{"id":21029,"date":"2023-07-13T15:17:27","date_gmt":"2023-07-13T13:17:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15461-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:29","slug":"15461-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15461-01\/","title":{"rendered":"Multifunktionale Nachhaltigkeit &#8211; Managementinstrumente zur nachhaltsgerechten Steuerung privater und \u00f6ffentlicher Forstbetriebe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Zunahme naturnaher, stufiger und gemischter Waldstrukturen, die verst\u00e4rkten multifunktionalen Anspr\u00fcche an den Wald sowie die fortschreitende Zertifizierungen von Forstbetrieben erfordern eine Modifizierung g\u00e4ngiger Inventur- und Planungsverfahren. Deshalb sollten moderne Planungs- und Managementinstrumente auf Grundlage der typenorientierten Kontrollstichprobe entwickelt werden, die dem Informationsbedarf einer multifunktional ausgerichteten Nachhaltskontrolle gen\u00fcgen. Bei der Verfahrensentwicklung werden sowohl verschiedene naturale Vor-aussetzungen als auch Waldbesitzverh\u00e4ltnisse und -gr\u00f6\u00dfen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem ersten Schritt sind die f\u00fcr eine multifunktionale Nachhaltigkeit relevante Kriterien und Indikatoren im Anhalt an die aktuelle internationale Diskussion festgelegt worden. Diese wurden dann mit dem praxis\u00fcblichen Informationsangebot eines Forstbetriebes aus der Forsteinrichtung, der Standorts-, Waldfunktionen- und Waldbiotopkartierung sowie &#8211; soweit verf\u00fcgbar &#8211; aus Kontrollstichproben abgeglichen. Hierzu wurden drei S\u00e4chsische Forst\u00e4mter ausgew\u00e4hlt, deren betriebliche Bedingungen als repr\u00e4sentativ f\u00fcr umfangreiche Waldfl\u00e4chen in Deutschland erscheinen.<br \/>\nAnschlie\u00dfend ist auf der Grundlage bestehender Stichprobeninventurverfahren durch Modifikationen und Entwicklung erg\u00e4nzender Verfahrenselemente eine optimierte Kontrollstichprobe erarbeitet worden, mit deren Hilfe all jene Parameter erfasst werden k\u00f6nnen, die angesichts des Ziels einer multifunktionalen Nachhaltskontrolle zur F\u00fchrung eines Forstbetriebes erforderlich sind. Die Praxistauglichkeit wurde anhand einer Piloterhebung in einem ausgew\u00e4hlten Forstbetrieb gepr\u00fcft.<br \/>\nDa in Deutschland gro\u00dfe Teile des Waldes im Privateigentum stehen und die privaten Forstbetriebe eine weite Spanne unterschiedlicher Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfen aufweisen, wurde in Kombination mit Verbundpartnern auch die Einbeziehung privater Forstbetriebe in ein Konzept zur multifunktionalen Nachhaltigkeitskontrolle gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Am Beispiel des S\u00e4chsischen Forstamtes Sch\u00f6nheide ist eine erweiterte stratifizierte Kontrollstichprobe entwickelt worden, die auf besonders effiziente Weise zur Deckung des Informationsbedarfs im Rahmen einer multifunktional ausgerichteten Nachhaltskontrolle beitr\u00e4gt. Zur Dislozierung der notwendigen Stichprobenpunkte wird ein zweistufiges Verfahren verwendet: In einer statistischen Analyse wird der f\u00fcr die verschiedenen Straten notwendige Stichprobenumfang bestimmt. Auf Grundlage der Generierung einer umfangreichen Palette von alternativen Stichprobenrastern f\u00fcr die verschiedenen Straten des Betriebes wird dann das nach den statistischen Vorgaben jeweils optimale Raster ausgew\u00e4hlt.<br \/>\nEntsprechend der Zielsetzung einer multithematisch ausgerichteten Erhebung wurde der Katalog der Erhebungsvariablen erweitert, so dass sich eine umfangreiche stand\u00f6rtliche, \u00f6kologische, dendrometrische und funktionsbezogene Charakterisierung der Waldfl\u00e4chen eines Forstbetriebes ergibt. F\u00fcr die umfassende Gesamtbetrachtung ist weiter die GIS-gest\u00fctzte Integration der fl\u00e4chenbezogen verf\u00fcgbaren Ergebnisse der Standorts-, Waldfunktionen- und Waldbiotopkartierung wichtig.<br \/>\nAuf Grundlage des 2003 in Wien \u00fcberarbeiteten gesamteurop\u00e4ischen Kriterienkatalogs, der vornehmlich f\u00fcr eine national und regional ausgerichtete Nachhaltskontrolle vorgesehen ist und den einzelbetrieblichen Informationsbedarf in nicht ausreichendem Ma\u00dfe ber\u00fccksichtigt, wurde ein nochmals erweiterter Indikatorenkatalog erarbeitet. Dieser erweiterte Katalog umfasst neben naturalen Grundinformationen auch betriebswirtschaftliche Daten f\u00fcr eine umfassende forstbetriebliche Nachhaltskontrolle.<br \/>\nDie Mehrzahl der f\u00fcr die Ableitung der betriebswirtschaftlichen Indikatoren notwendigen Grunddaten sind in modernen Forstbetrieben aus dem betrieblichen Rechnungswesen bereits verf\u00fcgbar. Erg\u00e4nzend wurde die Ermittlung des Verm\u00f6gensendwertes vorgeschlagen, der als Indikator des zuk\u00fcnftig zu erwartenden wirtschaftlichen Erfolges dient. Die Bestimmung des Verm\u00f6gensendwertes erfolgt mit Hilfe einer Betriebssimulation, die zur Evaluierung unterschiedlicher strategischer Entwicklungsperspektiven eines Betriebes beitr\u00e4gt. Des weiteren wurde ein Drei-Stufen-Konzept erstellt, das am Beispiel der S\u00e4chsischen Landesforstverwaltung die Ableitung der \u00f6konomisch relevanten Daten aufzeigt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vortragsveranstaltung Steuerungs- und Kommunikationsinstrumente f\u00fcr eine nachhaltige Forstwirtschaft am 11.03.03 in Osnabr\u00fcck<br \/>\nVer\u00f6ffentlichung der Ergebnisse in der DBU-Schriftenreihe Initiativen zum Umweltschutz, Band 58 unter dem Titel Nachhaltige und multifunktionale Forstwirtschaft.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die intensive Kooperation von universit\u00e4ren und betrieblichen Forschungseinrichtungen mit \u00f6ffentlichen und privaten Forstbetrieben konnten gleicherma\u00dfen wissenschaftlich fundierte wie praxisrelevante Ergebnisse erzielt werden. So beeinflussen die am Beispiel des Forstamtes Sch\u00f6nheide entwickelten Verfahren und abgeleiteten Ergebnisse die Diskussion um die Neugestaltung der Forstplanung im Freistaat Sachsen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Zunahme naturnaher, stufiger und gemischter Waldstrukturen, die verst\u00e4rkten multifunktionalen Anspr\u00fcche an den Wald sowie die fortschreitende Zertifizierungen von Forstbetrieben erfordern eine Modifizierung g\u00e4ngiger Inventur- und Planungsverfahren. Deshalb sollten moderne Planungs- und Managementinstrumente auf Grundlage der typenorientierten Kontrollstichprobe entwickelt werden, die dem Informationsbedarf einer multifunktional ausgerichteten Nachhaltskontrolle gen\u00fcgen. 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