{"id":21034,"date":"2023-07-13T15:17:27","date_gmt":"2023-07-13T13:17:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15485-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:29","slug":"15485-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15485-01\/","title":{"rendered":"Einsatz eines modellhaften Umweltinformationssystems zur Kulturlandschaft Harz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Harz wurde im Laufe der Jahrhunderte durch den Bergbau nachhaltig gepr\u00e4gt. Schwermetallbelastung des Bodens sind ebenso die Folge wie ansprechende Situationen, wie die zahlreichen Teiche des Oberharzer Wasserregals (als Speicherteiche f\u00fcr den Bergbau k\u00fcnstlich angelegt). Ziel des Projektes ist, den Harz, das heutige Image als Naturlandschaft korrigierend, als Kulturlandschaft im Spannungsfeld zwischen \u00d6konomie und \u00d6kologie darzustellen. Da im Harz die oft kausalen Abh\u00e4ngigkeiten anthropogener und nat\u00fcrlicher  Prozesse, Ursache und Wirkung, auf engstem Raum dargestellt werden k\u00f6nnen, werden die Prinzipien der globalen Umweltproblematik an einem konkreten Beispiel nachvollziehbar. Wesentlicher Schwerpunkt des Projektes ist die Weiterentwicklung der multimedialen Tragbaren Info-Box, die Benutzer zu relevanten Orten leitet, wo dann konkrete Informationen abrufbar sind.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGrundlage f\u00fcr die Vorgehensweise ist die These, dass die komplexe globale Umweltproblematik erst dann begriffen werden kann, wenn auf Grund konkreter Beispiele ein Analogschluss erm\u00f6glicht wird. Die Landschaft des Harzes ist, eine diesbez\u00fcgliche didaktische Aufbereitung vorausgesetzt, hervorragend geeignet, die Auswirkungen des Bergbaus nachzuvollziehen. Da Zusammenh\u00e4nge am besten verstan-den werden, wenn man sie im wahrsten Sinne des Wortes begreift, steht die Vermittlung an konkreten Orten im Zentrum des Vermittlungskonzeptes. Wenn die \u00c4nderung der Topographie durch Teiche, Gr\u00e4ben, Steinbr\u00fcche, Halden etc. thematisiert wird, wird dieses an konkreten Orten geschehen (F\u00fchrungen, Tragbare InfoBox) bzw. wird ein Hinweis auf konkrete Orte erfolgen (Ausstellungen, Info-Terminals). Auf gleiche Weise werden die Themen Schwermetallbelastung, Eingriffe in den nat\u00fcrlichen Wasserhaushalt, Belastung der Luft, \u00c4nderung der Vegetation durch anthropogene Eingriffe (Fichtenwald, Bergwiesen, Sukzession) anhand konkreter Beispiele verdeutlicht. Um auf die Rezeptionsgewohnheiten unterschiedli-cher Besuchergruppen reagieren zu k\u00f6nnen, werden zielgruppenspezifische Medien eingesetzt, um die o. g. Inhalte zu vermitteln: Ausstellungen, F\u00fchrungen, station\u00e4re Info-Terminals und last but not least die Tragbare InfoBox, ein mobiles multimediales Besucherinformations- und Leitsystem, das im Rahmen einer durch die DBU gef\u00f6rderten Machbarkeitsstudie entwickelt und getestet wurde.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Dank der F\u00f6rderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Kofinanzierung durch die Harzwasserwerke GmbH und die Agentur f\u00fcr Arbeit, konnten Vermittlungsmedien erarbeitet und entwickelt werden, die die heutige Landschaft des Oberharzes als Produkt eines \u00fcber Jahrhunderte w\u00e4hrenden Prozesses darstellen, in dem nat\u00fcrliche und anthropogene Einfl\u00fcsse einander abl\u00f6sen. Durch das Montanwesen wurde die urspr\u00fcngliche Landschaft grundlegend umgestaltet, nach Einstellung des Bergbaus hat die Natur die Landschaft weitgehend zur\u00fcck erobert. Da das Montanwesen \u00fcber Jahrhunderte auf das nachhaltige Wirtschaften mit nat\u00fcrlichen Ressourcen als Energiequelle angewiesen war, ist der anthropogene Ursprung heute nat\u00fcrlich wirkender Landschaftselemente ohne Vorinformationen nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die Speicherteiche der Oberharzer Wasserwirtschaft z. B. erscheinen dem unvorbereiteten Betrachter als nat\u00fcrliche klare Bergseen, zumal die schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf Natur ausgerichtete Tourismuswerbung eine derartige Sichtweise suggeriert. Diese Teiche werden in den Informationsmedien als wichtiger Bestandteil eines weltweit bedeutsamen historischen Energieversorgungssystems vorgestellt, dass zudem auf der Tentativliste der Bundesrepublik Deutschland zur Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO an prominenter Stelle zu finden ist.<br \/>\nUm das Wechselspiel anthropogener und nat\u00fcrlicher Einfl\u00fcsse einem m\u00f6glichst breiten Publikum zu verdeutlichen, wurde besonderer Wert auf die Verzahnung der Vermittlungsmedien gelegt. Aus heutiger Sicht konventionelle Medien wie Ausstellung und Infoterminal und das v\u00f6llig neuartige Leit- und Informationssystem e.guide EMIL, das au\u00dferhalb des Museums in der Landschaft eingesetzt wird, nehmen aufeinander Bezug.<br \/>\nNaturgem\u00e4\u00df stand die Entwicklung von e.guide EMIL einer Weiterentwicklung der Tragbaren InfoBox im Mittelpunkt des Projektes. Ausger\u00fcstet mit einem Pocket-PC, einem Personal Digital Assistent (PDA), auf dessen internem Speicherchip die entsprechenden Daten vorhanden sind, haben sich seit Juli 2005 Besucher auf Entdeckungstour begeben. Derzeit stehen drei Rundwege zur Auswahl.<br \/>\nDie durchweg positive Resonanz von bisherigen Nutzern zeigt, dass<br \/>\n&#8211;\tmit dem v\u00f6llig neuartigen Ansatz der Vermittlung vor Ort und der Darstellung komplexer Zusammenh\u00e4nge und Abh\u00e4ngigkeiten eine Bedarfsl\u00fccke geschlossen werden konnte,<br \/>\n&#8211;\tdurch die Vermittlung mit einem PDA neue Besucherkreise erschlossen werden,<br \/>\n&#8211;\tdie einfache Bedienbarkeit von e.guide EMIL die Nutzung durch eine extrem breite Zielgruppe erm\u00f6glicht,<br \/>\n&#8211;\tdurch das dramaturgisch abgestimmte Zusammenspiel von einfacher Sprache, der Leitfigur Emil, historischen Abbildungen und professionellen 3D-Animationen die Informationen diese breite Zielgruppe auch tats\u00e4chlich erreicht,<br \/>\n&#8211;\te.guide EMIL auch in der Praxis stabil funktioniert.<br \/>\nAus der Sicht des Deutschen Werkbundes NRW ist e.guide EMIL aus diesen Gr\u00fcnden das bestentwickelte elektronische F\u00fchrungssystem in Europa, was ihn veranlasste, e.guide EMIL im Juli 2005 die Werkbund Auszeichnung zu verleihen.<br \/>\nDas Projekt wurde am 31.10.2005 abgeschlossen, die Kosten bewegen sich im Rahmen der urspr\u00fcnglichen Kalkulation.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Projektstart und die Verf\u00fcgbarkeit von e.guide EMIL wurde den Medien zur Kenntnis gegeben. Rundfunkberichte und eine \u00fcberregionale Berichterstattung waren die Folge. Mit Vortr\u00e4gen und Pr\u00e4sentationen wurde das Projekt und das Ergebnis einer interessierten Fach\u00f6ffentlichkeit vorgestellt. So im Rahmen des Hearings im Nieders\u00e4chsischen Landtag und der Fachtagung einer Expertengruppe zum Thema Kulturlandschaften (Stiftung Niedersachsen), der Tagung der Landesdenkmalpfleger in Hannover und des IWF Wissen und Medien, G\u00f6ttingen. Dar\u00fcber hinaus wurde e.guide EMIL von Institutionen, die beabsichtigen elektronische outdoor-F\u00fchrungssysteme einzusetzen, \u00e4u\u00dferst positiv bewertet (Stiftung Nieders\u00e4chsische Gedenkst\u00e4tten, Geopark Vulkaneifel).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit e.guide EMIL wurde ein innovatives elektronisches Leit- und Informationssystem, eingebunden in konventionelle Vermittlungsmedien, entwickelt, dass bei Experten und Publikum auf gleicherma\u00dfen gro\u00dfe Zustimmung trifft.<br \/>\nManche Systeme dieser Art m\u00f6gen ambitionierter sein, aber: e.guide EMIL funktioniert. Und das sowohl in technischer wie didaktischer Hinsicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Harz wurde im Laufe der Jahrhunderte durch den Bergbau nachhaltig gepr\u00e4gt. 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