{"id":21143,"date":"2023-07-13T15:16:28","date_gmt":"2023-07-13T13:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13886-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:31","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:31","slug":"13886-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13886-02\/","title":{"rendered":"Realisierung eines Naturpark Informationshauses als \u00f6kologisch optimiertes Nullenergiehaus in Holzbauweise"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Am s\u00fcdlichen Ortsrand von Zwiesel im Bayerischen Wald entstand ein B\u00fcro- und Ausstellungsgeb\u00e4ude, bei dem mittels Optimierung von aktiver und passiver Sonnenenergienutzung der Einsatz von fossiler Heizenergie nicht mehr n\u00f6tig ist. Es wurde dabei versucht, die Balance zwischen aktiven und passiven Systemen zu finden. Bestehende Bautechniken, insbesondere im Bereich des Holzbaus, wurden gem\u00e4\u00df den M\u00f6glichkeiten der regionalen Bauwirtschaft unter Verwendung regional verf\u00fcgbarer Baustoffe weiterentwickelt. Es kamen verschiedene Holzfenstersysteme zum Einsatz, die dem Passivhaus-Standard entsprechen. Es wird der Einfluss eines nicht hinterl\u00fcfteten Fassadenkollektors auf den effektiven U-Wert einer nach S\u00fcden gerichteten Leichtbauwand bei normaler Nutzung des Kollektors f\u00fcr die Behei-zung des Geb\u00e4udes untersucht. Die 110 m2 Fassadenkollektor heizen einen zentral im Geb\u00e4ude ste-henden Pufferspeicher, aus dem das Geb\u00e4ude ganzj\u00e4hrig beheizt wird.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVon Juli 1999 bis Februar 2000 wurden die Planungsschritte auf der Grundlage des Vorprojektes (AZ 13886\/01) verfeinert, die Arbeiten ausgeschrieben und die Auftr\u00e4ge vergeben. Von M\u00e4rz 2000 bis Dezember 2001 wurde das Geb\u00e4ude errichtet und die Au\u00dfenanlagen erstellt. In der Ausstellungskonzeption ist die Pr\u00e4sentation der gesamten Solar- und Energietechnik des Geb\u00e4udes im Rahmen einer Dauerausstellung vorgesehen. Begleitend dazu wird Material zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit in Form von Druckerzeugnissen und einer CD erstellt. Diese Pr\u00e4sentation dokumentiert Bau und Betrieb der Einrichtung.<br \/>\nBeim Bau des Hauses wurde besonders auf die Ausf\u00fchrungsqualit\u00e4t der Firmen geachtet. Die D\u00e4mmh\u00fclle musste l\u00fcckenlos um das Geb\u00e4ude gef\u00fchrt werden. Die Luftdichtheit wurde mit einem Blower-Door Test nachgewiesen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Beim Naturpark-Informationshaus in Zwiesel wurde nach EN 832 eine W\u00e4rmebedarfsberechnung durchgef\u00fchrt. Der Jahresheizw\u00e4rmebedarf betr\u00e4gt ca. 4.900 kWh pro Jahr. Bezogen auf die Nutzfl\u00e4che ca. 7 kWh\/m2a. Dies wurde erreicht, durch D\u00e4mmschichten zwischen 20 und 50 cm Dicke, und eine konsequent w\u00e4rmebr\u00fcckenfreie Konstruktion. Die Holzfenster und Pfosten-Riegel-Fassaden sind passivhaustauglich.<br \/>\nDie L\u00fcftungsanlage mit Regenerativw\u00e4rmetauscher und Erdreichw\u00e4rmetauscher reduziert den Jahresheizw\u00e4rmebedarf um ca. 35.000 kWh\/a, verbraucht jedoch 3.000 kWh Strom. Das entspricht einem Prim\u00e4renergieverbrauch nicht erneuerbar von ca. 10.000 kWh (ohne Prim\u00e4renergieinhalt Anlage) . Eine Biomasseheizung ben\u00f6tigt f\u00fcr 35.000 kWh bereitgestellter Energie ca. 5.000 kWh Prim\u00e4renergie nicht erneuerbar (Quelle \u00d6koinventare f\u00fcr Energiesysteme, BEW\/NEFF,CH,1994). Die Solaranlage stellt im Jahr 20.000 kWh Heizenergie zur Verf\u00fcgung, bei einem Prim\u00e4renergieaufwand von 2.090 kWh pro Jahr (incl. elektrischer Energie Solarkreis). Diese Zahlen zeigen, dass eine L\u00fcftungsanlage mit W\u00e4rmer\u00fcck-gewinnung mehr Prim\u00e4renergie verbraucht als die Biomasseheizung. Das g\u00fcnstigste Verh\u00e4ltnis von eingesetzter Prim\u00e4renergie und Nutzenergie bietet die thermische Solaranlage.<br \/>\nDie Baukonstruktion des Geb\u00e4udes ist optimal. Der Einsatz von Schnittholz, Holzwerkstoffplatten und der Zellulosed\u00e4mmung erm\u00f6glicht trotz hoher Wanddicken geringe Prim\u00e4renergieinhalte nicht erneuerbar.<br \/>\nDas Naturpark-Informationshaus in Zwiesel zeigt, dass man mit vertretbarem Aufwand ein Haus konstruieren kann, das solar beheizt werden kann. Die D\u00e4mmstandards mit U-Werten von 0,15 bis 0,08 W\/m2K sollten wirklich normaler Baustandard werden. Ob eine L\u00fcftungsanlage mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung in ein Geb\u00e4ude eingebaut wird, sollte man an der Nutzung festmachen. F\u00fcr einen Vortragsraum und eine Ausstellung wie im Naturpark-Informationshaus ist die L\u00fcftungsanlage notwendig und mit der-selben Anlage kann das ganze Haus bel\u00fcftet werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Naturpark-Informationshaus wird auf Vortr\u00e4gen, auf Fachmessen in Fachzeitschriften und im Internet pr\u00e4sentiert. Au\u00dferdem werden Interessierte zu Tagungen und F\u00fchrungen in das Naturpark-Informationshaus eingeladen. Das Projekt wurde auf einer interaktiven CD dokumentiert, die per Versand angeboten wird. Der Bau des Hauses wurde filmisch dokumentiert. Verschiedenen Rundfunkan-stalten wird die Ausstrahlung des Films angeboten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Beim Naturpark-Informationshaus wurde bei der Auswahl der Baustoffe, der Baukonstruktionen und beim Energiekonzept von Anfang an auf Qualit\u00e4t, \u00d6konomie und \u00d6kologie geachtet. Nachhaltiges Wirtschaften beim Bau und Betrieb dieses Geb\u00e4udes war oberstes Gebot. In der Konsequenz der Umsetzung ist dieses Geb\u00e4ude ein Vorbild f\u00fcr zuk\u00fcnftiges Bauen. Man kann sowohl das Gesamtkonzept als auch Teile davon auf jedes andere Geb\u00e4ude \u00fcbertragen.<br \/>\nBei diesem Geb\u00e4ude, so der Bayerische Umweltminister Schnappauf, wird Innovation in Einklang mit \u00d6kologie gebracht. Das ist eine Steilvorlage zum Nachahmen und Spitze in Mitteleuropa.<br \/>\nDer Menschheitstraum vom Perpetuum-Mobile wird hier ein St\u00fcck Wirklichkeit, ohne dass die Naturgesetze au\u00dfer Kraft gesetzt werden. Es ist auch nicht notwendig, die Kernfusion auf die Erde zu holen, wenn man die technischen M\u00f6glichkeiten der Sonnenenergienutzung umsetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Am s\u00fcdlichen Ortsrand von Zwiesel im Bayerischen Wald entstand ein B\u00fcro- und Ausstellungsgeb\u00e4ude, bei dem mittels Optimierung von aktiver und passiver Sonnenenergienutzung der Einsatz von fossiler Heizenergie nicht mehr n\u00f6tig ist. Es wurde dabei versucht, die Balance zwischen aktiven und passiven Systemen zu finden. 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