{"id":21208,"date":"2024-11-27T10:36:06","date_gmt":"2024-11-27T09:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16334-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:08","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:08","slug":"16334-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16334-01\/","title":{"rendered":"West\u00d6stliches Tor &#8211; Durchf\u00fchrung eines k\u00fcnstlerischen Wettbewerbs zur Vermittlung von Informationen im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt Das West\u00d6stliche Tor   Ein Projekt f\u00fcr Deutschland soll neue, zus\u00e4tzliche Wege gehen, die entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze entstandene, national bedeutsame Biotopkette des Gr\u00fcnen Bandes zu erhalten. Ziel des Projektes ist es, mit der Realisierung eines aufsehen-erregenden modellhaften Tores die breite Gesamtkampagne zur Sensibilisierung und Aufkl\u00e4rung der regionalen, \u00fcberregionalen und nationalen \u00d6ffentlichkeit, Medien\u00f6ffentlichkeit und auch Fachwelt \u00fcber gro\u00dfr\u00e4umige Biotopverbundsysteme am Beispiel der Biotopfl\u00e4chen des Gr\u00fcnen Bandes einerseits und einem historischen Themenkomplex der j\u00fcngsten deutschen als auch europ\u00e4ischen Geschichte andererseits intensiv zu unterst\u00fctzen<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs wird einen K\u00fcnstlerwettbewerb mit ausgew\u00e4hlten, namhaften Bildhauern, LandArt-K\u00fcnstlern und Architekten geben, um f\u00fcr ein offenes, k\u00fcnstlerisch gestaltetes Tor, direkt auf der alten Grenzlinie, eine aussagekr\u00e4ftige Form zu finden. Dabei werden den K\u00fcnstlern die gesamte Thematik Gr\u00fcnes Band sowie die Idee, die Ziele und die Funktionen des Tor-Projektes vorgestellt. Bei der k\u00fcnstlerischen Umsetzung sollen die lokalen Gegebenheiten integriert und regionale Besonderheiten aufgenommen werden.<br \/>\nDas Tor wird an einem bereits ausgew\u00e4hlten Standort zwischen Th\u00fcringen und Niedersachsen, in einem beispielhaft erhaltenen Abschnitt des Gr\u00fcnen Bandes zwischen Teistungen und Duderstadt errichtet. In der Mitte von Deutschland. Auf halbem Weg zwischen L\u00fcbeck und Hof. Um den Standort des Tores herum werden durch den BUND Fl\u00e4chen angekauft, um diesen Bereich langfristig zu sichern, damit Flora und Fauna sich ungest\u00f6rt und nat\u00fcrlich entwickeln k\u00f6nnen. Eine ausgew\u00e4hlte, unabh\u00e4ngige Jury wird vor Ort \u00fcber den ersten Preis beim Tor-Wettbewerb entscheiden.<br \/>\nZur Tor-Einweihung wird eine Veranstaltung organisiert an dem alle direkt Beteiligten und weitere Pers\u00f6nlichkeiten mit Bezug zur Wiedervereinigung sowie die Presse eingeladen werden.<br \/>\n\u00dcber den Projektverlauf wird ein \u00f6ffentlichkeitswirksames Projekt-Tagebuch gef\u00fchrt und als attraktives Faltblatt ver\u00f6ffentlicht. Weiter werden zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit Faltbl\u00e4tter, Brosch\u00fcren und Dia-Vortr\u00e4ge eingesetzt sowie eine kontinuierliche Medienarbeit betrieben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ein Zeichen f\u00fcr den Themenkreis Erinnerung an die deutsche und europ\u00e4ische Teilung, Zukunft f\u00fcr eine neue deutsche Einheit, f\u00fcr den Naturschutz von Brachfl\u00e4chen mit einem Biotopverbundsystem Gr\u00fcnes Band (ehemaliger innerdeutscher Grenzstreifen) als Schutzziel &#8211; dies soll das West\u00d6stliche Tor vermitteln. Naturschutzpolitische (nationaler Biotopverbund) und gesellschaftspolitische Aspekte werden in einmaliger Weise mit einem historischen Mahn- und Denkmal (\u00dcberwindung der deutschen Teilung) verbunden.<br \/>\nNach Durchf\u00fchrung eines begrenzten k\u00fcnstlerischen Wettbewerbs mit zehn ausgew\u00e4hlten deutschen LandArt-K\u00fcnstlern, wurde ein in West &#8211; Ost &#8211; Richtung offenes, freistehendes Tor errichtet, das umgeben ist von Nord &#8211; S\u00fcd orientierten, hierf\u00fcr vom BUND angekauften 21 Hektar Fl\u00e4chen des Gr\u00fcnen Bandes. Modellhaft wurde ein offenes Tor auf dem ehemals so menschenfeindlichen Grenzstreifen und jetzt so schutzw\u00fcrdigen Gr\u00fcnen Band zwischen Teistungen und Duderstadt auf dem Kutschenberg mit-ten in der geographischen Mitte Deutschlands sowie Mitte des Gr\u00fcnes Bandes errichtet.<br \/>\nEs entstand ein 14 x 22 m gro\u00dfes Plateau, das 50 cm gegen\u00fcber seiner Umgebung erh\u00f6ht ist. Auf diesem Plateau erhebt sich das West\u00d6stliche Tor, dessen Hauptelement zwei aufrecht stehende, 12 m hohe Eichenst\u00e4mme sind. Der Abstand der beiden St\u00e4mme voneinander betr\u00e4gt 8 m. Zwischen den beiden Baumst\u00e4mmen erstreckt sich als symbolische Schwelle eine langgestreckte Fl\u00e4che aus Edelstahl. Entlang der L\u00e4ngsachse der Schwelle verl\u00e4uft mittig eine Schwei\u00dfnaht (Ost und West). Das Tor ist von einem rasterf\u00f6rmigen Hain junger Eichen umgeben. An den beiden Au\u00dfenseiten des Tores bl\u00fchen im Herbst eine Vielzahl von Herbstblausternen, die den Verlauf der ehemaligen Grenze widerspiegeln. Neben dem Erinnerungssymbol wird das Tor den Anforderungen in der freien Landschaft und dem Bezug zur Landschaft und zu den Natursch\u00e4tzen gerecht.<br \/>\nDie festliche Einweihung des West\u00d6stlichen Tores im Eichsfeld fand am 19. Juni 2002 unter prominenter Beteiligung statt. Michail Gorbatschow, der fr\u00fchere Staatspr\u00e4sident der Sowjetunion, weihte das Tor mit einer beeindruckenden Rede vor Hunderten von Besuchern und mit sehr gro\u00dfer Medienresonanz feierlich ein. Zur Seite stand ihm dabei Bundesumweltminister J\u00fcrgen Trittin, der Generalsekret\u00e4r der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Fritz Brickwedde, der Umweltminister Dr. Volker Sklenar aus Th\u00fcringen, die Staatssekret\u00e4rin Angelika Witte aus Niedersachsen und eine Reihe weiterer ma\u00dfgeblicher Personen aus dem beh\u00f6rdlichen und verbandlichen Naturschutz.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Einsatz der erstellten Faltbl\u00e4tter, Brosch\u00fcren und die Darstellung des Projektes auf der BUND-Homepage unter www.dasgrueneband.info als Teil einer intensiven Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit erwiesen sich als au\u00dferordentlich n\u00fctzlich und werden dies auch zuk\u00fcnftig tun, um Aufmerksamkeit und Aufkl\u00e4rungsarbeit in der breiten \u00d6ffentlichkeit sowie bei Beh\u00f6rden, Verb\u00e4nden, Institutionen und politischen Entscheidungstr\u00e4gern zu gewinnen und zu leisten. Durch die anhaltende bundesweite Beantwortung von Anfragen sowie durch die kontinuierliche Medienarbeit (Pressekontakte, Pressekonferenzen, Pressemitteilungen, lokale und bundesweite Kooperationen mit den Medien usw.) und die Organisation von \u00f6ffentlichen Veranstaltungen (Vortr\u00e4ge, Organisation von Medien-Events: K\u00fcnstlerInnentreffen, Jury-Treffen, Tor-Aufbau, Richtfest, Einweihungs-Veranstaltung) konnte ein zentrales Anliegen des Projektes erfolgreich umgesetzt werden: der Abbau von Informationsdefiziten und die dringend erforderliche Wissensvermittlung \u00fcber die Thematik Gr\u00fcnes Band (l\u00e4ngstes Biotopverbundsystem Deutschlands) im allgemeineren und \u00fcber das Projekt West\u00d6stliches Tor im engeren Sinn.<br \/>\nAls herausragendes medien- und \u00f6ffentlichkeitswirksames Ereignis ist die Einweihung des West\u00d6stlichen Tores mit Michail Gorbatschow einzustufen. Die prominente Besetzung und Anwesenheit von \u00fcber 30 Medienvertretern von Fernsehen, Rundfunk und Printmedien machte diese Veranstaltung zu einer der bestbesuchten und hochkar\u00e4tig besetzten Pressetermine in der Verbandsgeschichte des BN\/BUND.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die ausgezeichnete Resonanz, die das Projekt regional und bundesweit erhielt, zeigt, dass dies ein geeigneter Ansatz war, Naturschutz (Gr\u00fcnes Band als gro\u00dfr\u00e4umiges Biotopverbundsystem) und Kunst (West\u00d6stliches Tor) kombiniert in einen wichtigen kulturhistorischen Aspekt der deutschen Ge-schichte zu integrieren. Das West\u00d6stliche Tor verbindet in gelungener Weise Naturschutz und politi-sche Geschichte in einem k\u00fcnstlerischen Zeichen. Ein wichtiger naturschutzpolitischer Erfolg des durchgef\u00fchrten Projektes ist in den neuen Impulsen, vor allem auch f\u00fcr das \u00f6ffentliche Bewusstsein, zu sehen, damit die bisher von der Bundesregierung nur verbal gebliebenen Unterschutzstellungsbeteue-rungen f\u00fcr das Gr\u00fcne Band als l\u00e4ngstes Biotopverbundsystem Deutschlands endlich umgesetzt werden. Der erfolgreiche Verlauf und Abschluss des Projektes sollte Ansto\u00df dazu geben, weitere derartige West\u00d6stliche Tore als Denkmal f\u00fcr die unmenschliche ehemalige innerdeutsche Grenze und als Schutzzeichen f\u00fcr das Gr\u00fcne Band zu errichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt Das West\u00d6stliche Tor Ein Projekt f\u00fcr Deutschland soll neue, zus\u00e4tzliche Wege gehen, die entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze entstandene, national bedeutsame Biotopkette des Gr\u00fcnen Bandes zu erhalten. 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