{"id":21543,"date":"2023-07-13T15:12:37","date_gmt":"2023-07-13T13:12:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08310-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:38","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:38","slug":"08310-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08310-01\/","title":{"rendered":"Innovative Geb\u00e4udek\u00fchlung in einem B\u00fcrogeb\u00e4ude im Passivhaus-Standard"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen der Konzipierung des weltweit gr\u00f6\u00dften B\u00fcrogeb\u00e4udes im Passivhaus-Standard wurde entschieden, im Bereich der Geb\u00e4udek\u00fchlung \/ W\u00e4rmeabfuhr einen innovativen Weg zu gehen. Dabei sollten in erster Linie Ma\u00dfnahmen getroffen werden, die die solaren und internen W\u00e4rmeeintr\u00e4ge m\u00f6glichst gering halten. F\u00fcr die aufgrund von Simulationsrechnungen notwendige zus\u00e4tzliche W\u00e4rmeabfuhr soll der Einsatz von regenerativer Energie genutzt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr das Vorhaben Entire Solar Architecture ist folgendes integrale Konzept zur Minimierung des K\u00fchlbedarfs vorgesehen: a) Dimensionierung der Fensterfl\u00e4chen prim\u00e4r nach Kriterien guter Tageslichtnut-zung, b) Au\u00dfenliegende Sonnenschutzjalousien mit M\u00f6glichkeiten zur Lichttransmission im oberen und Abschattung im unteren Fensterbereich, zentral und raumweise bedienbar, c) Effizienzoptimiertes Kunstlichtkonzept mit tageslichtabh\u00e4ngiger Steuerung der Beleuchtung sowie konsequenter Einsatz von stromsparender Installations- und B\u00fcrotechnik, d) M\u00f6glichkeiten zur Fensterl\u00fcftung in den Aufenthaltsr\u00e4umen wie B\u00fcros, Seminar- und Besprechungsr\u00e4umen, Cafeteria, e) M\u00f6glichkeiten zur Luftvork\u00fchlung der mechanischen Frischluftzufuhr, f) Gro\u00dffl\u00e4chige w\u00e4rme-\/k\u00e4ltespeichernde Bauteilmassen in den R\u00e4umen durch die nicht abgeh\u00e4ngte Betondecke und Zementestrich am Fu\u00dfboden. Aufgrund von Simulationsrechnungen hat sich gezeigt, dass sich trotz der oben geschilderten Ma\u00dfnahmen zu Reduktion und Management interner und solarer W\u00e4rmelasten deutlich h\u00f6here Tagesmittelwerte als im Wohnbereich ergeben, sie liegen bei 20 W\/m2 in B\u00fcror\u00e4umen und 35 W\/m2 bei ganzt\u00e4gig genutzten Seminarr\u00e4umen. Im Wohnbereich liegen diese Werte zwischen 2 bis 5 W\/m2. Trotz des Einsatzes w\u00e4rmespeichernder Baumassen reicht in unserem Fall ein Konzept der freien Nachtl\u00fcftung zur Einhaltung eines akzeptablen thermischen Raumklimas nicht aus. Zus\u00e4tzlich sind die sicherheitstechnischen Fragestellungen bei solchen passiven Nachtk\u00fchlungskonzepten zu bedenken. F\u00fcr die gezielte und ausreichend leistungsf\u00e4hige W\u00e4rmeabfuhr wurden deshalb die bereits aufgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen um das System der Betonkerntemperierung erg\u00e4nzt. Dabei handelt es sich um ein im unteren Teil der Deckenbew\u00e4hrung verlegtes Rohrsystem, das mit temperiertem Wasser beschickt wird. Auf diese Weise erw\u00e4rmt sich das Wasser beim Durchflie\u00dfen der Rohre in den B\u00fcror\u00e4umen und sorgt so f\u00fcr die notwendige W\u00e4rmeabfuhr. Das aufgew\u00e4rmte Wasser wird dann durch rund um das Geb\u00e4ude liegende Erdsonden (ca. 40 St\u00fcck jeweils 100m) \u00fcber W\u00e4rmetauscher r\u00fcckgek\u00fchlt. So kann eine mit regenerativer Energie und sehr geringem Pumpenstromeinsatz betriebene K\u00fchlung realisiert werden. Aufgrund der hier beschriebenen Ma\u00dfnah-men rechnen wir mit j\u00e4hrlichen Verbrauchskosten f\u00fcr Heizung, K\u00fchlung und L\u00fcftung in H\u00f6he von 1 Euro\/m2 Nutzfl\u00e4che. Der prognostizierte Strombedarf liegt rund 50 % unter den Bedarfswerten eines kon-ventionell ausger\u00fcsteten B\u00fcrogeb\u00e4udes.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Bauma\u00dfnahme wurde im April 2001 begonnen und am 31.10.2002 feierlich eingeweiht. Restarbeiten und M\u00e4ngelbeseitigung wurden vor kurzem abgeschlossen, so dass jetzt von einer Fertigstellung gesprochen werden kann. Nach Aussage von Prof. Obert (Steinbeiss-Transferzentrum) gibt es keine technischen Abweichungen gegen\u00fcber den Erwartungen. Im Zuge der Bauma\u00dfnahme wurden \u00fcber 200 F\u00fchler, Sensoren und Messger\u00e4te verbaut, die uns Daten \u00fcber das Temperaturverhalten, Luftstr\u00f6mungen und K\u00fchlleistungen des Erdw\u00e4rmetauschers und der Erdsonden liefern.<br \/>\nErste positive Erfahrungen mit den Tageslichtverh\u00e4ltnissen und dem sommerlichen Raumklima im Atrium best\u00e4tigen die Richtigkeit der Auswahl der transparenten Folienrollos als Sonnenschutz f\u00fcr das Glasdach. Dies ist von besonderer Bedeutung, da die gesamte Zuluft \u00fcber das Atrium gef\u00fchrt wird. Ein geeigneter Sonnenschutz mindert die Erw\u00e4rmung, l\u00e4sst aber ausreichende Tageslichtverh\u00e4ltnisse in den an das Atrium angrenzenden B\u00fcros zu. Demnach wird die Notwendigkeit der Geb\u00e4udek\u00fchlung auf ein Mindestmass reduziert.<br \/>\nDie Dimensionierung der Erdsonden ist ausreichend und die Geb\u00e4udek\u00fchlung effizient. Lediglich ein geringer Aufwand an Pumpenstrom ist erforderlich, um das Geb\u00e4ude auch im Extremsommer 2003 angenehm temperiert zu halten.<br \/>\nMit den hier beschriebenen Baumassnahmen wird j\u00e4hrlich der Aussto\u00df an CO2 um 175 Tonnen gesenkt.<br \/>\nIm Rahmen einer Diplomarbeit wurde an der Fachhochschule Ulm ein Vergleich der Wirtschaftlichkeit von Erdsonden, Luft\/Erd-Registern und Fernk\u00e4lte\/Fernw\u00e4rme durchgef\u00fchrt. Hier wurden insbesondere die Daten der Erdsonden am Energon mitverwertet. Das Ergebnis dieser Studie macht deutlich, dass Erdsonden nicht nur die deutlich wirtschaftlichste L\u00f6sung darstellen, sondern ebenso die Variante sind, bei denen der CO2 Aussto\u00df auf das geringste Ma\u00df reduziert werden kann. Demnach k\u00f6nnen besonders die in den n\u00e4chsten zwei Jahren zu erwartenden Ergebnisse der durch das Steinbeiss-Transfer-Zentrum im Rahmen der durch das BMWi finanzierten wissenschaftlichen Begleitstudie einen wesentlichen Beitrag zu einem Umdenkprozess im Bereich der regenerativen Energien leisten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber das Geb\u00e4ude wurde in vielen Fachzeitschriften und durch diverse Zeitungsartikel berichtet. Zus\u00e4tzlich kann \u00fcber die Internetseite www.solarbau.de das Kurzportr\u00e4t aus dem Internet geladen werden. Im Rahmen einer zweij\u00e4hrigen Evaluation wird im Auftrag des BMWi die Funktionsweise der Geb\u00e4udetechnik beobachtet und ausgewertet. Ergebnisse liegen aufgrund des kurzen Beobachtungszeitraumes noch nicht vor.<br \/>\nIm November 2003 wurde uns f\u00fcr den Bau des Energon der Deutsche Solarpreis in der Kategorie Solares Bauen verliehen, was dem Geb\u00e4ude weitere \u00d6ffentlichkeit beschert hat.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Bau des Energon wurde ein B\u00fcrogeb\u00e4ude im Spannungsfeld zwischen \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Fragestellungen realisiert. Notwendige Geb\u00e4udetechnik und gestalterischer Entwurf des Geb\u00e4udes erg\u00e4nzen sich und haben als Ergebnis ein echtes Avantgarde-Projekt mit Zukunftscharakter erm\u00f6glicht. Dieses Bauvorhaben ist der Beweis, dass Architektur und gesellschaftliche Fragestellungen fruchtbar miteinander verbunden werden k\u00f6nnen und dass das Ergebnis zukunftsweisend, wirtschaftlich und sch\u00f6n sein kann. Insbesondere im Bereich der Geb\u00e4udek\u00fchlung kann der innovative Ansatz als vorbildlich und zukunftsweisend angesehen werden, da die Funktionsweise und die Wirtschaftlichkeit \u00fcberzeugt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen der Konzipierung des weltweit gr\u00f6\u00dften B\u00fcrogeb\u00e4udes im Passivhaus-Standard wurde entschieden, im Bereich der Geb\u00e4udek\u00fchlung \/ W\u00e4rmeabfuhr einen innovativen Weg zu gehen. Dabei sollten in erster Linie Ma\u00dfnahmen getroffen werden, die die solaren und internen W\u00e4rmeeintr\u00e4ge m\u00f6glichst gering halten. 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