{"id":21151,"date":"2023-07-13T15:19:30","date_gmt":"2023-07-13T13:19:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15976-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:31","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:31","slug":"15976-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15976-01\/","title":{"rendered":"Direkter Auftrag von Leimringen aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen an Obstb\u00e4umen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Einsatz von physikalisch technischen Barrieren gegen Sch\u00e4dlingsbefall im Obstanbau hat eine lange Tradition. Diese Barrieren wurden unter dem Namen Leimringe eingesetzt.<br \/>\nLeimringe werden im professionellen Obstanbau praktisch nicht mehr eingesetzt. Verantwortlich ist daf\u00fcr die ung\u00fcnstige Arbeitseffizienz. Geplant ist in diesem Projekt, den bisher auf einer Papiermanschette aufgebrachten Leim, mit einem pneumatischen Verfahren (z.B. Spritzpistole) direkt auf den Baumstamm aufzubringen und dadurch eine vergleichbar hohe Arbeitseffizienz wie bei herk\u00f6mmlichen Spritzmitteln zu erreichen.<br \/>\nDurch die Steigerung der Arbeitseffizienz wird eine weitere Verbreitung der Leimringe und so eine Reduk-tion des Einsatzes von Pflanzenschutzmittel erwartet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm einen geschlossenen Leim-Film direkt auf die Baumrinde aufzutragen bieten sich bestehenden Technologien aus der Lackier- oder Klebetechnik an.<br \/>\nBesonders geeignet erscheint bei der zumeist rauhen Baumrinde ein Auftrag mittels einer Spr\u00fchpistole. Dabei m\u00fcssen Applikationstechniken zum Einsatz kommen, die es erlauben den Leim auf eine Temperatur zu erw\u00e4rmen, in der er gef\u00f6rdert und verspr\u00fcht werden kann. Ein wesentliches Ablaufen des Leims an der Baumrinde darf nicht stattfinden. Die M\u00f6glichkeit den Leim mit einem L\u00f6semittel zu verd\u00fcnnen wird prinzipiell aus Gr\u00fcnden der Umwelt und Arbeitsschutzes verworfen.<br \/>\nIn der Lackiertechnik und\/oder Klebetechnik stehen prinzipiell solche Ger\u00e4te zur Verf\u00fcgung, die jedoch f\u00fcr andere Anwendungen, wie Wachsauftrag \/ Klebstoffauftrag f\u00fcr d\u00fcnne Schichten ausgelegt sind.<br \/>\nF\u00fcr die hier angestrebte L\u00f6sung gilt es daher, die vorhandene Technologie soweit wie m\u00f6glich mit minimalen Mitteln (D\u00fcsendurchmesser, F\u00f6rderdruck, Betriebsdruck, etc.) anzupassen.<br \/>\nFalls der dabei entstehende Aufwand zu gro\u00df ist kann es sinnvoller sein, das Produkt in seinen wesentlichen Eigenschaften (Viskosit\u00e4t, Viskosit\u00e4t-Temperatur-Verhalten, Standverm\u00f6gen, Klebeeigenschaften) an die bestehende Technologie zu adaptieren.<br \/>\nIn einem Freilandversuch sollen dann auch die \u00f6kologischen Auswirkungen der Leimringe beobachtet werden. Dabei soll die Effektivit\u00e4t bei Frostspannern gepr\u00fcft werden und eventuell Einfluss auf N\u00fctzlinge und Indifferente gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei dem direkten Auftrag von Leim auf B\u00e4umen wurden folgende Ergebnisse ermittelt:<br \/>\nAuswirkungen des Leims auf der Rinde:<br \/>\nDie Klebf\u00e4higkeit bleibt mehr als vier Monate, und damit \u00fcber der gesamten Fangperiode, bestehen. Es konnte keine sch\u00e4digende Wirkung der Bestandteile des Leims auf die \u00e4u\u00dferlich sichtbare Borke festgestellt werden. S\u00e4mtliche Rindenabschnitte werden ausreichend mit lebensnotwendigen Gasen versorgt. Bei allen untersuchten Obstsorten f\u00fchrt die Leimauftragung nicht zum Absterben des chlorophyllhaltigen Phloems. Es wurde keine ver\u00e4nderte Zellstruktur entdeckt. Die Zahl der Nebenf\u00e4nge war sehr gering.<br \/>\nEignung des Leims im Forst:<br \/>\nDie F\u00e4ngigkeit des gr\u00fcnen Leimrings wurde mit 100% ermittelt, es ergaben sich keine Hinweise auf eine repellente Wirkung. Bei dem Leim handelt es sich um einen Kriechleim, ein Insekt wird erst gefangen, nachdem es eine gewisse Strecke zur\u00fcckgelegt hat, eine durchgehende Funktion bleibt so gew\u00e4hrleistet. Bl\u00e4tter bleiben nur in geringer Zahl haften, dadurch wird eine Br\u00fcckenbildung vermieden. Die Konsistenz bleibt w\u00e4hrend der gesamten Fangperiode erhalten. Bei den Versuchen wurden keinerlei Sch\u00e4digungen beobachtet.<br \/>\nAusbringung des Leims:<br \/>\nHobby-Bereich: Die Untersuchungen haben gezeigt, dass durch eine direkte Aufbringung der bisherige Arbeitsaufwand erheblich minimiert wird, wodurch letztendlich die Akzeptanz zur Bek\u00e4mpfung von Sch\u00e4d-lingen mit diesem Verfahren erh\u00f6ht wird. Einzige praktikable L\u00f6sung ist die Verwendung von Pinselflaschen mit integriertem Pinsel, dabei wird der Leim durch diese Flaschen direkt auf den Baum aufgetragen.<br \/>\nProfi-Bereich: F\u00fcr diesen Bereich eignen sich keine Pfand- oder sonstigen Austauschsysteme, da der organisatorische Aufwand und die Kosten zu hoch sind. Versuche mit Systemen, die mittels Kartuschen bef\u00fcllt werden, erwiesen sich in der praktischen Anwendung als unzureichend, da die Kartuschen nur eine vergleichsweise geringe Menge an Leim aufnehmen k\u00f6nnen. Im professionellen Obstbau ist in der Regel ein Druckluftanschluss, jedoch kein Stromanschluss w\u00e4hrend des Ausbringvorganges vorhanden. Aus diesem Grund erforderte die Ausbringung des Leims in diesem Bereich eine Neuentwicklung, bei der Leim in etwas verd\u00fcnnter Form mittels Druckluft ausgebracht wird.<br \/>\nDie Versuche in diesem Bereich sind noch nicht abgeschlossen.<br \/>\nWeiteres Vorgehen:<br \/>\nDurch den Auftrag des Leims direkt auf B\u00e4ume wird der Leim zu einem Pflanzenschutzmittel und muss somit bei der Biologischen Bundesanstalt zugelassen werden. Da in den bisher gemachten Untersuchungen keine Sch\u00e4digungen der Rinde zu erkennen sind, ist das wichtigste Kriterium erbracht worden. Nach erfolgter Zulassung kann mit einer breiten Anwendung begonnen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die gemachten Untersuchungen zeigen, dass die Aufbringung des Leims ohne Sch\u00e4digung des Baumes m\u00f6glich ist. Diese Ergebnisse werden als Grundlage zur Anmeldung eines Pflanzenschutzmittels bei der Biologischen Bundesanstalt verwendet. Nach der Zulassung kann mit einem breiten Einsatz begonnen werden. Die M\u00f6glichkeiten der Ausbringung des Leims konnte in den durchgef\u00fchrten Untersuchungen sowohl f\u00fcr den Hobbybereich mit Standardbeh\u00e4ltnissen, als auch f\u00fcr den professionellen Anwender in Form einer Neuentwicklung realisiert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Einsatz von physikalisch technischen Barrieren gegen Sch\u00e4dlingsbefall im Obstanbau hat eine lange Tradition. Diese Barrieren wurden unter dem Namen Leimringe eingesetzt. Leimringe werden im professionellen Obstanbau praktisch nicht mehr eingesetzt. Verantwortlich ist daf\u00fcr die ung\u00fcnstige Arbeitseffizienz. 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