{"id":21214,"date":"2024-11-27T10:36:06","date_gmt":"2024-11-27T09:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16356-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:08","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:08","slug":"16356-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16356-01\/","title":{"rendered":"Erstmalige Demonstration einer Mikro- und Nanofiltrationsanlage zur Aufbereitung und Nutzung von Brauch- und Regenwasser in einer W\u00e4scherei mit wissenschaftlicher Begleitung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die ITEX Gaebler-Industrie-Textilflege GmbH &#038; Co. KG ist ein Unternehmen, das sich auf Berufskleidungs- und Textilleasing spezialisiert hat. Vor Projektbeginn fand keine Wasserbehandlung statt. Die Abwasserteilstr\u00f6me wurden gesammelt, zum Hauptkontrollschacht gepumpt und flossen von dort im \u00dcberlauf in den Kanal, wobei keine Angaben \u00fcber die Wassermengen existierten.<br \/>\nZiel des Projektes lag darin, die bestehenden Verbr\u00e4uche an Wasser, Waschmittel und Energie im Unternehmen mit Hilfe einer optimalen Nutzung der anfallenden Regenwassermengen und der Wiederaufbereitung des Brauchwassers mit Hilfe von Mikro &#8211; und Nanofiltration zu minimieren.<br \/>\nDer j\u00e4hrliche Verbrauch von ca. 37.000 m3 Frischwasser sollte dabei um ca. 80 % verringert werden. Zus\u00e4tzlich sollten ca. 15 % der verwendeten Waschmittel eingespart werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Waschhaus werden die Systeme Wei\u00df- und Blauw\u00e4sche getrennt. Abwasser aus dem Waschen der Wei\u00dfw\u00e4sche l\u00e4uft \u00fcber Flusenfilter in einen Puffertank (1). Wasser aus diesem Tank wird mikrofiltriert und in weiteren Tank (2) gespeichert. Dieses Wasser wird erneut zum Waschen der Wei\u00dfw\u00e4sche verwendet, dabei werden Wasserverluste aus Regenwasser ausgeglichen.<br \/>\nDas Abwasser aus dem Sp\u00fclen der Wei\u00dfw\u00e4sche gelangt in den Puffertank (3). Dieses Wasser wird zum Waschen der Blauw\u00e4sche verwendet, dabei werden Wasserverluste aus Regenwasser ausgeglichen.<br \/>\nDas Abwasser aus Waschen und Sp\u00fclen der Blauw\u00e4sche l\u00e4uft \u00fcber Flusenfilter in einen Puffertank (4). Ein Teilstrom daraus l\u00e4uft \u00fcber einen Feinfilter in einen Puffertank (5) und weiter zum Waschen Blauw\u00e4-sche. Die Restmenge wird nanofiltriert und in Tank (6) gespeichert. Dieses Wasser wird zum Sp\u00fclen Blauw\u00e4sche verwendet; auch hier werden Wasserverluste aus Regenwasser ausgeglichen und nur Mindermengen im Regenwassertank werden durch Frischwasser ausgeglichen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach wenigen Betriebstagen zeigte sich, dass Optimierungen im Bereich der Filteranlage erforderlich sein w\u00fcrden, da die Leistung der eingesetzten Filtermodule die Sollwerte deutlich unterschritten. Hierzu wurden zus\u00e4tzliche Aggregate wie Siebmaschinen zur Vorreinigung der Schmutzw\u00e4sser installiert. Zudem wurden bzgl. der Wasserf\u00fchrung einige \u00c4nderungen vorgenommen, um die Wasserstr\u00f6me optimal nutzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nKurz nach Inbetriebnahme der Anlage wurde zudem deutlich, dass f\u00fcr deren Betrieb mehr Strom erfor-derlich sein w\u00fcrde als zun\u00e4chst erwartet. Hierf\u00fcr wurde kurzfristig eine neue Trafostation angeschafft und in Betrieb genommen. Der Stromverbrauch der gesamten Wasseraufbereitungsanlage f\u00fchrte zu einer Verdopplung des Gesamtstromverbrauches des Betriebes.<br \/>\nNach L\u00f6sung der anf\u00e4nglich auftretenden Probleme stabilisierte sich die Reinigungsleistung der Anlage. Der Frischwasserverbrauch konnte dauerhaft um ca. 2\/3 reduziert werden. Eine weitere R\u00fcckgewinnung des bei der W\u00e4schetrocknung verdampften Wassers machte aus Kosten\/Nutzen-\u00dcberlegungen keinen Sinn. Aufgrund der Tatsache, dass die aufbereiteten Permeate mit einer Temperatur von 30 &#8211; 40\u00b0C im Waschprozess wieder eingesetzt werden, reduzierte sich der \u00d6lverbrauch um ca. 25%. Eine signifikante Reduzierung der eingesetzten Waschmittel konnte nicht erreicht werden, da ansonsten die Prozesssicherheit im Waschprozess nicht gegeben war. (schwankende Restalkalit\u00e4t in den Permeaten).<br \/>\nEin Aufkonzentrieren der Schadstoffe aufgrund der verringerten Abwassermenge ist nicht festzustellen. Dies ist mit der Reinigung durch die Membrantechnik begr\u00fcndet. Die AOX-Zunahme ist nicht auf das Aufkonzentrieren durch Kreislauff\u00fchrung, sondern auf den erh\u00f6hten Einsatz von Chlorbleichlauge zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Betrieb der Anlage wurde den interessierten Vertragswerken der DBL (Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH) und der \u00d6ffentlichkeit im Rahmen von Betriebsbesichtigungen vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Vorreinigung von Schmutzw\u00e4ssern vor dem Passieren von Membrantrennanlagen wird von vielen Anlagenherstellern bei Angebotserstellung vernachl\u00e4ssigt; Nachr\u00fcstungen wie im vorliegenden Fall sind die mit zus\u00e4tzlichem Zeit- und Kostenaufwand verbundenen Folgen.<br \/>\nEbenso wird von Anlagenherstellern h\u00e4ufig der Vorversuchsphase zu wenig Bedeutung zugemessen; es sollte bei neuen Anlagenkonzepten darauf geachtet werden, dass ausf\u00fchrliche Versuche an Versuchsanlagen mit Prozessw\u00e4ssern \u00fcber mehrere Wochen im Betrieb durchgef\u00fchrt werden. Nur dann kann die Eignung der einzusetzenden Module in Bezug auf die Prozesswasserinhaltsstoffe sicher festgestellt werden.<br \/>\nDie Einsparpotentiale im Bereich des Wasserverbrauchs und der W\u00e4rmeenergie m\u00fcssen vor dem Hintergrund der hohen Betriebskosten einer solchen Anlage (Stromverbrauch, Wartung und Reparatur) kritisch betrachtet werden.<br \/>\nF\u00fcr die weitere Optimierung der Anlage wurde in 2004 ein Kl\u00e4rdekanter in den Prozesskreislauf integriert. Zudem wurde die Nanofiltration in eine Umkehrosmose umgewandelt und damit die Reinigungsleistung des Systems stabilisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die ITEX Gaebler-Industrie-Textilflege GmbH &#038; Co. KG ist ein Unternehmen, das sich auf Berufskleidungs- und Textilleasing spezialisiert hat. Vor Projektbeginn fand keine Wasserbehandlung statt. 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