{"id":21025,"date":"2023-07-13T15:17:12","date_gmt":"2023-07-13T13:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14870-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:15","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:15","slug":"14870-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14870-01\/","title":{"rendered":"Schwingungsmessungen zur \u00dcberpr\u00fcfung der Auswirkungen von Umweltbelastungen und Nutzungsverhalten nach  Sanierungsma\u00dfnahmen am Brandenburger Dom (Brandenburg)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die bisher durchgef\u00fchrten Schwingungsuntersuchungen haben wesentliche dynamische Eigenschaften der Domkirche vor der Durchf\u00fchrung der Sanierungsarbeiten erfa\u00dft. Nach erfolgter Stabilisierung haben sich zwangsl\u00e4ufig die bisherigen dynamischen Eigenschaften der Bauwerksteile des Domes und ihre Reaktion auf Ersch\u00fctterungen ver\u00e4ndert. Es wurden Referenzmessungen durchgef\u00fchrt und mit den Ergebnissen der vorherigen Messungen verglichen. Dabei werden signifikante Ver\u00e4nderungen im Zustand der Bausubstanz infolge k\u00fcnftiger Einfl\u00fcsse u.a. mittels Schwingungsmessungen erkennbar gemacht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie bislang durchgef\u00fchrten umfassenden Schwingungsmessungen und deren Analyse zeigen, da\u00df die Me\u00dfwerte der Einfl\u00fcsse aus Stra\u00dfenverkehr, Glockenl\u00e4uten und nat\u00fcrlicher Unruhe die Anhaltswerte der DIN 4150 Teil 3 nicht \u00fcberschreiten. Demnach war eine Beeintr\u00e4chtigung des Gebrauchswertes eines intakten Geb\u00e4udes nicht zu erwarten. Die auftretenden Schwingungen waren also nicht urs\u00e4chlich f\u00fcr die Sch\u00e4den an der Domkirche verantwortlich, hatten jedoch im Zusammenwirken mit den nunmehr behobenen Bauwerkssch\u00e4den, Gr\u00fcndungsschw\u00e4chen und ung\u00fcnstigen Bodenverh\u00e4ltnissen einen sch\u00e4digenden Einflu\u00df auf die bereits vorgesch\u00e4digten Bereiche der Konstruktion. Die Referenzmessungen erfolgten vor, w\u00e4hrend und nach Abschlu\u00df der Stabilisierungsma\u00dfnahmen am Dom in den jeweiligen Bauteilen (Turm, Langhaus und Apsis\/Chor).<\/p>\n<p>Die genaue Beschreibung des Me\u00dfprofils und der verwendeten Sensorik entnehmen Sie bitte den Dokumentationsunterlagen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nordturm (Messung nach erfolgter Nachgr\u00fcndung des Turmes im Feb. 99): Zwischenzeitlich vorgenommene Ver\u00e4nderungen an den Bauteilen:<\/p>\n<p>1.) Nachgr\u00fcndungen der Turmfundamente und Turmstrebepfeiler und<br \/>\n2.) Sicherung und Sanierung der Gew\u00f6lberippen und -risse im Westbau und den anschlie\u00dfenden<br \/>\n     Bauteilen des Langhauses.<\/p>\n<p>Aufgrund der Vergleichsm\u00f6glichkeiten der Messungen kann festgestellt werden:<br \/>\nDie Turmeigenfrequenz f\u00fcr Biege-\/Kippschwingungen und Torsion wurde um bis zu 7% angehoben. Die D\u00e4mpfung der Turmschwingung wurde nahezu verdoppelt. Diese Ergebnisse haben zu einer Reduzierung der max. Turmantworten um ca. 43% des Ursprungwertes gef\u00fchrt. Damit konnten die (unver\u00e4nderten) Glockenfrequenzen unterhalb des kritischen Bereiches gedr\u00fcckt werden.<\/p>\n<p>Langhaus:<br \/>\n1.) Nachgr\u00fcndungen an den westlichen Arkadenpfeilern und der Au\u00dfenwandpfeiler,<br \/>\n2.) Nachgr\u00fcndungen an den St\u00fctzen der Orgelempore,<br \/>\n3.) Stabilisierung des Mauerwerks der Arkadenpfeiler durch Injektagen,<br \/>\n4.) Sicherung und Sanierung der Gew\u00f6lberippen und -risse,<br \/>\n5.) Instandsetzung der Dachkonstruktion.<\/p>\n<p>Aufgrund der Vergleichsm\u00f6glichkeiten der Messungen kann festgestellt werden:<br \/>\nDie Bauwerkssteifigkeit wurde nachweislich erh\u00f6ht. Die (unver\u00e4nderte) Anregung durch die Glocken zeigt bei allen Me\u00dfpunkten eine Erh\u00f6hung der Schwingungsantworten. Die Maximalwerte der Ersch\u00fctterungen wurden in L\u00e4ngs- und Querrichtung um bis zu 36 % reduziert. Die me\u00dfbaren Relativverschiebungen der Obergadenw\u00e4nde wurden um bis zu 67% reduziert.<\/p>\n<p>Apsis:<br \/>\n1.) Nachgr\u00fcndungen an den Strebepfeilern und dem Treppenturm des S\u00fcdquerhauses,<br \/>\n2.) Stabilisierung des Sockelmauerwerks durch Injektagen und Betonbalken,<br \/>\n3.) Sicherungen und Erneuerungen der Strebepfeilerk\u00f6pfe und -abdeckungen,<br \/>\n4.) Instandsetzung der Dachkonstruktion und<br \/>\n5.) Sicherung und Sanierung der Gew\u00f6lberippen und-risse.<\/p>\n<p>Aufgrund der Vergleichsm\u00f6glichkeiten der Messungen kann festgestellt werden:<br \/>\nDie Bauwerkssteifigkeit wurde nachweislich erh\u00f6ht. Dadurch wurden die Eigenfrequenzen der Bauwerksteile angehoben. Die \u00dcbertragungswirkung wurde in allen Frequenzbereichen deutlich erh\u00f6ht. Die Anhaltswerte der DIN 4150-3 f\u00fcr denkmalgesch\u00fctzte Bauwerke werden deutlich unterschritten.<\/p>\n<p>Die Me\u00dfergebnisse im Einzelnen sind im Abschlu\u00dfbericht ausf\u00fchrlich erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der vorgelegte Bericht wird in die systematische Dokumentation der Bauma\u00dfnahmen eingebunden. Weitere Ver\u00f6ffentlichungen sind z.Z. nicht geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es kann festgestellt werden, da\u00df die durchgef\u00fchrten Sanierungsarbeiten in allen untersuchten Bereichen deutliche \u00c4nderungen der dynamischen Parameter bewirkten. Dies verdeutlicht grunds\u00e4tzlich die Wirkung der durchgef\u00fchrten Sanierungsma\u00dfnahmen und belegt die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit der durchgef\u00fchrten Untersuchungen. Insgesamt haben die Sanierungsma\u00dfnahmen nach den vorgelegten Me\u00df- und Analyseergebnissen zu einer nachweisbaren, nachhaltigen Stabilisierung der Bausubstanz gef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die bisher durchgef\u00fchrten Schwingungsuntersuchungen haben wesentliche dynamische Eigenschaften der Domkirche vor der Durchf\u00fchrung der Sanierungsarbeiten erfa\u00dft. Nach erfolgter Stabilisierung haben sich zwangsl\u00e4ufig die bisherigen dynamischen Eigenschaften der Bauwerksteile des Domes und ihre Reaktion auf Ersch\u00fctterungen ver\u00e4ndert. Es wurden Referenzmessungen durchgef\u00fchrt und mit den Ergebnissen der vorherigen Messungen verglichen. 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