{"id":21548,"date":"2023-07-13T15:20:26","date_gmt":"2023-07-13T13:20:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:26","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:26","slug":"17400-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-01\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der Wimbachgriesh\u00fctte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei der Wimbachgriesh\u00fctte handelt es sich um eine Berg- und Schutzh\u00fctte auf 1.327 m \u00fc. NN im Nationalpark Berchtesgaden. Im Rahmen des Demonstrationsprojektes wurden in folgenden Bereichen modellhafte Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine umweltgerechte Ver- und Entsorgung des Hauses verfolgt:<br \/>\nEnergieversorgung: Umsetzung eines neuen Energiekonzeptes mit dem Ziel, eine verl\u00e4ssliche Strom- und Warmwasserversorgung zu gew\u00e4hrleisten, u. a. Ersatz des vorhandenen Dieselstromaggregates mit einer Leistung von Pel 35 kW ohne Abw\u00e4rmenutzung; Verwendung des Energietr\u00e4gers Gas, Nutzung der Solarenergie, Reduktion der Luftschadstoffe, L\u00e4rmemissionen, Vermeidung von Boden- und Wasserverschmutzungen.<br \/>\nWasserversorgung: Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine sichere Wasserversorgung und einwandfreie Trinkwasserqualit\u00e4t \u00fcber 24 Stunden am Tag in der Saison.<br \/>\nAbwasserentsorgung: Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Abwasserreinigung; Erg\u00e4nzung der vorhandenen<br \/>\nDreikammer-Grube durch Fettabscheider und eine vollbiologische Nachkl\u00e4rungsstufe.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEnergieversorgung: Stromversorgung \u00fcber Hybridsystem, Photovoltaik (PV) ~ 3,84 kVA kombiniert mit gasbetriebenem Blockheizkraftwerk (BHKW) Pel = 8 kW, Pth = 18 kW und spezifische Batterieanlage mit 1200 Ah, Steuerung mit 3 bidirektionalen Wechselrichtern mit je 4,5 kW f\u00fcr optimales automatisches Zusammenspiel der Systeme je nach Leistungsbedarf und Batterieladung. Nutzung der BHKW-Abw\u00e4rme f\u00fcr Warmwasserversorgung \u00fcber 800 l Speicher, ggf. Nachheizung mit Gastherme. Bei \u00dcberangebot von Abw\u00e4rme des BHKW Nutzung f\u00fcr Zusatzheizung. Basisheizung Holz, Erneuerung und Kapazit\u00e4tserweiterung des Kachelofens. Kochen mit Gas. Aufstellung Gasbeh\u00e4lter 6.400 l. Weitere Ma\u00dfnahmen: Anschluss der Ger\u00e4te an Warmwasserversorgung, Ausmusterung W\u00e4schetrockner, Mikrowelle etc.. Einsatz energiesparender neuer Ger\u00e4te und Energiesparlampen. Funktionsanzeigen f\u00fcr das Handling durch den P\u00e4chter.<br \/>\nWasserversorgung: Gewinnung von Oberfl\u00e4chenwasser etwa 2 km oberhalb der H\u00fctte. Verbesserung der Wasserfassung und der Trinkwasservorreinigung. Teilweise Erneuerung des Leitungssystems. Erstellung des Vorreinigungsbeh\u00e4lters und des Verteilerschachtes vor dem zu sanierenden Hochbeh\u00e4lter. Installation der \u00dcberwachung, bei Tr\u00fcbwasser Zulaufsperre, Umschaltung auf Bypass f\u00fcr WC-Sp\u00fclung (im Erdreich verlegt). Erstellung Kellerraum f\u00fcr Trinkwasseraufbereitung. Spezifisches Filtersystem (bis 1 \u00b5m); Tr\u00fcbungsmessung und UV-Entkeimung. Aufstellung  einer Trinkwasserreserve von 1,5 m3 und Pumpanlage. Das Bayerische Landesamt f\u00fcr Wasserwirtschaft in M\u00fcnchen begleitet diese modellhaften Ma\u00dfnahmen.<br \/>\nAbwasserentsorgung: Sanierung der vorhandenen 3 Kammer-Grube; f\u00fcr das Abwasser aus der K\u00fcche wurde ein Fettabscheider eingebaut. Nach 3 K-Grube vollbiologische Tropfk\u00f6rper-Nachkl\u00e4rung installiert; 2 Kompakt-Tropfk\u00f6rper mit R\u00fccklaufanbindung an 3 K-Grube. Anschlie\u00dfend noch Sandfilterstrecke. Erforderliche Kontrollsch\u00e4chte, Entsorgung der Feststoffe\/ Abf\u00e4lle in den gemeindlichen Anlagen im Tal.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Dem Bezirk M\u00fcnchen e.V. liegen die ausf\u00fchrlichen Begleitanalysen und gewonnenen Daten f\u00fcr die genannten drei Bereiche \u00fcber zwei Saisons vor. Energieversorgung: die durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen sind optimal f\u00fcr die Wimbachgriesh\u00fctte ausgelegt und funktionieren nach einer Anlauf- und Optimierungsphase \u00fcber zwei Saisons sehr gut. Es wurden alle angestrebten Ziele erreicht: Prim\u00e4renergieeinsparung ~ 42 % (Reduktion der CO2-Emissionen und Luftschadstoffe), dabei Stromeinsparung ~ 60 % trotz zus\u00e4tzlichen Bedarfs f\u00fcr die neue Abwasserent- und Wasserversorgung. Weitere Einsparungen werden durch die wesentliche Reduzierung der Versorgungsfahrten erzielt. Die sichere Stromversorgung \u00fcber 24 Stunden am Tag ist gew\u00e4hrleistet.<br \/>\nInsgesamt bedeuten die Ma\u00dfnahmen eine deutliche Arbeitserleichterung f\u00fcr den P\u00e4chter. Als wichtige Erkenntnis ist zu vermerken, dass neben dem richtigen Zuschnitt der Anlagen die langzeitliche, oft aufwendige Optimierung und Nachjustierung sowie die Wartung von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr den Erfolg sowie die Mitarbeit des P\u00e4chters (des Betreibers) ist.<br \/>\nWasserversorgung: die vormals schwierige Wasserversorgung funktioniert jetzt mit stets einwandfreier Trinkwasserqualit\u00e4t \u00fcber zwei Saisons reibungslos. Das Sicherungssystem zum Schutz des Hochbeh\u00e4lters vor Tr\u00fcbwasser hat sich bereits mehrfach bew\u00e4hrt, ebenso wie die neu installierten Filtersysteme mit dem Feinfilter (Porengr\u00f6\u00dfe 1 \u00b5m) der Firma Pall als Herzst\u00fcck. Die Filtereins\u00e4tze halten eine ganze Saison, die \u00dcberwachungseinrichtung hat bisher nie angesprochen. Der Betriebsaufwand f\u00fcr die H\u00fcttenp\u00e4chter ist gering. Die Trinkwasserreserve musste bisher nicht in Anspruch genommen werden.<br \/>\nDie Abwasserentsorgung auf Bergh\u00fctten gestaltet sich wegen einer extrem unterschiedlichen Auslastung der Kl\u00e4ranlage, oft ung\u00fcnstigen Temperaturen, schwierigen Energieversorgung und wegen des Saisonbetriebs sehr schwierig. Nach zwei Saisons stellt der Bezirk M\u00fcnchen e. V. fest, dass die Auswahl und Auslegung der von den NaturFreunden und Ingenieurb\u00fcros geplanten Ma\u00dfnahmen voll den Erfordernissen entsprechen. Das Ergebnis der Abwasserreinigung ist gut, der Energieverbrauch mit 3,7 kW pro Tag akzeptabel. Durch Einsatz von Kompakt-Tropfk\u00f6rpern waren die Erstellungskosten g\u00fcnstig. Der Betriebsaufwand f\u00fcr den P\u00e4chter ist gering.<br \/>\nBesondere Bedeutung kommt dem Mehrfachdurchlauf von Abwasser durch die Kl\u00e4ranlage zu. Dabei werden bestimmte Abwassermengen nach der biologischen Kl\u00e4rung wiederum der Dreikammergrube zugef\u00fchrt. Dadurch ist eine Aufarbeitung starker Schmutzfrachten in Zeiten mit geringerem Abwasseranfall m\u00f6glich. Auch der Einsatz geeigneter Wasch- und Putzmittel ist zu beachten. So hat sich beispielsweise auf der Wimbachgriesh\u00fctte der Einsatz von relativ vielen Desinfektions-WC-Steinen negativ auf die Bioz\u00f6nose im Tropfk\u00f6rper ausgewirkt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Folgende Ma\u00dfnahmen zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit fanden im Rahmen des Projektes statt:<br \/>\n\u00b7\tGestaltung einer gro\u00dfen Informationstafel \u00fcber die neuen Ver- und Entsorgungsanlagen der Wimbachgriesh\u00fctte und Anbringung im Bereich der Eingangst\u00fcr des Hauses;<br \/>\n\u00b7\tFlyer (Erstauflage 8.000 St\u00fcck) mit anschaulichen schematischen Darstellungen;<br \/>\nVer\u00f6ffentlichung der Projektergebnisse in den Verbandsmedien der NaturFreunde Deutschlands; verschiedene Presseartikel<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus Sicht der NaturFreunde ist das neue Umweltkonzept f\u00fcr die Wimbachgriesh\u00fctte ein gro\u00dfer Erfolg. Nach entsprechender Optimierung arbeiten die Anlagen verl\u00e4sslich; Gas, Strom und Warmwasser stehen rund um die Uhr zur Verf\u00fcgung. Insgesamt wurden die Ziele: Energieeinsparung, Nutzung erneuerbarer Energien, Reduzierung der L\u00e4rm- Schadstoffemissionen und Versorgungsfahrten sowie die Beseitigung der Gefahren von Boden- und Grundwasserverschmutzungen, Abw\u00e4rmenutzung f\u00fcr Warmwasseraufbereitung und Heizung sowie ein dadurch bedingter Komfortgewinn erreicht. Die schwierige (Trink-)Wasserversorgung mit Oberfl\u00e4chenwasser unterschiedlicher Qualit\u00e4t konnte durch viele neue Ma\u00dfnahmen, insbesondere eine neue Trinkwasseraufbereitung, optimal verbessert werden. Bislang funktionierte die Trink- und Wasserversorgung problemlos. Die ebenfalls installierte Trinkwasserreserve kam noch nicht zum Einsatz.<br \/>\nDie Erweiterung der Dreikammergrube um einen Fettabscheider, eine vollbiologische Tandem-Tropfk\u00f6rper -Nachkl\u00e4rung und ein Kiesfilterbeet arbeiteten \u00fcber zwei Saisons zur Zufriedenheit der Beh\u00f6rden.<br \/>\n\u00dcber zwei Saisons (2001\/2002) liegen die Begleitanalysen f\u00fcr alle Ma\u00dfnahmen vor. In der Saison 2003 und den Betriebszeitr\u00e4umen in den Folgejahren werden weiterhin Betriebserfahrungen dokumentiert. Die umgesetzten Ma\u00dfnahmen haben insgesamt Modellcharakter zur L\u00f6sung von Problemen bei der Ver- und Entsorgung auf Berg- und Schutzh\u00fctten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei der Wimbachgriesh\u00fctte handelt es sich um eine Berg- und Schutzh\u00fctte auf 1.327 m \u00fc. NN im Nationalpark Berchtesgaden. 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