{"id":21569,"date":"2023-07-13T15:12:40","date_gmt":"2023-07-13T13:12:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08379-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:41","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:41","slug":"08379-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08379-01\/","title":{"rendered":"Neubau eines energieoptimierten und vorbildhaften Kultur- und B\u00fcrgerhauses in Denzlingen &#8211; Planungsphase &#8211;"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Gemeinde Denzlingen beabsichtigt schon seit Jahren den Bau eines Kultur- und B\u00fcrgerhauses, in dem sowohl vielf\u00e4ltige Vereinsaktivit\u00e4ten als auch weitergehende Kulturveranstaltungen untergebracht werden sollen. Nach einer umfangreichen Standortdiskussion wurde ein geeigneter Standort zwischen dem historischen Ortskern und den Neubaugebieten ausgew\u00e4hlt. Dieser Standort ist insbesondere auch deshalb hervorragend geeignet, weil er verkehrsg\u00fcnstig liegt und somit nachhaltig zur Reduzierung des motorisierten Verkehrs beitr\u00e4gt.<br \/>\nF\u00fcr das Kultur- und B\u00fcrgerhaus hat die Gemeinde Denzlingen einen 2-phasigen Realisierungswettbewerb ausgelobt, in dem explizit die Energieoptimierung als Ziel formuliert wurde. Hier wurde ein Richt-wert von 30 kWh\/m\u00b2a f\u00fcr Raumw\u00e4rme formuliert. Entsprechend der seit Jahren aktiv verfolgten Politik der Gemeinde Denzlingen des Klima- und Umweltschutzes sollte das Geb\u00e4ude den h\u00f6chsten \u00f6kologischen Standards gen\u00fcgen, um unmittelbar einen wesentlichen Beitrag zur Minderung der CO2-Emissionen zu leisten.<br \/>\nEs ging aber nicht darum, eine sogenannte Energiesparmaschine zu bauen, die mit hohem technischen und finanziellen Aufwand keine Vorbildfunktion f\u00fcr vergleichbare Projekte h\u00e4tte. Es ging vielmehr darum, bezogen auf das vorliegende Geb\u00e4udekonzept und dessen Nutzungsanspr\u00fcche zu schl\u00fcssigen L\u00f6sungen zu gelangen, welche unter \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Aspekten vorbildhaft und zu-kunftsweisend sind.<br \/>\nZiel der Gemeinde Denzlingen ist es, f\u00fcr das erste Geb\u00e4ude dieser Nutzung und dieses Anspruches in Deutschland die anstehenden Optimierungsschritte und Entscheidungen auf eine deutlich fundiertere Basis zu stellen, als dies in anderen Projekten \u00fcblich ist, sowie so nachvollziehbar darzustellen, dass die gewonnen Erfahrungen unmittelbar in anderen Bauvorhaben nutzbringend einsetzbar sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie angestrebte und bereits beschrittene Planungsphase stellt eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle an der Planung und am Bau Beteiligten dar. Durch die sehr hohen Anforderungen an geringem Heizw\u00e4rmebedarf sowie an die Haustechnik, hier insbesondere der L\u00fcftung, findet eine intensive Wechselwirkung zwischen Geb\u00e4udeh\u00fclle, Tragwerk und Haustechnik statt, die nur durch eine ebenso intensive Kommunikation zwischen dem Bauherrn, dem Projektsteuerer und allen verantwortlichen Planern bew\u00e4ltigt werden kann.<br \/>\nEin solch integraler Ansatz der Planung und Bauausf\u00fchrung, der nach Einsch\u00e4tzung der Gemeinde Denzlingen bisher f\u00fcr vergleichbare Geb\u00e4ude dieser Nutzung nicht angewendet wurde, er\u00f6ffnet die realistische M\u00f6glichkeit unter den gegebenen Randbedingungen eine optimale L\u00f6sung zu erarbeiten und umzusetzen.<br \/>\nIm Gegensatz zum Wohnungs- und B\u00fcrobau ist bei dem Geb\u00e4ude des Kultur- und B\u00fcrgerhauses ganz wesentlich zu ber\u00fccksichtigen, dass das Geb\u00e4ude sehr heterogen und nur zeitweise in einzelnen Bereichen genutzt wird. Hier sollen dynamische Simulationen kl\u00e4ren, ob und in welchem Umfang Tempera-turabsenkungen innerhalb des Geb\u00e4udes m\u00f6glich und sinnvoll erscheinen und welche Auswirkungen dadurch auf das thermische Raumklima und das Aufheizen zu erwarten sind. Eine analoge Fragestel-lung tritt bei der L\u00fcftung auf, welche idealerweise bei jeder Belegungsdichte die Schadstoffe in der Raumluft auf einem niedrigen Niveau und die Luftfeuchte innerhalb des Komfortintervalls halten soll.<br \/>\nIm Einzelnen wurden durch die beteiligten Fachplanungsb\u00fcros folgende potentielle Konfliktsituationen, die sich unter den vorgegebenen Randbedingungen ergeben haben, untersucht.<br \/>\n&#8211;\tthermische Zonierung unter Ber\u00fccksichtigung flexibler Raumgestaltung und -nutzung-\tbauliche Massen zur K\u00fchlung\/Regeneration des Erdw\u00e4rmetauschers unter Ber\u00fccksichtigung von hohlen K\u00fchlleistungen im Sommer<br \/>\n&#8211;\thocheffiziente Abluftw\u00e4rmer\u00fcckgewinnung mit minimalem Stromeinsatz<br \/>\n&#8211;\tfreie n\u00e4chtliche K\u00fchlung durch Aktivierung der thermischen Massen mittels geeigneter Luftk\u00fchlung<br \/>\nHier wurden umfangreiche Simulationen, insbesondere der Geb\u00e4udeh\u00fclle durchgef\u00fchrt, an denen alle Fachplaner beteiligt waren. Wesentlicher Bestandteil der Untersuchung stellt die Simulation des B\u00fcros Delzer Kybernetik, L\u00f6rrach, dar.<br \/>\nIm Einzelnen wird hierzu auf die als Anlage beiliegende Auflistung der zus\u00e4tzlichen Themen und auf das Untersuchungsergebnis im Projektverlauf des B\u00fcros Delzer Kybernetik verwiesen.<br \/>\nDie durch die Gemeinde Denzlingen gesetzten Ziele bez\u00fcglich des Heizw\u00e4rmebedarfs mit einem Richtwert von 30 kWh\/m\u00b2a f\u00fcr die Raumw\u00e4rme sowie der innovativen Haustechnik, die ein wesentlicher Bestandteil darstellt, geht weit \u00fcber den Stand der Technik hinaus und tr\u00e4gt somit zu einer nachhaltigen Umweltentlastung durch die Minimierung der CO2-Emissionen bei. In Abstimmung mit den Fachplanern liegt ein stimmiges Gesamtkonzept f\u00fcr Haustechnik, f\u00fcr das Tragwerk und die Geb\u00e4udeh\u00fclle vor, wobei auf Grundlage der im Vorfeld durchgef\u00fchrten Simulationen ein harmonisches und flexibles Zusammenspiel der Geb\u00e4udeh\u00fclle mit der Haustechnik realisiert wurde.<br \/>\nInsbesondere das Haustechnikkonzept soll so angelegt werden, dass der Betrieb langlebig, robust, wartungsarm und hocheffizient ist. Hierbei bedarf es einer speziellen Regelungstechnik, die im Rahmen eines geplanten Geb\u00e4udemanagements f\u00fcr die Betriebsphase eingef\u00fchrt werden soll. Dies soll noch zu einer weiteren Verbesserung der Emissionsbilanz wie auch des Komfortstandards innerhalb des Ge-b\u00e4udes beitragen.<br \/>\nZwischenzeitlich wurde der Einsatz eines Solarkraftwerkes auf dem Dach des Kultur- und B\u00fcrgerhauses auf seine technische und wirtschaftliche Machbarkeit gepr\u00fcft. Ergebnis ist, dass die Installation einer in die Dachhaut integrierten Anlage mit einer Leistung von ca. 39 kWp m\u00f6glich ist, die eine zus\u00e4tzliche In-vestition von ca. 450.000 DM voraussetzt. Hierzu steht die Entscheidung des Gemeinderates, abh\u00e4ngig von m\u00f6glichen Zusch\u00fcssen noch aus.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Erkenntnis aus der Studie wurden in die Planung und Realisierung \u00fcbernommen. Im Einzelnen wurden folgende Punkte verwirklicht:<br \/>\nDas Erdregister wurde unter die Bodenplatte des gro\u00dfen Saals eingebaut, davon wurde f\u00fcr den Sommerfall die Bodenk\u00fchlung des gro\u00dfen Saales realisiert, im Winterfall mit Hilfe der W\u00e4rmepumpe die Fu\u00dfbodenheizung und die Warmwasserbereitung.<br \/>\nF\u00fcr die Au\u00dfenluftansaugung der L\u00fcftung im gro\u00dfen Saal wurden der Erdkanal, die adiabatische K\u00fchlung und die W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung verwirklicht. F\u00fcr den gro\u00dfen Saal wurde die Nachtl\u00fcftung mit Aktivierung der Speichermassen in die Planung \u00fcbernommen.<br \/>\nF\u00fcr die W\u00e4rmeversorgung wurde die Fernw\u00e4rmeversorgung aus der Br\u00fcckleackerschule ausgef\u00fchrt. F\u00fcr die Grauwassernutzung wurde die Variante mit Nutzung aus dem Teich und Nachf\u00fcllung aus dem Grundwasser ber\u00fccksichtigt. Die \u00dcbernahme der Ergebnisse in die Planung und die Verwirklichung in der Praxis f\u00fchrt zu zufriedenstellenden Ergebnissen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Neben der \u00fcber die Region Freiburg hinausstrahlenden Resonanz, die die Bauma\u00dfnahme in Fachkreisen, Politik und Presse gefunden hat, neben dem Multiplikationseffekt durch die Besucher des Kultur- und B\u00fcrgerhauses, das vergleichbaren Einrichtungen in Freiburg den Rang abl\u00e4uft und neben zahlreichen Einzelver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften entstand auch eine farbige Brosch\u00fcre, die einem brei-ten Interessentenkreis die realisierte Bauma\u00dfnahme und die zugrunde liegende \u00f6kologische Zielstellung eindrucksvoll n\u00e4her bringt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Erreicht wurde ein architektonisch hochwertiges Geb\u00e4ude, das weit \u00fcber den Stand der Technik hinausreicht und mit einem Heizenergiebedarf von 2 Kwh\/m3\/a einzigartig ist und einen erheblichen Beitrag zur CO2-Minderung leistet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Gemeinde Denzlingen beabsichtigt schon seit Jahren den Bau eines Kultur- und B\u00fcrgerhauses, in dem sowohl vielf\u00e4ltige Vereinsaktivit\u00e4ten als auch weitergehende Kulturveranstaltungen untergebracht werden sollen. 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