{"id":21022,"date":"2024-11-27T10:34:51","date_gmt":"2024-11-27T09:34:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15431-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:55","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:55","slug":"15431-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15431-01\/","title":{"rendered":"Mykorrhizierung der Kulturheidelbeere zum umweltgerechten Anbau auf Ackerstandorten im nordostdeutschen Tiefland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Untersuchungen sollen einen Beitrag zum Anbau der Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum L.) auf Ackerstandorten des Nordostdeutschen Tieflandes leisten. Das umweltfreundliche Anbauverfahren verwertet Kiefernholzsp\u00e4ne als Reststoff. Zus\u00e4tzlich soll der Einsatz von Holzsp\u00e4nen aus der Obstbauproduktion getestet werden. Das Anbauverfahren soll dahingehend optimiert werden, dass durch eine hohe Mykorrhizierungsrate der Blaubeerstr\u00e4ucher der Einsatz von mineralischem Stickstoff reduziert werden kann, um Stickstoffaustr\u00e4ge in das Grundwasser zu vermeiden. Die nat\u00fcrliche Mykorrhizierung soll durch den Einsatz mykorrhizaf\u00f6rdernder Bakterien und organischem D\u00fcnger (wasserunl\u00f6sliches Biosol\u00ae) gesteigert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Mykorrhiza leistet einen entscheidenden Beitrag bei der N\u00e4hrstoffmobilisierung, -aufnahme und -speicherung. Durch die Mykorrhiza wird somit die Pflanzenvitalit\u00e4t, -stabilit\u00e4t und -produktivit\u00e4t deutlich verbessert. In der Versuchsstation M\u00fcncheberg wurde ein Dauerversuch zur Wirkung wasserl\u00f6slicher D\u00fcnger auf das Wachstum der Sorten Reka und Duke angelegt. Durch eine j\u00e4hrliche Beprobung soll ermittelt werden, wie sich diese D\u00fcngerformen auf die Mykorrhizierungsrate (infizierte Zellen\/cm Wurzel) und die Wuchs- und Ertragsleistungen der Blaubeere auswirken. Ferner soll durch eine Versuchsneuanlage gekl\u00e4rt werden, inwieweit die Mykorrhizierungsrate durch den Einsatz mykorrhizaf\u00f6rdernder Bakterien bzw. von wasserunl\u00f6slichem organischem D\u00fcnger aus Pilzhyphen (Biosol\u00ae) gesteigert und ob die Anwuchsphase der Blaubeerstr\u00e4ucher durch Schr\u00e4gpflanzung optimiert werden kann. In einem Substratversuch soll die Eignung unterschiedlicher Holzspankomposte aus der Obstbauproduktion unter-sucht werden. Auch bei der Versuchsneuanlage sollen die Wuchs- und Ertragsleistungen sowie die Mykorrhizierungsrate der Blaubeerstr\u00e4ucher j\u00e4hrlich ermittelt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Grundlage des Projektes waren mehrj\u00e4hriger Versuche mit der Obstart Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum L.) auf sandigen Standorten mit Mulchauflage und Bew\u00e4sserung.<br \/>\nZiel des Projektes war die Charakterisierung der Auswirkungen von abgestuften D\u00fcngungsvarianten und von Mulchauflagen verschiedener Baumarten auf die Mykorrhizierung und den Ertrag von Kulturheidelbeersorten. In diesem Kontext war die Wirkung von Beimpfungen mit Bakterien, die potentiell das Wachstum von Pflanzen f\u00f6rdern, zu analysieren. Diese geplanten Ziele wurden im gef\u00f6rderten Finanzrahmen erreicht und durch zus\u00e4tzliche Analysen zur Wechselwirkung zwischen Substratabbau, Mykorrhizierung, Rhizosph\u00e4renbesiedlung und Pflanzengenotyp erg\u00e4nzt. Damit konnten die Praxisempfehlungen detaillierter abgeleitet werden.<br \/>\nDer Anbau von Kulturheidelbeeren auf Ackerstandorten ist prinzipiell unter Einhaltung eines genau definierten Anbauverfahrens m\u00f6glich. Die Grundlage daf\u00fcr bildet eine Substratkultur unter Verwendung von Fr\u00e4ssp\u00e4nen aus Kiefernkernholz.<br \/>\nZur Durchf\u00fchrung einer umweltgerechten, Ressourcen schonenden Form der Landnutzung sind folgende Kriterien zu ber\u00fccksichtigen:<br \/>\n\u00b7\tNutzung der Phasenverschiebung von mikrobieller Aktivit\u00e4t im Substrat und den Hauptwachstumsphasen der Pflanze f\u00fcr einen effizienten und zugleich umweltschonenden D\u00fcngereinsatz<br \/>\n\u00b7\tDer D\u00fcnger Aziplex (saurer Moorbeetd\u00fcnger) ver\u00e4ndert die mikrobielle Population der Spanauflage und des Bodens und kann deshalb nur in mehreren kleinen Gaben ausgebracht werden<br \/>\n\u00b7\tDie Zersetzungsprozesse im Substrat werden durch Biosol gef\u00f6rdert, ohne wie bei Aziplex die mikrobielle Population gravierend zu ver\u00e4ndern. Aufgrund der geringen Stickstoff-Freisetzung von Biosol k\u00f6nnte dieser D\u00fcnger in Vollertragsbest\u00e4nden eingesetzt werden, um die Mykorrhizierung zu stabilisieren (weiterer Forschungsbedarf)<br \/>\n\u00b7\tStandort- und Kulturregime- gebundene individuelle Lebensgemeinschaften auf der Basis der Besttr\u00e4gerselektion stellen ein weiteres Potential f\u00fcr umweltvertr\u00e4gliche Landnutzung dar (weiterer Forschungsbedarf)<br \/>\nAlle Kulturma\u00dfnahmen sind im Rahmen folgender Standortbedingungen durchzuf\u00fchren:<br \/>\n\u00b7\tgut drainierter, anlehmiger Sandstandort (Ackerzahl 18-25)<br \/>\n\u00b7\tBeachtung der Grenzwerte f\u00fcr Aluminium im Boden<br \/>\nausreichender Windschutz (Mikroklima).<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Posterpr\u00e4sentation<br \/>\nGolldack, J., Schubert, P., Schw\u00e4rzel, H., H\u00f6flich, G., Lentzsch, P. &#038; B. M\u00fcnzenberger (2000): Mykorrhizierung der Kulturheidelbeere beim Anbau auf Ackerstandorten im Nordostdeutschen Tiefland.<br \/>\nFachtagung Neue Wege zu nachhaltiger Bodennutzung im Rahmen der Expo 2000 &#8211; Ausstellung Faszination Boden, 14.-17. September, Osnabr\u00fcck<br \/>\nGolldack J, Schubert P, Tauschke M, Schw\u00e4rzel H, H\u00f6flich G, Lentzsch P, M\u00fcnzenberger B (2001) Mycorrhization and plant growth of highbush blueberry (Vaccinium corymbosum L.) on arable land in Germany. Third International Conference on Mycorrhizas, 08.-13. Juli 2001, Adelaide, Australien<br \/>\nGolldack J, Schubert P, Schw\u00e4rzel H, Lentzsch P, M\u00fcnzenberger B, Seyfarth W (2002) Mycorrhiza of Blueberry and Control of Verticillium Wilt on Strawberry: two examples of rhizosphere microbial steady states in agricultural land use. 7th International Mycological Congress, 11.-17.08.2002, Oslo, Norwegen<br \/>\nPresse<br \/>\nPressemitteilung Berliner Zeitung, Pressemitteilung Bauernzeitung, Pressemitteilung Agrarreport<br \/>\nKMU<br \/>\nAuf Anfrage werden die praxisrelevanten Empfehlungen zum Anbau von Kulturheidelbeeren auf Ackerstandorten zur Entscheidungsunterst\u00fctzung interessierten Obstbauern unter Hinweis auf die F\u00f6rderung durch die DBU \u00fcbergeben. Eine Internetpublikation des Endberichtes ist nach Begutachtung durch die DBU geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auf der Basis dieser mehrj\u00e4hrigen Versuche wurden grundlegende Erkenntnisse \u00fcber die Wechselwirkungen zwischen Substratabbau, Mykorrhizierung, Rhizosph\u00e4renbesiedlung und Pflanzengenotyp gewonnen und daraus detaillierte praxisrelevante Empfehlungen zum Anbau von Kulturheidelbeeren auf Ackerstandorten abgeleitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Untersuchungen sollen einen Beitrag zum Anbau der Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum L.) auf Ackerstandorten des Nordostdeutschen Tieflandes leisten. Das umweltfreundliche Anbauverfahren verwertet Kiefernholzsp\u00e4ne als Reststoff. Zus\u00e4tzlich soll der Einsatz von Holzsp\u00e4nen aus der Obstbauproduktion getestet werden. 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