{"id":21351,"date":"2024-11-27T10:36:02","date_gmt":"2024-11-27T09:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16105-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:05","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:05","slug":"16105-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16105-01\/","title":{"rendered":"Optimierung der Anbaugestaltung von Zuckerr\u00fcben im \u00d6kologischen Landbau (ein Leitfaden)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Seit April 2003 ist eine Beimengung konventionell erzeugten Zuckers in \u00f6kologische Produkte, beispielsweise Marmeladen oder S\u00fc\u00dfigkeiten, nicht mehr zul\u00e4ssig (EWG Nr. 2092\/91). Daraus resultierend stieg die Nachfrage nach \u00f6kologisch erzeugtem Zucker, die mit der derzeit zunehmenden Nachfrage nach Produkten aus \u00f6kologischer Herstellung weiter w\u00e4chst.<br \/>\nAusgehend von diesem Anstieg des Absatzes \u00f6kologisch erzeugter Lebensmittel und einer Ausweitung \u00f6kologisch bewirtschafteter Fl\u00e4chen in Deutschland kann auch von einer Ausdehnung der \u00f6kologischen Zuckerr\u00fcbenproduktion ausgegangen werden, sofern der Anbau rentabel gestaltet werden kann. Im Gegensatz zu anderen landwirtschaftlichen Kulturen liegen f\u00fcr den Anbau von Zuckerr\u00fcben unter \u00f6kologi-schen im Vergleich zu konventionellen Rahmenbedingungen bislang nur wenige gesicherte Informationen und Erfahrungen vor. Ziel des Projekts war es, Verfahrensoptimierungen des \u00f6kologischen Zuckerr\u00fcbenanbaus zu entwickeln und diese in einem Leitfaden darzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der Literatur ver\u00f6ffentlichte, eigene noch nicht publizierte sowie in den Verb\u00e4nden und Forschungseinrichtungen des \u00d6kologischen Landbaus vorhandene Versuchsergebnisse und Erfahrungen wurden zur Erstellung eines Leitfadens ausgewertet und zusammengestellt. Erg\u00e4nzend zu dieser Literaturauswertung wurden in 2003 und 2004 auf 5 Betrieben des \u00d6kologischen Landbaus kontrollierte Anbauvergleiche zur Optimierung der Anbaugestaltung vor allem in den Bereichen Fruchtfolge\/Vorfruchtwirkung, Unkraut-regulierung und organische D\u00fcngung durchgef\u00fchrt. Je nach den M\u00f6glichkeiten der Betriebe vor Ort wurden Fragestellungen und Erfahrungen der Betriebsleiter in die Planung der Anbauvergleiche mit einbezogen und getestet, um m\u00f6glichst praxisnahe Ergebnisse zu erhalten. Diese Praxisversuche an den Standorten Algermissen (Hildesheim), Egenhausen (Schweinfurt), Unterpleichfeld (W\u00fcrzburg), Wiebrechtshausen (Northeim) und Zschortau (Leipzig) dienten gleichzeitig als Demonstrationsfl\u00e4chen f\u00fcr Landwirte im Rahmen von Feldbesichtigungen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Aus den Ergebnissen der Anbauvergleiche geht hervor, dass die Form der organischen D\u00fcngung nicht von entscheidender Bedeutung ist, sondern vielmehr eine ausreichende Grundversorgung des Bodens mit organischer Substanz in der Fruchtfolge und eine hohe Mineralisation von N\u00e4hrstoffen zu Beginn der Vegetationsperiode die Ern\u00e4hrung der Zuckerr\u00fcbe sichert. Anhand der Standorte Zschortau und Algermissen konnte gezeigt werden, dass selbst nach einer nicht legumen Vorfrucht ohne direkte organische D\u00fcngung zu Zuckerr\u00fcben gute Ertr\u00e4ge zu erzielen sind, wenn aus dem Bodenvorrat ausreichend N\u00e4hr-stoffe nachgeliefert werden k\u00f6nnen. An den fr\u00e4nkischen Standorten, die bereits etwas l\u00e4nger auf \u00f6kologischen Landbau umgestellt sind und die regelm\u00e4\u00dfig mit wirtschaftseigenen D\u00fcngemitteln ged\u00fcngt bzw. mit Leguminosen oder Leguminosen-Gras bebaut werden, zeugen die sehr hohen Fr\u00fchjahrs-Nmin-Gehalte und die sehr guten Ertr\u00e4ge im Jahr 2004 von dem hohen Ertragspotential der Zuckerr\u00fcbe auch unter \u00f6kologischen Anbaubedingungen. Aus den Anbauvergleichen geht ebenfalls hervor, dass der wirtschaftliche Erfolg des Zuckerr\u00fcbenanbaus vor allem vom Erfolg der Unkrautregulierung abh\u00e4ngig ist. So beeintr\u00e4chtigt die Verunkrautung nicht nur den R\u00fcbenertrag, sondern verursacht zudem noch erhebliche Kosten f\u00fcr manuelle Unkrautregulierung. Der Handarbeitsaufwand variierte in den Anbauvergleichen zwi-schen ca. 60 und 200 AKh ha-1 und best\u00e4tigte damit in etwa die in der Literatur vorliegenden Erfahrungen. Mit geeigneten indirekten pflanzenbaulichen Ma\u00dfnahmen (verz\u00f6gerter Saattermin, wiederholte Saatbettbereitung, wendende Grundbodenbearbeitung, Fruchtfolgegestaltung usw.) kann der Unkrautdruck zwar gemindert werden, ein vollst\u00e4ndiger Verzicht auf die manuelle Unkrautregulierung in der R\u00fcbenreihe ist beim derzeitigen Stand der Technik jedoch nicht m\u00f6glich. Anhand des seit 1992 auf \u00f6kologischen Landbau umgestellten Betriebes in Egenhausen konnte festgestellt werden, dass durch geeigne-tes Management auch nach langj\u00e4hriger \u00f6kologischer Bewirtschaftung Zuckerr\u00fcben mit einem arbeitswirtschaftlich vertretbaren Aufwand angebaut werden k\u00f6nnen. Die in Wiebrechtshausen getesteten Unkrautregulierungsverfahren im Vor- (Striegeln und Abflammen) und Nachauflauf (Striegeln) zeigten unter den jeweiligen Bedingungen keine Wirkung. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass unter g\u00fcnstigeren Bedingungen ein deutlicher Effekt erzielt werden kann, wobei aus energetischer Sicht das Abflammen hier sehr fragw\u00fcrdig erscheint. Durch eine geeignete Fruchtfolgegestaltung, ausreichend lange Anbaupausen und geeignete Sortenwahl (Rizomaniatoleranz, geringe Anf\u00e4lligkeit gegen\u00fcber Blattkrankheiten) kann das Auftreten von zuckerr\u00fcbenspezifischen Krankheiten und Sch\u00e4dlingen teilweise un-terdr\u00fcckt oder zumindest gemindert werden. Andererseits k\u00f6nnen gr\u00f6\u00dfere Pflanzenausf\u00e4lle durch diese Ma\u00dfnahmen auch nicht v\u00f6llig ausgeschlossen werden, wie am Standort Egenhausen im Jahr 2004 deutlich wurde. Die Ergebnisse der Literaturauswertung zu den Themenkomplexen Standort, organisatorische Rahmenbedingungen, Fruchtfolgegestaltung, organische und mineralische D\u00fcngung, Bodenbearbeitung, Saatgut, Saat, Unkrautregulierung, Pflanzenschutz, Ernte und Wirtschaftlichkeit (s. Abschlussbericht) wurden auf Relevanz f\u00fcr den \u00f6kologischen Zuckerr\u00fcbenanbau gepr\u00fcft und im Leitfaden zusammengefasst. Literaturauswertung und inhaltliche Ausarbeitung des Leitfadens wurden im Zeitrahmen des Projekts erfolgreich abgeschlossen. Nach Projektende erfolgte die Fertigstellung und der Druck des Leitfa-dens in einer Auflage von 1000 Exemplaren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Mit Feldbegehungen, Vortr\u00e4gen und Publikationen in der Fachpresse wurden Berater, Landwirte und Auszubildende \u00fcber das Projekt und die Ergebnisse informiert. Anl\u00e4sslich von Tagungen wurden Poster und Tagungsbandbeitr\u00e4ge erstellt und im Kurzvortrag pr\u00e4sentiert. Die Ergebnisse aus der Literaturrecherche wurden im Leitfaden zusammengefasst und an Beratungseinrichtungen, Landwirte, Zuckerunternehmen und Saatzuchtunternehmen verteilt. Der Leitfaden kann weiterhin \u00fcber das IfZ bezogen werden und steht auf der Homepage des IfZ zum Download bereit. In Zusammenarbeit mit der DBU wurde im Januar 2006 in einer Pressemitteilung auf den Leitfaden hingewiesen. Auf der Internetseite des IfZ war im Januar 2006 eine Zunahme der Anfragen (Hits) zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Nutzung der Anbauvergleiche zur Erhebung von aktuellen Faustzahlen zum \u00f6kologischen Zuckerr\u00fcbenanbau und gleichzeitig als Demonstrationsfl\u00e4chen f\u00fcr Landwirte und Berater sowie der damit verbundene Wissenstransfer wurde von der Praxis bei Feldbegehungen ausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dft. Durch die Literaturauswertung konnten nur wenige neue Erkenntnisse gewonnen werden, da zu \u00f6kologischem Zuckerr\u00fcbenanbau kaum Versuchsergebnisse publiziert sind. Es wurde daher anhand \u00e4lterer Literatur so-wie \u00fcbertragbaren Versuchsergebnissen der konventionellen landwirtschaftlichen Forschung m\u00f6gliche Probleme des \u00f6kologischen Zuckerr\u00fcbenanbaus herausgearbeitet und L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten aufgezeigt. Die Heterogenit\u00e4t des \u00d6ko-Landbaus verhindert jedoch kurze pr\u00e4zise Handlungsempfehlungen, so dass z. B. bei der Auswahl der geeigneten Vorfrucht nur auf geeignete und nicht geeignete Kulturen hingewie-sen werden kann. Dar\u00fcber hinaus verdeutlicht die Ausarbeitung, dass beispielsweise bez\u00fcglich Unkrautregulierung in Zuckerr\u00fcben oder \u00d6ko-Sortenpr\u00fcfung noch ein erhebliches Verbesserungs- und Forschungspotential besteht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Seit April 2003 ist eine Beimengung konventionell erzeugten Zuckers in \u00f6kologische Produkte, beispielsweise Marmeladen oder S\u00fc\u00dfigkeiten, nicht mehr zul\u00e4ssig (EWG Nr. 2092\/91). Daraus resultierend stieg die Nachfrage nach \u00f6kologisch erzeugtem Zucker, die mit der derzeit zunehmenden Nachfrage nach Produkten aus \u00f6kologischer Herstellung weiter w\u00e4chst. 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