{"id":21263,"date":"2024-11-27T10:36:06","date_gmt":"2024-11-27T09:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16489-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:09","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:09","slug":"16489-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16489-01\/","title":{"rendered":"Integration von Aspekten der Nachhaltigkeit in die betriebliche Umweltberichterstattung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Nachdem die Etablierung der Umweltberichterstattung zeigte, dass die Notwendigkeit der Rechenschaftslegung von Unternehmen gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit sich auch auf nicht-monet\u00e4re Aspekte unternehmerischen Handelns erstrecken kann, warf der Nachhaltigkeitsbegriff der Brundtland-Kommission mit dem in den 90er Jahren etablierten Drei-Dimensionen-Modell \u00f6konomischer, sozialer und \u00f6konomischer Verantwortlichkeiten die Frage auf, ob zuk\u00fcnftig auch diesbez\u00fcglich eine Rechenschaftslegung von Unternehmen gefordert werden wird.<br \/>\nGemeinsam mit Pilotunternehmen sollten problemad\u00e4quate, moderne und kommunizierbare Grunds\u00e4tze, Inhalte und Formen einer Nachhaltigkeits-Berichterstattung erarbeitet werden. Dabei sollte insbesondere auf die Anforderungen mittelst\u00e4ndischer Unternehmen eingegangen werden. Ziel war die Entwicklung eines \u00fcbertragbaren Konzepts zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie einer integrierten Kommunikationsstrategie, welche wesentliche Informationen vermittelt, Widerspr\u00fcche und Synergien erkennbar macht und deren Komplexit\u00e4t zielgruppenspezifisch angemessen scheint.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen des ersten Teilprojektes wurde die Erarbeitung eines Konzeptes der Nachhaltigkeitsberichterstattung geleistet. Dies geschah in mehreren Schritten. Zun\u00e4chst erfolgte die Erhebung des wissenschaftlichen und praktischen Standes der Berichterstattung zur Nachhaltigkeit weltweit; die Erschlie\u00dfung der Erfahrungen aus der Entwicklung der Umwelt- und Sozialberichterstattung und eine Befragung der Anspruchsgruppen zu Informationsbedarfen und geeigneten Formen. Hierauf aufbauend wurde ein Vorgehen entwickelt, um in den projektbeteiligten Firmen konkret Nachhaltigkeitsberichte zu erarbeiten.Die \u00dcbertragbarkeit der Ergebnisse des Projektes auf andere interessierte Unternehmen war ein zentrales Ziel des Projektes und wurde durch die Einbindung interessierter Kreise in einem Beirat unterst\u00fctzt. Weleda (www.weleda.de ), Gundlach (www.gundlach-bau.de) und Wilkhahn (www.wilkhahn.com ) entstanden. Der Otto Versand (www.otto.de) erarbeitete ebenfalls einen ersten Nachhaltigkeitsbericht. Durch beigelegte Frageb\u00f6gen wurden die Leserinnen und Leser der Berichte befragt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der gesamten Projektlaufzeit wurde die Arbeit der Global Reporting Initiative GRI (www.globalreporting.org) aufmerksam verfolgt. Die wesentlichen Anforderungen der GRI wurden im Projekt ber\u00fccksichtigt. Gleichzeitig leisten die durchf\u00fchrenden Institute Beitr\u00e4ge zum GRI Prozess und sind durch das imug in einer Review-Arbeitsgruppe vertreten.<br \/>\nIm zweiten Teilprojekt mit den vier Unternehmen sind Nachhaltigkeitsberichte f\u00fcr die Pilotunternehmen Weleda (www.weleda.de ), Gundlach (www.gundlach-bau.de) und Wilkhahn (www.wilkhahn.com ) entstanden. Der Otto Versand (www.otto.de) erarbeitete ebenfalls einen ersten Nachhaltigkeitsbericht. Durch beigelegte Frageb\u00f6gen wurden die Leserinnen und Leser der Berichte befragt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Experten aus verschiedenen Zielgruppen (Kommunikationsfachleute, Sozial- und Umwelt-Verb\u00e4nde, Verbraucherorganisationen, Beh\u00f6rden, Medien) wurden in telefonischen Interviews \u00fcber allgemeine Anspr\u00fcche an Form, Umfang, Inhalte und Darstellungsm\u00f6glichkeiten von Nachhaltigkeitsberichten befragt sowie um eine Beurteilung der bereits ver\u00f6ffentlichten Nachhaltigkeitsberichte der Pilotunternehmen gebeten. Die aus der Expertenbefragung gewonnenen Erkenntnisse, Ideen und Anregungen sind in den Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung eingeflossen. Nach Ansicht der Befragten enth\u00e4lt eine Nachhaltigkeitsberichterstattung folgende Chancen f\u00fcr Unternehmen: bestehende Wechselwirkungen, Synergien und Zielkonflikte werden aufgedeckt; die Verantwortungs\u00fcbernahme der Unternehmen kann dargestellt werden; es k\u00f6nnen Wettbewerbsvorteile entstehen; Image- und Akzeptanzvorteile. Hemmnisse wurden dagegen insbesondere in einem hohen Arbeitsaufwand zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts sowie in fehlenden eindeutigen\/ einheitlichen Bewertungs-Kriterien gesehen.<br \/>\nDie Ergebnisse der Befragung von Leserinnen und Lesern im Pilotprojekt Nachhaltigkeitsberichterstattung deuten auf eine hohe Wirksamkeit der Berichte hin. So konnten auf Basis von 102 r\u00fccklaufenden Frageb\u00f6gen aus den 3 mittelst\u00e4ndischen Unternehmen einige Erkenntnisse zum Leseverhalten gewon-nen werden: Kunden, Vertriebspartner und Mitarbeiter &#8211; sie alle widmen den Berichten im Durchschnitt zwischen anderthalb und zwei Stunden Lesezeit, nur die Gruppen Pressevertreter und Kapitalgeber bleiben unter einer Stunde. 34% der LeserInnen lesen den Bericht ganz durch, 45% teilweise, 15% suchen gezielt Informationen. Nur 6% beschr\u00e4nken sich aufs Durchbl\u00e4ttern. Es l\u00e4sst sich folgern, dass die aktive Verteilung von Nachhaltigkeitsberichten an Partner des Unternehmens geeignet ist, zur Bekanntheit des Unternehmens und seiner Aktivit\u00e4ten beizutragen und die Entstehung eines positiven Bildes vom Unternehmen zu f\u00f6rdern. Auch zur Form der Berichterstattung lieferte die Befragung Ergebnisse. 72% der LeserInnen halten den Druck f\u00fcr eine sehr sinnvolle Berichtsform, das Internet findet diese Zustim-mung (noch) erst bei 42%. 73% der LeserInnen w\u00fcnschen sich kurze Berichte unter 30 Seiten, nur 7% wollen mehr als 50 Seiten. 51% der LeserInnen legen auf j\u00e4hrliche Berichterstattung wert, nur 11% sind mit einem Dreijahresrhythmus zufrieden. Trotzdem empfehlen die Pilotunternehmen einen mehrj\u00e4hrigen Berichtsrhythmus, da der Aufwand sonst f\u00fcr KMU zu gro\u00df wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber das Projekt wurde auf vielen Veranstaltungen, u.a. auf der EXPO 2000 in Hannover, und in Vortr\u00e4-gen berichtet. Ziel der Aktivit\u00e4ten ist es, binnen eines Jahres nach Projekt-Ende weitere 10 Unternehmen zu Nachhaltigkeitsberichterstattern zu machen. Ein \u00dcberblick der Projektergebnisse wurde auf der Ho-mepage www.nachhaltigkeitsberichte.net zusammengestellt.<br \/>\nDie Ergebnisse des Projektes liegen in Form eines 52-seitigen Leitfadens f\u00fcr Nachhaltigkeitsberichter-stattung und eines Buches vor. Der Leitfaden Der Nachhaltigkeitsbericht &#8211; ein Leitfaden zur Praxis glaubw\u00fcrdiger Kommunikation f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige Unternehmen kann \u00fcber das I\u00d6W (www.ioew.de) oder \u00fcber das imug (www.imug.de) bezogen oder unter www.nachhaltigkeitsberichte.net heruntergeladen werden. Das Buch Nachhaltigkeitsberichterstattung, herausgegeben von I\u00d6W und imug, ist im Erich-Schmidt Verlag in der Reihe Initiativen zum Umweltschutz erschienen und im Buchhandel erh\u00e4ltlich.Die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen k\u00f6nnen direkt bei den Unternehmen bestellt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist ein wirksames und empfehlenswertes Instrument f\u00fcr Unterneh-men, die entweder in einem sozial-\u00f6kologisch sensibilisierten Marktumfeld aktiv sind oder die sich mit so-zial-\u00f6kologischen Anforderungen bzw. Vorw\u00fcrfen konfrontiert sehen und diesen in der \u00d6ffentlichkeit durch Berichterstattung begegnen wollen. Nachhaltigkeitsberichterstattung kann wirksam zu einem besseren Image des Unternehmens beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Nachdem die Etablierung der Umweltberichterstattung zeigte, dass die Notwendigkeit der Rechenschaftslegung von Unternehmen gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit sich auch auf nicht-monet\u00e4re Aspekte unternehmerischen Handelns erstrecken kann, warf der Nachhaltigkeitsbegriff der Brundtland-Kommission mit dem in den 90er Jahren etablierten Drei-Dimensionen-Modell \u00f6konomischer, sozialer und \u00f6konomischer Verantwortlichkeiten die Frage auf, ob zuk\u00fcnftig auch diesbez\u00fcglich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,64,51,52,2423],"class_list":["post-21263","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"16489\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-16489.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"93.399,22","dbu_projektdatenbank_firma":"Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung(I\u00d6W) gGmbH","dbu_projektdatenbank_strasse":"Hausmannstr. 9 - 10","dbu_projektdatenbank_plz_str":"30159","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Hannover","dbu_projektdatenbank_p_von":"2000-02-14 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-11-30 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 10 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0511\/1640342","dbu_projektdatenbank_inet":"www.ioew.de","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"49","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21263\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34266,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21263\/revisions\/34266"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}