{"id":21027,"date":"2023-07-13T15:17:27","date_gmt":"2023-07-13T13:17:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15458-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:28","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:28","slug":"15458-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15458-01\/","title":{"rendered":"Umweltinformationsvermittlung zur Erh\u00f6hung der Gold-Recyclingquote"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass des Vorhabens waren die Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen durch die industrielle Goldgewinnung mit Zyanidlaugung. Das Projekt Umweltinformationen zur Erh\u00f6hung der Gold-Recyclingquote hatte das Ziel, den Marktanteil von wiedergewonnenem Gold zu erh\u00f6hen. Dabei sollten Kriterien f\u00fcr Sozial- und Umweltvertr\u00e4glichkeit und ein Mechanismus zur Einhaltung dieser Kriterien erarbeitet werden und das wiedergewonnene Gold gekennzeichnet werden. Diese Zielsetzung erwies sich im Projektverlauf als zu ehrgeizig. Deshalb wurde im Dezember 2001 in Absprache zwischen DBU, FIAN und dem Zentralverband der Goldschmiede die Zielsetzung modifiziert. In der restlichen Laufzeit des Projektes lag der Schwerpunkt auf der weiteren Sensibilisierung von Goldschmieden und Verbrauchern und die Auslotung und Dokumentation zuk\u00fcnftiger Optionen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Zentralverband der Deutschen Gold- und Silberschmiede und Juweliere und FIAN geben eine Hintergrundbrosch\u00fcre heraus und Kurzinformationen f\u00fcr die Kunden, f\u00fchren gemeinsam Tagesveranstaltun-gen und ein internationales Symposium durch. Verbands- und Organisationsmitglieder werden kontinuierlich \u00fcber den Stand der Diskussion in den eigenen Zeitschriften und auf Mitgliederversammlungen informiert und zu Seminaren eingeladen.<br \/>\nDie Brosch\u00fcre Der Preis des Goldes soll das Problembewusstsein f\u00fcr die Schattenseiten des Gold-bergbaus erzeugen. Mit dem Flyer Gewinnen Sie Gold wieder werben der Zentralverband und FIAN bei den Verbrauchern f\u00fcr einen bewussteren Umgang mit Gold und ein verst\u00e4rktes Recycling von Gold-schmuck.<br \/>\nEs erwies sich als schwierig, gen\u00fcgend Anmeldungen f\u00fcr die geplanten Tagesveranstaltungen zu gewinnen. Deshalb wurde ein Wochenendseminar anstelle der vier geplanten Tagesveranstaltungen durchgef\u00fchrt. Dieses diente ebenso wie das Symposium der Diskussion und Dokumentation von Ans\u00e4tzen f\u00fcr einen umwelt- und sozialvertr\u00e4glichen Umgang mit Gold. Au\u00dferdem wurden Multiplikatoren f\u00fcr das Thema sensibilisiert. Gleichzeitig f\u00fchrten der Zentralverband und FIAN Gespr\u00e4che mit Goldscheideanstalten, um die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Kennzeichnung von Recycling-Gold auszuloten. Dies erwies sich als schwieriger als erwartet (s. unten).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der Projektlaufzeit erwies sich, dass die H\u00fcrden f\u00fcr eine Kennzeichnung von recyceltem Gold als Instrument f\u00fcr eine umwelt- und sozialvertr\u00e4glichen Umgang mit Gold und eine angemessene Vermarktung h\u00f6her als erwartet sind. Zwei Bereiche sorgen f\u00fcr Probleme bei einer Kennzeichnung: die Vermischung mit zugekauften Materialien w\u00e4hrend der Weiterverarbeitung und das Problem, sicherzustellen, dass es sich bei Gold auf dem Markt wirklich um Recyclinggold handelt.<br \/>\nDie Weiterverarbeitung verhindert bislang einen Verkauf von gekennzeichnetem Recyclinggold. Das Gold wird meist zu sogenanntem Halbzeug weiterverarbeitet, Vorstufen der Schmuckproduktion f\u00fcr Goldschmiede und Schmuckindustrie wie Ketten oder Ring-Rohlinge. Dabei wird das wiedergewonnene Gold mit zugekauftem Gold und anderen Metallen vermischt. Es gibt keine getrennte Lagerung. Dadurch entstehen hohe H\u00fcrden, die den Verkauf des Recyclinggoldes als solches verhindern.<br \/>\nDas zweite Problem ist, dass sich wiedergewonnenes Gold von Neugold nicht unterscheiden l\u00e4sst. Eine Kennzeichnung m\u00fcsste deshalb eine nachvollziehbare Dokumentation des Prozesses und des Handels-weges des Goldes umfassen. Diese beiden Faktoren lassen eine Kennzeichnung momentan als nicht durchsetzbar erscheinen. Von Seiten der Goldscheideanstalten gibt es wenig Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Entwicklung einer funktionsf\u00e4higen Kennzeichnung und die Anpassung ihrer Arbeitsweisen.<br \/>\nEs zeigte sich also, dass vor einer Operationalisierung mehr Probleme zu l\u00f6sen sind, als urspr\u00fcnglich angenommen. Eine effektive Kennzeichnung kann daher nur ein l\u00e4ngerfristiges Ziel sein. Gleichzeitig l\u00e4sst sich durch die F\u00f6rderung des R\u00fccklaufs von Schmuckst\u00fccken das Goldrecycling auch ohne Kenn-zeichnung st\u00e4rken.<br \/>\nDie Projektziele wurden deshalb in Abstimmung aller Partner modifiziert. Das Projekt konzentrierte sich deshalb in der Endphase darauf, dass Goldrecycling auch ohne Kennzeichnung zu f\u00f6rdern, Goldschmiede und Verbraucher verst\u00e4rkt zu sensibilisieren und weitere Optionen f\u00fcr einen umwelt- und sozialvertr\u00e4glichen Umgang mit Gold auszuleuchten und zu dokumentieren. Diese modifizierte Zielsetzung wurde durch den verbraucherorientierten Flyer Gewinnen Sie Gold wieder, das Seminar und das Symposium erreicht. Damit wurde eine Grundlage geschaffen, um langfristig weiterzuarbeiten. Die weitere Zusammenarbeit von FIAN und dem Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere soll \u00fcber die Sensibilisierung der Verbraucher die Recyclingquote erh\u00f6hen und gleichzeitig einen Schwerpunkt auf politische Strategien f\u00fcr einen umwelt- und sozialvertr\u00e4glichen Umgang mit Gold legen. Dazu z\u00e4hlt die Unterst\u00fctzung der Betroffenen des Goldbergbaus, der Einsatz f\u00fcr striktere Minenregulierungen und f\u00fcr ein ver\u00e4ndertes Verhalten von \u00f6ffentlichen Kreditgebern im Minensektor.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>FIAN und der Zentralverband der Goldschmiede arbeiteten intensiv daran, die Problematik des Goldbergbaus und das Thema des Goldrecycling in die \u00d6ffentlichkeit zu tragen. Dabei konnten eine Reihe von Erfolgen erzielt werden: so konnte das Thema im WDR-Schulfernsehen, Deutschlandfunk und Fach-Zeitschriften platziert werden. Au\u00dferdem wurden in den Eigenmedien \u00fcber das Projekt und die Arbeit zur F\u00f6rderung des Goldrecycling berichtet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt konnte das Goldrecycling f\u00f6rdern. In der Projektlaufzeit erwies sich jedoch, dass die H\u00fcrden f\u00fcr eine Kennzeichnung von recyceltem Gold als Instrument f\u00fcr eine umwelt- und sozialvertr\u00e4glichen Umgang mit Gold h\u00f6her als erwartet sind. Deshalb war im Einvernehmen aller Partner eine Anpassung der Projektziele erforderlich. In der restlichen Laufzeit des Projektes lag der Schwerpunkt auf der weiteren Sensibilisierung von Goldschmieden und Verbrauchern und der Auslotung und Dokumentation zu-k\u00fcnftiger Optionen. Nach dieser Neuorientierung konnte die Restlaufzeit des Projektes erfolgreich genutzt werden, um das Thema Goldrecycling in Deutschland weiter zu f\u00f6rdern. Laut dem Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere zeichnet sich ab, dass mehr Leute alte Schmuckst\u00fccke zum Umarbeiten oder Einschmelzen bringen. FIAN und der Zentralverband werden weiter an der Sensibilisierung der Verbraucher arbeiten. Das Projekt zeigte zugleich, dass ein umwelt- und sozialvertr\u00e4glicher Umgang mit Gold striktere Standards und Gesetze braucht sowie die Einflussnahme auf Kreditgeber und Anteilseigner der Minen. Diesen politischen Strategien soll in Zukunft mehr Bedeutung zukommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass des Vorhabens waren die Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen durch die industrielle Goldgewinnung mit Zyanidlaugung. Das Projekt Umweltinformationen zur Erh\u00f6hung der Gold-Recyclingquote hatte das Ziel, den Marktanteil von wiedergewonnenem Gold zu erh\u00f6hen. 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