubarme Klima in R\u00e4umen mit Lehmputz. Die Bewohner mit traditioneller Innengestaltung der Wohnung w\u00fcrden nachtr\u00e4glich eine andere Wahl treffen.<br \/>\nKosten und Wirtschaftlichkeit<br \/>\nEine Faktor-4+-Sanierung ist, betrachtet man die Warmmiete, fast kostenneutral im Vergleich zu einer \u00fcblichen Sanierung. Das hei\u00dft: In der wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung ist \u00f6kologisches Sanieren nicht teurer. F\u00fcr Investoren und Nutzer \u00e4ndert sich finanziell fast nichts &#8211; die Umwelt dagegen gewinnt deutlich.<br \/>\nAllerdings: nur wenn das Problem der Verteilung von Lasten aus Investitionskosten und Einspar-Vorteilen zwischen Eigent\u00fcmer und Mieter gel\u00f6st ist, steht finanziell einer Faktor-4+-Sanierung nichts im Weg.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Etwa 10 F\u00fchrungen j\u00e4hrlich und diverse Ver\u00f6ffentlichungen machen das Projekt Laien wie Fachleuten ebenso bekannt wie Pr\u00e4sentationen auf Veranstaltungen zur Lokalen Agenda 21 und URBAN II.<br \/>\nDie auf den Berliner Energietagen verliehene Auszeichnung KlimaSchutzPartner des Jahres 2003 zog Publikationen in Mieter- und Wirtschaftsmagazinen und Fachpresse nach sich.<br \/>\nIn Arbeit sind der Ausbau der Internet-Seite www.lwe-windkraft.de und eine Buchver\u00f6ffentlichung zu Ressourcen sparender und sozialer Altbausanierung in der Stadt am Beispiel des Modellprojektes.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>\u00d6kologie, \u00d6konomie und sozialer Anspruch sind bei Sanierungen gut zu vereinen. 75 % Umweltentlastung im Mietwohnungsbau bei niedrigen Mieten und Betriebskosten sind demnach realisierbar und wirtschaftlich. Eine festgelegte Wirtschaftlichkeit statt Gewinnmaximierung zu Grunde gelegt, kann eine Faktor 4+-Sanierung auf andere st\u00e4dtische H\u00e4user \u00fcbertragen werden. Sie kann ohne F\u00f6rdermittel, In-vestitionszulagen oder Sonderabschreibungen bei Warmmieten von maximal 8 \u20ac\/m\u00b2 realisiert werden. Bei gleicher Rendite l\u00e4gen diese im selben Geb\u00e4ude nach Standard-Sanierung bei 7,80 \u20ac\/m\u00b2. Faktor 4+ ist nach Ansicht des Bewilligungsempf\u00e4ngers f\u00fcr 20 Cent mehr zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Preiswerten, umwelt- und menschengerechten Lebenswohnraums zu schaffen, ist eine wichtige Aufgabe zeitgem\u00e4\u00dfer \u00f6kologischer Stadtentwicklung. 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