{"id":21137,"date":"2024-11-27T10:36:02","date_gmt":"2024-11-27T09:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15927-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:03","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:03","slug":"15927-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15927-01\/","title":{"rendered":"Erfassungs-, Verwertungs- und Nutzungskreisl\u00e4ufe f\u00fcr Kunststoffabf\u00e4lle aus Haushaltungen &#8211; Kunststoffrecycling durch Regionale Kreisl\u00e4ufe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Damit Recyclingkreisl\u00e4ufe f\u00fcr Kunststoffe funktionieren, ist neben dem Vorhandessein effektiver Erfassungssysteme f\u00fcr Altkunststoffe und der Entwicklung und Herstellung n\u00fctzlicher (Recycling-) Produkte die Existenz bzw. M\u00f6glichkeit zur Erschlie\u00dfung von M\u00e4rkten f\u00fcr diese Verwertungsprodukte entscheidend. Dazu kann die \u00d6ffentliche Hand entscheidende Betr\u00e4ge liefern (\u00a7 37 KrW.\/AfG). Auf der Grundlage von seitens der IG KURIS in der Vergangenheit erfassten analytischen Daten zu Mengen und Qualit\u00e4ten der Kunststoffabf\u00e4lle soll in Zwickau unter Einbeziehung von Entsorgungs- und Verwertungsbetreiben sowie der Stadtverwaltung Zwickau unter Einbeziehung von Entsorgungs- und Verwertungsbetrieben sowie der Stadtverwaltung Zwickau &#8211; und vor allem der B\u00fcrger &#8211; modellhaft ein regionaler Erfassungs-, Verwertungs- und Nutzungskreislauf gestaltet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tVorbereitungsphase (beginnend mit einem Workshop am 19.01.2000)<br \/>\n&#8211;\tGewinnung von Projektpartners, Gr\u00fcndung einer Arbeitsgemeinschaft<br \/>\n&#8211;\tAuswahl eines Modellgebietes in der Stadt Zwickau<br \/>\n&#8211;\tErstellung eines Arbeits- und Zeitplans<br \/>\n2.\tGrundlagen- und Pr\u00fcfphase<br \/>\n&#8211;\tAnalyse der Mengestr\u00f6me und Qualit\u00e4ten der Altkunststoffe<br \/>\n3.\tErfassung der Kunststoffe<br \/>\n&#8211;\tProduktentwicklung, Verfahrensentwicklung<br \/>\n4.\tMarktrecherchen<br \/>\n&#8211;\tBetriebs- und volkswirtschaftliche Kalkulationen<br \/>\n&#8211;\t\u00d6kologische Bewertungen<br \/>\n5.\tUmsetzungsphase<br \/>\n&#8211;\tErprobung des ausgew\u00e4hlten Erfassungssystems in der Modellregion<br \/>\n&#8211;\tEinf\u00fchrung neuer Verwertungsverfahren und neuer Produkte<br \/>\n&#8211;\tEinsatz der Recyclingprodukte in der Stadt Zwickau<br \/>\n6.\tVerbreitungsphase<br \/>\n&#8211;\t\u00dcbertragung auf weitere s\u00e4chsische Kommunen (Einbindung in den Agenda 21-Prozess)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die entscheidende Bedeutung kommt der verwertungsorientierten Erfassung der Kunststoffabf\u00e4lle zu. Ein urspr\u00fcnglich in Zwickau vorgesehener Modellversuch zur verwertungsorientierten Erfassung der Kunststoffabf\u00e4lle ohne Gr\u00fcnen Punkt aus dem Haushaltrestabfall wurde mit sechsmonatiger Versp\u00e4tung nach sorgf\u00e4ltiger Vorbereitung schlie\u00dflich im Zeitraum 15.10.2000 &#8211; 15.04.2001 in einem gezielt ausgew\u00e4hlten und definiert strukturierten Wohngebiet der Stadt Crimmitzschau durchgef\u00fchrt. Der Versuch wurde durch eine intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit begleitet. Die vor und w\u00e4hrend des Versuchs erfassten Abfallmengen und Anteile einzelner Fraktionen wurden verglichen. Normiert auf gleiches Gesamtaufkommen an Kunststoffabfall stieg die Sammelmenge an Kunststoffen ohne Gr\u00fcnen Punkt von 1,3 kg (E\u00b7a) auf 2,8 kg\/(E2,8 kg\/(E\u00b7a). Der Anteil der Kunststoffe ohne Gr\u00fcnen Punkt im DSD-Erfassungssystem stieg damit von 5 % vor Versuchsbeginn auf 11 % im Modellversuch. F\u00fcr den gesamten Landkreis Zwickauer Land entspricht dies einer Menge von ca. 200 mg\/Jahr. Hochgerechnet auf den Freistaat Sachsen erg\u00e4be sich somit eine zus\u00e4tzliche verwertbare Altkunststoff-Sammelmenge von ca. 1.350 Mg\/a.<br \/>\nF\u00fcr den Erfolg solcher regionalen Erfassungs-, Verwertungs- und Nutzungskreisl\u00e4ufe ist der erfolgreiche, b\u00fcrgernahe Einsatz der aus den zus\u00e4tzlich erfassten Altkunststoffen hergestellten Verwertungsprodukte von essenzieller Bedeutung. F\u00fcr die Nutzung der in den verschiedenen Kreisl\u00e4ufen anfallenden Kunststoffabf\u00e4lle ist es wichtig, bei den Produkten Eigenschaften zu erzeugen, die mit herk\u00f6mmlichen Einsatzmaterialien nicht erreicht werden k\u00f6nnen. Die Vielzahl der anfallenden Kunststoffabf\u00e4lle ist dabei ein Vorteil, der durch Neukunststoffe teilweise nicht erreicht wird. Die von zwei Mitgliedsunternehmen der IG KURIS aus zus\u00e4tzlich erfassten Mischkunststoffen hergestellte Produkte wurden im Bau-Bereich eingesetzt.<br \/>\nKunststoffplatten aus Gaborit\u00ae: Einhausung von Containerstandpl\u00e4tzen, Einfriedung von Kinderspielpl\u00e4tzen, Elemente zur Verkehrsberuhigung, f\u00fcr Kinderspielplatz- und Sportplatzb\u00e4nke, auch Einrichtungsgegenst\u00e4nde in Internetcafes, Pflanzschalen, Brunnenumrandungen, diverse Elemente zur Gestaltung von Schulh\u00f6fen, z. B. Sandk\u00e4sten oder Fahrradparksysteme, deren W\u00e4nde und T\u00fcren Spr\u00fchern keine Chance geben. Relumat\u00ae-Recyclingprodukte wurden im Rahmen des Projektes f\u00fcr Pfosten und Platten sowie Bohlen f\u00fcr Sprungchancen eingesetzt.<br \/>\nWenn weitere Segmente des Kunststoffabfalls aus Haushalten (Elektro- und Elektronikger\u00e4te) mit \u00fcber die Gelbe Tonne erfasst werden sollen, ist eine sichere Stoffstromkontrolle unbedingt erforderlich.<br \/>\nDie Marktchancen f\u00fcr die hergestellten Produkte k\u00f6nnen durch gezieltes Marketing, \u00d6ffentlichkeitsarbeit, die konsequente Nutzung des kommunalen Abfall- und Vergaberechtes sowie die Initiativen zur harmoni-schen und umweltgerechten Stadtgestaltung im Agenda 21-Prozess durchaus deutlich erh\u00f6ht werden. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zeigten, dass durch eine Mitnutzung des vorhandenen Sammelsystems der DSD AG synergistische Effekte erreicht werden k\u00f6nnen. Daraus wird ein Vorschlag f\u00fcr die \u00f6kologisch und \u00f6konomisch sinnvolle Entsorgung der artgleichen Kunststoffe \u00fcber eine separate Erfassung und werkstoffliche Verwertung im Rahmen der abfallwirtschaftlichen Konzeption und des abfallwirtschaftlichen Systems der \u00d6ffentlich-rechtlichen Entsorgungstr\u00e4ger bzw. der Abfallzweckverb\u00e4nde abgeleitet, zu dessen Umsetzung jedoch ein entsprechender politischer Wille erforderlich ist.<br \/>\nDie in den vergangenen Monaten in der \u00d6ffentlichkeit diskutierten zahlreichen Alternativen, wie Nachsortieren, Sammeln aller Abf\u00e4lle \u00fcber eine einzige Tonne usw. sind z. T: mit dem im Projekt erarbeiteten Vorschlag im Sinne eines intelligenten Stoffstrommanagements kombinierbar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Versuch zur Erfassung der Kunststoffe wurde im Modellgebiet Crimmitzschau-Lauenhain durch eine intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit begleitet. Es wird vorgeschlagen, die Ergebnisse des Projektes in Form eines Flyers in Kommunen der Bundesrepublik Deutschland zu verbreiten.<br \/>\nDie Projektfortschritte und -ergebnisse wurden in mehreren Vortr\u00e4gen in Sachsen, Berlin und Th\u00fcringen vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit den Ergebnissen des Projektes konnte vor allem gezeigt werden, dass sich ein Gesamtprozess der Erfassung, Verwertung und Nutzung von im Haushaltrestabfall befindlichen Altkunststoffen ohne Gr\u00fcnen Punkt mit potentiellen mikro- und makro\u00f6konomischen, \u00f6kologischen und sozialen Vorteilen gestalten l\u00e4sst, wenn in den Kommunen und Abfallzweckverb\u00e4nden der politische Wille zur Schaffung der entsprechenden Rahmenbedingungen (\u00d6ffentlichkeitsarbeit, Abfall- und Vergaberecht, Agenda 21-Prozess) entwickelt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Damit Recyclingkreisl\u00e4ufe f\u00fcr Kunststoffe funktionieren, ist neben dem Vorhandessein effektiver Erfassungssysteme f\u00fcr Altkunststoffe und der Entwicklung und Herstellung n\u00fctzlicher (Recycling-) Produkte die Existenz bzw. 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