{"id":21501,"date":"2023-07-13T15:20:13","date_gmt":"2023-07-13T13:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17088-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:14","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:14","slug":"17088-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17088-01\/","title":{"rendered":"Demonstration und Erprobung eines Verfahrens zur Verringerung der Abwassermenge durch integrierte Teilstrombehandlung mit Ozon-Technologie in einer Papierfabrik, die hochwertige Papier- und Kartonsorten herstellt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel war eine 50-%-ige Reduzierung der spezifischen Abwassermenge durch integrierte Kreislaufwasserbehandlung mittels einer neuartigen Verfahrenskombination Feinfiltration und Ozonbehandlung. Aufgrund der Lage des Unternehmens in einem Landschaftsgebiet mit sehr hohem Freizeitwert, welches zugleich ein Haupteinzugsgebiet f\u00fcr die Trinkwasserversorgung der Stadt M\u00fcnchen ist, ist die B\u00fcttenpapierfabrik Gmund st\u00e4ndig bem\u00fcht, die durch die Papierherstellung verursachte Umweltbelastung stetig zu verringern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMittels einer detaillierten Bestandsaufnahme wurden die dynamischen Vorg\u00e4nge bei den h\u00e4ufigen An- und Abfahrvorg\u00e4ngen sowie Sortenwechseln systematisch erfasst. Anhand eines dynamischen Simulationsmodells wurden die geplanten Umstellungen unter Ber\u00fccksichtigung der zu integrierenden Kreislaufwasserreinigungs-(KWR)-anlage verifiziert. Parallel hierzu erfolgten &#8211; auf der Basis der Voruntersuchungen &#8211; das Detailengineering der KWR-Anlage sowie vorbereitende Umbauma\u00dfnahmen. Die neue KWR-Anlage, bestehend aus einem Druckscheibenfilter und einer Ozonbehandlungsstufe wurde ein Jahr nach Projektbeginn (Okt 2000) im Nov 2001 in Betrieb genommen. Das Druckscheibenfilter hat eine Gesamtfl\u00e4che von 13,5 m2 und eine aktive Filterfl\u00e4che von 10 m2. Die Ozonerzeugungskapazit\u00e4t betr\u00e4gt maximal 3 kg O3\/h, die Ozondosis je m3 Prozesswasser kann von 10 bis 100 g O3\/m3 variiert werden. Das Ozon wird aus aufbereiteter Umgebungsluft hergestellt. Zu Beginn des Jahres 2003 wurden zus\u00e4tzliche, urspr\u00fcnglich nicht geplante Umstellungen im Siebwasser- und Klarwassersystem vorgenommen. Hintergrund war, dass das Druckscheibenfilter nahezu von Beginn  an nicht dauerhaft gem\u00e4\u00df den Auslegungswerten betrieben werden und deshalb keine rasche Abwassereinsparung realisiert werden konnte. Die Betriebserfahrungen und -untersuchungen an der Ozonanlage wurden durch 20 Ozonversuche im Laborma\u00dfstab mit unterschiedlichen Zielstellungen begleitet.<br \/>\nDie Auswirkungen der neuartigen Verfahrenskombination auf das zu behandelnde Prozesswasser und auf das Abwasser wurde anhand von in der Papierherstellung \u00fcblichen Wasserparametern beurteilt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die KWR-Anlage erbringt nach zahlreichen Optimierungsarbeiten und zus\u00e4tzlichen internen Umstellungen der Wasserf\u00fchrung die erforderliche Reinigungsleistung. F\u00fcr einen noch wirtschaftlicheren Betrieb der Gesamtanlage muss die Standzeit des Filtermaterials im Druckscheibenfilter auf 12 Monate mit 225 Arbeitstagen\/Jahr erh\u00f6ht werden. Die Ozonanlage arbeitet zuverl\u00e4ssig, die Leistungsf\u00e4higkeit konnte nach nur 9 Monaten mit sehr positiv bewertet werden. Die Ozonstufe ist in der Lage, eine Entf\u00e4rbung bzw. F\u00e4rbungsverringerung im Kreislaufwasser und im Abwasser entsprechend den Anforderungen in der Produktion und im Hinblick auf die Abwassereinleitung zu bewirken.<br \/>\nDie spezifische Abwassermenge konnte im letzten Halbjahr der Projektlaufzeit um 52 % auf 13,9 l\/kg Papier reduziert werden. Dar\u00fcber hinaus hat die Integration der neuen KWR-Anlage zu folgenden Umweltentlastungen gef\u00fchrt:<br \/>\n\u00a7\tAbwassermenge: \t\tminus 65.000 m3\/a bzw. &#8211; 51 %,<br \/>\n\u00a7\tCSB-Gesamtfracht: \t\tminus 38.000 kg\/a bzw. &#8211; 58 %,<br \/>\n\u00a7\tAOX-Facht:  \t\t\tminus 15,8 kg\/a bzw. &#8211; 50 % und<br \/>\n\u00a7\tFeststofffracht: \t\t\tminus 45.450 kg Trockensubstanz\/a bzw. &#8211; 86 %.<br \/>\nDie Ozonbehandlung hat einen positiven Einfluss auf die Kreislaufwasser- und Abwassereigenschaften. Die Wiederverwendung von ozonbehandeltem Kreislaufwasser in der Produktion war und ist bei gleich bleibender Produktqualit\u00e4t problemlos m\u00f6glich. Urspr\u00fcnglich in Erw\u00e4gung gezogene negative Auswirkungen wie etwa auf die Leimung, auf die Lichtechtheit der Produkte etc. wurden nicht beobachtet.<br \/>\nDie erfolgreiche Projektdurchf\u00fchrung war nur durch die enge Zusammenarbeit von Projektleitung und wissenschaftlich-technischer Begleitung m\u00f6glich. Unterst\u00fctzt wurde das Team von den Anlagenherstellern, und vom Abwasserzweckverband Tegernseer Tal sowie den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden (LRA, WWA und der Fachabteilung im Bayerischen Landesamt f\u00fcr Wasserwirtschaft), die von Beginn an eingebunden waren. Besonderer Dank gilt auch dem Betriebspersonal, das dieser neuartigen Kreislaufwasserreinigungsanlage offen gegen\u00fcber stand und die Mehrarbeit mit gro\u00dfem Engagement bew\u00e4ltigt hat.<br \/>\nBei einer Kreislaufwasser- und Abwasserreinigungsanlage bestehend aus mehreren Verfahrensschritten m\u00fcssen die einzelnen Komponenten zum Einen perfekt aufeinander abgestimmt sein, zum Anderen aber auch dauerhaft gem\u00e4\u00df der Auslegung betrieben werden k\u00f6nnen. Letzteres konnte nicht in vollem Umfang realisiert werden. Die abschlie\u00dfend guten Reinigungsleistungen der Gesamtanlage konnten nur durch Mehraufwand erreicht werden. Die B\u00fcttenpapierfabrik Gmund hat mit der Integration der KWR-Anlage einen neuen Weg zur Abwasserreduzierung beschritten, der auch von anderen Papierherstellern z. B. im Falle der R\u00fcckf\u00fchrung biologisch gereinigter und mit Ozon entf\u00e4rbter Abw\u00e4sser gegangen werden kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber das Projekt wurde von Beginn an in insgesamt neun Vortr\u00e4gen auf nationalen und internationalen Veranstaltungen berichtet. In den PTS-News erschienen zwei Kurzartikel. Weitere, ausf\u00fchrlichere Ver\u00f6ffentlichungen in einer deutsch- und einer englisch-sprachigen Fachzeitschrift erfolgen noch in 2004.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das von der DBU gef\u00f6rderte Vorhaben Az 17088 wurde erfolgreich abgeschlossen. Das Ziel einer Halbierung der spezifischen Abwassermenge von 29 auf 14,5 wurde mit einem erreichten Wert von 13,9 l\/kg sogar leicht \u00fcbertroffen. Entgegen den Erwartungen ging das technische Risiko nicht von dem innovativen Reinigungsschritt der Ozonstufe aus, sondern vom klassischen Vorgang der Hochklarwassererzeugung. Hier besteht noch Optimierungsbedarf, vor allem im Hinblick auf die Standzeit und Durchl\u00e4ssigkeit des Filtermaterials. Ozonbehandelte W\u00e4sser k\u00f6nnen in der Papierherstellung problemlos wieder eingesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel war eine 50-%-ige Reduzierung der spezifischen Abwassermenge durch integrierte Kreislaufwasserbehandlung mittels einer neuartigen Verfahrenskombination Feinfiltration und Ozonbehandlung. Aufgrund der Lage des Unternehmens in einem Landschaftsgebiet mit sehr hohem Freizeitwert, welches zugleich ein Haupteinzugsgebiet f\u00fcr die Trinkwasserversorgung der Stadt M\u00fcnchen ist, ist die B\u00fcttenpapierfabrik Gmund st\u00e4ndig bem\u00fcht, die durch die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[57,51,53],"class_list":["post-21501","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-bayern","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"17088\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-17088.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"357.904,32","dbu_projektdatenbank_firma":"B\u00fcttenpapier Gmund GmbH & Co. KG","dbu_projektdatenbank_strasse":"Mangfallstr. 5","dbu_projektdatenbank_plz_str":"83701","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Gmund","dbu_projektdatenbank_p_von":"2000-05-25 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2004-03-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"3 Jahre und 10 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"08022\/7500-0","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Bayern","dbu_projektdatenbank_foerderber":"35","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21501","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21501\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34504,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21501\/revisions\/34504"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21501"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21501"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21501"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}