{"id":21626,"date":"2023-07-13T15:20:16","date_gmt":"2023-07-13T13:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17178-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:18","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:18","slug":"17178-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17178-01\/","title":{"rendered":"Modellprojekt zur Erarbeitung einer Erhaltungs- und Pflegestrategie f\u00fcr Altbauten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das angestrebte Projektziel der Erarbeitung einer Erhaltung- und Pflegestrategie f\u00fcr Altbauten und deren sp\u00e4teren Etablierung als Dienstleistung ist die Grundlage f\u00fcr die Kostensenkung der Bauunterhaltung, den Substanzerhalt von Geb\u00e4uden und eine Ressourcenschonung. Dabei werden durch die Verl\u00e4ngerung der Nutzungsdauer der einzelnen Bauteile umweltrelevante Effekte positiv beeinflusst: Rohstoffeinsparung, Recyclingreduzierung, Bauschuttreduzierung, Reduzierung der CO\u00b2-Emission und E-nergieeinsparung, Reduzierung des Holzschutzmitteleinsatzes, Senkung der Belastung der Umwelt durch Gefahrstoffe und die Schaffung der Voraussetzungen f\u00fcr einen kontrollierten R\u00fcckbau.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Strategie zur Erarbeitung einer Erhaltungs- und Pflegestrategie f\u00fcr Altbauten soll zun\u00e4chst an historischen, exponierten Altbauten modellhaft getestet werden. Bestandteile des Testes sind die Durchf\u00fchrung von Erst- und Folgeinspektionen, die Begleitung der notwendigen Reparaturen und eine Qualit\u00e4tssicherung der Inspektionen durch vertiefende Untersuchungen sowie die Vorbereitungen zur \u00dcberf\u00fchrung der Ergebnisse und Erfahrungen des Praxistestes in eine best\u00e4ndige Dienstleistung.<br \/>\nDurch die Vorbildwirkung der ausgew\u00e4hlten Modellobjekte, Objekte in Privatbesitz, im Besitz der \u00f6ffentlichen Hand und im Besitz kirchlicher Gemeinschaften, und durch vielf\u00e4ltige \u00d6ffentlichkeitsaktivit\u00e4ten wie Vortr\u00e4ge und Publikationen wird eine Akzeptanz und Verbreitung der Dienstleistung erreicht.<br \/>\nDas Projekt besteht aus 9 Einzelphasen die in ihren Ergebnissen inhaltlich aufeinander aufbauen.<br \/>\nDer als Projektergebnis vorliegende Inspektionsalgorithmus bestehend aus Handlungsanweisungen, Arbeitsmitteln f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Inspektionen und Qualit\u00e4t der Berichtslegung ist \u00fcbertragbar und anwendbar von anderen KMU`s mit geeigneten Fachkr\u00e4ften. Eine Netzwerkbildung dieser Dienstleistung ist angedacht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Begriff der Inspektion wird in der DIN 31051, Instandhaltung, definiert als Ma\u00dfnahme zur Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes von technischen Mitteln eines Systems. Dieser auf technische Anlagen ausgelegte Begriff kommt nun auch im Bauwesen zum Tragen. Das im Projekt entwickelte System kann als besondere Merkmale, entgegen der allgemeinen Handlungsweise, mehrere Innovationen aufzeigen. Es l\u00e4sst sich im weiteren Sinne definieren als ein komplexes Baukastensystem, bestehend aus den Faktoren Inspektion, Pflege und Wartung. Dieses System erm\u00f6glicht f\u00fcr diese spezielle Anwendung eine neue, kosteng\u00fcnstige, zielgerichtete Pflege und Wartung. Die Praxistauglichkeit schl\u00e4gt sich vor allem in den aus den Inspektionen folgenden Handlungsanweisungen und Kostensch\u00e4tzungen nieder. Durch die kontinuierliche und objektive Beurteilung des Ist Zustandes wird eine schnelle Entscheidungsfindung und Entscheidungshilfe f\u00fcr die nachfolgend einzuschaltenden Fachgebiete erm\u00f6glicht. Die Beauftragung von Architekten und Ingenieuren geschieht mit dem Hintergrundwissen \u00fcber den Zustand des Objektes und mit im Vorfeld durch Fachleute formulierten Aufgabenstellungen. Die damit entstehende Sicherheit f\u00fcr Auftraggeber und Auftragnehmer und die daraus folgende beiderseitige Sicherheit \u00fcber die beauftragte Ma\u00dfnahme und deren fachlicher Notwendigkeit ist eine bisher unbekannte Form der Instandhaltung im Immobilienbereich.<br \/>\nDie Umweltrelevanz des Projektes zeigt sich vor allem erst mit der kontinuierlichen Durchf\u00fchrung des Services.  Dies werden Effekte wie Bauschutt- und Recyclingreduzierung, wie Energieeinsparung und Reduzierung des Einsatzes von chemischen Mitteln, die z. B. zur Bek\u00e4mpfung von holzzerst\u00f6renden Pilzen und Insekten im Holz oder im Mauerwerk notwendig sind, sein.<br \/>\nAber auch \u00f6konomische Aspekte wie die Kostensenkung f\u00fcr die Bauunterhaltung, durch einen wirtschaftlichen Mitteleinsatz entsprechend der Dringlichkeit, oder der Substanzerhalt durch eine vorausschauende Planung der Instandhaltung und die Verl\u00e4ngerung der Nutzungsdauer des Geb\u00e4udes oder einzelner Bauelemente, zeigten sich.<br \/>\nEin weiteres Ergebnis ist die Tatsache, dass sich nach mehreren aufeinander folgenden Berichten Problemschwerpunkte f\u00fcr jedes Geb\u00e4ude abzeichnen. Dieser Effekt war bereits nach zwei Inspektionen an jedem Modellobjekt erkennbar. Dadurch wird auch der Eigent\u00fcmer f\u00fcr sein Geb\u00e4ude sensibilisiert und wird diese Problembereiche selbst\u00e4ndig, auch zwischen den Inspektionen, kontrollieren.<br \/>\nEin weiterer, nach Meinung der Verfasser, sehr positiver Effekt bei der initiierten Wartung und Pflege ist die Tatsache, dass bei der Behebung bzw. Reparatur der M\u00e4ngel und Sch\u00e4den mehr Leistungen erbracht und auch mehr finanzielle Mittel eingesetzt werden als urspr\u00fcnglich veranschlagt. Es zeigen sich also auch wirtschaftliche Auswirkungen hinsichtlich der Beauftragung von Handwerkerleistungen oder Fachingenieuren. Es ist durchaus von einem Beitrag zur Sicherung von Arbeitspl\u00e4tzen oder sogar zur Schaffung derselben zu sprechen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr die Verbreitung der Erkenntnisse ist die enge Zusammenarbeit mit den Projektpartnern des Konsistoriums der Kirchenprovinz Sachsen und des Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege von Sachsen-Anhalt. Die Einbindung von Multiplikatoren wird dahingehend umgesetzt, dass themenspezifische Veranstaltungen f\u00fcr Handwerker und Restauratoren, Architekten und Ingenieure, sowie Entscheidungstr\u00e4ger von Bau\u00e4mtern und  Haus- und Grundbesitzerverb\u00e4nden durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nDie laufenden Projektergebnisse wurden auf zahlreichen Veranstaltungen pr\u00e4sentiert. Unter anderem auf der Denkmalmesse in Leipzig 2002 auf einem eigenen Stand und einem Messeforum zum Thema Wartung und Pflege von historischen Geb\u00e4uden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es ist abschlie\u00dfend zu konstatieren, dass eine Erhaltungs- und Pflegestrategie f\u00fcr Altbauten anwendungsreif vorliegt, jedoch eine Akzeptanzbildung die zur Durchf\u00fchrung derselben f\u00fchrt aus den verschiedensten Gr\u00fcnden zurzeit nicht greift. Dabei sind die Gr\u00fcnde sehr vielschichtig und reichen von strukturellen, personellen bis hin zu finanziellen Gesichtspunkten.<br \/>\nSomit bleibt die Aufgabe bestehen, geeignete M\u00f6glichkeiten zu erschlie\u00dfen, damit eine nachhaltige Werterhaltung auf der Basis einer fundierten Gesamtbewertung eines Geb\u00e4udes auch in Deutschland umgesetzt werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das angestrebte Projektziel der Erarbeitung einer Erhaltung- und Pflegestrategie f\u00fcr Altbauten und deren sp\u00e4teren Etablierung als Dienstleistung ist die Grundlage f\u00fcr die Kostensenkung der Bauunterhaltung, den Substanzerhalt von Geb\u00e4uden und eine Ressourcenschonung. 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