{"id":21147,"date":"2024-11-27T10:36:02","date_gmt":"2024-11-27T09:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15958-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:04","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:04","slug":"15958-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15958-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer photovoltaisch versorgten F\u00e4hre f\u00fcr den kommerziellen Betrieb"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Touristisch wertvolle Regionen wie z. B. der Bodensee k\u00f6nnen mit einem umweltvertr\u00e4glichen Fort-bewegungsmittel auf dem Wasser Akzente f\u00fcr einen sanften Tourismus setzen. W\u00e4hrend eines Probebetriebes mit einer RA 33 der KOPF AG (max. 12 Passagiere) konnte 1998 ein kleiner Teil der Untersee-Touristen &#8211; vor allem Fahrradfahrer &#8211; (2400 Passagiere und 1400 Fahrr\u00e4der) die Umwelt schonende Solarf\u00e4hre Gaienhofen zwischen dem schweizerischen Ort Steckborn und Gaienhofen in Deutschland nutzen. Die sehr gute Resonanz lokal, regional wie auch \u00fcberregional best\u00e4rkte die KOPF AG, das Projekt weiter zu verfolgen und eine gr\u00f6\u00dfere Solarf\u00e4hre f\u00fcr 25-35 Passagiere zu entwickeln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Basis des bestehenden Solarbootsystems RA der Kopf AG wurde in einem ersten Arbeitsschritt w\u00e4hrend eines Monates die Weiterentwicklung einer gr\u00f6\u00dferen F\u00e4hre unter neuen Design-Gesichtspunkten mit der Forderung nach Witterungsschutz und geschlossenem Fahrgastraum verwirklicht. Diese Design-Studien wurden mit Praktikern abgeglichen, um eine optimale Alltagstauglichkeit zu erreichen. Als n\u00e4chstes Teilprojekt wurden erste Gewichtsberechnungen durchgef\u00fchrt und an diese an-gepasste Schwimmer entwickelt, die hydrodynamisch weiter optimiert wurden (Laufzeit ca. 2 Wochen). Zu einem neuen leistungsst\u00e4rkeren Antriebskonzept aus dem Flurf\u00f6rder-Fahrzeugbereich mussten auch speziell angepasste Wellenanlagen entwickelt werden. Sehr viel Entwicklungsaufwand w\u00e4hrend 2 Monaten beinhaltete die Konstruktion und die Anfertigung der Solarmodule, die diagonal gebogen werden mussten, aus schwer entflammbarem transparentem Material bestehen sollten und dachziegelartige, regendichte Anordnung erhalten sollten. In einem n\u00e4chsten Arbeitsschritt wurde ein dem Schiff angepasster Steuerstand entwickelt, der es gestattet, alle Funktionen des Schiffes wie auch die Sicherheitsvorkehrungen zu bedienen. Sehr viel Wert wurde in diesem Schritt auf ein ansprechendes Design und hohe Funktionalit\u00e4t gelegt (Laufzeit ca. 4 Wochen).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach der Einwasserung des Schiffes wurde zuerst die horizontale Lage des Schiffes &#8211; der Trimm -\u00fcberpr\u00fcft. Die Lage des Schiffes im Wasser entsprach sehr genau den Berechnungen. Die Antriebsleis-tung der Motoren stellte sich als ausreichend heraus und das Man\u00f6vrieren im engen Hafen war kein Problem. Erste Fahrversuche im offenen Wasser zeigten die Wendigkeit des Schiffes. Mit zwei Motoren kann auf engstem Raum gedreht werden. Die ersten Fahrten auf l\u00e4ngeren Strecken, z. B. von Kressbronn nach Konstanz (ca. 50 km) und von Gaienhofen-Horn nach Lindau (ca. 70 km) und wieder zur\u00fcck, best\u00e4tigten das gew\u00e4hlte Antriebs- und Energiespeicherkonzept. Erste Tests haben ergeben, dass bei vollem Sonnenschein w\u00e4hrend des Vormittags am 15.10.99 in etwa 4 Stunden 20 % (entspricht 180 Ah und 45 A Ladestrom) der elektrischen Energie vom Solardach in die Batterien geladen wurden. Bei einer Dienstgeschwindigkeit von 10 km\/h kann das Boot ohne Sonnenschein ca. 7-8 Stunden betrie-ben werden, eine f\u00fcr den Bodensee ausreichende Zeitspanne. Bei Sonnenschein verl\u00e4ngert sich diese Zeitspanne entsprechend der Sonneneinstrahlungsintensit\u00e4t und dem Tagesgang. Ein energieautarkes Fahren direkt aus der Sonneneinstrahlung ist bei einer Geschwindigkeit von 4-5- km\/h und windstillen Bedingungen m\u00f6glich. Erste Tests mit dem Photovoltaik-Generator haben gezeigt, dass die gew\u00f6lbte Dachfl\u00e4che nicht nur das Sonnenlicht im Zenith der Sonne ausnutzt, sondern dass auch bei tiefer stehendem Sonnenstand Energie gewonnen werden kann und somit der tageszeitliche Gang der Sonne viel effektiver ausgenutzt wird, verglichen mit einem flachen Dach. Die leichte filigrane Struktur des Schiffes und das ansprechende Design schaffen eine offene, r\u00e4umlich wirkende Atmosph\u00e4re, die durch die tunnelartige W\u00f6lbung des Daches verst\u00e4rkt wird. Diese Struktur und das gesamte Ambiente wurde von den Passagieren sehr positiv aufgenommen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Bootstaufe des Solarschiffes war ein gro\u00dfer Erfolg und neben ca. 2500 Besuchern wurde das Schiff in ca. 10 regionalen und \u00fcberregionalen Zeitungen sowie in einigen TV-Stationen vorgestellt. Der Pres-sespiegel anbei veranschaulicht dies. Au\u00dferdem wurden verschiedene Aktionen genutzt, um den Be-kanntheitsgrad des Schiffes weiter zu verbreiten, z. B. bei dem Aktionstag Mobil ohne Auto in Lindau, Pr\u00e4sentation vor Teilnehmern einer Tourismus-Konferenz in Meersburg und Ausfahrten mit Gemeinde-r\u00e4ten, Auszubildenden und Studenten. Fachvortr\u00e4ge vor der F\u00e4hr- und Schleppgesellschaft in Kiel, vor B\u00fcrgermeistern vom Plattensee, Ungarn, sowie eine Pr\u00e4sentation auf der Messe Boot in D\u00fcsseldorf sind durchgef\u00fchrt worden bzw. in Planung. Im Mai 2000 wurde die Helio durch den baden-w\u00fcrttembergischen Ministerpr\u00e4sidenten Erwin Teufel offiziell seiner Bestimmung \u00fcbergeben. Die F\u00e4hr-saison 2000 von Gaienhofen nach Steckborn wurde am 19. Mai gestartet und hatte bis zum 17.9.2000 ann\u00e4hernd 5000 Fahrg\u00e4ste bef\u00f6rdert, mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr mit der kleineren RA 33. Zus\u00e4tzlich zu diesem Linienverkehr wurden noch einige Sonderfahrten durchgef\u00fchrt. Das Spektrum reichte von Geburtstags- und Hochzeitsfahrten \u00fcber Info-Veranstaltungen f\u00fcr Bundestagsabgeordnete bis zu Pressekonferenzen auf dem Boot.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das in dem Projekt erzielte Ergebnis zeigt, dass die Optimierung und Anpassung eines bestehenden Solarbootkonzeptes einen wichtigen und leistungsf\u00e4higen Beitrag zu einer Umwelt schonenden Ver-kehrsverbindung auf dem Wasser leisten kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Touristisch wertvolle Regionen wie z. B. der Bodensee k\u00f6nnen mit einem umweltvertr\u00e4glichen Fort-bewegungsmittel auf dem Wasser Akzente f\u00fcr einen sanften Tourismus setzen. 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