{"id":21329,"date":"2023-07-13T15:19:53","date_gmt":"2023-07-13T13:19:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16633-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:55","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:55","slug":"16633-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16633-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Scherbrettern zum Ausbringen und Positionieren von \u00d6lsperren auf schnell flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern gro\u00dfer Breite"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gegenstand des Projektes war die Entwicklung eines Ger\u00e4tes, mit dessen Hilfe eine Schadstoffsperre auf schnell flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern gro\u00dfer Breite selbstt\u00e4tig ausgebracht werden kann, ohne den bislang erforderlichen gro\u00dfen Personalaufwand sowie ohne Schiffe und weitere technische Hilfsmittel. Dieses Ger\u00e4t, ein Scher-(Stell-)Brett, kann die Bek\u00e4mpfung von auf einer Wasseroberfl\u00e4che schwimmenden wassergef\u00e4hrdenden und\/oder gef\u00e4hrlichen Substanzen wesentlich erleichtern und einige Bek\u00e4mpfungsstrategien sogar erst m\u00f6glich machen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie aus der Grundnetzfischerei bekannte Scherbretttechnik wurde so modifiziert, da\u00df teilgetauchte K\u00f6rper Sperren zur Bek\u00e4mpfung von auf einer Gew\u00e4sseroberfl\u00e4che schwimmenden Schadstoffen schleppen und positionieren k\u00f6nnen. Sowohl das Scherbrett als auch seine Halteverbindung zum Ufer oder zu einem Schiff und die eingesetzte Sperre wurden den verschiedenen operationellen Randbedingungen und Anforderungen angepa\u00dft, zum Beispiel den unterschiedlichsten hydraulischen Verh\u00e4ltnissen.<br \/>\nDer Kooperationspartner, Fa. Christian K\u00f6thke, brachte ihre gro\u00dfe Erfahrung in der Entwicklung und beim Einsatz von Scherbrettern in der Fischerei ein. Der andere Partner, die Fa. Hydrotechnik L\u00fcbeck, stellte ihre umfangreichen Erfahrungen als Hersteller von \u00d6lwehrger\u00e4t zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nIn einer ersten Phase wurde das System versuchstechnisch optimiert. Hierbei wurden vor allem die einzelnen Einflussgr\u00f6\u00dfen des dynamischen Systems (Scherbrett, Vert\u00e4uung zum Ufer, Sperre, ihr Anschlag am Scherbrett, L\u00e4nge der Sperre) in ihrer Wirkung bestimmt und daraus die bek\u00e4mpfungsrelevanten Gr\u00f6\u00dfen (Anstellung zur Str\u00f6mung, Man\u00f6vrierbarkeit, Anstellwinkel der Sperre, erreichbare Position im Strom) abgeleitet. Die gesuchten Informationen wurden an einer Familie kleinma\u00dfst\u00e4blicher Modelle in der erforderlichen Variationsbreite erhalten. Die Arbeiten m\u00fcndeten schlie\u00dflich in die Konstruktion von Prototypen. Die Modellversuche wurden von der TU Berlin in ihren Versuchsfeldern mit von den Partnern gebauten Modellen durchgef\u00fchrt. Untersuchungen erfolgten im Ma\u00dfstab 1:7, 1:3, 1:2 und 1:1.<br \/>\nAnschlie\u00dfend wurden von den Kooperationspartnern gebaute Prototypen von Scherbrettern und Sperren gemeinsam von allen Partnern in Feldversuchen getestet. Nunmehr liegen die konstruktiven und konzeptionellen Grundlagen f\u00fcr den Bau des ersten einsatzreifen Scherbrettsystems f\u00fcr die Schadstoffbek\u00e4mpfung auf Gew\u00e4ssern vor.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei den Untersuchungen wurden die verschiedenen Scherbretter f\u00fcr alle in deutschen Gew\u00e4ssern auftretenden Str\u00f6mungsgeschwindigkeiten und alle f\u00fcr die Praxis relevanten Driftwinkel sowie bei Messungen mit Rudern auch mit allen zweckm\u00e4\u00dfigen Ruderwinkeln getestet. Insgesamt wurde mit Str\u00f6mungsgeschwindigkeiten zwischen 0,25 m\/s und 2,25 m\/s, Driftwinkel zwischen -10\u00b0 und +90\u00b0 sowie Ruderwinkeln von +20\u00b0 bis -30\u00b0 gearbeitet. F\u00fcr insgesamt 722 F\u00e4lle wurde jedes Mal der Widerstand, die Querkraft und das Drehmoment gemessen und daraus die Beiwerte berechnet sowie Fotos zur Dokumentation gefertigt. Es wurden unterschiedliche \u00d6lsperrenmodelle eingesetzt.<br \/>\nAls Ergebnis der Untersuchungen wird als Scherbrett eine gekr\u00fcmmte Platte mit Kreisprofil und einer Profiltiefe zwischen 10 % und 15 % empfohlen. F\u00fcr solche Bretter wurden auch die optimalen Abmessungen, die zweckm\u00e4\u00dfigen Arten der Befestigung von \u00d6lsperren und Ankerleinen sowie die optimalen Betriebszust\u00e4nde, vor allem die einzustellenden Driftwinkel, ermittelt.<br \/>\nEin solches Scherbrett erm\u00f6glicht zum ersten Mal das schnelle Ausbringen von Schadstoffsperren auch ohne den Einsatz stark motorisierter Boote und von schwerem Ankergeschirr sowie mit weniger Personal als bisher, und zwar auch auf schnell flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern gro\u00dfer Breite. Es kann dar\u00fcber hinaus im Gegensatz zu Scherbrettern mit anderen Profilen ohne jegliche Umbauten von beiden Ufern eines Flusses aus eingesetzt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das empfohlene Scherbrett wurde einem gro\u00dfen Fachpublikum am 17.10.2001 in einem Workshop in Wittenberge mit Referaten, Demonstrationen an Modellen und Filmen vorgestellt. Anschlie\u00dfend wurde das System Scherbrett-\u00d6lsperre-Vert\u00e4uung auf der Elbe in Aktion vorgef\u00fchrt.<br \/>\nBerichte \u00fcber die Entwicklung finden sich im Internet und in einem Firmenprospekt des Kooperationspartners HYDROTECHNIK. Auch die Presse hat mehrfach \u00fcber das Projekt berichtet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der erfolgreichen Projektdurchf\u00fchrung wurden die Grundlagen daf\u00fcr geschaffen, um bei Schadstofffreisetzungen auch auf gro\u00dfen Fl\u00fcssen k\u00fcnftig schneller und verst\u00e4rkt Schwimmsperren einsetzen zu k\u00f6nnen. Mit dem entwickelten und erprobten Scherbrett k\u00f6nnen diese Sperren auch dort schnell und sicher positioniert werden, wo der Einsatz von schwerem technischen Ger\u00e4t einschlie\u00dflich stark motorisierter Boote nicht m\u00f6glich ist. Im Zusammenwirken der Versuchsanstalt f\u00fcr Wasserbau und Schiffbau der Technischen Universit\u00e4t Berlin mit erfahrenen Praktikern im Scherbrettbau und im Einsatz von \u00d6lsperren konnte eine solide, sowohl hydrologisch fundierte als auch Praxisanforderungen gerecht werdende Systeml\u00f6sung f\u00fcr die Schadstoffbek\u00e4mpfung auf schnell str\u00f6menden Gew\u00e4ssern geschaffen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projektes war die Entwicklung eines Ger\u00e4tes, mit dessen Hilfe eine Schadstoffsperre auf schnell flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern gro\u00dfer Breite selbstt\u00e4tig ausgebracht werden kann, ohne den bislang erforderlichen gro\u00dfen Personalaufwand sowie ohne Schiffe und weitere technische Hilfsmittel. 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