{"id":21314,"date":"2023-07-14T10:38:12","date_gmt":"2023-07-14T08:38:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/33520-02\/"},"modified":"2023-07-14T10:38:14","modified_gmt":"2023-07-14T08:38:14","slug":"33520-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/33520-02\/","title":{"rendered":"Mehraufwand f\u00fcr innovative Ans\u00e4tze zum Klima- und ressourcenschonendem Bauen bei der Umweltstation der Stadt W\u00fcrzburg (KlimResBau)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei der 2017 begonnenen Bauausf\u00fchrung sollte im Rahmen dieses Projekts die erforderlichen Zusatz-aufwendungen gef\u00f6rdert werden, die die Umweltstation zu einem klima- und ressourcenschonendem Leuchtturmprojekt aufwerten. Dabei handelt es sich um Ma\u00dfnahmen, die weit \u00fcber den gesetzlichen Min-destrahmen (EnEV etc.) hinausgehen. Konkret handelt es sich hierbei um den Einsatz von Recyclingbe-ton mit der Verwendung von \u00d6ko-Zement, eine verbesserte D\u00e4mmung der Geb\u00e4udeh\u00fclle sowie der Ein-satz eines Eisspeichers f\u00fcr Heiz- und K\u00fchlzwecke. Weiterer Projektbestandteil sind LC-Analysen, die auf die vergleichenden Untersuchungen auf dem DBU-Projekt InnUmWue (Phase 1) aufbauen sowie die Auf-arbeitung und Darstellung der Projektergebnisse sowohl f\u00fcr ein breites Publikum in der Umweltstation als auch f\u00fcr Fachpublikum auf Tagungen. Erg\u00e4nzend wird ein Monitoring zur Betriebsoptimierung und zur Visualisierung energetischer Daten durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Vorbereitung der Herstellung von RC-Beton f\u00fcr den Einsatz als Konstruktionsbeton war es erforder-lich, geeignete RC-Baustofflieferanten und Transportbetonhersteller im Raum W\u00fcrzburg zu akquirieren und zu kontaktieren. Hintergrund war, im Vorfeld der Bauma\u00dfnahme, die Unternehmen gezielt fachlich zu beraten und bei den bautechnischen und umweltvertr\u00e4glichen Untersuchungen zu unterst\u00fctzen. Dies um-fasste u.a. Vorortaufnahmen von den jeweiligen Baustoff-Recyclingprozessen und der notwendigen in-vestiven Ma\u00dfnahmen bis hin zu Qualit\u00e4tskontrollen der Herstellung von Recyclinggesteinsk\u00f6rnungen be-stimmter Korngr\u00f6\u00dfen. Eine ad\u00e4quate Unterst\u00fctzung haben Transportbetonproduzenten erfahren. Baube-gleitend sind die Ergebnisse zum Einsatz und der Verarbeitung von RC-Beton aus bau- und umwelttech-nischer, technologischer, logistischer und aus \u00f6kologischer Sicht bewertet worden. Die LCA Analyse wurde nach Leistungspositionen der einzelnen Leistungsverzeichnisse mit dem Programm LEGEP durchgef\u00fchrt. Hier konnten auch EPDs (Produktdeklarationen) ber\u00fccksichtigt werden. Das Monitoring wurde mit W\u00e4rmemengenz\u00e4hlern und Temperaturf\u00fchlern an allen relevanten Positionen ausgestattet. Zu-dem wurden zus\u00e4tzliche Stromz\u00e4hler f\u00fcr die W\u00e4rmepumpe und die notwendigen Pumpen installiert. Die Eisspeichersteuerung und die Steuerung der W\u00e4rmepumpe wurden zus\u00e4tzlich ausgelesen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit dem erstmalig wissenschaftlich begleiteten Einsatz von RC-Beton wurde im Freistaat Bayern ein Grundstein f\u00fcr eine hochwertige Verwertung von mineralischen Abf\u00e4llen im \u00f6ffentlichen Hochbau gelegt. Wird nur die CO2-equvialente Bilanz des Betons betrachtet, bewegt sich der Beton mit rezyklierten Ge-steinsk\u00f6rnungen im \u00e4hnlichen Bereich wie Beton aus nat\u00fcrlichen Sand und Kies. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigten dabei eine Abh\u00e4ngigkeit von den Lieferketten der Ressourcen (Sande bzw. Kie-se) f\u00fcr den Beton. Jedoch wird oftmals vergessen, dass der Einsatz von RC-Gesteinsk\u00f6rnungen einen Ressourcenschutz und die Schonung von Deponieraum f\u00f6rdert. Rechnerisch kann davon ausgegangen werden, dass die Umweltstation eine eingesparte Landschaftsfl\u00e4che von 140 &#8211; 320 m\u00b2, je nach Abbau-verfahren der nat\u00fcrlichen Ressourcen, verhindert hat. Zudem werden auch die knappen Verf\u00fcll- und De-poniekapazit\u00e4ten der Regionen geschont. Durch die erstmalige Herstellung der rezyklierten Gesteinsk\u00f6r-nung (RC-GK) und den o.a. h\u00f6heren Pr\u00fcfungsumfang \/ Pr\u00fcfungskosten sind die Kosten \u00fcber den von Produktionen aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen. Eine Verpflichtung, RC-Beton aus Umweltschutzgr\u00fcnden zu bevorzugen und nicht nur einmalig abzurufen, k\u00f6nnte die Preise reduzieren und gleichzeitig unsere nat\u00fcr-lichen Sand- und Kiesvorkommen schonen, die Eingriffe in den Naturhaushalt \/ Landschaft verringern sowie kaum noch verf\u00fcgbare Deponiekapazit\u00e4ten sparen.<br \/>\nDie Umweltstation besitzt mit passivhaus\u00e4hnlicher Geb\u00e4udeh\u00fclle, W\u00e4rmepumpe, Eisspeicher und PV-Anlage eine hervorragende Umweltbilanz mit dem H\u00f6chstergebnis von 100 % nach DGNB 2015 (NBV15 und \u00d6kobaudat 2016). Beide Kategorien (ENV1.1 und ENV2.1) sind mit der h\u00f6chsten Auszeichnung Pla-tin (= 80 % Erf\u00fcllungsgrad) bewertet. Auch ohne die gro\u00dfe PV-Anlage erreicht dieses Geb\u00e4ude in der \u00d6kobilanz \u0096 emissionsbedingte Umwelteinwirkungen (ENV1.1) mit 97,4 % die h\u00f6chste Kategorie. Durch den geringeren Anteil der regenerativen Energien ist die Einzelbewertung \u00d6kobilanz \u0096 Ressourcenver-brauch mit 74,2 % in Gold einzuordnen. Der Gesamterf\u00fcllungsgrad \u00d6kobilanz mit 87,7 % ist wiederum die h\u00f6chste Auszeichnung Platin (= 80 % Erf\u00fcllungsgrad). Der Recyclingbeton konnte durch die nicht vorhandene Produktdeklaration (EPD) nur als Normalbeton ber\u00fccksichtigt werden. Durch die software-bedingten Einschr\u00e4nkungen und die sehr detaillierte Eingabe nach Leistungsverzeichnispositionen konn-te nur ein Teil der Instandhaltung und des Austausches von Bauteilen bzgl. der Lebensdauer durch das Programm ber\u00fccksichtigt werden. Dies wird aber das Endergebnis nur geringf\u00fcgig verschlechtern. LE-GEP wird durch die Anregung des ZAE Bayern im n\u00e4chsten Update die M\u00f6glichkeit besitzen, eine voll-st\u00e4ndige Eingabe der individuellen Instandhaltungszyklen nach eigenen hinzugef\u00fcgten Leistungspositio-nen auszuf\u00fchren. Werden die emissionsbedingten Umwelteinwirkungen und der Ressourceneinsatz (Pri-m\u00e4renergie) in allen Phasen verglichen, zeigte sich zwischen der Vorplanung und der Ausf\u00fchrungspla-nungsuntersuchung in fast allen \u00f6kologischen Faktoren (Ausnahme Ozonschichtabbaupotenzial ein nur sehr geringer Unterschied in den Zahlenwerten. Der Vergleich der emissionsbedingten Umwelteinwirkung zwischen der Planung und den detaillierten Leistungspositionen f\u00fcr die Herstellungsphase A1-A3 ist mit max. 19 % \u00fcberschaubar. Jedoch weicht das Ozonbildungspotenzial mit ca. 60 % und das Ozonschich-tabbaupotenzial mit dem mehr als neunfachen Wert ab. Im Detail sind die Absolutwerte der Herstel-lungsphase (A1-A3) in der detaillierten Berechnung nach Leistungsverzeichnispositionen in vielen \u00f6kolo-gischen Faktoren gegen\u00fcber der LCA Berechnung der Vorplanung etwas h\u00f6her. Das Monitoring des Eis-speichers konnte wegen des durch Insolvenz verz\u00f6gerten Bauablauf nur eingerichtet aber nicht mehr durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Umweltstation der Stadt W\u00fcrzburg wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Vortragen des ZAE Bay-ern als Projektbeispiel erw\u00e4hnt um die Bekanntheit dieses Projektes mit RC-Beton und Eisspeichersys-tem zu steigern. Das Abstract \u0084R. Kastner, M. Reim, Y. Yu, S. Weismann, Comparative analysis of life-cycle assessment tools (LCA) wurde auf der 12th International Conference on Solar Energy for Buildings and Industry (Eurosun 2018), Rapperswil, Switzerland, 10.-13.09.2018\u0093 ver\u00f6ffentlicht. Seit der Er\u00f6ffnung der neuen Umweltstation der Stadt W\u00fcrzburg im Mai wurden \u00fcber 10.000 Besucher mit den Bildungsan-geboten zur nachhaltige Entwicklung, erreicht. Die Technologie des Eisspeichers wurde mit Postern und einer interaktiven Pr\u00e4sentation in der Umweltstation den G\u00e4sten anschaulich erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Leuchtturmprojekt aus RC-Beton und Eisspeicher wurde erfolgreich fertiggestellt. Die Umweltstation hat eine gro\u00dfe Strahlkraft \u00fcber die Grenzen von W\u00fcrzburg hinaus. Durch die Besucher Vorort zeigte sich ein sehr gro\u00dfes Interesse an den neuen Technologien. Im Bereich LCA muss die Anzahl der Datens\u00e4tze im Bereich der Phase C und D deutlich erh\u00f6ht werden, um das Recyclingpotenzial der Materialien noch genauer abbilden zu k\u00f6nnen. Wenn m\u00f6glich sollte dies aber nicht, wie oft praktiziert, mit ungenauen Pauschalen realisiert werden. Hier sind zuk\u00fcnftig genaue wissenschaftliche Untersuchungen notwendig. Zudem ist eine EPD (Produktdeklaration) f\u00fcr den Recyclingbeton notwendig. Nach einer Aufnahme in die \u00d6kobaudat kann er zuk\u00fcnftig f\u00fcr die \u00f6kologische Geb\u00e4udebewertung ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei der 2017 begonnenen Bauausf\u00fchrung sollte im Rahmen dieses Projekts die erforderlichen Zusatz-aufwendungen gef\u00f6rdert werden, die die Umweltstation zu einem klima- und ressourcenschonendem Leuchtturmprojekt aufwerten. Dabei handelt es sich um Ma\u00dfnahmen, die weit \u00fcber den gesetzlichen Min-destrahmen (EnEV etc.) hinausgehen. 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