{"id":21546,"date":"2023-07-13T15:12:37","date_gmt":"2023-07-13T13:12:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08311-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:38","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:38","slug":"08311-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08311-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer Reifendruckregelanlage f\u00fcr landwirtschaftliche Traktoren und Fahrzeuge"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Land- und forstwirtschaftliche Traktoren, Anh\u00e4nger und Arbeitsmaschinen fahren auf Stra\u00dfen und Wegen und befahren und arbeiten auf Feldern. Im Bestreben kosteng\u00fcnstig zu arbeiten, nimmt die Maschinen- und Transportmasse und die Geschwindigkeit zu. Die Reifen, als Verbindung zwischen Boden und Technik haben unterschiedliche Anforderungen zu erf\u00fcllen: zum besseren Bodenschutz auf dem weichen Acker haben Reifen gro\u00df, breit und weich zu sein; auf der harten Stra\u00dfe sind harte Reifen f\u00fcr bessere Seitenf\u00fchrung, guten Wirkungsgrad und niedrigen Dieselverbrauch wichtig.<br \/>\nDie Reifenbetriebseigenschaften \u00e4ndern sich mit dem Reifeninnendruck, z. B. vergr\u00f6\u00dfert sich die Reifenkontaktfl\u00e4che zum Boden mit dem an die Last und Geschwindigkeit angepassten, niedrigen Reifendruck. Damit wird die Druckbelastung des Bodens aufgrund der gr\u00f6\u00dferen Aufstandsfl\u00e4che vermindert. Die Spur wird flacher und ertragsch\u00e4dliche Bodenverdichtungen werden vermieden.<br \/>\nMit der Entwicklung eines automatischen Reifenreglers f\u00fcr die Landwirtschaft soll das umweltrelevante Verbesserungspotenzial moderner Traktorreifen zum Stand der Technik gemacht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit einer Datensammlung zu Traktoren- und Anh\u00e4ngerreifen erstellen wir eine Bestandsaufnahme der verf\u00fcgbaren Technik.<br \/>\nAus Praktikergespr\u00e4chen, der wissenschaftlichen und anwenderorientierten Literatur, dem Austausch mit Landtechnik- und Reifenherstellern und der Pr\u00fcfung der im Markt erh\u00e4ltlichen Reifendruckregelanlagen f\u00fcr Landwirte, das Milit\u00e4r und f\u00fcr \u00d6lbohrfahrzeuge tragen wir ein Pflichtenkatalog f\u00fcr eine praxisgeeignete, automatische Reifendruckregelung zusammen.<br \/>\nMit innovativer Messtechnik f\u00fcr Zugkraft, Schlupf, Dieselverbrauch und Ersch\u00fctterungen auf Acker und Stra\u00dfe bei unterschiedlichen Reifendr\u00fccken und verschiedenen Reifen auf dem Traktor erstellen wir Messdaten f\u00fcr Zugkraftbedarf, Dieselverbrauch und Fahrkomfort. Daraus bilden wir ein Kosten\/Nutzenmodell, mit dem wir den zuk\u00fcnftigen Reifenregler bez\u00fcglich Investitionskosten bewerten.<br \/>\nKonzept, CAD &#8211; Zeichnung, Bau von Prototypen und Erprobung auf dem Pr\u00fcfstand und in der Praxis werden zu dem Angebot f\u00fcr Landtechnikhersteller, Landwirte und Lohnunternehmer f\u00fchren, einen automatischen Reifenregler einzusetzen.<br \/>\nMit Hilfe der Finiten &#8211; Elemente  &#8211; Methode werden wir die Entwicklungszeit verk\u00fcrzen und wollen einen praxisgeeigneten und preisg\u00fcnstigen Reifenregler zur Agritechnica 2003 vorstellen.<br \/>\nReifenhersteller, Traktor- und Landtechnikhersteller k\u00f6nnen den Reifenregler bauen und vermarkten. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.reifenregler.de.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei konventionellen Bestellarbeiten mit dem Zugtraktor werden auf dem Acker mit dem richtigen Reifendruck ca. 10 % Diesel bei gleicher Arbeitsleistung gespart. \u00dcblicherweise wird auf dem Acker beim Traktor (noch) mit dem Luftdruck im Reifen f\u00fcr schnelle Stra\u00dfenfahrt und hohe Last von beispielsweise 1,6 bar gearbeitet. Der harte Radialreifen fr\u00e4st sich mit mehr Schlupf durch den Boden, vertieft die Spur durch weniger Reifenstollen im Bodeneingriff und verst\u00e4rkt mit der kleineren Bodenkontaktfl\u00e4che den Bo-dendruck. Stra\u00dfendruck im Traktorreifen verschlechtert Fruchtbarkeit, Energiebilanz, Porenvolumen, Wasserinfiltrationsverm\u00f6gen und Gasaustausch.<br \/>\nMit dem neuen Reifenregler wird der h\u00f6here Reifendruck f\u00fcr die Stra\u00dfe und der niedrige Reifendruck auf dem Acker eingestellt. Auf der Stra\u00dfe wird der Rollwiderstand vermindert, Kipp-, Lenk- und Bremssicherheit verbessert. Auf dem Acker oder dem Gr\u00fcnland wird am Traktor der richtige Reifendruck von beispielsweise 0,8 bar gew\u00e4hlt und eingestellt. Der Schlupf bei schweren Zugarbeiten kann mit den langen Radialreifen halbiert werden. Die Spurtiefe im bestellf\u00e4higen Ackerboden wird um ein Drittel vermindert. Der Wirkungsgrad und damit der Dieselverbrauch in der Traktion verbessert sich durch den Reifenregler auf Acker und Stra\u00dfe.<br \/>\nIn umfangreichen Vergleichsmessungen wurden auf der Stra\u00dfe mit Traktoren der 200 PS Klasse und angeh\u00e4ngtem 25 m\u00b3 G\u00fcllefass und dem vom Reifenhersteller empfohlenen Stra\u00dfendruck von 4 bar Dieseleinsparungen von 8 % bei gleicher Arbeit gemessen. Auf dem nachgiebigen Acker wurde die Spurtiefe mit dem empfohlenen niedrigen Reifendruck von 1,5 bar halbiert, der Dieselverbrauch sank bei gleicher Zugarbeit um 23 %. Es addieren sich beim Nutzen zwei wirkungsgradbestimmende Effekte: Halbierte Spurtiefe durch doppelte Bodenkontaktfl\u00e4che mit weniger Bulldozingeffekt (Erdkeil vor dem Reifen) und bessere Zugkraftabst\u00fctzung (weniger Schlupf) mit mehr Stollen im Bodeneingriff beim Zugtraktor.<br \/>\nZusammengefasst ausgedr\u00fcckt: Mehr Zugkraftangebot bei richtigem Reifendruck auf dem Acker trifft auf weniger Zugkraftbedarf durch verminderte Spurtiefe, weniger Bodenverformung und weniger Rollwiderstand.<br \/>\nDie Investitionskosten (Stand 2005) f\u00fcr einen nachger\u00fcsteten Reifenregler beim Traktor erreichen ca. 4.000 \u0080 mit der Luftf\u00fchrung \u00fcber den Kotfl\u00fcgel, Steuerung aus der Kabine und installierter Druckluftbeschaffung. Dabei sind die Lohnkosten f\u00fcr den nachtr\u00e4glichen und traktorspezifischen Einbau ein wichtiger Kostenfaktor. Bei der optisch ansprechenden Technik des nachr\u00fcstbaren Reifenreglers mit einem in der Felgen montierten Dreh\u00fcbertrager ist mit 6.000 \u0080 zu kalkulieren.<br \/>\nF\u00fcr die Erstausr\u00fcstung in der Traktorfabrik mit einem in der Achse gesch\u00fctzt montierten Dreh\u00fcbertrager und Reifendruckwahl nach Fahrbahn sind Herstellkosten von 2.000 \u0080 zu erwarten. Damit d\u00fcrfte ein Reifenregler in der Fabrikmontage dem Landwirt und Dienstleister f\u00fcr 4.000 \u0080 angeboten werden k\u00f6nnen.<br \/>\nBeim Traktor mit \u00fcber 800 Jahresstunden Betriebszeit und dem typischen t\u00e4glichen oder mehrmals t\u00e4glichen Fahrbahnwechsel Acker : Stra\u00dfe rentiert sich der neue Reifenregler in zwei Jahren bei einer Nachr\u00fcsttechnik und in einem Jahr bei der konstruktiv eingeplanten Ausr\u00fcstung in der Traktorfabrik.<br \/>\nDie Nachr\u00fcstung von Praxistraktoren ist sinnvoll, damit Landwirte und Lohnunternehmer den teureren Diesel besser nutzen, eigene Erfahrungen beim sorgf\u00e4ltigen Umgang mit dem Boden sammeln und die Nachfrage nach Reifenreglern in der Erstausr\u00fcstung beim Neukauf des Traktors in Gang kommt.<br \/>\nMit steigender Nachfrage nach Reifenreglern wird sich ein Traktorhersteller (zeitweise) eine Alleinstellung verschaffen, indem er eine in die Achsen, die Armaturen und die Steuerung integrierte Technik des Reifenreglers anbietet. Gespr\u00e4che mit Traktorherstellern anhand der Prototypen sind im Gange.<br \/>\nDie Praxiseinf\u00fchrung der Reifenregler ist im Innovationsprozess auf breiter Basis zu erwarten.<br \/>\nDas Interesse bei den Akteuren als Pionierlandwirten ist geweckt, die h\u00f6heren Dieselpreise und der bessere Umgang mit dem Boden d\u00fcrften zu steigender Nachfrage nach Reifenreglern f\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die wichtigen Akteure, seien es Forscher, Konstrukteure f\u00fcr Technik und Reifen, Vertriebsleute, Fachjournalisten und einige Anwender sind bei der Innovation Reifenregler miteinander im Gespr\u00e4ch.<br \/>\nDazu beigetragen haben ca. 80 Vorf\u00fchrungen in den letzten drei Jahren f\u00fcr Praktiker, Vortr\u00e4ge, 25 Fachzeitschriftenartikel, pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che zur Traktion und die Internetseite Reifenregler.de.<br \/>\nDiese Informationstransferarbeit sollte intensiv weitergef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der neu vorgestellte Reifenregler bei Traktoren und Erntemaschinen verbindet \u00d6kologie mit \u00d6konomie. Der Wirkungsgrad bei der Energieumwandlung im Traktoreinsatz wird deutlich verbessert, der Boden wird schonender befahren und Mensch und Maschine sind komfortabler und sicherer unterwegs.<br \/>\nDer Reifenregler ist auf dem Weg zu den Praktikern und wird sich durchsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Land- und forstwirtschaftliche Traktoren, Anh\u00e4nger und Arbeitsmaschinen fahren auf Stra\u00dfen und Wegen und befahren und arbeiten auf Feldern. Im Bestreben kosteng\u00fcnstig zu arbeiten, nimmt die Maschinen- und Transportmasse und die Geschwindigkeit zu. 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