{"id":21236,"date":"2024-11-27T10:34:06","date_gmt":"2024-11-27T09:34:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09919-02\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:06","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:06","slug":"09919-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09919-02\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Umweltkommunikation f\u00fcr Kinder und Jugendliche in den Massenmedien: Zeitungsprojekt &#8211; Jugend und Umwelt &#8211; Grenz\u00fcberschreitende Kooperation"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die geplante Osterweiterung der Europ\u00e4ischen Union geh\u00f6rt der Umweltschutz zu den Politikbereichen, in denen die ost- und s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Beitrittskandidaten nach der Wende von 1989\/90 einerseits zwar sichtbare Fortschritte erzielt haben, andererseits aber die Beitrittsvoraussetzungen der EU vielfach noch nicht erf\u00fcllen. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt Jugend und Umwelt &#8211; grenz\u00fcberschreitende Kooperationen (1.10.2000 &#8211; 30.9.2003) 3 Ziele: (1) Sch\u00fcler aus Deutschland, Polen und Tschechien mittels journalistischer Recherchen \u00fcber vor allem grenz\u00fcberschreitende Umweltprojekte f\u00fcr Umweltfragen und die Erfordernisse einer nachhaltigen Entwicklung zu sensibilisieren; (2) durch einen medienkundlichen Projektunterricht mit den drei \u00fcberregionalen Tageszeitungen F.A.Z., Rzeczpospolita (Polen) und Mlad\u00e1 Fronta Dnes (Tschechien) die Zeitung lesen und nutzen zu lernen und (3) in der pers\u00f6nlichen Begegnung der jungen Menschen wechselseitige Vorurteile zu \u00fcberwinden und so einen Beitrag zur europ\u00e4ischen Verst\u00e4ndigung und Integration zu leisten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00dcber die dreij\u00e4hrige Laufzeit des Projektes besuchen sich die 15 deutsch-polnischen und 10 deutsch-tschechischen Partnerschulen mit j\u00e4hrlich wechselnden Projektklassen gegenseitig, recherchieren unter fachlicher Begleitung einer F.A.Z.-Redakteurin in der Region ihrer Partnerschule ein umweltrelevantes Thema und machen ihre Rechercheergebnisse durch eine Ver\u00f6ffentlichung in der F.A.Z. auf der vier Mal im Monat erscheinenden Sonderseite Jugend und Umwelt einer breiten \u00d6ffentlichkeit bekannt. Eine Auswahl dieser Artikel erscheint zus\u00e4tzlich in polnischer bzw. tschechischer \u00dcbersetzung in den Kooperationszeitungen Rzeczpospolita und Mlad\u00e1 Fronta Dnes. W\u00e4hrend ihres Austausches wohnen und leben die Sch\u00fcler in den Familien ihrer Partnersch\u00fcler und lernen auf diese Weise das Nachbarland und den Alltag der Menschen vor Ort aus erster Hand kennen. Ein medien- und umweltp\u00e4dagogischer Projektunterricht bereitet die Sch\u00fcler inhaltlich und methodisch auf die Umweltrecherche, das Schreiben f\u00fcr die F.A.Z. und den Umgang mit einer Tageszeitung vor. Dazu erh\u00e4lt jeder Projektsch\u00fcler und -lehrer ein kostenloses Abonnement der F.A.Z.. Zus\u00e4tzlich wird den polnischen und tschechischen Sch\u00fclern und Lehrern die Rzeczpospolita bzw. die Mlad\u00e1 Fronta Dnes ebenfalls kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Umwelt &#8211; im Konzept der nachhaltigen Entwicklung in einer ganzheitlichen Perspektive als integrativer Bestandteil komplexer, vernetzter Systeme wahrgenommen und als Resultat sich wechselseitig beeinflussender sozialer, politischer, \u00f6konomischer, technischer, kultureller Faktoren begriffen &#8211; erscheint vor allem Jugendlichen als ein abstraktes, kompliziertes, anonymes Ph\u00e4nomen. Im Rahmen des Projekts ist es durch die wechselseitige Verschr\u00e4nkung der 3 Themenbereiche (1. journalistische Umweltrecherche und -berichterstattung; 2. interkultureller, europ\u00e4ischer Dialog; 3. Zeitungs- und Medienkunde) gelungen, rund 3.500 Sch\u00fclern eine konkrete und anschauliche Vorstellung des abstrakt-komplexen Umweltbegriffs zu vermitteln und dadurch Umweltwissen und -bewusstsein zu st\u00e4rken. Jede der insgesamt 150 Projektklassen hat das Thema ihrer Umweltrecherche intensiv vorbereitet, wirtschaftliche, politische, soziale, technische, kulturelle Rahmenbedingungen und Hintergr\u00fcnde, Probleme und L\u00f6sungsans\u00e4tze herausgearbeitet und sich das erforderliche (biologische, chemische, technische, \u00f6konomische) Fachwissen und -vokabular &#8211; f\u00e4cher\u00fcbergreifend &#8211; angeeignet. Auf diese Weise haben die Sch\u00fcler zugleich vieles \u00fcber Land und Leute und die Verh\u00e4ltnisse, in denen ihre Partnersch\u00fcler und deren Eltern leben, gelernt. Dieses landeskundliche Wissen wurde anschaulich und praktisch durch das, was die Sch\u00fcler w\u00e4hrend der Besuchswoche bei ihrer Partnerschule selber erlebten. Eindrucksvoll berichteten sie \u00fcber ihre Erfahrungen und Eindr\u00fccke in der regelm\u00e4\u00dfig auf der Jugend-und-Umwelt-Seite in der F.A. Z. ver\u00f6f-fentlichten Bilanz der Begegnungen. Es konnten nicht nur die landl\u00e4ufig bekannten Vorurteile und Klischeevorstellungen \u00fcber die Polen, die Tschechen, die Deutschen \u00fcberwunden werden, ohne dass die Unterschiede &#8211; vor allem in den materiellen Lebensbedingungen &#8211; geleugnet worden w\u00e4ren. Es sind auch viele pers\u00f6nliche Freundschaften entstanden und einige Schulen wollen ihre Partnerschaft \u00fcber das Ende des Projekts hinaus fortf\u00fchren.<br \/>\nIn der journalistischen Umweltrecherche vor Ort hatten die Sch\u00fcler die Gelegenheit, das erarbeitete Umweltwissen anzuwenden und am konkreten Objekt anschaulich und praxisnah zu erfahren und zu erproben &#8211; eine Grundvoraussetzung nicht nur f\u00fcr die Einsicht in die Notwendigkeit von Umweltschutz und eigenem umweltvertr\u00e4glichen Verhalten, sondern auch f\u00fcr eine allgemeinverst\u00e4ndliche journalistische Aufbereitung meist komplizierter \u00f6kologischer Zusammenh\u00e4nge. Das war eine zus\u00e4tzliche Herausforderung f\u00fcr die polnischen und tschechischen Teilnehmer, die sie hervorragend gemeistert hatten, mussten sie doch in deutscher Sprache recherchieren und f\u00fcr die F.A.Z. schreiben. Auf 100 Seiten in der F.A.Z. und 4 Seiten in der Prager Zeitung haben die Sch\u00fcler eine breite \u00d6ffentlichkeit von Lesern regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Ergebnisse ihrer Recherchen und damit \u00fcber die Vielschichtigkeit der \u00f6kologischen Frage im Kontext der Osterweiterung der Europ\u00e4ischen Union informiert und die Bedeutung grenz\u00fcberschreitender Zusammenarbeit im Umweltschutz zwischen Polen, Deutschland und Tschechien f\u00fcr die osteurop\u00e4ische Integration anhand konkreter Beispiele vor Augen gef\u00fchrt. Die Sch\u00fcler wurden so zu Botschaftern und Multiplikatoren des Umwelt- wie des europ\u00e4ischen Integrationsgedankens.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>100 Jugend-und-Umwelt-Seiten in der F.A.Z. und 4 in der Prager Zeitung dokumentieren nicht nur die Arbeit der Sch\u00fcler und die Resultate, die sie erzielt haben. Sie haben auch bei den Lesern dieser Zeitungen Interesse und Neugierde an der Umweltthematik im Kontext der Osterweiterung der EU und an den in diesem Zusammenhang noch virulenten geschichtlichen Kontexten und Erinnerungen geweckt, wovon zahlreiche Briefe an die Projektredakteurinnen zeugen. Eine zus\u00e4tzliche Ver\u00f6ffentlichung der Sch\u00fclerartikel in den beiden \u00fcberregionalen Tageszeitungen Rzeczpospolita (Polen) und Ml\u00e1da Fronta Dnes (Tschechien) kam &#8211; trotz fester Zusagen &#8211; leider nicht zustande. Daf\u00fcr hat die Projektarbeit in den jeweiligen regionalen und lokalen Medien, vornehmlich in den Tageszeitungen, ein gro\u00dfes Echo gefunden, das zusammen mit anderen Formen und Orten der Berichterstattung \u00fcber das Projekt in 3 Jahresberichtsb\u00e4nden dokumentiert ist. Aufgrund seines erfolgreichen Verlaufs und Vorbildcharakters ist das Projekt in dem Sammelband Jugend und Umwelt &#8211; Grenz\u00fcberschreitende Kooperationen, hrsg. v. IZOP-Institut, Aachen 2003 (ISBN 3-89294-312-5), dokumentiert, der zugleich als Rat- und Ideengeber f\u00fcr einen projektorientierten Austausch mit Schulen aus den mittel- und osteurop\u00e4ischen Nachbarl\u00e4n-dern dient.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt hat sich mit seinem journalistischen Rechercheansatz im grenz\u00fcbergreifenden, ost-westeurop\u00e4ischen Kontext als eine Art Transmissionsriemen f\u00fcr Umweltbildung, Umweltinformationsvermittlung und -aufbereitung f\u00fcr eine breite \u00d6ffentlichkeit bew\u00e4hrt. Es hat dar\u00fcber hinaus durch die Begegnungswochen der Sch\u00fcler eindrucksvoll demonstriert, wie die osteurop\u00e4ische Integration im Kleinen durch einen wechselseitigen interkulturellen Lern- und Kommunikationsprozess gelingen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Hinblick auf die geplante Osterweiterung der Europ\u00e4ischen Union geh\u00f6rt der Umweltschutz zu den Politikbereichen, in denen die ost- und s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Beitrittskandidaten nach der Wende von 1989\/90 einerseits zwar sichtbare Fortschritte erzielt haben, andererseits aber die Beitrittsvoraussetzungen der EU vielfach noch nicht erf\u00fcllen. 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