{"id":21173,"date":"2023-07-13T15:19:34","date_gmt":"2023-07-13T13:19:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16222-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:36","slug":"16222-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16222-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung der Jugend-Agenda 21 in der Residenzstadt Gotha (Th\u00fcringen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel dieses Vorhabens ist die vielseitige Einbeziehung von Kindern, Sch\u00fclern und Jugendlichen in die Umsetzung der Lokalen Agenda 21 einer mittelgro\u00dfen Stadt (Gotha hat rund 50.000 Einwohner) der neuen Bundesl\u00e4nder unter Ber\u00fccksichtigung von Ergebnissen der Jugendforschung. Mit diesem Projekt soll der Forderung des Kapitels 21 (Rio 1992) entsprochen werden. In den zur\u00fcckliegenden Jahren ist es nicht ausreichend gelungen, diese Altersgruppe in dem gew\u00fcnschten Umfang f\u00fcr die Mitgestaltung des Agenda 21 Prozesses zu motivieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVon Kindern, Sch\u00fclern und Jugendlichen (Gespr\u00e4chsrunden, Kinder- und Jugendforum der Stadtverwaltung Gotha) sowie Lehrern und Direktoren wurden\/werden Projekte aus der Lokalen Agenda 21 enthaltenen Handlungsfeldern zum Erreichen einer nachhaltigen Stadtentwicklung abgeleitet, die eine konkrete Mitwirkung der Altersgruppe von ca. 6 -18 Jahren erm\u00f6glichen. Sie sind leicht \u00fcberschaubar, bieten viel Spielraum f\u00fcr eigene Ideen und k\u00f6nnen entsprechend der jeweiligen Situation ver\u00e4ndert werden. Die Jugend-Agenda 21 wird von der Konzipierung bis zur Umsetzung wissenschaftlich begleitet. Die einzelnen Vorhaben sind so angelegt, dass sie in \u00e4hnlicher Form \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum immer wieder neu mit unterschiedlichen Teilnehmern gestartet werden k\u00f6nnen. Projektbeispiele: PC-Simulation: Sch\u00fcler und Jugendliche gestalten Schulh\u00f6fe und sonstige Fl\u00e4chen unter Beachtung \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Gesichtspunkte. Die g\u00fcnstigste L\u00f6sung f\u00fcr die Praxis wird aus vielen Ideen ermittelt. Gesch\u00fctzte Naturr\u00e4ume: Pflanzen &#8211; hin zur Roten Liste &#8211; werden in Wort und Bild dokumentiert. Als Ergebnis entsteht eine Brosch\u00fcre.  Zukunftsvision Gotha 20xx: Kinder, Sch\u00fcler und Jugendliche formulieren und zeichnen ihre Vorstellungen zur Stadtentwicklung. Die Arbeiten werden \u00f6ffentlich vorgestellt und bei Planungen ber\u00fccksichtigt. Lokale Agenda 21-Baukasten:<br \/>\nSch\u00fcler besch\u00e4ftigen sich mit ihrer Stadt und gestalten f\u00fcr jeden Gothaer Sch\u00fcler einen Kinderstadtplan mit Legende.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Seit 1996 gibt es in Gotha eine Lokale Agenda 21, die eine hervorragende Arbeit in Richtung Umweltdenken geleistet hat. Seit 2000 gibt es die Gothaer Jugend Agenda 21, weil gerade Kinder in diesen Prozess der ganzheitlichen Betrachtung von \u00d6konomie, \u00d6kologie und Soziales und dem Grundgedanken Global Denken &#8211; Lokal Handeln mit einbezogen werden sollen. Durch die Projekte der Gothaer Jugend Agenda 21 ist es uns gelungen, auch Kinder und Jugendliche in diesem Sinne zu begeistern und zum Mitmachen zu gewinnen. Ein sehr gutes Projekt f\u00fcr den Start dieser gestellten Aufgabe war Zukunftsvision 20xx: Mit diesem Projekt konnten alle Altersgruppen angesprochen werden. Es gab 2 M\u00f6glichkeiten zum Mitmachen &#8211; einen Foto-\/Zeichenwettbewerb und einen Literaturwettbewerb. Die Altersgruppe von 6-10 Jahren beteiligte sich rege am Zeichenwettbewerb Wie stelle ich mir meine Heimatstadt Gotha im Jahre 2010 vor? F\u00fcr diese Altersgruppe der Kindergarten- und Grundsch\u00fcler haben wir bewusst die Zukunftsreise auf 10 Jahre begrenzt, um ein Vorstellungsverm\u00f6gen (da bin ich erwachsen)  zu besitzen. Die Altersgruppe der 11-14 j\u00e4hrigen ging bei diesem Projekt schon recht kritisch mit dem Fotoapparat durch ihre Stadt und zeigte Schwachstellen auf &#8211; M\u00fcllecken, verfallene H\u00e4user, Beschmierungen an H\u00e4userfassaden, \u00fcberquellende Papierk\u00f6rbe, unsanierte leerstehende Neubaubl\u00f6cke&#8230;als Ist-Zustand und im Wunsch-Zustand &#8211; bl\u00fchende Wiesen und Felder, sanierte H\u00e4user, erdgasbetriebene Stadtlinienbusse, fahrradfahrende Menschen, r\u00fcckgebaute Bl\u00f6cke&#8230; Die Altersgruppe 14-18 -gro\u00dfteils Gymnasiasten- beteiligte sich fast ausschlie\u00dflich beim Literaturwettbewerb und reichte teilweise kleine Aufs\u00e4tze ein, worin sie Gotha mit einem Rundkino, Freizeitzentrum, Eisbahn und einer U-Bahn darstellten. Kombiniert werden konnte das Projekt PC-Simulation mit der Schulhofumgestaltung, weil es eine gute Verbindung zwischen Theorie und Praxis darstellte. Ziel der Schulhofprojekte ist die Einbeziehung aller Sch\u00fcler, von Anfang des Projektes bis zur Umgestaltung, unter Teilnahme der Lehrer und Eltern sowie der fachlichen Begleitung der zust\u00e4ndigen \u00c4mter. Sch\u00fcler haben abh\u00e4ngig von ihrem Alter, Geschlecht, ihren Lebensbedingungen und Erfahrungen ganz unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse bez\u00fcglich der Pausengestaltung. Im allgemeinen sind das Bed\u00fcrfnisse nach Ruhe und Erholung, nach Bewegung, Spiel und sozialen Kontakten. Ein Pausenhof sollte deshalb all diese Bedingungen abdecken, das ist je nach Voraussetzung nicht unbedingt mit hohem Aufwand verbunden. Befragt man die Kinder zu ihren Vorstellungen, kommen dort oft sehr einfache, mit geringen Mitteln umzusetzende W\u00fcnsche ans Licht. Das betreffende Schulgel\u00e4nde soll k\u00fcnftig nicht nur als freie, gr\u00f6\u00dftenteils betonierte Spielfl\u00e4che  f\u00fcr die Sch\u00fcler in den schulischen Pausenzeiten dienen, sondern auch Unterricht im Freien erm\u00f6glichen, Ruhezonen zur Erholung beinhalten und unmittelbaren Naturkontakt erm\u00f6glichen. Kinder erleben ihren Schulhof nicht mehr als unver\u00e4nderbare graue Masse, sondern erleben Ver\u00e4nderungen, die sie mitgeplant und mitgestaltet haben. Das st\u00e4rkt die Identifikation mit der Schule  und sch\u00e4rft den Sinn f\u00fcr den Wert der Dinge.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Am 08.06.00 konnte auf dem Gothaer Neumarkt zum Lokale Agenda 21 &#8211; Aktionstag die erste Brosch\u00fcre der Gothaer Jugend Agenda 21 Naturgesch\u00fctzte Gebiete in und um Gotha der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt und verteilt werden. Am 04.12.2000 fand in der Aula des Arnoldi-Gymnasium eine gro\u00dfe Auftaktveranstaltung Gothaer Jugend Agenda 21 &#8211; Zukunft mitgestalten mit ca. 150 Teilnehmern statt. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Umwelterziehung e.V. Hamburg hat diese Veranstaltung \u00fcber das Erfurter B\u00fcro organisiert und wissenschaftlich begleitet. Allj\u00e4hrlich fand anl\u00e4sslich des Weltumwelttages der Lokale Agenda 21-Aktionstag statt. Durch die Presse und den Rathauskurier wurde auf diesen Tag in Gotha hingewie-sen. Eingeladen wurden alle Gothaer B\u00fcrger, der Oberb\u00fcrgermeister, B\u00fcrgermeister, Amtsleiter, Dezernenten, Schulen und Kindertagesst\u00e4tten, kleine und mittlere Unternehmen sowie die Presse und Gotha -TV. Projektergebnisse wurden ver\u00f6ffentlicht, k\u00fcnftige Projekte vorgestellt und zum Mitmachen aufgerufen. Zur Hauptversammlung des Kinder- und Jugendforums der Stadt Gotha konnten dem Oberb\u00fcrgermeister und allen B\u00fcrgern unter anderem die Ergebnisse der PC-Simulation ver\u00f6ffentlicht werden. Zur Podiumsdiskussion im Gothaer Kulturhaus anl\u00e4sslich des Cannabis-Aktionsmonats im Oktober 2002 konnte die druckfrische Brosch\u00fcre Hanf -Die \u00e4lteste Kulturpflanze der Welt ver\u00f6ffentlicht werden. Gleichzeitig startete die Wanderausstellung zum Thema Hanf &#8211; Medizin oder Teufelszeug? durch Gothas Schulen und Rath\u00e4user. Der Lokale Agenda 21 &#8211; Aktionstag am 06.06.03 wurde als Abschlussveranstaltung genutzt, um 3 Jahre Projektarbeit der  Gothaer Jugend Agenda 21 vorzustellen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Grundsatz Global denken &#8211; lokal handeln ist in den 3 Jahren Arbeit mit Kindern und Jugendlichen optimal umgesetzt worden, da die lokale Ebene einen idealen Handlungsrahmen f\u00fcr diese Gruppe bietet. Durch die Jugend Agenda 21 sind in der Stadt Gotha sowohl mehr \u00d6ffentlichkeit und Akzeptanz f\u00fcr Kinderthemen als auch Partizipationsm\u00f6glichkeiten durch kindgerechte Beteiligungsformen entstanden, die Ber\u00fccksichtigung von Kindern und Jugendlichen bei Planung und Umsetzung hat sich dort gegen\u00fcber fr\u00fcheren Jahren erweitert. Die Bandbreite der Projekte der Jugend Agenda 21 bildete auch die Vielfalt der Lebensbereiche von Kindern ab. Im Rahmen kommunaler Nachhaltigkeitspolitik geh\u00f6ren zu den Themen der Zukunft: Schaffung von Aufenthalts- und Bewegungsr\u00e4umen, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie den Blick in die Zukunft sch\u00e4rfen und Gedanken um die eigene Umwelt -Zukunft- machen. In Gotha sind gute Voraussetzungen f\u00fcr die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gegeben. Ein wichtiger Schritt ist die Entwicklung zuverl\u00e4ssiger Rahmenbedingungen, die echte Mitgestaltung f\u00fcr Kinder und Jugendliche garantieren, ohne dass diese sich durch Mitgliedschaften oder gew\u00e4hlte \u00c4mter festlegen m\u00fcssen. Projekte m\u00fcssen das nat\u00fcrliche Interesse der Jugend unterst\u00fctzen, einen pragmatischen Weg zu sichtbaren Erfolgen suchen und in kurzen Zeitr\u00e4umen umzusetzen sein. Dabei kann eine zielorientierte Projektplanung sowie eine Vernetzung der beteiligten Akteure die Realisierung beschleunigen. Weiterer Handlungsbedarf besteht hinsichtlich einer st\u00e4rkeren Kooperation der unterschiedlichen Fachbereiche innerhalb der Verwaltung sowie zwischen Verwaltung und anderen Tr\u00e4gern der Kinder- und Jugendarbeit. In Gotha gibt es eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen dem Kinder- und Jugendforum des Schul- und Sportamtes der Stadt Gotha und der Jugend Agenda 21, so dass die Projektarbeit in kurzen Zeitr\u00e4umen erfolgreich abgeschlossen werden konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel dieses Vorhabens ist die vielseitige Einbeziehung von Kindern, Sch\u00fclern und Jugendlichen in die Umsetzung der Lokalen Agenda 21 einer mittelgro\u00dfen Stadt (Gotha hat rund 50.000 Einwohner) der neuen Bundesl\u00e4nder unter Ber\u00fccksichtigung von Ergebnissen der Jugendforschung. Mit diesem Projekt soll der Forderung des Kapitels 21 (Rio 1992) entsprochen werden. 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