{"id":21521,"date":"2023-07-13T15:20:13","date_gmt":"2023-07-13T13:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17132-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:15","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:15","slug":"17132-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17132-01\/","title":{"rendered":"Beispielhafte umweltgerechte Sanierung der historischen Holz- und Fachwerkkonstruktion des historischen Detmolder Sommertheaters"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Initiative Detmolder Sommertheater e.V. plant die Rekonstruktion des 1995 unter Denkmalschutz gestellten Geb\u00e4udes, das durch moderne Funktionsbauten (B\u00fchnenhaus und Foyergeb\u00e4ude) erg\u00e4nzt wird. Ein besonderes Aufgabenfeld ist das sichtbare Fachwerk, das am Sommertheater saniert, in Teilbereichen wieder hergestellt und insgesamt bauphysikalisch und unter Nutzung umweltfreundlicher Techniken aufger\u00fcstet werden soll. Das folgend formulierte F\u00f6rderprojekt umrei\u00dft denkmalpflegerische und umweltgerechte Aspekte.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZiel ist die beispielhafte und umweltgerechte Sanierung der historischen Holz- und Fachwerkkonstruktion des historischen Sommertheaters.Die waldseitige Fachwerkau\u00dfenwand ist stark verfallen, da sie von innen verkleidet wurde und durch ihre Lage nur sehr wenig Sonneneinstrahlung hat. Hier m\u00fcssen viele Ausfachungen entfernt werden und zahlreiche H\u00f6lzer fachm\u00e4nnisch, umweltvertr\u00e4glich und denkmalpflegerisch ausgetauscht und aufgearbeitet werden, um die Standsicherheit der tragenden Au\u00dfenwand gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen. Weiterhin besteht der Verdacht des Schwammbefalls an diesen Bauteilen, die, falls notwendig, gro\u00dffl\u00e4chig saniert werden m\u00fcssen.<br \/>\nDie verbauten Fu\u00dfpunkte der Saalwand sollen rekonstruiert werden, so dass die Niveauanspr\u00fcche zwischen den Geb\u00e4udeteilen im Inneren von au\u00dfen wieder ablesbar werden. Hierf\u00fcr muss der gemauerte Sockel entfernt, eine neue Holzschwelle gelegt und die Fachwerkwand fachgerecht verl\u00e4ngert werden.<br \/>\nDie Fensteraufteilung in den Au\u00dfenw\u00e4nden soll nach historischem Vorbild rekonstruiert werden. Entfernte Zierstreben in den Gefachen sowie schadhafte H\u00f6lzer sollen denkmal- und umweltgerecht fachm\u00e4nnisch eingebaut werden. Entsprechend den historischen Vorgaben muss die Fachwerkwand von au\u00dfen verputzt und gestrichen werden.<br \/>\nF\u00fcr die Wiederaufnahme des Theaterbetriebs nach heutigen Anspr\u00fcchen sind dem historischen Geb\u00e4ude zahlreiche Ausbauma\u00dfnahmen notwendig. Um einen Ganzjahres- und dadurch \u00f6konomisch vertretbaren Betrieb des Sommertheaters zu gew\u00e4hrleisten, muss der Altbau dem heutigen W\u00e4rmeschutzgesetz angepasst werden. Durch die schlanke Fachwerkkonstruktion, die mit Ziegelsteinen ausgemauert ist, ergibt sich eine Au\u00dfenwandst\u00e4rke von ca. 18 cm, die f\u00fcr die heutigen W\u00e4rmeschutzanspr\u00fcche auf keinen Fall ausreichend ist. Da die historische Fachwerkwand aus denkmalpflegerischen Gr\u00fcnden von au\u00dfen sichtbar bleiben soll, m\u00fcssen diese W\u00e4rmeschutzma\u00dfnahmen auf der bauphysikalisch schwierigen Innenseite angebracht werden. Dies soll nach umweltrelevanten, \u00f6kologischen Gesichtpunkten erfolgen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Freilegungsarbeiten der historischen Substanz wurden Bausch\u00e4den, historische Konstruk-tionen sowie alte Handwerkstechniken sichtbar und erlebbar. In dieser Zeit sollte das Sommertheater bei der Weiterbildung von Studenten der Fachhochschule f\u00fcr Architektur und Innenarchitektur als Anschauungsobjekt dienen.<br \/>\nEs wurden F\u00fchrungen mit bis zu 30 Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Lippe , Fachbereich Architektur, Prof. Tobey, durchgef\u00fchrt, in denen die Sensibilit\u00e4t im Umgang mit Werkstoffen und die Anwendung umweltgerechter Materialien vermittelt wurden. Eine weitere F\u00fchrung mit Studentinnen und Studenten von Prof. Dreyer, Fachbereich Innenarchitektur der Fachhochschule Lippe, wurde unter der gleichen Zielsetzung durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIn sehr enger Weise arbeiten wir mit Herrn Prof. Dr. Baumeier, dem Direktor des Westf\u00e4lischen Freilichtmuseums Detmold zusammen, der den Architekten und die Initiative Detmolder Sommertheater e.V. in fachlichen Fragen ber\u00e4t und der eine enge inhaltliche Kooperation nach der Inbetriebnahme des Detmolder Sommertheaters mit seinem Institut anstrebt.<br \/>\nIn gleicher Weise ist die besonders gute Zusammenarbeit mit Frau Dr. Tillessen vom Westf\u00e4lischen Amt f\u00fcr Denkmalpflege hervorzuheben.<br \/>\nDurch die zweij\u00e4hrige Beteiligung der Europ\u00e4ischen Werkstatt f\u00fcr Arbeit und Technik &#8211; EUWATEC gGmbH wurden 15 besch\u00e4ftigungslose Jugendliche unter Anleitung von Fachhandwerkern (Restaurator, Tischler, Maurer) zu neuen Wegen in das Berufsleben gef\u00fchrt. Umweltgerechter Umgang beu diesen Arbeiten war zwischen den Beteiligten abgesprochen und gem\u00e4\u00df Priorit\u00e4t bei dieser Zusammenarbeit.<br \/>\nDie Fachhochschule Detmold, Abteilung Architektur wurde Gelegenheit gegeben, ein Aufma\u00df im Be-stand zu \u00fcben. Eine Dokumentation \u00fcber die Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten im Zusammenhang mit modernen Methoden und Materialien wird von unserem Architekten baubegleitend erarbeitet.<br \/>\nAu\u00dferhalb zu beschriebenen Verfahren zum Wiederaufbau dese Detmolder Sommertheaters hat die angeregte Sensibilisierung f\u00fcr \u00f6kologisches Bauen dazu gef\u00fchrt, dass nach der Entsiegelung der Au\u00dfenfl\u00e4chen alle anfallende Oberfl\u00e4chenwasser (Grundst\u00fcck und Dach) \u00fcber ein Rigolensystem versickert.<br \/>\nDas Eindringen in die Thematik des umweltbewussten Bauens hat den bauleitenden Architekten aus dem B\u00fcro Prof. Obbelode, Herrn Hillenhinrichs, dazu veranlasst, sich zum \u00f6ffentlich bestellten und vereidigten Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr Sch\u00e4den an Geb\u00e4uden weiterbilden zu lassen. Ein Ziel von Herrn Hillenhinrichs ist vor allem, Sanierungsma\u00dfnahmen auch unter \u00f6kologischen Gesichtspunkten durchzuf\u00fchren und Bauherren f\u00fcr umweltgerechte Wiederherstellung von Geb\u00e4uden zu sensibilisieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfige Pressekonferenzen haben die einzelnen Handlungsschritte begleitet. Dar\u00fcber liegt hier eine ausf\u00fchrliche Pressedokumentation vor. Dar\u00fcber hinaus hat das Westdeutsche Fernsehen mehrfach \u00fcber das Sommertheater berichtet, umfassend in einer halbst\u00fcndigen Live-Sendung am 21.06.2003. Der WDR-H\u00f6rfunk berichtete mehrfach in den regionalen Ausgaben, aber auch in der Kultursendung Resonanzen.<br \/>\nIn der Bauphase und nach Fertigstellung des Bauvorhabens soll die Funktion als Anschauungsobjekt nicht verloren gehen.<br \/>\nEine Zusammenarbeit mit dem Westf\u00e4lischen Freilichtmuseum wird vorbereitet. Es soll eine Ausstellung \u00fcber den Werdegang, den Umbau und die Revitalisierung des Sommertheaters entstehen. Diese Ausstellung soll die Bedeutung dieses kulturell einmalige Baudenkmals f\u00fcr die Region auch f\u00fcr ausw\u00e4rtige Besucher deutlich machen, dies auch besonders unter Gesichtspunkten des \u00d6kologischen Bauens.<br \/>\nWeiterhin sind F\u00fchrungen und Veranstaltungen im Objekt geplant, dem fachkundigen Besucher die Problematik dieses Bauvorhabens deutlich machen sollen. Z. Zt. finden unter diesem Aspekt w\u00f6chentlich 2-3 F\u00fchrungen statt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Sommertheater ist ein \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliches Geb\u00e4ude und bietet gute Voraussetzungen ein Modell f\u00fcr Detmold und die Region OWL zu werden.<br \/>\nAlte Techniken mit den neuesten \u00f6kologischen Erkenntnissen umzusetzen diente hier auch der Weiterbildung und Sensibilisierung der beteiligten Handwerksfirmen und ist beispielhaft an diesem Objekt durchgef\u00fchrt worden.<br \/>\nDiese Baudenkmal wird damit praktisches Anschauungsobjekt nicht nur f\u00fcr Handwerker und Studenten der ortsans\u00e4ssigen Denkmalpflege- und Fachhochschule, sondern auch f\u00fcr die Detmolder B\u00fcrger und Interessierte in der Region Ostwestfalen-Lippe und dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Initiative Detmolder Sommertheater e.V. plant die Rekonstruktion des 1995 unter Denkmalschutz gestellten Geb\u00e4udes, das durch moderne Funktionsbauten (B\u00fchnenhaus und Foyergeb\u00e4ude) erg\u00e4nzt wird. 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