{"id":21218,"date":"2023-07-13T15:19:45","date_gmt":"2023-07-13T13:19:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16370-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:45","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:45","slug":"16370-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16370-01\/","title":{"rendered":"Umnutzung einer Altbau-Industriehalle zu Veranstaltungsr\u00e4umen (Planungsphase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Rheinstahlhalle auf dem Pragsattel in Stuttgart ist eine teilweise denkmalgesch\u00fctzte Industriehalle mit ca. 4.000 m\u00b2 Grundfl\u00e4che. An die Halle ist ein Bauk\u00f6rper angegliedert, der als Verwaltungsgeb\u00e4ude genutzt wurde. Das gesamte Geb\u00e4ude-Ensemble wird zur Nutzung durch das Theaterhaus Stuttgart umgebaut.<br \/>\nDer architektonische Entwurf f\u00fcr den Umbau der alten Rheinstahlhalle sieht vier Veranstaltungshallen vor, die in die bestehende Industriehalle gestellt werden. Au\u00dferdem findet in der Halle eine Sport- bzw. Multifunktionsfl\u00e4che sowie der Foyerbereich Platz. Der an die Halle angegliederte Bauk\u00f6rper nimmt den Verwaltungs- und den Gastronomiebereich auf. Der zuk\u00fcnftige Nutzer des Geb\u00e4udes, das Theaterhaus Stuttgart, hat sich seit den 80er Jahren in Stuttgart als fester Bestandteil des kulturellen Angebotes etabliert. Wie die bisherigen R\u00e4umlichkeiten des Theaterhaus Stuttgart soll auch der neue Standort den Charme der Kulturfabrik ausstrahlen und nicht perfektionierte Entertainment-Architektur sein.Bei der Planung der Umnutzung der Rheinstahlhalle wird von den beteiligten Planern und dem Bauherr das Ziel verfolgt, ein zuverl\u00e4ssig funktionierendes Geb\u00e4ude zu realisieren, das sich durch minimierte Ressourcenverbr\u00e4uche und Emissionen w\u00e4hrend der gesamten Lebensdauer des Geb\u00e4udes auszeichnet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenW\u00e4hrend der Planung des Umbaus wird deshalb bereits in fr\u00fchen Planungsphasen ein integrales Energie- und L\u00fcftungskonzept f\u00fcr die Veranstaltungshallen entwickelt, das sich im Vergleich zu einer konventionellen Hallenl\u00fcftung durch geringere Energieverbr\u00e4uche im Betrieb und minimiertem Technikeinsatz auszeichnet. Bei der Erarbeitung des L\u00fcftungskonzeptes wird das Programm TRNSYS zur dynamischen Geb\u00e4udesimulation eingesetzt.<br \/>\nAu\u00dferdem wird eine Bilanzierung der eingesetzten Baustoffe \u00fcber die Lebensdauer des gesamten Geb\u00e4udes durchgef\u00fchrt. Auf Basis der Ergebnisse werden m\u00f6gliche Alternativen zu den einzelnen Bauteilen erarbeitet und ebenfalls hinsichtlich ihrer Umwelteinfl\u00fcsse bilanziert. Die Bilanzierung der Bauteile\/Baustoffe erfolgt als Life Cycle Analysis nach dem Verfahren der Elementmethode unter Verwendung des Planungswerkzeuges EcoPro.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr die Veranstaltungshallen wurde ein Energiekonzept entwickelt, das durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet ist: Vorkonditionierung der Zuluft im Kriechkeller, Quellluftprinzip, Antrieb durch thermi-schen Auftrieb im Abluftkamin, mechanische Unterst\u00fctzung, W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung, Deckenstrahlungsheizung, Verzicht auf mechanische K\u00fchlung.<br \/>\nVergleicht man das entwickelte L\u00fcftungskonzept mit der konventionellen Standardl\u00f6sung zur Versorgung von Veranstaltungshallen in Form einer raumlufttechnischen Anlage mit den Funktionen L\u00fcften, Heizen, K\u00fchlen und mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung, so ergeben sich in folgenden Punkten Einsparungen im Energie-verbrauch:<br \/>\n&#8211;\tEnergiebedarf zur Luftf\u00f6rderung: Reduzierung um 90%<br \/>\n&#8211;\tHeizenergiebedarf: Reduzierung um 20%<br \/>\n&#8211;\tK\u00fchlenergiebedarf: Reduzierung um 100%<br \/>\nAls Ergebnis der \u00d6kobilanzierung der Konstruktion zeigt sich, dass die wesentlichen Reduktionspotentiale in der Optimierung des Tragwerks und der Fassade liegen. Bei den Trennw\u00e4nden und den inneren Oberfl\u00e4chen gibt es nur geringe Reduktionspotentiale. Je nach Umweltindikator und betrachtetem Bauteil ergibt sich ein Reduktionspotential von 10% bis 30%.<br \/>\nDie optimierten Konstruktionsvarianten konnten nur teilweise in der Planung ber\u00fccksichtigt werden, da neben \u00f6kologischen Gesichtspunkten eine Reihe weiterer Kriterien ber\u00fccksichtigt werden muss.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Untersuchungen zur \u00d6kobilanzierung wurden auf dem Kongress Sustainable Building 2000, 22.-25.10.2000, Maastricht, NL, vorgestellt (New use of a historic warehouse &#8211; a lifecycle optimised retrofit project, Helmut Meyer, Werner Klaus).<br \/>\nDie durchgef\u00fchrten CFD-Simulationen zur Hallenbel\u00fcftung  wurden auf dem Fluent Anwendertreffen 2000, 18.-19.09.2000 in Bingen vorgestellt. (Energieeffiziente Geb\u00e4ude, nat\u00fcrliche L\u00fcftung, Komfort: CFD als Planungswerkzeug, Thomas Lechner).<br \/>\nWeitere Ver\u00f6ffentlichungen werden im Laufe der Realisierung und nach Fertigstellung des Geb\u00e4udes erfolgen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bel\u00fcftung der Hallen wurde ein L\u00fcftungssystem entwickelt, das w\u00e4hrend der meisten Zeit mit nat\u00fcrlicher L\u00fcftung unter Ausnutzung der Hallenabw\u00e4rme angetrieben wird. Das entwickelte Konzept sorgt f\u00fcr hohen Komfort in den Veranstaltungshallen. Ob das System den angestrebten Faktor 4 (erh\u00f6hter Komfort bei reduziertem Energieeinsatz) realisiert, wird die Messkampagne nach Fertigstellung des Geb\u00e4udes voraussichtlich im Jahr 2003 zeigen.<br \/>\nDie \u00d6kobilanzierung eines hypothetischen Referenzmodells in Form eines Neubaus, der das Raumbuch erf\u00fcllt und f\u00fcr dasselbe Grundst\u00fcck geplant wurde wie das Theaterhaus Pragsattel, wird hinsichtlich \u00f6kologischer Aspekte bei der Frage Umnutzung oder Neubau interessante Ergebnisse liefern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Rheinstahlhalle auf dem Pragsattel in Stuttgart ist eine teilweise denkmalgesch\u00fctzte Industriehalle mit ca. 4.000 m\u00b2 Grundfl\u00e4che. An die Halle ist ein Bauk\u00f6rper angegliedert, der als Verwaltungsgeb\u00e4ude genutzt wurde. Das gesamte Geb\u00e4ude-Ensemble wird zur Nutzung durch das Theaterhaus Stuttgart umgebaut. 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