{"id":21367,"date":"2024-11-27T10:36:10","date_gmt":"2024-11-27T09:36:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16765-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:10","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:10","slug":"16765-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16765-01\/","title":{"rendered":"Einsatz von starkvolumigem Brettschichtenholz zur dauerhaften Restitution irreversibel umweltgesch\u00e4digter Vollholzbauteile gro\u00dfen Querschnitts an der Stephanskirche in Tangerm\u00fcnde (Sachsen-Anhalt)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anwendung einer denkmalvertr\u00e4glichen Einbindung von Brettschichtholz (BSH) bei Beachtung der Bestandswerte an der Laternenkonstruktion des Kirchturmes, aufgrund irreparabler Sch\u00e4den durch direkte Umwelteinwirkungen und Bewitterung in gro\u00dfer Einbaulage.<br \/>\nDie Ergebnisse und Erfahrungen werden zur Kl\u00e4rung der Einsatzm\u00f6glichkeiten von BSH im Bereich der Baudenkmalpflege bei der substanzschonenden Reparatur an historisch bedeutenden Holzkonstruktio-nen (Dach- und Turmtragwerke) f\u00fchren und damit zum schonenden Umgang mit dem nat\u00fcrlichen Rohstoff Holz in gro\u00dfen Querschnitten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie h\u00f6lzernen Konstruktionen der Turmhaube wurden auf Besch\u00e4digungen und Sch\u00e4dlingsbefall untersucht. Die Laternenkonstruktion wurde auf tierischen und pflanzlichen Befall untersucht. F\u00fcr die Laternenstiele wurden erg\u00e4nzend Bohrwiderstandsmessungen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIn Auswertung der durchgef\u00fchrten Untersuchungen wurde die Festlegung der zu erneuernden Bauteile getroffen.<br \/>\nDie Bauteile der Konstruktion wurden demontiert und zur Wiederbeschaffung gleicher Querschnitte vermessen. Nach der Beschaffung des Brettschichtholzes (BSH) erfolgte der Abbund der Konstruktion an Hand der erfolgten Bestandsaufnahme in traditionellen Zimmermannstechniken. Die Bauteile wurden, s\u00e4mtlich zum Richten vorbereitet, auf der Baustelle angeliefert. Parallel zu den Untersuchungs-, Demontage- und Vorbereitungsarbeiten erfolgte entsprechend den Erfordernissen die Durchf\u00fchrung der erforderlichen Ger\u00fcstarbeiten etc..<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die irreversibel gesch\u00e4digten eichenen Laternenstiele wurden unter Einsatz von Brettschichtholz rekonstruiert, da die erforderlichen Querschnitte als Vollholzbauteile nicht zur Verf\u00fcgung standen. Herbei handelte es sich um f\u00fcnfeckige Querschnitte mit Seitenl\u00e4ngen von 29\/25\/31\/25\/29 cm und Bauteill\u00e4ngen von \u00fcber 8 m. Die Verwendung des Brettschichtholz-Materials machte es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, die Rekonstruktion denkmalgerecht in Konstruktion, Material, soweit die Pr\u00e4misse auf die Verwendung von Holzmaterialien gesetzt ist, und Ausf\u00fchrungstechniken durchzuf\u00fchren. Unter Einsatz bzw. Verwendung der Brettschichtholzquerschnitte konnte die Bemessung der Querschnitte und Dimensionierungen der rekon-struierten Elemente exakt derer der Bestandskonstruktionen bzw. -bauteile erfolgen.<br \/>\nEs erfolgte der Einsatz von Brettschichtholz entsprechend DIN 1052, melaminharzverleimt, G\u00fcteklasse BS 14. Als Holzart der einzusetzenden H\u00f6lzer fand, aufgrund seiner gegen\u00fcber den bei Brettschichtholzkonstruktionen \u00fcblicherweise Verwendung findenden Nadelh\u00f6lzern h\u00f6heren Resistenzklassifizierung, L\u00e4rchenholz Verwendung. Die Herstellung der Brettschichtholzkonstruktionen erfolgte fremd\u00fcberwacht in einem Unternehmen mit Gro\u00dfer Leimgenehmigung (A).<br \/>\nDer umweltentlastende Aspekt der Verwendung von Brettschichtholzkonstruktionen \u00e4u\u00dfert sich ausdr\u00fccklich in der Verwendungsm\u00f6glichkeit von kleinquerschnittigen Stammwaren und Schnittl\u00e4ngen zur Herstellung der Brettschichth\u00f6lzer, welche beispielsweise auch aus Windbr\u00fcchen etc. gewonnen werden k\u00f6nnen. Das Schlagen gro\u00dfer B\u00e4ume, wie es zur Herstellung bzw. Gewinnung neuer Vollholzquerschnit-te der notwendigen G\u00fcte erforderlich werden w\u00fcrde, ist verzichtbar. Der mit der Beschaffung der erforderlichen Vollholzquerschnitte einhergehende Aufwand wie die Lokalisierung der erforderlichen Eichenb\u00e4ume im europ\u00e4ischen oder gr\u00f6\u00dferen Radius, die technischen Aufwendungen des F\u00e4llens der B\u00e4ume und des Transportes, der Zuschnitt der Querschnitte auf die zum Einbau erforderliche Holzfeuchte etc. war nicht zu betreiben, was einen ebenso nicht zu vernachl\u00e4ssigenden umweltentlastenden Aspekt darstellt.<br \/>\nDie zus\u00e4tzlich zum realisierten konstruktiven Holzschutz geringf\u00fcgig notwendigen chemischen Holzschutzma\u00dfnahmen konnten werkseitig und maschinell vorgenommen werden, so dass lediglich an Schnittfl\u00e4chen innerhalb der Abbindearbeiten diesbez\u00fcglich Nacharbeiten auszuf\u00fchren waren, was die Holzschutzmittelimmission erheblich mindert.<br \/>\nEs erfolgte die Anlieferung der querschnittsfertigen Bauteile auf der Baustelle, so dass eine Oberfl\u00e4chenbearbeitung der Brettschichtholzkonstruktionen nicht erforderlich war. Alle notwendigen Abbundarbeiten zur Herstellung der erforderlichen Verbindungen und Anpassungen erfolgten in traditionellen handwerklichen Zimmermannstechniken. Die Rekonstruktionen der Holzkonstruktionen, das Einpassen der wieder zu verwendenden Bauteile erfolgte problemlos in traditioneller Handwerkstechnik. Die gegen\u00fcber Eichenholz geringere Dichte des L\u00e4rchenbrettschichtholz-Materials erm\u00f6glichte ein unproblematisches Bearbeiten und Handhaben der Brettschichtholzbauteile innerhalb der erforderlichen Abbinde- und Richtearbeiten. Dies bewirkte eine, neben der Verk\u00fcrzung der Montagezeiten, k\u00fcrzere Einsatzzeit je Arbeitsschritt und somit eine l\u00e4ngere Nutzungsdauer der eingesetzten Werkzeuge. Durch die k\u00fcrzere Einsatzzeit der Werkzeuge und Maschinen erfolgte weiterhin eine erhebliche Minderung bzw. Einschr\u00e4nkung der L\u00e4rmimmission.<br \/>\nDie eingebauten Bauteile erhielten durch hinterl\u00fcftete Kupferblechverkleidungen einen konstruktiven Holzschutz entsprechend den geltenden Regeln der Baukunst, so dass die notwendigen chemischen Holzschutzma\u00dfnahmen auf den zwingend notwendigen Umfang beschr\u00e4nkt bleiben konnten. Weiterhin ist davon auszugehen, dass die, gegen\u00fcber den Bestandskonstruktionen erheblich verbesserten, konstruktiven Holzschutzma\u00dfnahmen die Restnutzungsdauer der Turmhaubenkonstruktionen um ein Vielfaches verl\u00e4ngern und somit Ressourcenschonungen durch l\u00e4ngere Instandhaltungsintervalle bewirken werden.W\u00e4hrend und nach Abschluss der Arbeiten konnten keine \u00fcber die zul\u00e4ssigen Normtoleranzen hinausgehenden Ver\u00e4nderungen der Materialeigenschaften der Brettschichtholzkonstruktionen festgestellt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die mit dem durchgef\u00fchrten Projekt geschaffenen Sanierungsm\u00f6glichkeiten der Turmhaubenkonstruktion der St. Stephanskirche Tangerm\u00fcnde, im Besonderen der Rekonstruktionsvariante der f\u00fcnfeckigen, irreversibel gesch\u00e4digten, gro\u00dfquerschnittigen Laternenstiele zeigen, dass die Verwendung von Brettschichtholzquerschnitten eine umweltentlastende Sanierungskonzeption darstellen. Der umweltentlastende Aspekt \u00e4u\u00dfert sich sowohl in der Holz-Ressourcenschonung, da das Einschlagen gro\u00dfquerschnittiger B\u00e4ume und der damit einhergehenden Transportaufwendungen unterbleiben kann, als auch in der Ressourcenschonung und der Minderung der Abgas- und L\u00e4rmimmissionen durch verminderten Energie-, Maschinen-, Werkzeugeinsatz durch k\u00fcrzere Transportwege, einfachere Bearbeitung etc.. Einhergehend mit dem durch die vorbenannten Ma\u00dfnahmen g\u00fcnstigeren, weil geringeren, Arbeitskr\u00e4fteeinsatz, f\u00fchren die gefundenen und durchgef\u00fchrten Sanierungsma\u00dfnahmen zu nicht unbedeutenden Kosteneinsparungen. Im Sinne des Bauwerkes ist eine Sanierungsdurchf\u00fchrung in erheblich k\u00fcrzerem Zeitraum m\u00f6glich, als diese durch die langwierige, wenn \u00fcberhaupt realisierbare, Beschaffung der ben\u00f6tigten Vollholzquerschnitte in der erforderlichen G\u00fcte und die h\u00f6heren Bearbeitungsaufwendungen derselben etc. erfordern w\u00fcrde.<br \/>\nDie \u00dcbertragbarkeit des an der Turmhaube der St. Stephanskirche Tangerm\u00fcnde durchgef\u00fchrten Sanierungskonzeptes auf andere, \u00e4hnliche Bau- oder Sanierungsvorhaben, ist im Grunds\u00e4tzlichen zu bejahen und zu unterst\u00fctzen. Da die \u00f6rtlichen Bedingungen, der Zustand des Sanierungsobjektes, dessen Konstruktion und andere ausschlaggebende Bedingungen eine jeweils objektspezifische Sanierungskonzeption erfordern, ist eine alle Belange betreffende \u00dcbertragbarkeit nicht gegeben, sehr wohl jedoch der beispielhafte Charakter bei der L\u00f6sungsfindung innerhalb der Planungsphasen zuk\u00fcnftiger Sanierungsvorhaben hervorzuheben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anwendung einer denkmalvertr\u00e4glichen Einbindung von Brettschichtholz (BSH) bei Beachtung der Bestandswerte an der Laternenkonstruktion des Kirchturmes, aufgrund irreparabler Sch\u00e4den durch direkte Umwelteinwirkungen und Bewitterung in gro\u00dfer Einbaulage. 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