{"id":21483,"date":"2024-11-27T10:36:10","date_gmt":"2024-11-27T09:36:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17015-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:12","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:12","slug":"17015-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17015-01\/","title":{"rendered":"Erarbeitung eines einzugsgebietsbezogenen Struktur- und Ma\u00dfnahmenkonzeptes f\u00fcr die Revitalisierung des Seenverbundes der Cybina"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Als Bestandteil des Seenverbundes der Cybina liegt der Swarzedz-See in einer landes-, kommunal- und raumplanungsrelevanten Region Polens. Die Revitalisierung des stark belasteten Oberfl\u00e4chen-Gew\u00e4ssers ist f\u00fcr den Ort Swarzedz hinsichtlich der Erholungsnutzung von gro\u00dfer Bedeutung. Dies kann mit nachhaltigem Erfolg nur durch eine Verbesserung der Qualit\u00e4t der Still- und Flie\u00dfgew\u00e4sser des gesamten Seenverbundes im Einzugsgebiet der Cybina erreicht bzw. gesichert werden. Im Wasserschutzprogramm f\u00fcr den Fluss Cybina wurden erste Vorstellungen und Investitionsplanungen zur Verbesserung der Wasserqualit\u00e4t im Einzugsgebiet zusammengefasst. Die wesentlichen Projektbestandteile beinhalteten die Aufnahme der aktuellen Situation vor Ort, die Erstellung eines integrativen Gesamtsanierungskonzeptes f\u00fcr das Einzugsgebiet der Cybina, das Aufzeigen von Finanzierungswegen und die Erarbeitung von Vorschl\u00e4gen f\u00fcr die Schaffung von administrativen Strukturen vor Ort f\u00fcr die koordinierte Umsetzung der Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZu Beginn der Projektarbeit standen die Sichtung der vorhandenen Unterlagen, das Aufdecken von Kenntnisl\u00fccken und die Einrichtung zweier Arbeitskreise (wissenschaftlicher und administrativer AK). Nach weiterer Datenerhebung zur Gew\u00e4sser- und Abwassersituation sowie zur landwirtschaftlichen und fischereiwirtschaftlichen Lage im Einzugsgebiet, folgten die Auswertungen der Daten, die Darstellung und Bewertung des Istzustandes sowie die Erarbeitung der Zielvorgaben. Parallel erfolgte die Erarbeitung or-ganisatorischer Strukturen. Die abschlie\u00dfende Aufstellung und Bewertung des detaillierten Ma\u00dfnahmenkataloges f\u00fcr die Sanierung des Einzugsgebietes der Cybina sowie f\u00fcr die Revitalisierung des Swarzedz-Sees und das Aufzeigen der Finanzierungswege orientierte sich an den gegebenen Verh\u00e4ltnissen in Polen. Auf die Europ\u00e4ische Wasserrahmenrichtlinie wurde dabei hingewiesen. S\u00e4mtliche Projektphasen wurden durch Sitzungen und Abstimmungsgespr\u00e4che der Arbeitskreise begleitet. Dem Planungsb\u00fcro KLS oblag die Projektleitung. Durch die Stadt Swarzedz wurden Kontakte zu den im Einzugsgebiet lie-genden Kommunen und deren Vertretern hergestellt. Das Arbeitsfeld der BTU und der Universit\u00e4t in Poznan umfasste wissenschaftliche und ingenieurtechnische Leistungen hinsichtlich der Darstellung der Belastungssituation der Gew\u00e4sser.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Bildung der beiden Arbeitskreise erfolgte gleich zu Beginn des Projektes. Der Arbeitskreis 1 war mit der wissenschaftlichen Betreuung und der Koordination des Projektes betraut, der Arbeitskreis 2 vertrat die Interessen der f\u00fcnf Gemeinden im Einzugsgebiet. In den regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden Arbeitskreissitzungen wurden Informationen zwischen dem AK 1 und AK 2 ausgetauscht, zu den Sitzungen waren au-\u00dferdem Fachleute aus den Bereichen Abwasserwirtschaft, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Melioration und Umweltschutz sowie die jeweiligen B\u00fcrgermeister oder Gemeindedirektoren und Mitglieder des polnisch-\u00f6kologischen Clubs eingeladen. Aus dem AK 2 sollte ein sich selbstverwaltender Gew\u00e4sserverband hervorgehen. Ein Gemeindevertrag zum Schutz der Cybina-Gew\u00e4sser sollte das Regelwerk zur Umsetzung der angedachten Restaurierungs- und Sanierungsma\u00dfnahmen darstellen. Bisher konnten sich die f\u00fcnf Gemeinden jedoch nicht auf einen gemeinsamen Vertrag einigen. Die Klassifizierung der Flie\u00dfgew\u00e4sser anhand der Phosphorkonzentrationen (LAWA) ergab G\u00fcteklassen zwischen II &#8211; IV. Stark mit N\u00e4hrstoffen belastet sind der Mielcuchgraben in Swarzedz und der Kostrzyngraben in Kostrzyn. \u00dcber das Einzugsgebiet werden in den Swarzedz-See ca. 3,2 t TP\/a eingetragen. Die hohe N\u00e4hrstoffbelastung f\u00fchrt im See zu einem sehr hohen Trophieniveau von polytroph 1. Der potentiell nat\u00fcrliche Zustand des Sees liegt bei eutroph 1. Daraus ergibt sich eine maximal zul\u00e4ssige externe Phosphorbelastung von 1,7 t P\/a. Die Phosphoreintr\u00e4ge in den Swarzedz-See m\u00fcssen demnach auf ca. die H\u00e4lfte (um 53%) reduziert werden. Ein Drittel der Phosphorfracht (ca. 1,3 t) kann als geogene Grundbelastung betrachtet werden. Zwei Drittel sind gr\u00f6\u00dftenteils auf die unzureichende Abwasserreinigung und -einleitung, die Fischzucht sowie z.T. auch auf den Phosphoreintrag von den Ackerfl\u00e4chen im Einzugsgebiet zur\u00fcckzuf\u00fchren. Landwirtschaftliche Eintr\u00e4ge erfolgen \u00fcber Erosion. N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge durch die Fischzucht liegen in der \u00dcberdosierung der Zuf\u00fctterungsmengen begr\u00fcndet. Die Abw\u00e4sser der Gemeinden werden zum Gro\u00dfteil direkt in die Gew\u00e4sser eingeleitet. Von 41 St\u00e4dten und D\u00f6rfern im Einzugsgebiet besitzen nur 6 eine Kl\u00e4ranlage. Ein Teil der Abw\u00e4sser der einzelnen Orte wird mittels Tankwagen abgefahren, diese erreichen aber oft nicht die Kl\u00e4ranlagen, sondern nahe liegende Felder oder auch direkt die Cybina und deren Zufl\u00fcsse. Bei den geplanten Sanierungsma\u00dfnahmen stehen die punktuellen Quellen auf Grund ihrer Lokalisierung und der technologischen M\u00f6glichkeiten, diese zu reduzieren, im Vordergrund. In fast allen Gemeinden liegen konkrete Pl\u00e4ne zur Modernisierung, Ausbau oder Neubau von Kl\u00e4ranlagen, Kanalisation und Regenr\u00fcckhaltebecken vor. Als weitere Ma\u00dfnahmen zur Verringerung der N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge sind die Errich-tung von Gew\u00e4sserrandstreifen und Schaffung oder Erweiterung von Retentionsfl\u00e4chen angedacht. Der Bau eines Schulungszentrums f\u00fcr nachhaltige Landwirtschaft im Einzugsgebiet ist ebenfalls in Planung. Die Ausweisung des Cybina-Tales als Landschaftsschutzgebiet ist derzeit in der Diskussion. Der Woiwode von Poznan hat dem Antrag bereits zugestimmt, es fehlt aber noch die Einwilligung der B\u00fcrgermeister der betroffenen Gemeinden. Als eine Restaurierungsma\u00dfnahme des Swarzedz-See wird eine Entschlammung vorgeschlagen. F\u00fcr eine genauere Einsch\u00e4tzung, ob und wie viel Sediment entnommen werden muss, werden demn\u00e4chst Laborversuche zur Phosphorfreisetzung aus dem See-Sediment von der Universit\u00e4t in Poznan durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die Umsetzung der geplanten Ma\u00dfnahmen fallen Kosten von insgesamt ca. 37 Millionen Euro an. Im Rahmen des Projektes wurde f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung auf folgende nationale und europ\u00e4ische Fonds und F\u00f6rderprogramme hingewiesen: Nationalfond und Woi-wodschaftsfond f\u00fcr Umweltschutz und Wasserwirtschaft, Ecofond, ISPA, SAPARD, Interreg III B und LI-FE. Die F\u00f6rdermittel m\u00fcssen durch den Gemeindeverband beantragt werden. Ein formloser Antrag wurde bereits beim Woiwodschaftsfond eingereicht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das DBU-Projekt zur Revitalisierung der Cybina wurde in den f\u00fcnf Gemeinden im Einzugsgebiet (Swarzedz, Pobiedziska, Kostrzyn, Lubowo, Poznan) jeweils dem Gemeinderat dargestellt. Durch Presse, Fernsehen und den polnischen Club wurde die \u00d6ffentlichkeit dar\u00fcber informiert. Auf Fachtagungen in Polen, Schweden, Frankreich und Deutschland wurde das Projekt vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zur Revitalisierung der Cybina und ihrer Seen ist eine integrative und einzugsgebietsbezogene Betrachtung und Vorangehensweise, wie sie in diesem Projekt verfolgt wurde, notwendig. F\u00fcr die Realisierung der Ma\u00dfnahmen und die Antragstellung bei nationalen und europ\u00e4ischen Fonds ist die Zusammenarbeit der betroffenen Gemeinden im Einzugsgebiet und die Gr\u00fcndung eines Verbandes zu diesem Zweck erforderlich. Da sich jedoch die f\u00fcnf Gemeinden aufgrund unterschiedlicher Interessen bisher nicht auf einen gemeinsamen Vertrag zum Schutz der Cybina geeinigt und damit noch keinen Verband gegr\u00fcndet haben, konnten keine F\u00f6rdermittel beantragt werden. Das Umweltbewusstsein vor Ort ist noch nicht sehr ausgepr\u00e4gt. Wirtschaftliche Interessen wie z.B. der Erwerb von g\u00fcnstigem Bauland stehen vor nachhaltiger Bewirtschaftung. In diesem Bereich m\u00fcsste vor Ort mehr \u00d6ffentlichkeits- und Aufkl\u00e4rungsarbeit geleistet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Als Bestandteil des Seenverbundes der Cybina liegt der Swarzedz-See in einer landes-, kommunal- und raumplanungsrelevanten Region Polens. Die Revitalisierung des stark belasteten Oberfl\u00e4chen-Gew\u00e4ssers ist f\u00fcr den Ort Swarzedz hinsichtlich der Erholungsnutzung von gro\u00dfer Bedeutung. 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