{"id":21070,"date":"2024-11-27T10:34:57","date_gmt":"2024-11-27T09:34:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15657-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:59","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:59","slug":"15657-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15657-01\/","title":{"rendered":"Biomasse-Heizanlage f\u00fcr Getreide-Ausputz im Nahw\u00e4rmeverbund"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Klosterm\u00fchle Heiligenzimmern (ein Landhandelsbetrieb in S\u00fcdw\u00fcrttemberg) liefern die Landwirte jedes Jahr eine Getreideernte von rund 25.000 Tonnen an (Weizen, Gerste, Hafer, Triticale, Mais, usw.). Dieses Druschgetreide l\u00e4uft im Betrieb ein oder zwei Mal \u00fcber die Reinigung, bevor es an die das Getreide weiter verarbeitenden Betriebe oder an Getreidegro\u00dfh\u00e4ndler verkauft wird. In diesem Zusammenhang fallen in der Klosterm\u00fchle j\u00e4hrlich rund 400 Tonnen Reinigungsreste (sog. Getreide-Ausputz: Klein- und Bruchkorn, Spelzen, Unkrautsamen) an. Dieses relativ trockene Material (w?13%) hat einen Heizwert von ca. 15 MJ\/kg (4,1 kWh\/kg). Hinzu kommen gelegentlich Getreidepartien, die den Qualit\u00e4tskriterien an ein einwandfreies Grundgetreide nicht entsprechen, weil sie zu stark verunreinigt sind, Feuchtigkeitssch\u00e4den aufweisen oder zu hoch mit Fusarien-Toxinen belastet sind. Es fallen also j\u00e4hrlich rund 500 bis 600 Tonnen Halmgutstoffe an (2-2,5 % von der  Erntemenge), die dem Gesch\u00e4ftsprozess der Nahrungsmittel- und Tierfutterproduktion nicht zugef\u00fchrt werden, so dass f\u00fcr diese Stoffmengen nach anderen Verwertungsalternativen zu suchen ist. Da die Klosterm\u00fchle f\u00fcr die Geb\u00e4udeheizung und Getreidetrocknung einen betrieblichen W\u00e4rmebedarf hat, der mit \u00d6l- und Nachtspeicherheizungen gedeckt wurde; da rund um den Betrieb Privath\u00e4user stehen, die f\u00fcr ihre W\u00e4rmeversorgung ebenfalls nach L\u00f6sungen weg vom Erd\u00f6l suchten, kam die Idee auf, den heizwertreichen Getreideausputz in einer f\u00fcr diesen Brenn-stoff geeigneten Kleinfeuerungsanlage zu verbrennen und die W\u00e4rme \u00fcber ein kleines Nahw\u00e4rmenetz an die W\u00e4rmeabnehmer zu verteilen (rund 230 MWh\/Jahr).<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Getreideausputz und das Mindergetreide geh\u00f6ren stofflich zur Gruppe der Halmg\u00fcter. Weil<br \/>\n\tdie Verbrennung der Halmgutstoffe h\u00f6here Anforderungen an die Verbrennungstechnik stellt als eine Holzverbrennung (niedrigere Ascheschmelzpunkte, Schlackenbildung im Brennraum); die Emissionsbegrenzung besondere Anforderungen beinhaltet (CO-, Feinstaub-, NOx-Emissionen sowie Fragen zum Dioxin-Risiko); die derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen eine Getreideverbrennung oder Abfallverbrennung dezentral am Ort der Entstehung eher behindern als f\u00f6rdern;<br \/>\nwar der Weg zur Verwirklichung des Nahw\u00e4rmenetzes mit einer Getreideausputz-Heizzentrale langwierig und arbeitsreich, aber am Ende dann doch erfolgreich (Verwirklichung eines Musterprojektes).<br \/>\nDas Arbeitsprogramm umfasste im Wesentlichen die folgenden Schritte:<br \/>\nBrennstoffanalysen und daraus abgeleitet Empfehlungen zur Feuerungstechnik, Suche, Einbau und technische Optimierung des Biomassekessels; W\u00e4rmebedarfsanalyse, Planung und Bau des Nahw\u00e4rmenetzes; Analyse und Begrenzung der Emissionen; Suche nach einer L\u00f6sung zur Feinstaubabscheidung; Kl\u00e4rung der rechtlichen Durchf\u00fchrungsbedingungen und Anregungen zur Gesetzesentwicklung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Lokales Ergebnis:<\/p>\n<p>Das Nahw\u00e4rmenetz wird seit drei Jahren betrieben. Es wurden bisher \u00fcber 80.000 Liter Heiz\u00f6l und 90.000 kWh Strom eingespart und die Emission von rund 270 Tonnen CO2 vermieden. Der Kessel von Passat Energi A\/S, D\u00e4nemark (Compact C8 mit 500 l Magazin, Rostfeuerung, automatischer Aschenaustrag) erf\u00fcllt die Erwartungen, sofern die geforderten Servicearbeiten durchgef\u00fchrt werden. Die CO-Emissionen liegen unter 200 mg\/Nm3. F\u00fcr die Feinstaubabscheidung kommt ein beheizbarer Metallgewebefilter zum Einsatz (Neuentwicklung der Firma Oskar Winkel Filtertechnik, Amberg), mit dem wir bei den Verbrennungsversuchen unter 10 mg\/Nm3 lagen.<\/p>\n<p>Forschung und Wissenschaft:<\/p>\n<p>Dadurch, dass wir ein durch Sondergenehmigung legalisiertes Projekt der Getreideverbrennung durchf\u00fchrten, hatten das Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Dampfkesselwesen (IVD) der Universit\u00e4t Stuttgart und die Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaftliches Maschinen- und Bauwesen (LA 740) der Universit\u00e4t Hohenheim die M\u00f6glichkeiten zur Durchf\u00fchrung von Verbrennungsversuchen mit Emissionsmessungen. Die Messergebnisse und technischen Beobachtungen sind in Messberichten dokumentiert. Die systematische wissenschaftliche Begleitung und Auswertung erm\u00f6glichte den fundierten Erfahrungsaustausch mit den Umweltbeh\u00f6rden in Baden-W\u00fcrttemberg (UM, LUBW) und Bayern (LfU Augsburg, TFZ Straubing).<\/p>\n<p>Weitere technische Entwicklung:<\/p>\n<p>Passat Energi A\/S hat aus dem Projekt in der Klosterm\u00fchle Impulse f\u00fcr die Weiterentwicklung seiner Kesselanlagen erhalten. Gleiches gilt f\u00fcr die Firma Oskar Winkel Filtertechnik aus Amberg. \u00dcber die wissenschaftlichen Institute gelangen die Erkenntnisse und Impulse zur weiteren Technikentwicklung auch an Drittfirmen.<\/p>\n<p>Rechtliche Vorschriften und Rahmenbedingungen:<\/p>\n<p>Eine Anpassung der 1. BImSchV dahingehend, dass die Betriebe der Landwirtschaft und des agrargewerblichen Sektors auf legale Weise in Kleinfeuerungsanlagen mit vern\u00fcnftigen Emissionswerten Mindergetreide verbrennen k\u00f6nnen, um W\u00e4rme zu erzeugen, w\u00fcrde sowohl dem Verbraucherschutz als auch dem Klimaschutz dienen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durch unsere Mitarbeit im bundesweiten Netzwerk der Energieerzeugung aus Biomasse wurden die Erkenntnisse und Erfahrungen weitergegeben; gerne unterst\u00fctzen wir diesen Erfahrungsaustausch auch in Zukunft.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wir bedanken uns bei der DBU, dass durch ihre Mitwirkung ein Musterprojekt der dezentralen energetischen Verwertung von Halmgutreststoffen m\u00f6glich wurde. Wir w\u00fcrden gerne auch noch jene Mengen an Mindergetreide und Getreideausputz, die wir bisher nicht selbst verwerten, an unsere Kunden in der Landwirtschaft zur\u00fcckgeben, damit sie in ihren Betrieben Gleiches wie wir machen k\u00f6nnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Klosterm\u00fchle Heiligenzimmern (ein Landhandelsbetrieb in S\u00fcdw\u00fcrttemberg) liefern die Landwirte jedes Jahr eine Getreideernte von rund 25.000 Tonnen an (Weizen, Gerste, Hafer, Triticale, Mais, usw.). 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