{"id":21350,"date":"2026-03-28T10:32:07","date_gmt":"2026-03-28T09:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16704-01\/"},"modified":"2026-03-28T10:32:08","modified_gmt":"2026-03-28T09:32:08","slug":"16704-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16704-01\/","title":{"rendered":"Umbau des G\u00e4stehauses Vogelbauer f\u00fcr Zwecke der Umweltbildung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ein kleines, etwas abseits gelegenes, ca. 70 Jahre altes G\u00e4stehaus (Vogelbauer) wurde von Grund auf renoviert (einschl. Bau eines Lehmofens); dabei wurde auf eine umweltfreundliche Bauweise geachtet (z.B. W\u00e4rmed\u00e4mmung, \u00fcberwiegend Wiederverwendung gebrauchter Baumaterialien, Anstriche mit Naturfarben und l\u00f6semittelfreien Lasuren). Das Haus ist im Rahmen der Jugendbildungsst\u00e4tte vor allem f\u00fcr Seminare im naturkundlich-\u00f6kologischen Themenbereich, f\u00fcr Veranstaltungen im Bereich outdoor- und Erlebnisp\u00e4dagogik und zur Ein\u00fcbung eines einfachen Lebensstils vorgesehen. Die Renovierungsarbeiten wurden \u00fcberwiegend durch Jugendliche bzw. unter Einbeziehung von Jugendgruppen durchgef\u00fchrt. Der Lehmofen wird mit Schwach-\/Abfallholz aus der Bewirtschaftung des heimeigenen Waldes (nachwachsende Rohstoffe) beheizt und bedeutet gegen\u00fcber den vorherigen Kohle\u00f6fen eine deutliche CO2-Reduzierung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenJuni 1999: Abri\u00df der alten Schornsteine, Entfernen der Dacheindeckung, Arbeiten an Fundamenten und Holzkonstruktion (einschl. Dachstuhl) durch Mitglieder des evangelischen Landesjugendkonventes Brandenburg und der Deutschen Waldjugend (DWJ).<br \/>\nJuli 1999: Aufmauern eines neuen Schornsteins durch Mitarbeiter des Trainings- u. Schulungszentrums F\u00fcrstenwalde<br \/>\nAnfang August 1999: Dacheindeckung, W\u00e4rmed\u00e4mmung (Dach und W\u00e4nde), Wandverkleidungen durch ehem. Mitglieder d. Landesjugenkonventes bzw. der Sch\u00fclertagungen u. einer Gruppe der DWJ.<br \/>\nEnde August 1999: Bau des Lehmofens durch ein deutsch-canadisches Workcamp, das sich im thematischen Teil mit Fragen von Klimawandel und Klimaschutz besch\u00e4ftigt (Folgeveranstaltung des OIKOS-Projektes, bei dem sich deutsch, us-amerikanische, canadische und philippinische Jugendliche an der Klimaschutzkampagne der Kirchen in Canada beteiligt haben)<br \/>\nAnfang September 1999: Einbau von Isolierglasfenstern (ersetzen die bisherige Einfachverglasung)<br \/>\nOktober\/November 1999: Vervollst\u00e4ndigung der Au\u00dfenverkleidung, das Haus wird winterfest gemacht.<br \/>\n   Januar-April 2000: Innenausbau (Fu\u00dfboden, W\u00e4nde, Zimmert\u00fcren, Fliesen in der K\u00fcche, Elektroinstall.)<br \/>\n   Mai 2000: erneuerte Au\u00dfentreppe wird angebracht, Obergescho\u00df ist nutzbar<br \/>\n   Juni 2000: K\u00fcchenm\u00f6bel werden eingebaut, M\u00f6blierung der anderen R\u00e4ume mit dem vorhand. Mobiliar<br \/>\n   Juli\/August 2000: die ersten Jugendgruppen nutzen die R\u00e4umlichkeiten, gleichzeitig und zwischen den<br \/>\n   Belegungen werden noch restliche Arbeiten (Anstriche, Holzschutzlasuren etc.) vervollst\u00e4ndigt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Sowohl der Einbau eines Lehmofens f\u00fcr Holzfeuerung (ersetzte die alten, defekten Kohle\u00f6fen) als auch eine entsprechende W\u00e4rmed\u00e4mmung von Fu\u00dfboden, W\u00e4nden und Dach war unter den beteiligten und mitarbeitenden Jugendlichen unumstritten. Lediglich die f\u00fcr die W\u00e4rmed\u00e4mmung zu verwendenden Ma-terialien f\u00fchrten anfangs zu einer Diskussion (im Gespr\u00e4ch waren, Schilfmatten, Hanffasern, Altpapier); die Entscheidung zugunsten der Verwendung von Homatherm (Altpapier) fiel letztlich aufgrund der f\u00fcr Laien einfacheren Verarbeitung.<br \/>\nErhebliche Diskussionen hingegen gab es in Bezug auf die Wiederverwendung von gebrauchten Baumaterialien, insbesondere bei Fu\u00dfbodendielen und Wandverkleidungen. Hier wurden sowohl \u00e4stethische Argumente (mit neuen Dielen, Paneelen, Brettern usw. ist ein gleichm\u00e4\u00dfiges sch\u00f6nes Ergebnis zu erzielen) angef\u00fchrt als auch die Tatsache, da\u00df genormte Baustoffe leichter zu verarbeiten sind und die Arbeiten somit schneller vorank\u00e4men. Weniger umstritten war hingegen die Verwendung von gebrauchten Biberschw\u00e4nzen zur Dacheindeckung. Ein sehr sch\u00f6nes Ergebnis konnte erzielt werden, in dem Fliesenarbeiten in der K\u00fcche mit Restfliesen und Fliesenbruch in der Form von Fu\u00dfboden- und Wandmosa-iken ausgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der ganzen Bauphase gab es immer wieder Ver\u00f6ffentlichungen in der Lokalpresse. Die wichtigste \u00d6ffentlichkeitsarbeit geschieht jedoch durch die Gruppen, die in Hirschluch sind, das Haus entweder selbst nutzen oder aber besichtigen. Das Interesse ist dabei recht gro\u00df, vor allem bei Jugendlichen, aber auch MitarbeiterInnen\/GruppenleiterInnen und zum Teil Familien.<br \/>\nZum Ende soll jetzt noch eine Tafel am Haus angebracht werden, mit der an die Gruppen und Institutionen erinnert wird, die diese grundlegende Erneuerung des Vogelbauer durch ihre praktische Mitarbeit oder durch Finanzbeitr\u00e4ge erm\u00f6glicht haben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ein solches Projekt mit st\u00e4ndig wechselnden Gruppen von jungen Leuten durchzuf\u00fchren ist ein aufwendiges und anstrengendes Unternehmen: jede Gruppe hat ihre eigenen Interessen, sehr unterschiedliche F\u00e4higkeiten und Voraussetzungen, wei\u00df relativ wenig von dem, was die Vorg\u00e4ngergruppen sich dabei gedacht haben, diskutieren die gleichen Fragen immer wieder neu. Manche \u00fcbersch\u00e4tzen sich in ihren F\u00e4higkeiten, selten werden die Aufgaben, die sich eine Gruppe vorgenommen hat, in der geplanten Zeit auch tats\u00e4chlich geschafft, Verz\u00f6gerungen, die sich auf alle nachfolgenden Arbeiten auswirken, sind an der Tagesordnung. So hat sich die geplante Zeit bis zur Fertigstellung ungef\u00e4hr verdoppelt.<\/p>\n<p>Bei all diesen Schwierigkeiten und Hindernissen wurden die Ziele jedoch im wesentlichen erreicht: im Laufe der ca. 15 Monate haben mehr als 80 Jugendliche an dem Projekt mitgewirkt, sich immer wieder mit den Fragen des \u00f6kologischen und ressourcenschonenden Bauens auseinandergesetzt, haben sich mit dem Haus identifiziert und ein Ergebnis geschaffen, das nun auch weit \u00fcber den Projektzeitraum hin-aus Zeuge daf\u00fcr ist, wie durch ehrenamtliches Engagement und Eigeninitiative ein solches historisches Bauwerk erhalten und den heutigen Anforderungen angepa\u00dft werden kann, ohne die Umwelt dabei \u00fcber die Ma\u00dfen zu belasten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ein kleines, etwas abseits gelegenes, ca. 70 Jahre altes G\u00e4stehaus (Vogelbauer) wurde von Grund auf renoviert (einschl. 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