{"id":21573,"date":"2025-06-25T10:32:55","date_gmt":"2025-06-25T08:32:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34044-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:56","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:56","slug":"34044-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34044-01\/","title":{"rendered":"Virgin &#038; Old Growth Forests in Romania &#8211; Safeguarding European Biodiversity Heritage (Akronym: OldGroFoRo)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) f\u00f6rdert in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rainer Luick ein Forschungsvorhaben, das sich beginnend im Jahr 2017 und bis 2019 laufend mit der Inventarisierung von Urwaldreservaten in Rum\u00e4nien besch\u00e4ftigt.<br \/>\nWeniger als 1% aller europ\u00e4ischen W\u00e4lder vermitteln noch ihr urspr\u00fcngliches Aussehen und ihre faszinierende biologische Vielfalt. Der Gro\u00dfteil aller noch erhaltenen gro\u00dffl\u00e4chigen europ\u00e4ischen Urw\u00e4lder (au\u00dferhalb von Russland) liegt im Karpatenbogen und hier in erster Linie in den rum\u00e4nischen Karpaten. Dort gab es noch um das Jahr 2000 gesch\u00e4tzt 200.000 ha W\u00e4lder mit sehr unterschiedlichen Waldtypen, die \u00fcber Jahrtausende ohne Nutzungseinfluss waren, bzw. nur marginale Spuren historischer Nutzungen aufweisen (so genannte \u0093Quasiurw\u00e4lder\u0094). Mit dem EU Beitritt und dem Engagement von ausl\u00e4ndischen Holzkonzernen, die \u00fcberwiegend aus \u00d6sterreich und Deutschland stammen, sind diese Urwaldfl\u00e4chen auf vermutlich schon weniger als 150.000 ha geschrumpft. Massive illegale und auf zweifelhafte Weise \u0093legalisierte\u0094 Einschl\u00e4ge, aber auch ein vielfach nur in der Theorie bestehender Schutzstatus, sind die Ursachen.<br \/>\nDie bis Dezember 2016 amtierende \u00dcbergangsregierung hatte zwar noch die gesetzlichen Verbesserungen f\u00fcr einen umfassenden Schutz der Urw\u00e4lder auf den Weg gebracht. Alle Urw\u00e4lder sind jetzt zwar prinzipiell gesch\u00fctzt, aber erst, wenn diese in einen nationalen Katalog aufgenommen sind. F\u00fcr eine Listung im \u0093Urwaldkatalog\u0094 m\u00fcssen die Urwaldstandorte nach einem standardisierten Verfahren erfasst und in Verbindung mit einem wissenschaftliche fundierten Gutachten an die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden und Ministerien gemeldet werden. Zwar gibt es in Rum\u00e4nien kompetente Forstwissenschaftler, allein es fehlen die Mittel, um diese Inventur z\u00fcgig durchzuf\u00fchren. Mit den Mitteln der DBU k\u00f6nnen nun in den kommenden beiden Jahren Urwaldreservate im Umfang bis zu 10.000 ha untersucht und inventarisiert werden. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Koordinierung liegt bei Prof. Dr. Rainer Luick; die eigentlichen wissenschaftlichen Arbeiten werden von Experten in Rum\u00e4nien durchgef\u00fchrt. Als Koordinator ist Matthias Schickhofer, ein europaweit anerkannter Experte zu Urwaldfragen mit Sitz in Wien zust\u00e4ndig<br \/>\nMehrere Teams rum\u00e4nischer Wissenschaftler haben in den vergangen zwei Jahren Waldgebiete identifiziert, kartiert und gutachterlich dokumentiert, die nach den nationalen Kriterien potentielle Urwaldschutzgebiete sind. Auf Grundlage der Studien, die in enger Kooperation mit dem rum\u00e4nischen Ministerium f\u00fcr Umwelt erstellt werden, werden wichtige Beitr\u00e4ge zum langfristigen Schutz diese letzten europ\u00e4ischen W\u00e4lder geleistet.<br \/>\nEine gro\u00dfe Hilfe bei den Arbeiten ist die r\u00e4umliche Orientierung mittels Drohnen, die f\u00fcr das Forschungsprojekt beschafft wurden. Es ist faszinierend, wie die Drohnen selbst in einem dichten Waldbestand in einem engen Lichtschacht aufsteigen k\u00f6nnen und aus bis zu 500 m H\u00f6he spektakul\u00e4re Aufnahmen \u00fcber diese letzten europ\u00e4ischen Urw\u00e4lder erm\u00f6glichen. So k\u00f6nnen sogar problemlos die Baumh\u00f6hen bestimmt werden und erlauben Einblicke in den Mikrokosmos der Kronenregionen der bis zu 60 m hohen B\u00e4ume; Lebensr\u00e4ume, die vom Boden nicht beurteilt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Fokus der Kartierungen waren Waldgebiete in den s\u00fcdlichen Fogarascher Alpen. W\u00e4hrend in den Hochlagen der Gebirge schon seit sehr langer Zeit oft eine traditionelle Weidewirtschaft betrieben wird, wurden die steilen T\u00e4ler kaum oder gar nicht erschlossen. Dort sind an beiden Hangflanken und auch entlang der Fl\u00fcsse gro\u00dffl\u00e4chige Wald- Wildnisgbiete erhalten geblieben. Besonders spektakul\u00e4r sind die Wildnist\u00e4ler Boia Mica und Laitei. Leider sind diese Urwaldgebiete &#8211; wie viele andere auch -derzeit nicht wirksam gesch\u00fctzt und Holzeinschlag, der in Rum\u00e4nien in aller Regel in gro\u00dffl\u00e4chigem Kahlschlag erfolgt \u0096 kann jederzeit stattfinden. Es wurden im Rahmen des Projektes zahlreiche Kartierungen und Gutachten erstellt als Voraussetzung f\u00fcr eine legale Unterschutzstellung.<br \/>\nAuf Grundlage (1) der sogenannten \u0084PIN-MATRA\u0093 Studie von 2005, des (2) \u0084REMOTE Projektes\u0093 der Universit\u00e4t Prag und des \u0084PRIMOFARO\u0093-Projektes der Stiftung Euronatur wurden Suchr\u00e4ume f\u00fcr das vermutete Vorkommen von Prim\u00e4rw\u00e4ldern in einer Dimension von 15.000 ha selektiert. Im Detail wurden in diesen Suchr\u00e4umen ca. 5.200 ha untersucht und f\u00fcr 32 Gebiete Gutachten entsprechend den Kriterien des Nationalen Katalogprojektes  erstellt. Mit Status Dezember 2019 sind davon rund 3.200 ha verteilt auf 32 Gebiete als Urw\u00e4lder gem\u00e4\u00df den Kriterien der rum\u00e4nischen Regierung anerkannt; weitere Gebiete sind noch im Anerkennungsverfahren.<br \/>\nIm Dezember 2019 kam es in Rum\u00e4nien zu einem Regierungswechsel. Die Signale zur Positionierung zum Thema Urwaldschutz, die uns erreichen sind deutlich positiver als in der Vergangenheit. Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten mit einer unterst\u00fctzenden und wohlwollenden Bearbeitung der noch anh\u00e4ngenden Gutachten zu rechnen ist. Leider wird sich die grunds\u00e4tzliche Problematik nicht \u00e4ndern, dass notwendige Arbeiten und das Engagement f\u00fcr den Schutz der letzten gro\u00dffl\u00e4chigen Urw\u00e4lder in der EU von F\u00f6rderprojekten aus dem Ausland abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der ganzen Projektlaufzeit wurde intensiv \u00fcber das Projekt, die Intention und \u00fcber Ergebnisse berichtet; das Medienecho war und ist beachtlich (s. Dokumentation). In mehreren Publikationen und auf Kongressen wurde \u00fcber das Vorhaben referiert. Siehe dazu auch die online Ver\u00f6ffentlichungen auf den Seiten der Hochschule f\u00fcr Forstwirtschaft und DBU (https:\/\/www.hs-rottenburg.net\/aktuelles\/aktuelle-meldungen\/detail\/artikel\/forschungsprojekte-zu-oekologischen-hotspots-in-rumaenien\/;   https:\/\/www.hs-rottenburg.net\/aktuelles\/aktuelle-meldungen\/detail\/artikel\/bedrohte-wildnis-unterwegs-in-rumaeniens-urwaeldern\/;  https:\/\/www.hs-rottenburg.net\/aktuelles\/aktuelle-meldungen\/detail\/artikel\/wettlauf-um-rumaeniens-urwald\/; https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000069740402\/kampf-um-rumaeniens-urwaelder; http:\/\/www.saveparadiseforests.eu\/de\/tag\/rumaenien\/;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) f\u00f6rdert in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rainer Luick ein Forschungsvorhaben, das sich beginnend im Jahr 2017 und bis 2019 laufend mit der Inventarisierung von Urwaldreservaten in Rum\u00e4nien besch\u00e4ftigt. 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