{"id":21585,"date":"2023-07-13T15:12:40","date_gmt":"2023-07-13T13:12:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08391-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:42","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:42","slug":"08391-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08391-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines benutzerfreundlichen Screening-Modells zur Absch\u00e4tzung der Immissionskonzentrationen im Nahbereich von innerst\u00e4dtischen Parkanlagen und Tiefgaragen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des beantragten Projektes sollte ein numerisches Modell entwickelt werden, mit dem f\u00fcr typische innerst\u00e4dtische Bebauungsstrukturen und typische Abluftbedingungen aus Parkgaragen die Immissionsbelastung im Nahbereich der Abluft\u00f6ffnungen bestimmt werden kann. Das Modell muss eine Ersteinsch\u00e4tzung der zu erwartenden Immissionssituation f\u00fcr standardisierte F\u00e4lle erlauben. Es soll zum einen in der Planungsphase fundiert unterst\u00fctzen, zum anderen aber auch zur Einsch\u00e4tzung der Relevanz von bestehenden Parkgaragen bzgl. der Immissionsgesamtbelastung eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBasierend auf einer Analyse von Parkgaragen wurde in einer ersten Stufe erarbeitet, wie Parkgaragen in der BRD typischerweise entl\u00fcftet werden. Ausgehend von diesen Daten wurden typische Arten von Freisetzungsbedingungen bei Parkgaragen analysiert und es wurden typische innerst\u00e4dtische Bebauungsstrukturen unter Ber\u00fccksichtigung str\u00f6mungsmechanischer Gesichtspunkte definiert.<br \/>\nIn der zweiten Stufe wurden f\u00fcr diese typischen Konfigurationen Eingabedateien f\u00fcr die Berechnungen mit dem Modell MISKAM festgelegt und es wurden umfangreiche Testrechnungen mit dem Modell MISKAM f\u00fcr geb\u00e4udenahe Punktquellen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIn der dritten Bearbeitungsstufe wurden f\u00fcr die ausgew\u00e4hlten Bebauungsstrukturen sowie unterschiedliche Quellpositionen f\u00fcr Einheitsemissionen bei jeweils 24 Windrichtungen Ausbreitungsrechnungen durchgef\u00fchrt und in einer Datenbank abgelegt.<br \/>\nDie vierte Stufe umfasst die Erstellung von Programmroutinen, mit denen mit aktuellen Emissionswerten und aktuellen Winddaten auf der Basis der in der Datenbank abgelegten normierten Konzentrationswerte die tats\u00e4chlichen Immissionsfelder f\u00fcr einen konkreten Fall berechnen werden k\u00f6nnen. In der f\u00fcnften Stufe wurden die gesamten Programmroutinen sowie der Gesamtablauf zu einem Programmpaket mit einer bedienerfreundlichen Oberfl\u00e4che und einer graphischen Ausgabe der fl\u00e4chig bestimmten Immissionskonzentrationen zusammengef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Vorfeld der Entwicklung des Screening-Modells ADIP wurde eine umfangreiche Befragung in 12 bundesdeutschen St\u00e4dten zur Erfassung spezifischer Kenngr\u00f6\u00dfen unterschiedlicher Parkgaragen mit dem Ziel durchgef\u00fchrt, die Eingangsdaten zur Berechnung des Emissionsmassenstroms, die Freisetzungsbedingungen bei Parkgaragen sowie die Struktur der n\u00e4heren Umgebungsbebauung f\u00fcr typische Standardsituationen zu erfassen und zu kategorisieren. Die Auswertung der Daten von insgesamt 60 erfassten Garagen ergab, dass die Betreiber und Genehmigungsbeh\u00f6rden bei den meisten Garagen davon ausgehen, dass die Abluft der mechanisch ventilierten Parkr\u00e4ume zentral \u00fcber das Dach angef\u00fchrt wird. Die Begehungen einzelner Garagen zeigte jedoch, dass die Ventilatoren mit Ableitung \u00fcber Dach meist nur zu einem sehr geringen Prozentsatz der Tagesstunden in Betrieb sind. In der \u00fcbrigen Zeit dienen daher typische bodennahe Nachstr\u00f6m\u00f6ffnungen oder Portale als Abluft\u00f6ffnungen. Diese f\u00fchren in aller Regel in bebauten Gebieten lokal zu Immissionsproblemen. Dies verdeutlicht die Relevanz dieses Vorhabens. Als L\u00f6sungssatz wurde eine Kategorisierung unter aerodynamischen Gesichtspunkten gew\u00e4hlt.<br \/>\nDie ersten Testrechnungen mit dem prognostischen Modell MISKAM zeigten, dass dieses Modell, das seit mehreren Jahren standardm\u00e4\u00dfig vor allem f\u00fcr die Behandlung von Linienquellen eingesetzt wurde, bei der Behandlung von Punktquellen im Geb\u00e4udenahbereich aber Probleme, vor allem bzgl. der Stationarit\u00e4t, aufweist. Dem Programmentwickler wurden Vorschl\u00e4ge zur Verbesserung dieser Punkte unterbreitet, die in einer \u00fcberarbeiteten Programmversion Ber\u00fccksichtigung fanden. Mit dieser Version wurden die Berechnungen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDer Datenbank von ADIP liegen Ausbreitungsfelder f\u00fcr 6 Bebauungsgrundtypen, die weiter bzgl. der Geometrie (Geb\u00e4udeh\u00f6he, Abstand zwischen Geb\u00e4uden) untergliedert wurden, und mindestens 20 Quellpositionen pro Bebauungsfall zugrunde. Es wurde eine einfach zu bedienende Programmoberfl\u00e4che entwickelt, bei der ein Anwender einen Bebauungstyp  ausw\u00e4hlen kann. Des Weiteren kann der Anwender beliebige Quellpositionen definieren und diesen eine Quellst\u00e4rke zuordnen. Mit einer charakteristischen Windstatistik f\u00fcr den Untersuchungsstandort und einer Vorgabe f\u00fcr die Hintergrundbelastung erfolgt die Berechnung der Immissionskonzentration. Diese Berechnung erm\u00f6glicht es, in kurzer Zeit mehrere Varianten bzgl. der Anordnung der Abluft\u00f6ffnung oder der L\u00fcftungssteuerung durchzuspielen.<br \/>\nMit denn in ADIP vorgegebenen Bebauungsstrukturen ist es nicht m\u00f6glich, alle in der Realit\u00e4t vorkommenden Geb\u00e4udeanordnungen nachzubilden. Ein Anwender muss daher aus dem in ADIP angebotenen Ensemble eine Struktur ausw\u00e4hlen, die der betrachteten Geb\u00e4udeanordnung am \u00e4hnlichsten ist. Falls er sich \u00fcber die \u00c4hnlichkeit nicht im klaren ist, sollte er eine Struktur w\u00e4hlen, mit der er eher konservative Ergebnisse erwarten kann. Hierzu wurden im Rahmen des Projektes auf der Basis von Testrechnungen Hilfestellungen erarbeitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden auf einer Fachtagung des bayerischen Landesamtes f\u00fcr Umweltschutz am 24.04.2001 in Augsburg pr\u00e4sentiert. Mehrere Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften sind vorgesehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der modulare Aufbau des Screening-Modells ADIP erlaubt f\u00fcr die Zukunft eine Erweiterung f\u00fcr andere Punktquellen, wie z. B. geruchsintensive Punktquellen, die nicht nur bodennah, sondern beispielsweise auch an Fassaden oder im Dachbereich angeordnet sind. Hierf\u00fcr ist allerdings eine Erweiterung der Bebauungsstrukturen und Quellpositionen erforderlich. Das Interesse an einer Weiterentwicklung wurde bereits von mehreren Beh\u00f6rdenvertretern ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des beantragten Projektes sollte ein numerisches Modell entwickelt werden, mit dem f\u00fcr typische innerst\u00e4dtische Bebauungsstrukturen und typische Abluftbedingungen aus Parkgaragen die Immissionsbelastung im Nahbereich der Abluft\u00f6ffnungen bestimmt werden kann. Das Modell muss eine Ersteinsch\u00e4tzung der zu erwartenden Immissionssituation f\u00fcr standardisierte F\u00e4lle erlauben. 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