{"id":21493,"date":"2023-07-13T15:20:13","date_gmt":"2023-07-13T13:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17051-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:14","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:14","slug":"17051-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17051-01\/","title":{"rendered":"Einsatz von historischem Material angepassten Fugen- und Putzm\u00f6rteln f\u00fcr umweltgesch\u00e4digtes Ziegelmauerwerk der Westwerkfassade der Klosterkirche Jerichow (Sachsen-Anhalt)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anla\u00df: Das Westwerk der Klosterkirche zu Jerichow ist durch M\u00f6rtelauswaschungen, Ziegelzerfall und andere Schadensph\u00e4nomene im Bestand bedroht und wegen der dadurch herrschenden Absturzgefahr f\u00fcr Besichtigungen gesperrt. Die Ursachen hierf\u00fcr liegen zweifellos auch in der Einwirkung von aggressiven Luftschadstoffen. Zielsetzung: Bei den jetzt notwendigen Sicherungsarbeiten sollen durch die Auswahl geeigneter M\u00f6rtelrezepturen und einer m\u00f6glichst optimalen Abstimmung auf die hier vorhandene Umweltproblematik Langzeiterfahrungen gewonnen werden, die anderen \u00e4hnlich belasteten Objekten der Region modellhaft dienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie reine Sicherung der Westfassade hat eindeutig Vorrang vor \u00e4sthetischen und denkmalpflegerischen Ma\u00dfnahmen, mu\u00df aber auf Grund der herausragenden historischen und denkmalpflegerischen Bedeutung dieses Bauwerkes solche Gesichtspunkte im erh\u00f6hten Umfang ber\u00fccksichtigen. Arbeitsschritte: In enger Abstimmung mit dem LfD und dem IDK wurden folgende Arbeitsschritte festgelegt: Lose Ziegel sind neu zu verm\u00f6rteln, stark schadhafte oder fehlende Ziegel oder Formsteine sind zu erg\u00e4nzen, die Putzspiegel sind zu \u00fcberarbeiten, mittelalterliche Putzreste von sch\u00e4dlichen Zementputzen freizulegen, die Fassadenverfugung ist so zu \u00fcberarbeiten, da\u00df eine Wasserableitung gew\u00e4hrleistet ist. Das schadhafte Dach des Zwischenbaues soll zur Gefahrenabwehr umgedeckt bzw. repariert werden.<br \/>\nMethoden: Die fehlenden Ziegel sind im alten Format neu herzustellen, Steinerg\u00e4nzungen werden mit noch festzulegendem Ersatzmaterial, alle Putz- und M\u00f6rtelerg\u00e4nzungen mit Reinkalkm\u00f6rtel auf Sumpfkalkbasis und r\u00f6tlichen Sanden nach Musterfl\u00e4chen vorgenommen. Schl\u00e4mmungen sind mit Sumpfkalk und Quarkzugabe auszuf\u00fchren. Es kommen vorzugsweise althergebrachte Handwerkstechniken zum Einsatz, die sowohl vom LfD als auch vom IDK festgelegt und dokumentiert sowie einer Langzeitbeobachtung unterzogen werden. Zielstellung ist eine zuverl\u00e4ssige Feststellung der Auswirkungen von Um-weltverschmutzungen auf die eingesetzten klassischen Baustoffe. Als innovativer Nebeneffekt wird die weitgehende Wiederherstellung des mittelalterlichen Erscheinungsbildes der Fassadenfl\u00e4chen angestrebt. Hierzu tr\u00e4gt auch die Erg\u00e4nzung der Fehlstellen in der Dachhaut mit mittelalterlichen Biberschwanzziegeln aus Zweitverwendung bei.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ob und in welchem Umfang bei diesem Vorhaben die angestrebten Ziele erreicht werden kann im Wesentlichen erst nach einer recht langen Standzeit der sanierten Fassadenteile festgestellt werden. Dies deshalb, weil die Zielsetzung darauf abgestimmt ist, eine m\u00f6glichst lange Standzeit der Reparaturstellen und der daf\u00fcr eingesetzten Baustoffe unter Ber\u00fccksichtigung der hier herrschenden Umwelteinfl\u00fcsse zu erreichen. Da die heute hierf\u00fcr allgemein \u00fcblichen Baustoffe unter derartigen Bedingungen eine Standzeit von 10 bis 20 Jahren erreichen d\u00fcrften, kann fr\u00fchestens in 10 Jahren ein erstes Ergebnis erwartet wer-den, welches dann beispielsweise im Abstand von jeweils 5 Jahren \u00fcberpr\u00fcft und dokumentiert werden sollte. Als erstes Kurzzeitergebnis kann aber schon heute festgestellt werden, da\u00df die hier eingesetzten alther-gebrachten konventionellen Baustoffe auf jeden Fall hervorragend mit der historischen Bausubstanz harmonieren, so da\u00df zumindest das erzielte optische Ergebnis sehr zufriedenstellend und glaubw\u00fcrdig ausgefallen ist. Durch eine entsprechende nat\u00fcrliche Abkreidung der Putz- und M\u00f6rteloberfl\u00e4chen ist im Gegensatz zu modernen Baustoffen schon im ersten Winterhalbjahr der sonst langanhaltende plakative Eindruck verschwunden. Als recht positiv stellte sich au\u00dferdem heraus, da\u00df durch Verwendung aus-schlie\u00dflich nat\u00fcrlicher Baustoffe keinerlei umweltsch\u00e4dliche Abf\u00e4lle aufgetreten sind, die h\u00e4tten aufw\u00e4ndig als Sonderm\u00fcll entsorgt werden m\u00fcssen. Allein schon durch die dadurch erzielten Kosteneinsparungen konnten die geringf\u00fcgig h\u00f6heren Anschaffungskosten der historischen Baustoffe kompensiert wer-den.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Da gesicherte Erkenntnisse \u00fcber die Ergebnisse der gef\u00f6rderten Ma\u00dfnahmen erst nach fr\u00fchestens 10 Jahren zu erwarten sind, kann heute noch keine glaubw\u00fcrdige \u00d6ffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege und dem Institut f\u00fcr Diagnostik und Konservierung in Halle ist jedoch sichergestellt, da\u00df die jeweils gewonnenen Erfahrungen an interessierte Fachkreise weitergegeben werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Obgleich noch keine aussagekr\u00e4ftige Ergebnisse vorliegen, kann doch schon heute davon ausgegangen werden, da\u00df die gew\u00e4hlte Vorgehensweise f\u00fcr das historische Bauwerk angemessen ist und die Langzeitergebnisse mit berechtigtem Optimismus abgewartet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anla\u00df: Das Westwerk der Klosterkirche zu Jerichow ist durch M\u00f6rtelauswaschungen, Ziegelzerfall und andere Schadensph\u00e4nomene im Bestand bedroht und wegen der dadurch herrschenden Absturzgefahr f\u00fcr Besichtigungen gesperrt. Die Ursachen hierf\u00fcr liegen zweifellos auch in der Einwirkung von aggressiven Luftschadstoffen. Zielsetzung: Bei den jetzt notwendigen Sicherungsarbeiten sollen durch die Auswahl geeigneter M\u00f6rtelrezepturen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2425,69,53],"class_list":["post-21493","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-kulturgueter","tag-sachsen-anhalt","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"17051\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-17051.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"81.806,70","dbu_projektdatenbank_firma":"F\u00f6rderverein Erhaltet Kloster Jerichow e. V.","dbu_projektdatenbank_strasse":"Lindenstr. 5","dbu_projektdatenbank_plz_str":"39319","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Jerichow","dbu_projektdatenbank_p_von":"1999-10-13 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-07-12 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 9 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0171\/2128615","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Sachsen-Anhalt","dbu_projektdatenbank_foerderber":"60","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21493","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21493\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34496,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21493\/revisions\/34496"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21493"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21493"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21493"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}