{"id":21283,"date":"2023-07-13T15:19:49","date_gmt":"2023-07-13T13:19:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16559-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:52","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:52","slug":"16559-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16559-01\/","title":{"rendered":"Aufbau eines \u00f6kologischen Lehr- und Lernstandortes zur praxisorientierten Umweltbildung f\u00fcr Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen in Leinefelde (Th\u00fcringen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Umgestaltung Renaturierung des Gel\u00e4ndes eines ehemaligen Kl\u00e4rwerkes, Revitalisierung des angrenzenden Baches Leine und langfristig; Aufbau eines Lehr-\/Lernortes zur praxisorientierten Umweltbildung mittels aktiver Partizipation von Kindern verschiedener Altersstufen.<br \/>\nZiel des Projektes ist es zun\u00e4chst, den derzeitigen \u00f6kologischen Zustand der Leine und angrenzender Uferregionen zu erfassen, gemeinsam mit Sch\u00fclerInnen Umgestaltungsm\u00f6glichkeiten zu planen und diese partiell umzusetzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach ersten Koordinierungsgespr\u00e4chen mit den Schulen und au\u00dferschulischen Partnern wird die verantwortliche \u00dcbernahme einzelner Teilprojekte mit den Kooperationspartnern abgestimmt. Die Bestandsaufnahme der abiotischen und biotischen Gegebenheiten am Projektort wird durch Fachexperten begleitet, aber von Sch\u00fclerInnen mitgeplant und durchgef\u00fchrt. Im Anschluss an die Auswertung der Bestandsaufnahmeergebnisse erfolgt die Erarbeitung notwendiger und realisierbarer Umgestaltungsma\u00dfnahmen, die auch realisiert werden sollen. Um die Intentionen und Arbeiten einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4ngig zu machen, muss ein projektbegleitende Dokumentation erfolgen, die durch die Sch\u00fclerInnen sichergestellt werden wird. Wenngleich bei dieser kurzen Projektlaufzeit kein \u00f6kologischer Langzeiteffekt erkennbar wird, muss eine Evaluation und Kontrolle der Projektinhalte und des Projektverlaufes sichergestellt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des als Vorstudie konzipierten Projektes wurden unter Beteiligung 12-18j\u00e4hriger Sch\u00fclerInnen gemeinsam mit der UAN folgende T\u00e4tigkeiten durchgef\u00fchrt:<br \/>\n\u00b7\t\u00f6kologische Bestandsaufnahme (Flora, Fauna, Wasserqualit\u00e4t, Gel\u00e4ndeform, Gew\u00e4sserprofil, Wassereinzugsgebiet),<br \/>\n\u00b7\tErhebung chemischer und physikalischer Gew\u00e4sserparameter,<br \/>\n\u00b7\tAnlegen von Herbarien,<br \/>\n\u00b7\tAnfertigung von Studienarbeiten durch Gymnasiasten zum Thema Flie\u00dfgew\u00e4sser im Rahmen des Curriculums in der Oberstufe,<br \/>\n\u00b7\tHerstellen von h\u00f6lzernen und computergest\u00fctzten Modellen des Projektareals,<br \/>\n\u00b7\tHerrichten von Totholzbereichen,<br \/>\n\u00b7\tPlanung und anschlie\u00dfende Durchf\u00fchrung der Renaturierung eines Abschnitts der Leine,<br \/>\n\u00b7\tAuswahl der umzusetzenden Renaturierungsma\u00dfnahmen,<br \/>\n\u00b7\tR\u00fcckbau der Uferbefestigung,<br \/>\n\u00b7\tDokumentation,<br \/>\n\u00b7\t\u00d6ffentlichkeitsarbeit.<br \/>\nNach Einsch\u00e4tzung der beteiligten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, den Lehrkr\u00e4ften und den eingebundenen Fachexperten f\u00fchrten sinnliche, unmittelbare Naturerfahrungen mit Erlebnischarakter zu einer hohen emotionalen Bindung an die Projektarbeit und die eigenst\u00e4ndig, selbstverantwortlich ausgef\u00fchrten T\u00e4tigkeiten zu einem erh\u00f6hten Selbstwertgef\u00fchl bei den Sch\u00fclerInnen. Teamarbeit st\u00e4rkte das Gef\u00fchl f\u00fcr die soziale Verantwortung und ein verantwortungsvolles, vorausschauendes Denken und Handeln wurde gef\u00f6rdert. Dar\u00fcber hinaus wurde der Lernerfolg durch f\u00e4cher\u00fcbergreifende Vor- und Nachbereitung im Unterricht (Wasserkreislauf, Selbstreinigungskraft von Gew\u00e4ssern, Gew\u00e4sser als Lebensraum, Hochwasserproblematik, Wasseranalytik, die Leine von der Quelle zur M\u00fcndung, Natur- und Zivilisationsentwicklung, Wasser im Kontext von Religion und Meditation) verst\u00e4rkt. Die inhaltliche Ber\u00fccksichti-gung von \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Aspekten f\u00f6rderte die F\u00e4higkeit vernetzt zu denken und so die Auswirkung von Eingriffen mehrdimensional einzusch\u00e4tzen. Insgesamt wurde von Lehrkr\u00e4ften und Sch\u00fclerInnen besonders die konkrete, problem- und praxisorientierte Aufgabenstellung, der interdisziplin\u00e4re Ansatz und die Zusammenarbeit mit Fachexperten und Beh\u00f6rden als positiv herausgestellt.<br \/>\nDie Vorstudie hat allerdings auch gezeigt, dass das Projektareal des ehemaligen Kl\u00e4rwerksgel\u00e4ndes in Leinefelde nach endg\u00fcltigem Wissensstand als ungeeignet zum Aufbau eines dauerhaften Lehr- und Lernstandortes anzusehen ist. Im Verlauf der Vorstudie sind Probleme zu Tage getreten, die zu Beginn der Studie unbekannt waren oder sich erst im Verlauf der Studie entwickelt haben. So wurden bei der Auseinandersetzung mit dem Areal des Lernstandortes und der Auswertung der recherchierten und\/oder selbst\u00e4ndig erforschten Ergebnisse eine hohe Belastung des Gel\u00e4ndes mit toxischen Stoffen festgestellt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Projektarbeit und im begleitenden Unterricht bewertet und intensiv diskutiert. Anhand dieses konkreten Beispieles wurde bei den Sch\u00fclerInnen ein deutlicher Erkenntnisprozess in Gang gesetzt, der zu einer intensiven kognitiven und emotionalen Auseinandersetzung mit Fragen nach der regionalen und \u00fcberregionalen Umweltbelastung und einem verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang des Menschen mit seiner Umwelt f\u00fchrte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Berichterstattung in den regionalen Medien, Dokumentation und Pr\u00e4sentation in den Schulen sowie der UAN.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Am Beispiel von \u00f6kologischen Bestandsaufnahmen und Renaturierungsma\u00dfnahmen an der Leine konnte deutlich gezeigt werden, dass der Ansatz eines praxisorientierten und partizipativen Lernens Rahmenbedingungen schafft, die sich auf die Lernprozesse der beteiligten Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen positiv auswirkt. Die Sch\u00fclerInnen und Lehrkr\u00e4fte waren dem Projekt gegen\u00fcber au\u00dferordentlich aufgeschlossen. Vor allem durch die aktive Mitarbeit in allen Projektphasen (Vorbereitung und Planung, Umsetzung, Bewertung) war eine hohe Motivation der Sch\u00fclerInnen zu verzeichnen. Dies zeigte sich beispielsweise deutlich in der eigenst\u00e4ndigen Auswahl der Themen, wo sich die Sch\u00fclerInnen je nach Interessenlage f\u00fcr die Arbeit in einzelnen Gruppen entscheiden konnten, und der lebhaften Diskussion im Laufe der Renaturierungsarbeiten. K\u00f6rperliche Anstrengung wie bei der Entfernung von Unrat aus dem Leinekanal oder dem Anlegen von Faschinen sowie die Wetterverh\u00e4ltnisse taten dem Engagement der Sch\u00fclerInnen keinen Abbruch. Herbarien wurden mit Akribie und Leidenschaft angelegt und die Fauna mit gro\u00dfer Begeisterung bestimmt. Die Sch\u00fclerInnen reflektierten zusammen mit den Lehrkr\u00e4ften ihre T\u00e4tigkeiten, was sich auch in ihrer kritischen Bewertung des Gel\u00e4ndezustandes niederschlug.<br \/>\nEs wurde im Laufe der Vorstudie sehr deutlich, dass der dauerhaften Etablierung eines au\u00dferschulischen Lernstandortes im Eichsfeld mit gro\u00dfer Unterst\u00fctzung entgegen gesehen wird, da so schulische Lernformen auf Dauer erweitert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Umgestaltung Renaturierung des Gel\u00e4ndes eines ehemaligen Kl\u00e4rwerkes, Revitalisierung des angrenzenden Baches Leine und langfristig; Aufbau eines Lehr-\/Lernortes zur praxisorientierten Umweltbildung mittels aktiver Partizipation von Kindern verschiedener Altersstufen. 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