{"id":21526,"date":"2023-07-13T15:20:16","date_gmt":"2023-07-13T13:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17149-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:17","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:17","slug":"17149-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17149-01\/","title":{"rendered":"Vergleichende modellhafte Anwendung eines neu entwickelten Fugenstopfm\u00f6rtels an einem mittelalterlichen Kirchenbau im national wertvollen Ensemble P\u00fcckler-Park Muskau (Sachsen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>F\u00fcr den Erhalt der Bergschen Kirchruine sind eine Fugensanierung des Feldsteinmauerwerks und der Mauerkrone von zentraler Bedeutung. Es wurde nach einem geeigneten M\u00f6rtel mit Eigenschaften wie Feuchte- und Sulfatbest\u00e4ndigkeit gesucht. Der im Rahmen des BMBF-Programmes entwickelte HAZ-M\u00f6rtel scheint diese Eigenschaften zu erf\u00fcllen. Es erfolgte jedoch noch keine Anwendung an unregelm\u00e4\u00dfigem Mauerwerk aus Hartgestein. Im Rahmen einer Musterachse soll dieser HAZ-PmF-Fugenstopfm\u00f6rtel f\u00fcr eine Fugensanierung von unregelm\u00e4\u00dfigem Mauerwerk aus Hartgestein an der Berg`schen Kirchruine getestet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tAnlegen von Musterstreifen an der Kirchruine, an der Wetterseite, an durchgehenden Rissen und versalzenen Bereichen<br \/>\na)\tFugensanierung mit HAZ-PmF-Fugenstopfm\u00f6rtel und Fugendeckm\u00f6rtel<br \/>\nb)\tFugensanierung mit nachgestelltem Altm\u00f6rtel<br \/>\n2.\tErste Begutachtung der Musterachsen nach 3 Monaten durch TU Dresden, Baustofflabor, Herrn Hempel<br \/>\n3.\tIn Auswertung der ersten Ergebnisse Fugensanierung am gesamten Mauerwerk mit herk\u00f6mmlichem M\u00f6rtel nach 1b), da f\u00fcr die HAZ-Anwendung zur Verfugung von unregelm\u00e4\u00dfigem Natursteinmauerwerk noch keine Langzeiterfahrungen vorliegen.<br \/>\n4.\tWissenschaftliche Beobachtung der Musterachsen \u00fcber einen Zeitraum von 2 Jahren durch<br \/>\n5.\tHerrn Hempel mit Folgeuntersuchungen:<br \/>\n&#8211;\tFlankenhaftung am Hartgestein (bisher nur an weichen Steinen wie Sandstein angewandt);<br \/>\n&#8211;\tSchwinden, Rissbildung => Kartierung; Fotodokumentation;<br \/>\n&#8211;\tE-Modul-Bestimmung;<br \/>\n&#8211;\tEignung der M\u00f6rtel zur Fugensanierung im Bereich der Mauerkronen, des Mittelwandbereichs sowie des unteren Wandbereichs im Spritzwasserbereich;<br \/>\n&#8211;\tBetrachtungen zur \u00d6konomie beider Verfahren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Baustofflabor der TU Dresden konnte das Messprogramm zu den vergleichenden M\u00f6rteluntersuchungen nach zweij\u00e4hrigem Beobachtungszeitraum im November 2002 abschlie\u00dfen. Pro Jahr liefen Aufzeichnungen zu je 8 Messreihen.<br \/>\nNachfolgend sollen die wesentlichen Ergebnisse unter Beachtung baulich technologischer, \u00f6konomischer und denkmalpflegerischer Aspekte zusammengefasst und gewertet werden.<br \/>\nDer nachgestellte Kalkm\u00f6rtel entspricht vom Charakter und der Optik her dem Originalm\u00f6rtel, der an einigen Wandbereichen der Kirchruine erhalten werden konnte. Nach zweij\u00e4hriger Standzeit und stark wechselnden Tau-Frost-Perioden dieses Winters weisen die Fl\u00e4chen mit funktionierender Uml\u00fcftung ein intak-tes Erscheinungsbild auf. Probleme stellten sich bei den Kalkm\u00f6rtelfl\u00e4chen an Nord- und Westwand ein. Die hohe Feuchtebelastung, der Traufbereich von B\u00e4umen sowie fehlende Abtrocknung trugen dazu bei. Im Vergleich zum HAZ-Pmf-Fugenstopfm\u00f6rtel ist das Schwinden, Quellen, die Verformung beim Kalkm\u00f6rtel h\u00f6her.<br \/>\nFolgende Eigenschaften des HAZ-Pmf-Fugenstopfm\u00f6rtels k\u00f6nnen best\u00e4tigt werden :<br \/>\n&#8211;\tUnempfindlichkeit gegen die im Mauerwerk enthaltenen Salze an der S\u00fcdwand;<br \/>\n&#8211;\tguter Haftverbund zu den Natursteinen, es traten nur wenige Flankenabrisse auf, die jedoch keine gr\u00f6\u00dferen L\u00e4ngen erreichten;<br \/>\n&#8211;\tausreichende Festigkeit zur Stabilisierung des Natursteinmauerwerks im Bereich des Risses der Nordwand, wo zus\u00e4tzliche statische Kr\u00e4fte durch einen in der N\u00e4he stehenden Baum in das Mauerwerk eingeleitet werden;<br \/>\n&#8211;\tgeringe Wasseraufnahme und ausreichende Wasserdampfdurchl\u00e4ssigkeit an der witterungsm\u00e4\u00dfig stark belasteten Westwand, Stabilit\u00e4t auch im oberen Bereich an der Mauerkrone.<br \/>\nDer HAZ-M\u00f6rtel wirkt durch den aufgebrachten Deckm\u00f6rtel mit Bl\u00e4hschiefer sehr rustikal. Sein Erscheinungsbild entspricht dem Charakter einer mittelalterlichen Ruine. Als nachteilig wird die einsetzende Vergr\u00fcnung an der feuchtebelasteten Westwand eingesch\u00e4tzt, die eventuell durch den alkalisch reagiernden Faseranteil entsteht. Die Faserbewehrung im HAZ-M\u00f6rtel gew\u00e4hrleistet jedoch auch in statisch hoch belasteten Wandfl\u00e4chen eine Festigkeit des M\u00f6rtels.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine Pr\u00e4sentation zum HAZ-M\u00f6rtel f\u00fcr \u00f6rtliche Firmen fand am 01.09.00 statt. Des weiteren wurden zwei Reportagen mit dem Fernsehen WSW gedreht sowie mehrfach die \u00f6rtliche Presse geladen. Im ergangenen Jahr gab es eine Informationsveranstaltung f\u00fcr Muskauer Parkf\u00fchrer, in diesem Jahr sind zwei weitere \u00f6ffentliche F\u00fchrungen geplant. Am 28.09.01 besuchten ca. 40 Mitarbeiter des LfD im Rahmen einer Exkursion die Kirchruine.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ein Einsatz von HAZ-PmF-Fugenstopfm\u00f6rtel zur Verfugung von Feldsteinmauerwerk ist auf Grund der hohen Festigkeiten beider Materialien empfehlenswert. Die starke Flankenhaftung, Form- und Frostbest\u00e4ndigkeit sowie Salzresistenz sprechen speziell f\u00fcr einen Einsatz des M\u00f6rtels am Feldsteinmauerwerk.<br \/>\nBei der Verfugung von Sandstein f\u00fchrt eingesetzter HAZ-M\u00f6rtel in unver\u00e4nderter Rezeptur zu Kantenabplatzungen. Die einsturzgef\u00e4hrdete Kirchruine, eines der \u00e4ltesten mittelalterlichen Bauwerkeder \u00f6stlichen Oberlausitz, konnte denkmalgerecht gesichert werden. Eine generelle Sanierung mit HAZ-M\u00f6rtel war auf Grund der laufenden Testphase von 2 Jahren und des akuten Handlungsbedarfs nicht m\u00f6glich. Zudem ist eine Sanierung mit HAZ-M\u00f6rtel wegen der einzustellenden h\u00f6heren Kosten langfristig zu planen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens F\u00fcr den Erhalt der Bergschen Kirchruine sind eine Fugensanierung des Feldsteinmauerwerks und der Mauerkrone von zentraler Bedeutung. Es wurde nach einem geeigneten M\u00f6rtel mit Eigenschaften wie Feuchte- und Sulfatbest\u00e4ndigkeit gesucht. Der im Rahmen des BMBF-Programmes entwickelte HAZ-M\u00f6rtel scheint diese Eigenschaften zu erf\u00fcllen. 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