{"id":21288,"date":"2024-11-27T10:36:06","date_gmt":"2024-11-27T09:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16571-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:10","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:10","slug":"16571-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16571-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Konzeptentwicklung und -umsetzung zur Bewahrung eines gro\u00dfen innerst\u00e4dtischen Natur- und Kulturraumes am Beispiel des Berliner S\u00fcdwestfriedhofes Stahnsdorf"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der S\u00fcdwest-Kirchhof Stahnsdorf ist als Natur-, Bau- und Gartendenkmal im Kulturraum Berlin-Potsdam von \u00fcberregionaler Bedeutung. Die Anlage ist im Zustand fortschreitenden Verfalls. Notwendige Eingriffe und Ma\u00dfnahmen ber\u00fchren zahlreiche, teilweise kontr\u00e4re Interessen. F\u00fcr den langfristigen strukturellen Erhalt und die Wiederherstellung der Lesbarkeit des Kulturdenkmals ist mit den Mitteln der DBU ein komplexes Ma\u00dfnahmepaket zu erstellen. Auf Grundlage einer Evaluation werden f\u00fcr verschiedene Szenarien Bewirtschaftungsvarianten entwickelt. Parallel hierzu wird erg\u00e4nzend eine Infrastruktur aufgebaut und erprobt, die eine kontinuierliche Fortsetzung der initiierten Ma\u00dfnahmen durch Tr\u00e4ger und F\u00f6rderverein erm\u00f6glicht. Der zu entwickelnde Katalog an Ma\u00dfnahmen und Instrumenten gestattet eine baukastenartige Auswahl und Anpassung zur \u00dcbertragung auf \u00e4hnliche Sachverhalte und Friedh\u00f6fe mit \u00e4hnlichen Problemen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Gesamtprojekt gliedert sich in zahlreiche, miteinander verzahnte Teilprojekte. Das DBU Projekt bildet das strukturelle und informationstechnische R\u00fcckgrat des Gesamtprojekts. Ausgehend von der Ermittlung s\u00e4mtlicher Einzelpotentiale und deren Wechselwirkungen, werden f\u00fcr die verschiedenen Szenarien (Ausbau\/Einstellung Friedhofsbetrieb, teilweise Fl\u00e4chenumwidmung usw.) und deren Randbedingungen (Friedhofsentwicklungsplan, unterschiedliche polit. Rahmenbedingungen) Bewirtschaftungskon-zepte und Ma\u00dfnahmekataloge erstellt. Parallel dazu abgestimmt laufen in anderen Projektelementen bau- und gartendenkmalpflegerische sowie natursch\u00fctzende Arbeiten an. Ein \u00fcbergeordnetes Kommunikationsinstrument soll sowohl \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Planung und Abstimmung als auch langfristig und geordnet Sicherung, Fortsetzung und Umsetzung von Interesse in Aktivit\u00e4t erm\u00f6glichen. Ebenso ist dieses Instrument Bestandteil der \u00dcbertragbarkeit, da hiermit fortlaufende Dokumentation und Auswertung nachvollziehbar und operationalisierbar werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Bearbeitung des DBU-Projekts Gesamtkonzept S\u00fcdwestkirchhof Stahnsdorf hat deutlich gemacht, dass eine Fortschreibung des Status quo nicht dem Erhalt der Anlage dient, gleichzeitig wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen ist und sich daher verbietet. Ebenso deutlich hat sich gezeigt, dass f\u00fcr ein langfristig tragf\u00e4higes Modell strukturell und inhaltlich weitreichende Beschl\u00fcsse herbeizuf\u00fchren sind.<br \/>\nDie Bedeutung des S\u00fcdwestkirchhofs als Kultur-, Bau- und Naturdenkmal ist unbestritten. Im Zuge der umfangreichen Untersuchungen wurde der Standort als der vermutlich struktur- und artenreichste Friedhof sowohl im Berliner Raum als auch im bundesweiten Vergleich nachgewiesen. Daraus abgeleitet ergibt sich als ein Oberziel der langfristige Erhalt und die nachhaltige Entwicklung des S\u00fcdwestkirchhofes als eben dieser struktur- und artenreiche Lebensraum f\u00fcr sehr viele seltene oder gef\u00e4hrdete Tier- und Pflanzenarten.<br \/>\nBereits innerhalb des GESAMTKONZEPTES Stahnsdorf wurden auch bei den bereits laufenden Bauma\u00dfnahmen L\u00f6sungen gefunden, mit denen gemeinsame Ans\u00e4tze im Spannungsfeld Naturschutz \/ Denkmalschutz umgesetzt werden konnten. Gerade hinsichtlich der landl\u00e4ufig als konflikttr\u00e4chtig eingesch\u00e4tzten Interessenssph\u00e4ren sind Leitbilder und Zielstellungen in Zukunft unbedingt bereits in der Planungsphase gemeinsam abzustimmen und zu entwickeln. Damit ist die Integration naturschutzfachlicher Kompetenz in den Denkmalschutz (und vice versa), zur besseren Nutzung der naturschutzfachlichen Spielr\u00e4ume innerhalb denkmalfachlicher Vorgaben und zur Harmonisierung, bzw. Konfliktmanagement bei unterschiedlichen Zielvorstellungen gegeben.<br \/>\nWie nachgewiesen wurde, sind die bisherigen Strukturen auf Dauer nicht ausreichend leistungsf\u00e4hig. Eine Umstrukturierung bezogen auf den SWK Stahnsdorf ist zwingend notwendig und sollte auf Basis der im Projekt gewonnene Erkenntnisse angegangen werden. Im Bezug auf die entwickelten Grobszenarien wird empfohlen, auf eine Konzentration des als Bestattungsfl\u00e4che gewidmeten Friedhofsbereiches hinzuarbeiten. Eine Extrapolation des gegenw\u00e4rtigen Status quo f\u00fchrt erkennbar nicht zur L\u00f6sung der Gesamtproblematik. Ebenso wenig k\u00f6nnen dies die als theoretische Zuspitzung formulierten Modelle des &#8211; tats\u00e4chlich nicht erreichbaren &#8211; Vollbetriebs oder die Schlie\u00dfung des Standortes als Kirchhof, wel-che weiterhin Kosten verursacht, denen dann nicht einmal Einnahmen aus dem Friedhofsbetrieb gegen\u00fcberstehen.<br \/>\nDie innerhalb des Konzentrationsmodells entwickelten Binnenszenarien bieten aus der Sicht des Natur- und Denkmalschutzes sowie der betrieblichen Erfordernisse tendenziell die wenigsten Konfliktpunkte. Es wird anhand der geschilderten Problemlage und der entwickelten Szenarien empfohlen, neue Formen der Betriebsorganisation entsprechend den rechtlichen und organisatorischen Anforderungen zu entwickeln. Auf dieser Grundlage ist dann \u00fcber ein Konzept zur zuk\u00fcnftigen Fl\u00e4chennutzung zu entscheiden, also \u00fcber Gr\u00fcn- und Wirtschaftsfl\u00e4chen, Naturnutzung und Brachen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Arbeitsergebnisse und die sich daraus ergebenden weiteren Fragestellungen wurden anl\u00e4sslich eines Symposiums am 10.10.2003 vorgestellt und diskutiert. Dar\u00fcber hinaus wurden die Ergebnisse dem Arbeitskreis zur weiteren Entwicklung der Innenstadtfriedh\u00f6fe (initiiert vom Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte, um Konzepte f\u00fcr den weiteren Erhalt der innerst\u00e4dtischen Anlagen zu erstellen) als m\u00f6gliche, \u00fcbertragbare L\u00f6sungsmodelle am 5.4.2003 pr\u00e4sentiert. Es wurden verschiedene, kleinere Diskussionsrunden mit unterschiedlichen Fachleuten aus den jeweiligen Themenfeldern veranstaltet. Es ist f\u00fcr den Herbst 2004 ein Abschlussworkshop geplant. Die einzelnen Projektergebnisse sollen in den jeweiligen Fachpublikationen sukzessive ver\u00f6ffentlicht werden. Eine Ausstellung zum Projekt beim Museum f\u00fcr Sepulkralkultur in Kassel ist in Planung. Es laufen derzeit Gespr\u00e4che mit der Assiciation Of Significant Cementaries In Europe an, um die M\u00f6glichkeiten von Referaten vor (auch ausl\u00e4ndischem) Fachpublikum auszuloten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen des DBU-Projekts aufgebaute Informations- und Entscheidungsstruktur ist fortzuentwickeln und weiter auszubauen. Als erster kurzfristiger Schritt ist die Ver\u00f6ffentlichung des DBU-Projektberichtes, und somit auch der gutachterlichen Untersuchungen, auf der Website des Kirchhofes als Informationsplattform f\u00fcr die interessierte \u00d6ffentlichkeit zu betrachten. Ein weiterer, unmittelbar folgender Schritt ist die Werbung und Einbindung von Fachleuten in regelm\u00e4\u00dfige Veranstaltungen und F\u00fchrungen zum Themenkreis Natur-\/Arten- und Denkmalschutz (auch fach\u00fcbergreifende Veranstaltungen). Ank\u00fcndigung auf der Homepage des Kirchhofes, der Stiftung und der Kirche, Veranstaltungshinweise in regionaler Presse (l\u00e4uft bereits). Direkt anschlie\u00dfend ist die Erweiterung vorhandener Publikationen des Kirchhofes durch Brosch\u00fcren und Faltbl\u00e4tter zum Thema Pflanzen, Tiere, Lebensr\u00e4ume.<br \/>\nDie Aufgabe des Bindegliedes zwischen Landeskirche als Friedhofstr\u00e4ger und F\u00f6rderverein sollte in Zukunft durch ein mit festen Kompetenzen ausgestattetes Gremium wahrgenommen werden. Denkbar ist es, im regelm\u00e4\u00dfigen Turnus, evtl. als Fortsetzung der langj\u00e4hrigen Planungsrunden, ein solches Gremium tagen und entscheiden zu lassen. Zur Moderation und weiteren Bearbeitung der Themen ist hier die mittelfristige Schaffung einer entsprechend ausgerichteten Sekretariatsstelle, die gleichzeitig den st\u00e4ndige Anlaufpunkt f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit darstellt, unerl\u00e4sslich.<br \/>\nAuf jeden Fall sind alle Entscheidungstr\u00e4ger aufgerufen, sich den komplexen, umfangreichen und weitreichenden Aufgaben z\u00fcgig zu stellen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, das mit entsprechender Initiative erfolgversprechende Wege eingeschlagen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der S\u00fcdwest-Kirchhof Stahnsdorf ist als Natur-, Bau- und Gartendenkmal im Kulturraum Berlin-Potsdam von \u00fcberregionaler Bedeutung. Die Anlage ist im Zustand fortschreitenden Verfalls. Notwendige Eingriffe und Ma\u00dfnahmen ber\u00fchren zahlreiche, teilweise kontr\u00e4re Interessen. 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