{"id":21158,"date":"2024-11-27T10:36:02","date_gmt":"2024-11-27T09:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15990-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:04","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:04","slug":"15990-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15990-01\/","title":{"rendered":"Einf\u00fchrung geophysikalischer Messverfahren zur Ermittlung von Bodenkennwerten f\u00fcr die teilfl\u00e4chenspezifische Bewirtschaftung in der KSG Agrargesellschaft mbH Kassow"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Trend in der Landwirtschaft geht heute immer mehr in Richtung einer teilfl\u00e4chenspezifischen Bewirtschaftung. Arbeitsg\u00e4nge wie Aussaat, D\u00fcngung und die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln werden den Erfordernissen des jeweiligen Standortes angepasst. Die Einf\u00fchrung einer teilfl\u00e4chenspezifischen Bewirtschaftung setzt die Kenntnis der r\u00e4umlichen Variabilit\u00e4ten der entsprechenden Bodeneigenschaften voraus. Die heute eingesetzten Daten zur Fl\u00e4chendifferenzierung sind alle hilfreich, l\u00f6sen aber die Probleme nicht hinreichend. Hier kann die geophysikalische Kartierung der elektrischen Leitf\u00e4higkeit des Bodens eine sehr wertvolle Erg\u00e4nzung liefern. In Form eines Pilotprojektes soll die Methode in einem landwirtschaftlichen Betrieb eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie geplanten Arbeiten sollen wegen des vorhandenen technischen Potentials und den bereits gesammelten Erfahrungen zur Teilfl\u00e4chenspezifik vorwiegend in der KGS Kassow (Mecklenburg-Vorpommern) durchgef\u00fchrt werden. F\u00fcr einen definierten Feuchtestatus (Feldkapazit\u00e4t) wird eine Grundinventur der Fl\u00e4chen vorgenommen. Diese Grundinventur erfolgt elektromagnetisch mit einem EM-38 der Firma GEONICS. In dieser Grundinventur wird neben der Bodenfeuchte die Bodenart erfasst. Auf den Karten der elektrischen Leitf\u00e4higkeit aufbauend, ist die M\u00f6glichkeit gegeben, detaillierte Bodenkarten der Region zu erstellen. Erg\u00e4nzend sind punktuelle Beprobungen von Teilfl\u00e4chen vorgesehen, um die These zu st\u00fctzen, dass geophysikalisch abgegrenzte Teilfl\u00e4chen sich auch in landwirtschaftlich relevanten Eigenschaften differenzieren lassen.<br \/>\nWiederholungskartierungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten liefern Aussagen \u00fcber den aktuellen Wasserhaushalt des Bodens. Die gewonnenen Erkenntnisse \u00fcber die r\u00e4umliche Heterogenit\u00e4t des Bodens sollen in die Praxis umgesetzt werden und in D\u00fcngeempfehlungen m\u00fcnden, die den konkreten Standortbedingungen angepasst sind.<br \/>\nDie in der Praxis gesammelten Erfahrungen zum Einsatz der Geophysik in der Landwirtschaft werden in Empfehlungen f\u00fcr den Landwirt zur Einbeziehung der elektrischen Leitf\u00e4higkeit als bodencharakterisierende Gr\u00f6\u00dfe zusammengefasst.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die in Kassow elektromagnetisch kartierten Schl\u00e4ge wurden in Form von Leitf\u00e4higkeitskarten aufgearbeitet und mit den Karten der Reichsbodensch\u00e4tzung verglichen. Es zeigen sich f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Fl\u00e4chen \u00dcbereinstimmungen, wobei die Karten der Reichsbodensch\u00e4tzung auf Grund des gr\u00f6beren Messraters Interpolationsungenauigkeiten enthalten, die \u00fcber die EM38 Kartierungen ausgeglichen werden k\u00f6nnen. Bereits aus den Leitf\u00e4higkeitskarten wird deutlich, dass die Kassower B\u00f6den sehr heterogen sind und viele, auch kleinr\u00e4umige Heterogenit\u00e4ten aufweisen.<br \/>\nParallel zu den elektromagnetischen Kartierungen wurden an ausgew\u00e4hlten Probenpunkten geoelektrische Messungen vorgenommen, um einen Absolutwert f\u00fcr die Leitf\u00e4higkeit zu bekommen und dar\u00fcber eine Verbindung mit Boden-Kennwerten (Textur und Feuchte), um die Elektromagnetik zu kalibrieren.<br \/>\nZur Verallgemeinerung der Ergebnisse sind Einzelschl\u00e4ge aus anderen Betrieben &#8211; insbesondere Golzow &#8211; in die bisherigen Untersuchungen eingeflossen. Die B\u00f6den im Oderbruch zeichnen sich durch einen hohen Tongehalt und eine extreme Differenzierung in der Fl\u00e4che aus. Aus diesem Grund lassen sich die Zusammenh\u00e4nge zwischen der elektrischen Leitf\u00e4higkeit und anderen texturabh\u00e4ngigen Gr\u00f6\u00dfen in Golzow besonders deutlich herausarbeiten. F\u00fcr drei Schl\u00e4ge konnten gute Korrelationen zwischen der Textur, den elektrischen Leitf\u00e4higkeitswerten, der Bodenfeuchte und dem Ertrag ermittelt werden.<br \/>\nDie methodischen Untersuchungen zur Bestimmung des aktuellen Wassergehaltes haben gezeigt, dass \u00fcber elektromagnetische Wiederholungskartierungen keine Aussagen m\u00f6glich sind. Notwendig ist der Einsatz gleichstromgeoelektrischer Absolutmessungen oder die Kopplung mit einem Feuchtemonitoring an mehreren markanten Punkten in der Fl\u00e4che.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\t6 wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen<br \/>\n&#8211;\tArtikel in der Zeitschrift Agrarmarkt Ausgabe 7, 2001<br \/>\n&#8211;\tdiverse Poster (u.a. zwei auf dem Workshop des Projektes PreAgro in Bonn im M\u00e4rz 2002)<br \/>\n&#8211;\tWorkshop am 30.11.2000 in Potsdam mit reger Beteiligung<br \/>\n&#8211;\tAktive Teilnahme an den Tagungen Third European Conference on Precision Agriculture in Montpellier und 6th Annual Conference on Precision Agriculture in Minneapolis<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Methode der Fl\u00e4chendifferenzierung \u00fcber den Parameter der elektrischen Leitf\u00e4higkeit hat sich bew\u00e4hrt. Mit durchschnittlich 130 &#8211; 150 ha pro Tag wird eine Fl\u00e4chenleistung f\u00fcr eine r\u00e4umlich hochaufgel\u00f6ste Heterogenit\u00e4tskarte m\u00f6glich, wie sie mit kaum einem anderen Verfahren zu erreichen ist. Die elektrische Leitf\u00e4higkeit stellt einen Parameter dar, der es erlaubt, stabile und reproduzierbare Karten zu erstellen. Die Akzeptanz f\u00fcr den Einsatz der Leitf\u00e4higkeitskarten ist gut. Erste Dienstleister in Deutschland (Firma AgriCon) bieten die Methode an.<br \/>\nDie elektrische Leitf\u00e4higkeit eines Bodens wird bestimmt durch die Textur, die Bodenfeuchte, die Zusammensetzung des Bodenfluids und die Verdichtung. Auf Grund dieser multivariablen Abh\u00e4ngigkeiten sind gezielte Bodenproben zur Ansprache notwendig. \u00dcber die Analyse dieser Bodenproben kann der Versuch einer Umsetzung der Leitf\u00e4higkeitskarte in eine Bodenkarte erfolgen.<br \/>\nMit dem Ziel, aus EM38-Daten Managementzonen f\u00fcr die teilfl\u00e4chenspezifische Bewirtschaftung abzuleiten, sind prinzipiell ganzj\u00e4hrige Befahrungen m\u00f6glich.<br \/>\nKassow zeigt eine Differenzierung in den Leitf\u00e4higkeitswerten in unterschiedlichen r\u00e4umlichen Skaligkeiten &#8211; kleinr\u00e4umige h\u00e4ufig wechselnde Unterschiede mit teilweise nur sehr geringer Differenzierung und gro\u00dfr\u00e4umige Variationen, die erst im Betriebsma\u00dfstab sichtbar werden. Trotz der komplizierten Variabilit\u00e4t der norddeutschen B\u00f6den konnte die Methode angewendet werden.<br \/>\nW\u00fcnschenswert w\u00e4re es, dass Ger\u00e4tehersteller den Bau eines auf die landwirtschaftlichen Belange abgestimmten Sensors aufgreifen w\u00fcrden. Verbesserungen wie das Wegfallen der Kalibrierung und der Einbau einer Temperaturstabilisierung w\u00fcrden die Bedienung \u00fcbersichtlicher und auch f\u00fcr Nichtgeophysiker handhabbarer machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Trend in der Landwirtschaft geht heute immer mehr in Richtung einer teilfl\u00e4chenspezifischen Bewirtschaftung. Arbeitsg\u00e4nge wie Aussaat, D\u00fcngung und die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln werden den Erfordernissen des jeweiligen Standortes angepasst. 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