{"id":21625,"date":"2023-07-13T15:20:16","date_gmt":"2023-07-13T13:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17191-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:18","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:18","slug":"17191-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17191-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Entwicklung und Arbeitnehmerinteressen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zentrales Ziel des Projektes ist die Erkundung des f\u00fcr den Nachhaltigkeitsdiskurs erforderlichen Wissens und die Kl\u00e4rung der Voraussetzungen f\u00fcr eine F\u00f6rderung der Beteiligung von Arbeitnehmern am Nachhaltigkeitsprozess. Es gilt auch die Bedingungen herauszufinden, unter denen das Bewusstsein f\u00fcr die Notwendigkeit und die Chancen einer nachhaltigen Entwicklung gest\u00e4rkt, Barrieren, \u00c4ngste und Hemmnisse abgebaut und konkretes Handeln gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBesonders geeignet sind die Themenfelder Bauen und Wohnen sowie Freizeit und Erholung, die einerseits die Komplexit\u00e4t des Nachhaltigkeitsdiskurses erfassen und andererseits die jeweils eigene Erfahrungswelt von Arbeitnehmern widerspiegeln.<br \/>\n\u00a7\tErfassung des Ist-Standes auf Forschungs- und Aktionsebene.<br \/>\n\u00a7\tIn der Konzeptionsphase erfolgt eine zu testende Modellbildung. Anschlie\u00dfend werden die Interviews, Workshops und sonstigen Veranstaltungen entsprechend sozialwissenschaftlicher qualitativer Methoden konzipiert.<br \/>\n\u00a7\tIn der Durchf\u00fchrungsphase werden qualitative Interviews mit betroffenen Arbeitnehmergruppen und ihren Vertretern von NaturFreunden und IG BAU vor Ort durchgef\u00fchrt. Weitere Schwerpunkte sind Workshops und sonstige Veranstaltungen (Informationsveranstaltungen, Workshops).<br \/>\nIm Rahmen des Vorprojektes ist deshalb beabsichtigt, in ausgesuchten Bezirksverb\u00e4nden und Ortsgruppen beispielhaft mit den Mitgliedern der IG BAU und der NaturFreunde zu kl\u00e4ren, inwieweit es ein Interesse gibt, sich in den jeweiligen lokalen Nachhaltigkeitsprozess einzubinden und welches die lokalen Ankn\u00fcpfungspunkte sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Workshops haben gezeigt, dass die Debatte \u00fcber eine nachhaltige Entwicklung oft betriebsblind und elit\u00e4r gef\u00fchrt wird. Das geschieht nicht aus b\u00f6ser Absicht, sondern ist dem schillernden, aber vagen Begriff ebenso geschuldet wie der Komplexit\u00e4t des Themas.<br \/>\nAuch wenn konkrete Fallbeispiele gezeigt haben, dass die ausschlie\u00dflich \u00f6kologische Ausrichtung der Nachhaltigkeitsidee der Vergangenheit angeh\u00f6rt, so spielen die sozialen Aspekte weiterhin eine unter-geordnete Rolle und m\u00fcssen immer wieder eingefordert werden.<br \/>\nDas Anliegen des Vorprojektes, einen breiten Dialog mit unterschiedlichen Akteuren zu f\u00fchren, wurde deshalb als richtiger Schritt beschrieben, ohne dass damit die Frage ausreichend beantwortet werden konnte, wie ArbeitnehmerInnen st\u00e4rker in den Prozess einbezogen werden k\u00f6nnen. Allerdings weist die Richtung hin zu konkreten Projekten, die an der Lebenswirklichkeit der Akteure ankn\u00fcpfen.<br \/>\nIn der Forschung ist auch noch nicht entschieden, welches Konzept jetzt weitertr\u00e4gt. Die Konstrukte von Lebensstil-Ansatz, Habitus- und Mentalit\u00e4ten-Ansatz, Lebenslagenansatz und Milieuansatz werden nebeneinander gebraucht, teilweise sogar synonym trotz unterschiedlicher theoretischer Hintergr\u00fcnde.<br \/>\nDie Diskrepanz im Diskurs ist oft eine zweifache: zum einen zwischen Experten und Laien einerseits, und zwischen den verschiedenen Milieus andererseits. In der Diskussion \u00fcber die Ausdifferenzierung der ArbeitnehmerInnen(-Milieus) zeigt sich eine der zentralen Herausforderungen f\u00fcr die weitere Arbeit: Wie lassen sich welche ArbeitnehmerInnen ansprechen? Interdisziplin\u00e4re Diskurse ben\u00f6tigen Zeit und Geld. Beides fehlt aber oft. Dar\u00fcber hinaus setzt eine breitere Diskussion einen griffigeren Begriff und einen konkreten Nutzen f\u00fcr die Menschen voraus. Das Thema Nachhaltigkeit ist bei  den Mitgliedern von IG BAU und Naturfreunden und weiteren Interessierten, die an den Veranstaltungen teilnahmen, nicht bzw. nur sehr unzureichend bekannt. Allerdings halten sie die einzelnen Inhalte f\u00fcr wichtig, ohne sie mit dem Feld Nachhaltige Entwicklung zu verbinden. Es besteht eine Tendenz, den Begriff mit bekannten Inhalten zu f\u00fcllen, auch wenn er dann falsch wird.<br \/>\nDie unterschiedlichen Kulturen der beiden Organisationen erfordern erheblich mehr Zeit der Vorbereitung und des Kennenlernens, bevor in die inhaltliche und gestaltende Arbeit eingestiegen werden kann. Es fehlt oft das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Geschichte, Selbstverst\u00e4ndnis und Arbeitsabl\u00e4ufe der jeweils anderen Organisation, obwohl die gemeinsamen Wurzeln eine Ann\u00e4herung erleichtern. Auch im Rahmen der Umsetzung des Vorprojektes kam es u.a. hierdurch zu deutlichen Verz\u00f6gerungen und Mehrarbeiten. Der letzte Workshop konnte erst im Februar 2002 durchgef\u00fchrt und das Gesamtprojekt erst danach bewertet werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde in verschiedenen Gremien der beiden Organisationen vorgestellt und diskutiert. Vor der Festlegung der Modell-Regionen wurden intensiv alle relevanten Gliederungen \u00fcber das Vorhaben informiert und zur Teilnahme eingeladen. In den Mitgliederzeitschriften wurden die jeweiligen Mitglieder informiert. Bei Veranstaltungen anderer Organisationen, darunter bei der IG Metall-Betriebsr\u00e4teschulung, konnte das Projekt ebenfalls pr\u00e4sentiert werden. Schlie\u00dflich wurde das gemeinsame Vorhaben bei einem gleichnamigen Kongress der SPD-Bundestagsfraktion vorgestellt. Inzwischen hat das Vorprojekt als positives Beispiel f\u00fcr die Entwicklung nachhaltigen Bewusstseins und Handelns auch Eingang in den beschreibenden Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung gefunden (Bundesregierung 2000).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Als grunds\u00e4tzliche Herausforderungen weiterer Projekt\u00fcberlegungen zeigt sich, dass die unterschiedlichen Kulturen der beiden Organisationen erheblich mehr Zeit der Vorbereitung und des Kennenlernens erfordern, bevor in die inhaltliche und gestaltende Arbeit eingestiegen werden kann. Dabei muss beachtet werden, dass die Anforderung zielgruppenbezogener Umweltkommunikation sich in gr\u00f6\u00dferen Gruppen und erst recht in Gro\u00dforganisationen angesichts fehlenden Wissens nur mit Einschr\u00e4nkungen realisieren l\u00e4sst.<br \/>\nAuf der Forschungsebene sind weitere Anstrengungen zur Konkretisierung der Idee Nachhaltigkeit f\u00fcr die einzelnen Bereiche erforderlich. Dazu bedarf es eines interdisziplin\u00e4ren Ansatzes, um die Betriebsblindheit der Akteure zu verhindern. Insbesondere m\u00fcssen die Ausdifferenzierungen bzw. Gruppierun-gen innerhalb der Arbeitnehmer genauer untersucht werden.<br \/>\nDie bisher noch unzureichende Verbindung der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit sollte gerade auch in beteiligungsorientierten Modellversuchen und Projekten verst\u00e4rkt werden, wobei die soziale Dimension das in der Nachhaltigkeitsidee implizierte Gewicht sowohl in dem Dialog wie auch der Umsetzung erhalten muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zentrales Ziel des Projektes ist die Erkundung des f\u00fcr den Nachhaltigkeitsdiskurs erforderlichen Wissens und die Kl\u00e4rung der Voraussetzungen f\u00fcr eine F\u00f6rderung der Beteiligung von Arbeitnehmern am Nachhaltigkeitsprozess. 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