{"id":21021,"date":"2023-07-13T15:13:05","date_gmt":"2023-07-13T13:13:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08980-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:08","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:08","slug":"08980-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08980-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung: Strategien zur Entwicklung torfreduzierter bzw. torffreier Substrate im Gartenbau unter Verwendung von Komposten, Holzfasern und Rindenhumus"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Als \u00fcbergeordnetes Ziel steht langfristig der Ersatz von Torf im Gartenbau, dessen Verwendung durch die Endlichkeit der heimischen Ressourcen und \u00f6kologische Bedenken oft zur Diskussion steht. Dazu ist es n\u00f6tig, die Qualit\u00e4tskriterien von Holzfasern und Substratkompost f\u00fcr eine dauerhafte Nutzung im Gartenbau weiter zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu erg\u00e4nzen. Insbesondere die physikalischen Eigenschaften von Substratkomposten m\u00fcssen erfasst und standardisiert werden. Es fehlen auch gesicherte Anwendungsempfehlungen f\u00fcr Holzfasersubstrate in der g\u00e4rtnerischen Praxis. Durch neue Verfahren produzierte Holzfasersubstrate sollen in der Praxis \u00fcberpr\u00fcft werden, um am Ende Sicherheit bei der Anwendung und Akzeptanz f\u00fcr torffreie Substrate zu schaffen, deren Praxistauglichkeit belegt ist.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenTeilprojekt a) Erfassung und Standardisierung physikalischer Eigenschaften von Komposten<br \/>\n\u00b7\tSuche nach einfachen, kosteng\u00fcnstigen und effektiven Verfahren zur Messung der relevanten physikalischen Gr\u00f6\u00dfen, wobei zuerst Luftkapazit\u00e4t, Wasserkapazit\u00e4t, Kapillarit\u00e4t, Wiederbefeuchtung, Schrumpfung und Sackung im Vordergrund stehen.<br \/>\n\u00b7\tDefinition von Mindestanforderungen in Bezug auf die physikalischen Eigenschaften<br \/>\n\u00b7\tVersuche zur gezielten Verbesserungen der physikalischen Eigenschaften durch Mischung der Substratausgangsstoffe.<br \/>\n\u00b7\tKontinuierliche Pr\u00fcfung der Substrate unter Praxisbedingungen im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Substraten und nicht modifizierten bzw. physikalisch definierten Kompostkultursubstraten.<br \/>\nTeilprojekt b) Chancen und Grenzen von Holzfasersubstraten &#8211; Erarbeitung von Anwendungsempfehlungen und Kulturanleitungen f\u00fcr den Gartenbau.<br \/>\n\u00b7\tHerstellung von verschiedenen definierten Mischungen auf Holzfaserbasis<br \/>\n\u00b7\tOptimierung der Rezepturen im Versuchsbetrieb der LVG-Ahlem<br \/>\n\u00b7\t\u00dcberpr\u00fcfung der Praxistauglichkeit in den am Projekt beteiligten Gartenbaubetrieben<br \/>\n\u00b7\t\u00dcberpr\u00fcfung und Fortentwicklung der erstellten Mindestanforderungen. Erarbeitung von weiteren Pr\u00fcf- und Qualit\u00e4tskriterien, die das vorhandene G\u00fctesicherungssystem der G\u00fctegemeinschaft Substrate f\u00fcr Pflanzenbau e. V. komplettieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als empfehlenswerte, torfreduzierte Mischungen, die einen m\u00f6glichst geringeren Anteil Torf enthalten, k\u00f6nnen drei Zusammensetzungen angegeben werden. Ein Substrat mit 60 Vol. % Holzfaser und 40 Vol. % Torf, 40 Vol. % Holzfaser, 40 Vol. % Torf und 20 Vol. % Substratkompost und 60 Vol. % Holzfaser, 20 Vol. % Rindenhumus und 20 Vol. % Substratkompost. Die Versuche mit diesen Sub-straten zeigten im Versuchsbetrieb gr\u00f6\u00dftenteils gleichwertiges Wachstum und gleichwertige Qualit\u00e4ten der Pflanzen im Vergleich zu Standardsubstraten (EEP, TKS, RKS oder Kompostkultursubstrat).<br \/>\nIn den Praxisversuchen zeigten sich zwei Probleme: Die Stickstoff-Immobilisierung des Substrates (vor allem durch die Holzfaser bedingt) und eine mangelnde Wasserversorgung vor allem in den Sommermonaten. Als Empfehlung an den Pflanzenproduzenten, der torfreduzierte und torffreie Substrate ver-wendet sind folgende Punkte zu beachten: Die Substrate sollten regelm\u00e4\u00dfig beprobt und analysiert werden, damit ein evtl. Stickstoffmangel der Pflanzen fr\u00fchzeitig erkannt werden kann. Dann hat der Produzent die M\u00f6glichkeit mit Sonderd\u00fcngungen oder mit einem erh\u00f6htem Stickstoffgehalt in der N\u00e4hrl\u00f6sung die Stickstoff-Immobilisation auszugleichen. Au\u00dferdem muss sichergestellt werden, dass Pflanzen in diesen Substraten auf einer eigenen Bew\u00e4sserungseinheit stehen, damit bedarfsgerecht bew\u00e4ssert werden kann.<br \/>\nDie Stickstoff-Immobilisation von Holzfasern bzw. von torffreien oder stark torfreduzierten Substraten ist nach wie vor nicht vorhersehbar. Das macht den Einsatz von torfreduzierten bzw. torffreien Substraten nach wie vor in der Praxis problematisch. Zur Zeit kann nur die Devise herausgegeben werden, dass bei Mischung von mehreren organischen Stoffen die Stickstoff-Immobilisation aller Substratausgangsstoffe m\u00f6glichst unter 50 mg N\/l liegen sollte.<br \/>\nDie Holzfasern aus dem Sieb\u00fcberlauf von Kompostieranlagen sind f\u00fcr die Verwendung in Substraten nur begrenzt nutzbar. Durch die hohen N\u00e4hrstoffgehalte und die hohe Stickstoff-Immobilisierung des gepr\u00fcften Materials ist eine Einmischung von \u00fcber 20 Vol. % ins Substrat nicht empfehlenswert.<br \/>\nBei den physikalischen Eigenschaften ist festzustellen, dass die gepr\u00fcften Holzfasern gegen\u00fcber Torf innerhalb eines Jahres ca. 40 % der Trockenmasse (und das in den ersten 8 bis 16 Wochen) verlieren. Bei der Lagerung von torffreien Substraten und Standardsubstraten \u00fcber den Zeitraum von einem halben Jahr konnte in zwei Versuchen (Sommer- und Winterhalbjahr) nachgewiesen werden, dass die Korngr\u00f6\u00dfenverteilung sowie die Luft- und Wasserkapazit\u00e4t der Substrate nicht beeinflusst wird.<br \/>\nDie Wasseraufnahme und Wasserabgabe von torfreduzierten und torffreien Substraten ist im Vergleich zu Standardsubstraten etwas geringer einzusch\u00e4tzen. Es wird von den getesteten torfreduzierten und torffreien Substraten in der Regel etwas weniger Wasser aufgenommen, w\u00e4hrend die Wasserabgabe parallel zu Standardsubstraten verl\u00e4uft.<br \/>\nDefinitionen von Mindestanforderungen der physikalischen Eigenschaften konnten nicht erarbeitet werden, da die Suche nach einfachen Verfahren zur Messung dieser Eigenschaften, die in Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Bohne durchgef\u00fchrt wurde, noch nicht zum Ziel f\u00fchrten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bei Veranstaltungen, bei F\u00fchrungen von Besuchergruppen in der LVG, Pr\u00e4senz im Internet und durch Ver\u00f6ffentlichungen in der Fachpresse werden die Ergebnisse des Projektes weitertransportiert. Auch bei Vortr\u00e4gen im Bereich Torfersatz werden die Ergebnisse und Erfahrungen aus diesem Projekt vorgestellt. Au\u00dferdem wurden auf einem Stand bei der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen die Ergebnisse f\u00fcr ein gro\u00dfes Publikum pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es ist m\u00f6glich in torffreien Substraten aus Holzfasern, Rindenhumus und Substratkompost qualitativ hochwertige Pflanzen in Praxisbetrieben zu produzieren. Allerdings ist ein Umdenken bei den Faktoren wie Bew\u00e4sserung, D\u00fcngung und Hemmstoffeinsatz notwendig.<br \/>\nAndererseits sind gerade bei biologisch belebten Substraten noch einige Fragen offen, die nicht abschlie\u00dfend bearbeitet wurden. Dazu z\u00e4hlen die Stickstoff-Immobilisierung und die Verpilzung von Substraten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Als \u00fcbergeordnetes Ziel steht langfristig der Ersatz von Torf im Gartenbau, dessen Verwendung durch die Endlichkeit der heimischen Ressourcen und \u00f6kologische Bedenken oft zur Diskussion steht. Dazu ist es n\u00f6tig, die Qualit\u00e4tskriterien von Holzfasern und Substratkompost f\u00fcr eine dauerhafte Nutzung im Gartenbau weiter zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu erg\u00e4nzen. Insbesondere die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2422,64,51,53],"class_list":["post-21021","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-landnutzung","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"08980\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-08980.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"235.488,26","dbu_projektdatenbank_firma":"Landwirtschaftskammer HannoverLehr- und Versuchsanstalt f\u00fcr Gartenbau","dbu_projektdatenbank_strasse":"Heisterbergallee 12","dbu_projektdatenbank_plz_str":"30453","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Hannover","dbu_projektdatenbank_p_von":"1999-06-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2002-06-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"3 Jahre","dbu_projektdatenbank_telefon":"0511\/4005-152","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"13","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21021\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34024,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21021\/revisions\/34024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}