{"id":21354,"date":"2023-07-13T15:19:57","date_gmt":"2023-07-13T13:19:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16714-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:58","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:58","slug":"16714-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16714-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung der Veranstaltung: Konsultation von Umweltbeauftragten der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen (Bad Honnef 04. &#8211; 07. Mai 2000)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ausgangspunkt des Konsultationstreffens der Umweltbeauftragten der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen vom 4. &#8211; 7. Mai 2000 in Bad Honnef\/Deutschland ist die Zweite Europ\u00e4ische \u00d6kumenische Ver-sammlung (Graz 1997), die empfohlen hat, ein weltweites Netz von Umweltverantwortlichen in den Kir-chen einzurichten (Handlungsempfehlung 5.4).<br \/>\nNach einem ersten vorbereitenden Treffen im Fr\u00fchsommer 1999 in Slowenien diente die Konsultation in Deutschland der Konsolidierung der Bem\u00fchungen auf r\u00f6misch-katholischer Seite, solche durch die Bischofskonferenzen mit einem Mandat versehenen Verantwortlichen f\u00fcr Umweltfragen zu benennen, sie weiter zu qualifizieren und ihre internationale Zusammenarbeit anzuregen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Vorbereitung der Konsultation gab es zwei Vortreffen: Am 6.\/7. November in St. Gallen und am 12,\/13. Februar in Benediktbeuern. Das Vorbereitungsteam setzte sich zusammen aus Aldo Giordano und Sarah Numico (beide CCEE-Sekretariat), Dr. Jean Pierre Ribaut (Europarat, Frankreich), Lubomir Fabcin und Vladimir Palkovic (beide aus der Slowakei), Dr. Stefan Vesper (Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland), Prof. Dr. Karl Golser (Italien) und Prof. Dr. Markus Vogt (Clearingstelle Kirche und Umwelt, Deutschland).<br \/>\nDie Konsultation wurde vom 4. &#8211; 7. Mai mit ca. 50 Delegierten aus 18 europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen unter dem Titel Sch\u00f6pfungsspiritualit\u00e4t und Umweltpolitik durchgef\u00fchrt. Folgende Eckpunkte des Programms sind besonders hervorzuheben: Berichte zur Lage der Umwelt und des kirchlichen Umwelten-gagements in den jeweiligen L\u00e4ndern, Grundsatzreferate zu Sch\u00f6pfungsspiritualit\u00e4t und ihre Feier im Kirchenjahr, zu Umwelt und weltweiter Gerechtigkeit, zur Mitverantwortung der Kirchen in der Europ\u00e4i-schen Umweltpolitik sowie zu Europ\u00e4ischen Umweltschutzprogrammen. Gespr\u00e4chsrunden in Kleingruppen fanden zu aktuellen kirchlichen Umweltinitiativen (Agenda 21, Sch\u00f6pfungstag, Umweltmanagement, Umweltbildung etc.) in den verschiedenen L\u00e4ndern statt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Tagung wurden bereits in Bad Honnef schriftlich zusammengefasst, im Plenum diskutiert und in einer Schlusserkl\u00e4rung verabschiedet. Zusammengefasst lassen sich dabei vier wesentliche Punkte festhalten:<br \/>\n1.\tDie Situation der einzelnen L\u00e4nder und der Einsatz der Kirchen f\u00fcr die Umwelt: Zum Umweltengagement der Kirchen wurde festgestellt, dass sich seit der ersten Konsultation der Umweltbeauftragten im vergangenen Jahr in Slowenien einiges getan hat: So sind beispielsweise bei Bischofskonferenzen Kommissionen bzw. Arbeitsgruppen zur Umweltpastoral eingerichtet worden, ebenso gab es Hirtenbriefe zu Umweltfragen auch auf nationaler Ebene sowie praktische Initiativen und Bestandserhebungen der verschiedenen kirchlichen Umweltaktivit\u00e4ten im jeweiligen Land.<br \/>\n2.\tSch\u00f6pfungsspiritualit\u00e4t: Es wurde hervorgehoben, wie sehr die christliche Liturgie in ihrer Symbolik auf die Natur eingeht, beispielsweise im Rhythmus der Jahreszeiten. Aus der Mitte des christliche  Glaubens und einer Haltung der Ehrfurcht und Liebe zu allen Gesch\u00f6pfen m\u00fcsse sich aber auch ein sozial-politischer Einsatz ergeben. Die Delegierten haben den Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen die Einf\u00fchrung eines Sch\u00f6pfungstags in der Zeit zwischen dem 1. September und dem Erntedankfest vorgeschlagen, wie er inzwischen schon in einigen L\u00e4ndern gefeiert wird und Anlass zu einem vermehrten Einsatz f\u00fcr die Sch\u00f6pfung geworden ist.<br \/>\n3.\tDas Jubeljahr 2000 als Jahr der Befreiung der Sch\u00f6pfung: Es ist deutliche geworden, dass das Jubeljahr die R\u00fcckkehr zu einem befreienden Gott bedeuten muss, den die Gl\u00e4ubigen durch ein befreiendes Handeln gegen\u00fcber der Sch\u00f6pfung bezeugen. Die schwerwiegende Gef\u00e4hrdung der Sch\u00f6pfung wird in ihrer Dramatik erst in globaler Perspektive und im Zusammenhang mit der weltweit wachsenden Armut deutlich. Christliche Spiritualit\u00e4t verlangt befreiende Solidarit\u00e4t mit den Armen und eine konsequente Verkn\u00fcpfung von Umwelt und sozialem Einsatz.<br \/>\n4.\tUmweltpolitik und Mitwirkung der Kirchen: Der Einsatz der Kirchen besteht vor allem in der Bewusstseinsbildung (Verk\u00fcndigung, Erziehung) sowie im konkreten Einsatz \u00fcber beispielhafte Projekte. Hierf\u00fcr bietet sich die Mitarbeit mit dem Agenda 21 &#8211; Prozess auf den verschiedenen Ebenen an. F\u00fcr den europ\u00e4ischen Einigungsprozess, der zur Zeit in einer Krise ist, k\u00f6nnen die Kirchen eine Visi-on des Zusammenlebens zwischen den V\u00f6lkern und der gelungenen Gemeinschaft beisteuern. Der Umwelteinsatz ist ein wesentlicher Beitrag f\u00fcr den Frieden.<br \/>\nDiskutiert wurde am Ende kontrovers Bedeutung und Vermittlungsmethoden nachhaltiger Lebensstile als kirchlicher Beitrag f\u00fcr globale Gerechtigkeit. Dies soll Thema der n\u00e4chstj\u00e4hrigen Konsultation vom 17. &#8211; 20 Mai 2001 in der Slowakei sein.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bei der Tagung waren Journalisten aus Deutschland, Polen und Italien vertreten. Dar\u00fcber hinaus wurde \u00fcber ein in vier Sprachen \u00fcbersetztes Pressekommunique, mehrere Pressegespr\u00e4che und Interviews, Berichte verschiedener Teilnehmer, die \u00d6ffentlichkeitsarbeit des CCEE-Sekretariats sowie des ZDK eine Resonanz in der internationalen Presse erreicht. Die Rede von Bischof Homeyer wurde an die Mitglieder des Europarats versandt und traf dort auf positive Reaktionen. In Deutschland k\u00fcmmert sich insbesondere die Clearingstelle Kirche und Umwelt um eine Vermittlung der Ergebnisse.<br \/>\nEntscheidende Bedeutung f\u00fcr die Tagung hat die Weitergabe und Diskussion der Ergebnisse in den einzelnen Bischofskonferenzen Europas. Hierzu wurden zur Unterst\u00fctzung auch schriftliche Unterlagen versandt. Besonderes Interesse in der Presse sowie bei einzelnen Gruppierungen in den Kirchen hat der Vorschlag gefunden, einen Sch\u00f6pfungstag einzuf\u00fchren.<br \/>\nDokumentationen der Konsultation in deutsch, italienisch und englisch sind in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Konsultation war ein wichtiger Schritt zur Benennung und europ\u00e4ischen Zusammenarbeit von Umweltbeauftragten in den einzelnen Bischofskonferenzen Europas. Diese Arbeit steht erst am Anfang, insbesondere im Osten Europas gibt es noch einige L\u00e4nder, die keinen Vertreter zur Konsultation geschickt haben. Die L\u00e4nderberichte haben aber auch gezeigt, dass einiges in Bewegung gekommen ist und sich der Austausch lohnt.<br \/>\nDie Zusammenarbeit mit der Kommission der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen in Br\u00fcssel (ComECE) und mit dem Europ\u00e4ischen christlichen Umweltnetzwerk (ECEN) hat sich gut entwickelt. Im Unterschied zu ComECE hat sich ein eher pastoraler und praktische Schwerpunkt herausgebildet. Die Zusammenarbeit mit dem ECEN ist vor allem zur fachlichen Vertiefung in einzelnen Themenbereichen (insbesondere Klima) unentbehrlich und fruchtbar, kann aber wegen der R\u00fcckbindung in die einzelnen Bischofskonferenzen nicht die von CCEE verantwortete Konsultation beauftragter Personen ersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ausgangspunkt des Konsultationstreffens der Umweltbeauftragten der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen vom 4. &#8211; 7. Mai 2000 in Bad Honnef\/Deutschland ist die Zweite Europ\u00e4ische \u00d6kumenische Ver-sammlung (Graz 1997), die empfohlen hat, ein weltweites Netz von Umweltverantwortlichen in den Kir-chen einzurichten (Handlungsempfehlung 5.4). 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