{"id":21566,"date":"2023-07-13T15:12:40","date_gmt":"2023-07-13T13:12:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08365-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:41","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:41","slug":"08365-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08365-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltiges Wirtschaften \u0096 ein Konzept f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen in der Region Rhein-Neckar"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des skizzierten Projektes ist es, die Ausrichtung der kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen der Region am Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung zu f\u00f6rdern. Dazu soll in den Unternehmen ein Bewusstseinsprozess angesto\u00dfen und gemeinsam eine Vision f\u00fcr ihren Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung erarbeitet werden. Den Rahmen bietet dabei die Unterst\u00fctzung der Betriebe beim Aufbau eines qualifizierten Nachhaltigkeitsmanagementsystems und die Entwicklung eines praxisorientierten Schulungs- und Beratungspakets. \u00dcber sogenannte Win-Win-L\u00f6sungen werden die Betriebe zur Mitarbeit motiviert, da \u00f6kologisch und sozial motivierte Impulse in den Unternehmen meist wirtschaftlicher Anreize bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst soll ein zweigleisiger Weg beschritten werden: Aus pragmatischen Gr\u00fcnden wird man zu-n\u00e4chst auf die kurzfristigeren Einsparpotenziale im Rahmen von Umweltmanagementsystemen zielen, um die Unternehmen auf einer breiteren Basis zur Teilnahme am Beratungsprogramm zu motivieren. Gleichzeitig soll im Verlauf des skizzierten Projektes aber immer wieder die Rolle der Unternehmen in einer nachhaltigen Entwicklung reflektiert werden, um Impulse f\u00fcr eine unternehmensinterne Auseinan-dersetzung mit den Anforderungen der Nachhaltigkeit zu geben. Um entsprechende Denk- und Hand-lungsans\u00e4tze in den Unternehmen zu verankern, wird ein praxisorientiertes Schulungs- und Beratungskonzept angeboten, das den Handlungsspielraum der Unternehmen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung beleuchtet und die Unternehmen bei der betriebsspezifischen Konkretisierung unterst\u00fctzt. Das Projekt ist eine Kombination von Workshops und individuellen Consultings auf der Basis der aktiven Kooperation von Betrieben, kommunalen bzw. regionalen Institutionen sowie Beratern. Zu Beginn des Projektes sollen die bestehenden Ans\u00e4tze aufgearbeitet und bewertet werden. Unter anderem ist vorge-sehen, Instrumente zusammenzustellen, die den Unternehmen Hilfestellung bei der Bewertung von betrieblichen Entscheidungen vor dem Hintergrund des Leitbilds Nachhaltige Entwicklung bieten k\u00f6nnen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen f\u00fcr den Erfolg des Projektes ist es, die Unternehmen zur Teilnahme zu motivieren. Der Entwicklung einer Motivationsstrategie zu Beginn des Projektes kommt daher eine hohe Bedeutung zu.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Insgesamt f\u00fchrte das Projekt Nachhaltiges Wirtschaften Heidelberg auf verschiedenen Ebenen zu vorzeigbaren Ergebnissen. Der Umweltschutz in den Betrieben konnte erheblich gest\u00e4rkt werden und fast alle Teilnehmer konnten einen effizienten Ressourceneinsatz vorweisen. Die Kosteneinsparungen und die Verbesserung der Rechtssicherheit f\u00fchrten zu einer zunehmenden Motivation bei den Betrieben und boten Anreize f\u00fcr eine langfristige Ausrichtung des Umweltmanagements. Gleichzeitig verbesserte sich die Kooperation zwischen Stadt und Betrieben weiter. Zwischen den zust\u00e4ndigen Fach\u00e4mtern und den Betrieben entstanden neue Kontakte, und die st\u00e4dtischen Vertreter wurden verst\u00e4rkt als Partner wahrgenommen.<br \/>\nEine besondere Herausforderung in dem Projekt war das Ziel, den Betrieben auch diejenigen Nachhaltigkeitsaspekte zu vermitteln, die \u00fcber den betrieblichen Umweltschutz hinausgehen. Die meisten der teilnehmenden Betriebe befassten sich das erste Mal systematisch mit Umweltthemen. Ein Gro\u00dfteil der Workshops wurde daher genutzt, die Organisations-, Management- und Rechtsfragen solide zu vermitteln und auch die Betriebsbegehungen befassten sich ausschlie\u00dflich mit Umweltthemen. Insgesamt lag der Schwerpunkt des Projektes damit vorwiegend auf der Implementierung von Umweltmanagementsystemen. So nahm das Thema \u00d6komarketing in den Workshops aus Zeitknappheit in beiden Phasen des Projektes jeweils lediglich eine Stunde ein und die Entwicklung der Nachhaltigkeitsleitlinien war nur eine Aufgabe neben vielen anderen, die es in den Betrieben zu erledigen galt. Auch weitere Themen, die in den Workshops angeschnitten wurden, wie Integration ausl\u00e4ndischer Mitarbeiter, Mitarbeitermotivation, Teilzeitarbeit, fairer Einkauf etc. begrenzten sich auf einen Vortrag w\u00e4hrend der Workshops sowie auf eine Nachhaltigkeitscheckliste. Die Checkliste war jedoch nicht pr\u00fcfungsrelevant.<br \/>\nIn der Diskussion sozialer Aspekte wurde erwartungsgem\u00e4\u00df deutlich, dass Themen wie Entwicklungs-zusammenarbeit schwerer vermittelbar sind als Themen mit konkretem Bezug zum Unternehmen, wie Mitarbeiterbefragung, Mitarbeiterbeteiligung und Arbeitszeitmodelle, die mit gro\u00dfem Interesse aufgenommen wurden.<br \/>\nEin Ansatzpunkt zur St\u00e4rkung von Nachhaltigkeitsaspekten, die \u00fcber das Umweltmanagement hinausgehen, k\u00f6nnten die Einzelberatungen sein. Die Einzelberatungen spielten eine wichtige Rolle, um die rechtlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen des betrieblichen Umweltschutzes in den Unternehmen umzusetzen. Dar\u00fcber hinausgehende Nachhaltigkeitsaspekte wurden untergeordnet betrachtet. Damit auch diese Themen in den Betrieben st\u00e4rker verankert werden, w\u00e4re auch hier ein ver-st\u00e4rkte Umsetzungsbegleitung sinnvoll.<br \/>\nNach Bedarf sollte den Betrieben erm\u00f6glicht werden, produktbezogene Umweltfragen, \u00d6komarketing sowie weitere Nachhaltigkeitsaspekte im gesamten Projekt verst\u00e4rkt in den Blickpunkt zu r\u00fccken. Im Vordergrund steht dabei die gezielte Entwicklung einer Unternehmenskultur, die das Selbstbewusstsein der Betriebe f\u00fcr ihre Beitr\u00e4ge zu einer nachhaltigen Entwicklung f\u00f6rdert. Viele kleine Betrieben setzen bereits wichtige Bausteine f\u00fcr eine nachhaltige Wirtschaftsweise in der Region um, ohne sich dessen bewusst zu sein oder sogar nach au\u00dfen zu vermitteln. Um diese Aspekte zu st\u00e4rken, w\u00e4re jedoch der Schwerpunkt vom betrieblichen Ansatz des Win-Win-Modells sowie der Rechtssicherheit st\u00e4rker auf die Weiterentwicklung einer umweltbewussten Unternehmenskultur, den Ausbau des Marketings sowie die Erschlie\u00dfung von Marktpotenzialen zu richten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde durch zahlreiche Artikel in der lokalen und \u00fcberregionalen Presse begleitet, die im Abschlussbericht enthalten sind. Dar\u00fcber hinaus wurden die Pr\u00e4mierungen der Betriebe im \u00f6ffentlichen Rahmen mit Publikum veranstaltet. Die Abschlussveranstaltung fand in Verbindung mit einem ganzt\u00e4gi-gen Workshop zum Thema Nachhaltiges Wirtschaften statt. Der S\u00fcdwest-Rundfunk zeigte im Rahmen der Sendung Baden-W\u00fcrttemberg Aktuell am 05.08.2002 einen Kurzbericht \u00fcber das Projekt und die Aktivit\u00e4ten der Teilnehmer. Weiterhin wird das Projekt im Film Heidelberg &#8211; Stadt der Zukunft vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt hat gezeigt, dass KMU \u00fcber die Vermittlung von Win-Win-L\u00f6sungen bereit sind, Umweltmanagementsysteme trotz eines etwas erh\u00f6hten personellen Aufwands dauerhaft einzurichten. Dar\u00fcber hinausgehende soziale Nachhaltigkeitsaspekte sind vor allem dann vermittelbar, wenn ein konkreter Be-zug zum Unternehmen hergestellt werden kann. Abstraktere Themen, wie z.B. Entwicklungszusammenarbeit k\u00f6nnen nur anhand konkreter Projekte vermittelt werden, an denen sich die teilnehmenden Betrie-be ohne erh\u00f6hten personellen Aufwand beteiligen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des skizzierten Projektes ist es, die Ausrichtung der kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen der Region am Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung zu f\u00f6rdern. 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