{"id":21230,"date":"2024-11-27T10:36:06","date_gmt":"2024-11-27T09:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16408-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:08","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:08","slug":"16408-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16408-01\/","title":{"rendered":"Implementation von \u00f6kologischen Produkt-Gestaltungskonzepten in Unternehmen der Maschinenbauindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war, die umweltrelevanten St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Heidelberger Produkte herauszustellen und dann Methoden und Instrumente zu entwickeln, die im Unternehmensalltag helfen, die Produkte unter \u00f6kologischen (und \u00f6konomischen) Gesichtspunkten zu verbessern. Besonders wichtig war die Integration des produktbezogenen Umweltschutzes in die normalen Gesch\u00e4ftsabl\u00e4ufe von strategischem Management, Produktentwicklung und -gestaltung, Produktion und Marketing.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Implementation von \u00d6ko-Design in das Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen AG beinhaltete folgende Arbeitsschritte:<br \/>\n1.\tUmweltanforderungen identifizieren: Analyse der bestehenden bzw. notwendigen Rahmenbedingungen des Marktes und der Gesellschaft,<br \/>\n2.\t\u00d6kologische Schwachstellen am Markt aufdecken: ganzheitliche Analyse, welche die Schwerpunkte und Ansatzpunkte der \u00f6kologischen Optimierung in dem jeweiligen Produktkontext darstellt, analog eine betriebswirtschaftliche Analyse zu Teilbereichen des Produktlebensweges<br \/>\n3.\tImplementierung der Ergebnisse auf Produktebene: Verankerung in der betrieblichen Organisation mittels Konstruktionshandb\u00fcchern, Online-Datenbanken, Organisationsanweisungen, interner Kommunikation und Schulungen (Neugestaltung von Prozessabl\u00e4ufen, Definition von Konstruktionsnotwendigkeiten, Bestimmung der Verantwortlichkeiten und Bereitstellung der notwendigen Dokumentation),<br \/>\n4.\tSystematische Umsetzung der Ergebnisse in die Produktentwicklung und die F\u00f6rderung des betrieblichen und gesellschaftlichen Dialogs zu den Zielen und Gestaltungsoptionen \u00f6kologischer Produktentwicklung,<br \/>\n5.\t\u00d6kologischen Mehrwert der Produkte verkaufen: externe Kommunikation, Marketing und Schulung der Mitarbeiter.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Folgende Schritte auf dem Weg zum zukunftsf\u00e4higen Produkt wurden erarbeitet:<br \/>\n1.\tUmweltanforderungen identifizieren: wie z.B. Kundenw\u00fcnsche, unternehmerisches Selbstverst\u00e4ndnis, Umwelt- und Innovationsimage, gesellschaftliche Wertvorstellungen, Umwelt-Kosteneffekte und rechtliche Anforderungen. Entwickelt wurde eine Umweltrechtsdatenbank, die den Mitarbeitern \u00fcber das Intranet zur Verf\u00fcgung steht.<br \/>\n 2.\t\u00d6kologische Schwachstellen am Produkt aufdecken: F\u00fcr den Scanner TOPAZ 2+ wurde eine Material- und Energiebilanz erstellt, Fertigung, Nutzung und die Zerlegung beim Entsorger untersucht. Dabei wurden zwei Methoden genutzt: Total Primary Energy und Eco-Indicator 95. Die Analysen zeigten, dass die gr\u00f6\u00dften Umweltbelastungen in der Produktions- und Nutzungsphase der Ger\u00e4te auftreten. Umweltentlastungspotenziale liegen in der Reduktion des Energieverbrauchs im Gebrauch und der Optimierung der Recyclingf\u00e4higkeit, insbesondere bezogen auf den Einsatz von Aluminium und Stahl. Das Verfahren der LCA stellte sich f\u00fcr die standardisierte Pr\u00fcfung der Produktgestaltung als zu aufwendig heraus. Sie bietet aber die M\u00f6glichkeit, von den wichtigsten Produktgruppen exemplarisch Input\/Outputstr\u00f6me zu analysieren und erlaubt eine Schwachstellenanalyse und Kennzahlbildung zur Produktbewertung. Schlussfolgerung im Projekt war es daher, mit Tools in der Produktentwicklung zu arbeiten, die im Sinne des Life Cycle Thinking wirken, aber Kosten und Zeit sparender angewendet werden k\u00f6nnen als LCA. \u00dcberlegt wurden au\u00dferdem Ans\u00e4tze zu einer LCA nahen, standardisierte Datenbank zur Bewertung von Werkstoffen, Verfahren und Recyclingmethoden.<br \/>\n3.\tImplementierung der Ergebnisse auf Produktebene: Umgesetzt wurden die Senkung des Energieverbrauchs im Gebrauch und Stand-by-Modus oder die Erleichterung der Demontage des Aluminiums durch eine ver\u00e4nderte Verbindungstechnik. Es wurde auf Beryllium verzichtet. Kunststoff und Aluminium gekennzeichnet, Entsorgungsanweisungen entwickelt und die Zusammenarbeit mit den Lieferanten gest\u00e4rkt. Beim Nachfolgemodell des TOPAZ 2+, dem Nexscan F4000 wurde der Stromverbrauch um 20% gesenkt, ein netzseitiger Hauptschalter und eine automatische Abschaltung der Durchlichtbeleuchtung eingebaut sowie ein deutlich geringerer Materialeinsatz im Vergleich zum Vorg\u00e4ngermodell erzielt, 90 kg statt 150 kg Gesamtgewicht.<br \/>\n4.\tSystematische Integration der Ergebnisse in den Produktentwicklungsablauf: Der Heidelberger Entwicklungsprozess ist als Quality Gate Prozess organisiert. Nach bestimmten Abschnitten der Entwicklung wird in den so genannten Gates \u00fcber die Freigabe des Entwicklungsprojektes f\u00fcr die n\u00e4chste Phase entschieden. In diese Entscheidungspunkte wurden vom Businessplan bis zur Markteinf\u00fchrung Umweltaspekte in Form von Tools, Kriterien oder Teilnahme der Umweltexperten in den Entscheidungsgremien integriert. F\u00fcr die allt\u00e4gliche Arbeit der Produktentwickler wurden im Projekt Tools entwickelt. Z.B. ein Umweltentwicklungshandbuch, das u.a. Check- und Stofflisten, Anweisungen zur Werkstoffauswahl, Werkstoffvertr\u00e4glichkeit, Kennzeichnung und demontagevertr\u00e4glicher Verbindungen enth\u00e4lt. Zur Motivation und Schulung der Mitarbeiter stehen durch die Projektarbeit Plakate, ein Bildschirm und Schulungsunterlagen zur Verf\u00fcgung. Aufbauend auf den Projektergebnissen wurden bindende Umweltleitlinien f\u00fcr die gesamte Unternehmensgruppe formuliert. Die Guidelines zu den Stoffen, Batterien, Kennzeichnung und Energie international abstimmt, weitere werden folgen.<br \/>\n5.\t\u00d6kologischen Mehrwert der Produkte verkaufen: Die Heidelberger Aktivit\u00e4ten im produktbezogenen Umweltschutz wurden intern und extern vorgestellt und kommuniziert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Erfahrungen aus diesem Projekt wurden in mehreren internen und externen Workshops vorgestellt und diskutiert. Des Weiteren wurden die Ergebnisse in der Fachpresse ver\u00f6ffentlicht und zahlreichen Veranstaltungen und Fachmessen ausgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend wird das Projekt als sehr erfolgreich eingesch\u00e4tzt. Es wurden neue konstruktive Ideen und Konzepte geliefert, die gut in den betrieblichen Alltag zu implementieren sind. Neue Gestaltungskonzepte konnten umgesetzt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden hinsichtlich der \u00f6kologischen Ziele des Unternehmens sensibilisiert und motiviert. F\u00fcr k\u00fcnftige Projekte wird es Erfolg versprechend sein, noch kleine Schritte zu gehen, um schneller Teilerfolge nachweisen zu k\u00f6nnen, die alle Besch\u00e4ftigten \u00fcberzeugen und zum Mitziehen animieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war, die umweltrelevanten St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Heidelberger Produkte herauszustellen und dann Methoden und Instrumente zu entwickeln, die im Unternehmensalltag helfen, die Produkte unter \u00f6kologischen (und \u00f6konomischen) Gesichtspunkten zu verbessern. Besonders wichtig war die Integration des produktbezogenen Umweltschutzes in die normalen Gesch\u00e4ftsabl\u00e4ufe von strategischem Management, Produktentwicklung und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[65,51,2423,53],"class_list":["post-21230","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-nordrhein-westfalen","tag-ressourcenschonung","tag-umweltkommunikation","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"16408\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-16408.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"51.129,19","dbu_projektdatenbank_firma":"econcept Agentur f\u00fcr Nachhaltiges Design\nGesch\u00e4ftsf\u00fchrerin","dbu_projektdatenbank_strasse":"Albatrosweg 11","dbu_projektdatenbank_plz_str":"50259","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Pulheim","dbu_projektdatenbank_p_von":"1999-01-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-12-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 12 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0221\/4202676","dbu_projektdatenbank_inet":"www.econcept.org","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Nordrhein-Westfalen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"26","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-16408.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21230","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21230\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34233,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21230\/revisions\/34233"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21230"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21230"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21230"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}